Tödliches Klacken: Datenrettung nach Festplatten-Crash

18:17 - 11/10/2006 von Patrick Schmid

Computeranfänger laufen immer wieder in die Falle: Soeben ging der PC noch, aber jetzt hört man ein verdächtiges Geräusch in der Festplatte - das Klacken des Todes. Der PC bootet nicht mehr und die Daten sind futsch - oder vielleicht doch nicht? Viele Anwender sind sich immer noch nicht bewusst, dass Festplatten ein hohes Defektrisiko mit sich bringen. Schließlich bestehen diese neben der Elektronik aus mechanischen Komponenten, die hohem Verschleiß unterliegen. Nur die wenigsten wissen sich selbst zu helfen. Wem seine Daten wichtig sind, kann versuchen, sie bei einem Profi-Datenretter wiederherstellen zu lassen. Der Hersteller beispielsweise spricht von einer Erfolgsrate von 90 Prozent. Ein solcher Akt kostet jedoch eine Menge Geld. Im Schnitt sind circa 1200 € zu berappen, also ungefähr der Preis eines modernen Komplett-PCs. Der tatsächliche Preis ist jedoch von der Schwere des Schadens abhängig. Das Geschäft boomt, schließlich wird die Anzahl der PC-Anwender nicht weniger. Man könnte meinen, dass Verschwörungstheoretiker Recht behalten, denn die meisten Festplatten schaffen bei täglicher Nutzung gerade einmal die Garantiezeit von zwei Jahren. Haben etwa die Festplattenhersteller kein Interesse daran, langlebige Produkte zu entwickeln? Es klingt zwar hart, aber wer keine Backups macht, ist selber Schuld und trägt zum Erfolg von Datenrettungsfirmen bei.

Erfahrungsgemäß lassen sich zwei Gruppen von Anwendern unterscheiden. Die eine beinhaltet Personen, die fachlich gut informiert sind oder bereits die Erfahrung eines schmerzhaften Datenverlusts hinter sich haben. In diesem Fall wird sich der Anwender zumindest in unregelmäßigen Abständen darum kümmern, Informationen wie etwa Emails, Fotos, Projektdaten oder ähnliches auf DVD oder andere Medien zu speichern. In Firmenstrukturen ist es die IT-Abteilung bzw. ein Administrator, der sich um Backups kümmert. Für den Fall eines Virenbefalls, Hardwaredefektes oder schlicht eines menschlichen Fehlers sind die digitalen Schätze somit abgesichert. Bravo, die Hausaufgaben hat diese Gruppe gemacht. Doch es handelt sich dabei fast immer um eine kleine Minderheit.

Die andere Gruppe hingegen lebt mit einem permanenten Risiko, denn sie kennt entweder die möglichen Horrorszenarien nicht oder nimmt diese oft nicht ausreichend ernst. Grundsätzlich sollte man sich darüber klar sein, dass jede komplexe Komponente ohne weiteres von einem Tag auf den nächsten den Dienst verweigern könnte.

Wie so oft im Leben gibt es noch Möglichkeiten. Ist beispielsweise lediglich die Elektronik einer Festplatte defekt, so lässt sich das Laufwerk durch deren Austausch noch retten. Selbst wenn der gefürchtete Head Crash eingetreten ist, also der Kontakt zwischen den Köpfen und der magnetischen Oberfläche, ist oft nur ein kleiner Bereich der Festplatte betroffen. Eine entsprechende Ausstattung vorausgesetzt lässt sich auch hier ein beachtlicher Teil der Daten wiedergewinnen.

Zahlreiche Hersteller wie etwa CBL Data Recovery oder haben sich auf die Datenrettung von Datenträger mit technischen Defekten spezialisiert.

Auch uns verschont der Defektteufel nicht, deswegen haben wir uns mitsamt einer defekten 2,5"-Festplatte aus eigener Verwendung zu CBL Data Recovery nach Kaiserslautern begeben, um eine solche Datenrettung zu dokumentieren.


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Kommentare zum Beitrag
MSidR 11/10/2006 21:44
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Tja.. wer viel Zeit und Geld hat kann sich Datensicherung leisten.. leider gehöre ich nicht zu diesen Personen die sich eine dritte Platte leisten können um dann meine 280GB von den anderen Platten zusichern.. und eine DVD-Alternative ist auch viel zuteuer*alleine die RAM-Rohlinge*. :?

Aber ich habe natürlich auch schon Erfahrungen mit defekten Platten gesammelt. Damals hatte ich zwei 8GByte große IBM Platten im RAID 0, eine davon war nach 2monaten kaputt, die Daten waren vorerst verloren :oops: . Natürlich hatte ich auch da keine Sicherung. Damals habe ich die defekte Platte an IBM gesendet und eine Neue und die alte defekte Platte zurück bekommen. Nun was habe ich gemacht :twisted: ?
Ich habe mich mit Kreusschlitzschrauber und Pinzette bewaffnet und ab ins Bad, die alte Platte auseinander genommen. Dabei habe ich gesehen das in der mittleren Platte ein Schreibkopf sich von der Befestigung gelöst hatte. Die Layer (also die Scheiben) waren jedoch unbeschädigt. Was getan? Ganz einfach :shock: , die neue Platte geholt alles aufwendig auseinnander gefrimmelt, die Leseeinheit (also den ganzen Kopf samt der Magnethalterung) getauscht, alles wieder zusammen gebaut und siehe da, die Platte funktionierte, alle Daten waren vorhanden. Die Platte läuft heute noch.

Aber ich kann sowas kann keinen mehr empfehlen, vorallem nicht heute, alles ist durch die hohe Speicherdichte 100fach empfindlicher geworden, nochmal werde ich sowas wohl nicht machen, aber damals hat es bestens funktioniert, auch ohne gleich 6000 Mark für meine Daten zu investieren.

Supaman 11/10/2006 22:28
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was kostet eine als redaktioneller artikel getarnte werbung bei thg? von objektiver berichterstattung kann hier ja wohl keine rede sein .

Scotty 11/10/2006 22:33
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gelöscht, Scotty

Sam1 12/10/2006 00:54
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Zitat :und eine DVD-Alternative ist auch viel zuteuer*alleine die RAM-Rohlinge*. :?


Na ja, verglichen mit einem Datenverlust kosten die DVD-Ram Rohlinge auch nicht mehr so viel. Die Preise sind stetig am sinken.

Backup war noch nie billig und eine 2. Sicherung auf DVD Ram kann z.B für ein KMU interessant sein.


Zitat :
Ich habe mich mit Kreusschlitzschrauber und Pinzette bewaffnet und ab ins Bad, die alte Platte auseinander genommen. Dabei habe ich gesehen das in der mittleren Platte ein Schreibkopf sich von der Befestigung gelöst hatte. Die Layer (also die Scheiben) waren jedoch unbeschädigt. Was getan? Ganz einfach :shock: , die neue Platte geholt alles aufwendig auseinnander gefrimmelt, die Leseeinheit (also den ganzen Kopf samt der Magnethalterung) getauscht, alles wieder zusammen gebaut und siehe da, die Platte funktionierte, alle Daten waren vorhanden. Die Platte läuft heute noch.


Da kann ich nur sagen : Du hast verd. Glück gehabt, dass die Platte diesen Eingriff überlebt hat.

Pivo 12/10/2006 07:56
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Die Frage ist immer, was einem die eigenen Daten wert sind.
Sind die Daten wirklich wertvoll sollte eine Sicherungsplatte, oder wenigstens RAID 1 absolute Priorität vor knackigen Prozessoren und HighEnd-Grakas haben.

Wem ein knackiger Prozzi mit Turbo-Grakas wichtiger ist, dem sind seine Daten offensichtlich nicht wert genug, regelmäßig gesichert zu weden.

Datensicherung ist in den wenigsten Fällen eine Frage des Geldbeutels, sondern eher eine Frage der eigenen Prioritäten.

cu
Pivo

fusselhaase 12/10/2006 10:02
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ich sehe das auch so, dass datensicherung eher in die eigenen prioritäten fällt. und sooooo teuer ist des ja auch net. im schnitt haben die mitarbeiter an unserem institut (mit filmen präsentationen und persönlichem krams) vielleicht 4-5GB in ihren persönlichen ordnern. das ist innerhalb von 8min und ner DVD erledigt und man hat erstmal wieder ruhe.

auch bei mir zu hause sehe ich das nicht soo schlimm. mal abgesehen von ner MP3 festplatte und nen paar filmen (was ich auch nicht als tötlich wichtig einstufen würde) muss ich auch nur nen paar savegames und dokumente und homepages sichern und das ist locker mit nen DVD Rohling getan.

datensicherung im großen stil braucht man meines erachtens erst an kleinenren unternehmen / instituten die datenbanken, server oder webanwendungen sichern müssen. wenn der 0815 privatuser nicht dazu in der lage ist jeden monat ne DVD mit seinen wichtigen dokumenten und persönlichem kram zu brennen, dann tuts mir echt leid :lol:

beste grüße

Scotty 12/10/2006 10:08
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gelöscht, Scotty

Anonymer Nutzer 12/10/2006 10:38
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fEinEr ArtikEl

Bert 12/10/2006 11:01
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Zitat :Mann,

ich bin ja schon als Meckerliese verschrieen,

aber Du schießt den Vogel ab.


*LoooooooooooooooL*

Fallen Wolf 12/10/2006 21:32
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Guter und informativer Artikel! Weiter so!

Ich hatte auch schon Erfahrungen mit Datenverlust gemacht, sei es durch Laien, die mal eben die Recovery-CD vom Supermarkt-PC drübergebügelt haben und dabe vergessen haben, dass alle Dateien unter "Eigene Dateien" auf C:/ gespeichert waren und halt durch defekte Festplatten bzw. Partitionsfehler.
Ich sichere meine wichtigsten Dateien immer auf meiner externen Platte, die ich nur dann anschließe, wenn ich was sichern will (wegen eventuellen Überspannungen, die ja alles kaputt hauen könnten).
In der Schule beim Server und in der Verwaltung ziehe ich immer einmal in der Woche ein Image vom Server sowie vom Verwaltungsrechner, bis jetzt ist zum Glück bis auf einmal alles gut gegangen. Bei dem einen Mal meinte einer aus der Verwaltung, dass er unbedingt die Recovery-CD drüberbügeln musste, ohne mich vorher zu fragen. Da dann alle Daten danach weg waren, hat der natürlich diese one-klick-and-all-is-gone Recovery-CD nochmal drübergebügelt und als dann (natürlich) die Daten immer noch weg waren, wurde ich über diesen schrecklichen Datenverlust informiert.Seit diesem Vorfall ziehe ich auch von diesem Rechner immer mal ein Image, da die dort es sich nicht nochmal erlauben können, alle wichtigen Daten zu verlieren.

Das mit den Kosten für diese eine Datenrettung der THG-Notebook-Platte würde mich auch mal interessieren :wink:

MfG
Fallen Wolf

konkretor 12/10/2006 23:39
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Hier im Forum wird RAID 1 als Datensicherung genannt das ist definitiv nicht so.

Bei RAID geht es nur die Daten zu halten falls eine Platte ausfällt und man kann normal weiter arbeiten.

Wäre vielleicht auch mal nen Artikel Wert was ist Datensicherung eigentlich genau!

Sneedle Woods 19/10/2006 22:41
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Genau so ist es . Vor fehlerhafter Bedienung, Hackern, Viren etc. hilft ein RAIDx ziemlich wenig. Auch eine Platte, auf die eine Sicherungskopie gezogen wird, die aber im laufenden Betrieb sichtbar ist, stellt kein Backup dar. Wird der Rechner gehackt, kann man nur auf die Freundlichkeit des Eindringlings hoffen. Backups sollten elektrisch getrennt sein .

Saty 19/10/2006 23:23
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Demnächst in diesem Forum:


Tödliches Klappern

Wie Sie tödliche Verletzungen bei der Kopf-auf-Tastatur-Kombination vermeiden können.



Ein Tatsachen-Bericht.

Scotty 19/10/2006 23:25
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gelöscht, Scotty

Saty 19/10/2006 23:27
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Is ja auch erst demnächst. aber nur als PDF. :mrgreen:

Scotty 19/10/2006 23:29
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gelöscht, Scotty

Schlingel 20/10/2006 07:29
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Null Problemo,

wir gehen mim Klingelbeutel rum, kaufen 1 pdf und besorgen uns den Passwort Knacker aus dem "Heiße Tipps: 100% sicher im Internet" Artikel. :twisted:

Schlingel

Omega 20/10/2006 10:39
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Zitat :Null Problemo,

wir gehen mim Klingelbeutel rum, kaufen 1 pdf und besorgen uns den Passwort Knacker aus dem "Heiße Tipps: 100% sicher im Internet" Artikel. :twisted:

Schlingel


:lol: :lol: You made my day :lol: :lol:

luckylusche 20/10/2006 13:22
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:lol: :lol: :lol:

gruß ll

ErikB 21/12/2006 11:53
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Durch eine Stromstörung ist mein Netzteil explodiert und hat dabei meine Festplatte beschädigt. Ich habe zuerst versucht mit so einem tool die Festplatte selber zu retten, was jedoch misslang. Weil mir einige Daten sehr wichtig waren, beschloss ich, eine professionelle Firma zu suchen, die meine Daten retten konnte. Über http://www.rsedatenrettung.de ging dieses sogar ziemlich Preiswert. Meine wertvollen Daten sind wieder in meinem Besitz.
Ich möchte jedem jedoch sehr anraten überall Sicherungen von zu machen. Auch wenn man denkt, so was passiert mir nicht, auf einmal ist es doch passiert.

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