Comdex 1998: 3D-Chips, CPUs und Roadmaps

18:00 - 30/11/1998 von Thomas Pabst
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Die Comdex ist vorrüber und hinterläßt bei uns einen Eindruck, den wir in dem sehr persönlichen Rückblick bereits beschrieben haben. Die großen Namen haben gefehlt und in der Zwischenzeit ist sogar klar, daß die Comdex, gemessen an der Zahl der Aussteller kleiner ist als die Systems, die ja schon fast als regionale, bayrische Anwender Messe gilt.

3Dfx Voodoo3

Eines der High Lights der Messe haben wir im ersten Bericht bereits kurz angesprochen: Voodoo³ (Nur mal so am Rande, wie macht man mit einer deutschen Tastatur eigentlich hoch4 ;-))) Bereits am ersten Tag der Messe mitten in der Nacht morgens um 9 Uhr hatte 3Dfx zur Konferenz geladen um den neuen Chip vorzustellen. Was der Senior Vice President von 3Dfx, Scott Sellers zu sagen hatte war denn auch entsprechend interessant.

Der neue Voodoo³ wird sich nur unwesentlich von dem unterscheiden, was in der Gerüchteküche als Banshee 2 schon seit einigen Wochen beschrieben worden ist.

An dieser Stelle sei einmal einer flexiblen Marketing Abteilung ein Lob ausgesprochen. Nachdem der Banshee Chip nicht zu dem Renner wurde, wie sich das Viele gewünscht hatten und der Name einen entsprechend negativen Geschmack bekommen hatte, hat man sich über alle Zusagen hinweggesetzt und den Namen Voodoo ein drittes Mal bemüht. Besonders Intel mit dem Produkt Celeron könnte sich davon eine Scheibe abschneiden. Das der 300A und der 333 recht gut sind haben wir an dieser Stelle ja oft genug nachgewiesen. Wenn da nur der Name nicht wäre.

Zurück zu 3Dfx. Voodoo³ wird also ein 2D/3D Paket sein, das sich, gemessen an den Leistungsdaten, sehr wohl mit diesem Namen schmücken darf. Hier die Liste der Features:

Dual 32 Bit Textur Rendering. Dabei wird nur intern eine 32 bit Verarbeitung verwendet extern werden 16 Bit über den RAMDAC interpoliert, was letztlich zu einer Farbtiefe von etwa 22 Bit führt. Echtes Multitexturing: Zwei Texturen pro Pixel und Takt. So kann man entweder einem Pixel innerhalb eines Taktes zwei Texturen hinterlegen oder in einem Takt werden 2 Pixel mit bi-linearem Filter und einer Textur abgearbeitet. Hardware gestütztes Erstellen der Dreiecke, was nichts Besonderes ist, weil es in der Zwischenzeit zum Standard geworden ist. Unterstützung von multiplen Dreiecken, ebenfalls Standard Single Pass, Single Cycle Bump Mapping mit zwei Texturen. Damit kann in einem Zyklus ein "Bump-Mapped" Pixel gerendert werden. Single Pass, Single Cycle trilineares mip mapping. Im Ergebnis mit oben vergleichbar, pro Zyklus kann ein trilinear gefilterter Pixel gerendert werden. Alpha Blending Auf Quelle und Ziel Sub Pixel und Sub Texel Korrektur Nebel Effekte pro Pixel 16 Bit Z-Buffer Multi Textur Effekte Unterstützung für 14 verschiedene Texture Map Formate 8Bit bilineares Filtern der Texturen Textur Kompression im Narrow Channel YAB Format. Damit wird Kompression endgültig zum Standard bei den Graphikkarten Texel Fill Rates von 366 Mtexels beim Voodoo³ 3000 und 250 Mtexels beim Voodoo³ 2000Damit liegt die Version 3000 des Voodoo³ mit diesem Wert etwas über einer Voodoo² SLI Installation. Allerdings sind mit dem neuen Chip Auflösungen bis 1600X1200 möglich 7 Millionen Dreiecke pro Sekunde bei der Version 3000 und 4 Millionen bei der Version 2000. Damit wird allerdings eine Leistung angeboten, die bislang kein Spiel fordert. 1 Million Dreiecke pro Sekunde sind in der Regel die obere Grenze. Viel entscheidender ist die Fill Rate. Auch die 8 Millionen Dreiecke, die TNT-2 anbieten soll bringen also nicht so sehr viel. 350 MHz RAMDAC bei der Version 3000 und 300 MHz bei der Version 2000. Dadurch werden Auflösungen von 2048X1536 bei einer Wiederholfrequenz von 75 Hz möglich. Mit diesem Feature wird wirklich eine Obergrenze gesetzt, die für die meisten Mitbewerber noch jenseits der Planungen liegt. Prozessortakt bei der Version 3000 183 MHz und 125 MHz bei der Version 2000. Dabei wird der Kern in der 0,25 micro-Technologie gefertigt. 32 MB On Board Memory Support. Auch ATI wird dem neuen Rage 128 32 MB zugestehen. Das war übrigens der Grund, weshalb man bei 3Dfx die Pläne sich auf 16 MB zu beschränken, aufgegeben hat. DVD Acceleration. Leider heißt das nichtMPEG2 Dekodierung in der Hardware. Auch das Feature Motion Compensation wird bei Voodoo³ nicht eingebaut sein. Die notwendige Entlastung einer schwächeren CPU ist also nicht möglich. Digitale Video Ausgang für die Formate NTSC, PAL und SECAM Unterstützung von LCD Monitoren über ein spezielles LCDfx Interface.Flachbildschirme werden zwar immer bedeutender. Allerdings gibt es noch keine endgültige Standardisierung in diesem Bereich. Es bleibt also abzuwarten ob sich diese Technologie durchsetzen wird. Im 2D Bereich setzt man auf die Banshee Einheit, die schließlich recht gut ist und in diesem Bereich nicht weiter verbessert werden mußte. AGP 2X Unterstützung. Hier scheiden sich die Geister. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Voodoo³ auf den Markt kommen soll steht zu erwarten, daß AGP 4X bereits releaset ist. Zudem spricht sich 3Dfx nach wie vor gegen AGP Texturing aus. Es besteht also die Möglichkeit, daß Voodoo³ das nicht können wird. Bei Anwendungen mit extrem großen Texturen kann sich das zum Problem entwickeln.
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