2 - Daten Weg: Vorbeugende Maßnahmen und richtige Reaktion

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Cool bleiben. Die größte Gefahr für Ihre Daten sind im Fall der Fälle tatsächlich Sie selbst. Nur weil Sie über übliche Wege wie etwa dem Windows-Explorer nicht mehr auf Ihre Dateien zugreifen können heißt das noch nicht, dass diese verloren sind. Tatsächlich sind Daten erst dann unwiederbringlich verloren, wenn Bits überschrieben wurden, die Oberfläche physisch Schaden nimmt oder die Magnetisierung zerstört ist. Solange es sich um einen Elektronikdefekt oder den Ausfall mechanischer Komponenten handelt (meist ist das der Fall), ist noch sehr viel möglich.

An dieser Stelle müssen wir zuerst darauf hinweisen, dass saubere Vorarbeit beim Aufsetzen eines Systems bzw. beim Einrichten und Durchführen von Backups eine Menge Kopfschmerzen ersparen kann. Das beste Backup nützt nichts, wenn der Prozess vom Anwender unbemerkt mit einer Fehlermeldung abbricht, oder wenn die Disaster-Recovery, also die komplette Systemwiederherstellung, in der Praxis nicht funktioniert. Wichtig ist somit ein Testlauf: Prüfen Sie ihr Backup! Spielen Sie es, falls möglich, auf eine andere Festplatte wieder zurück! Und nehmen Sie sich in regelmäßigen Abständen die Zeit, das Backup erneut zu überprüfen.

Was die Hardware betrifft gibt es einige Vorkehrungen, sie sie für den Fall der Fälle treffen sollten. Wer mehrere Laufwerke einsetzt sollte sowohl die Laufwerke, als auch die Kabel und vorhandene Wechselrahmensysteme eindeutig durchnumerieren. Verlassen Sie sich nicht nur auf eine mögliche Nummerierung innerhalb von Wechselsystemen und deren Frontpanels: Diese könnten bei 1 zu zählen beginnen, während Ihr Controller vermutlich bei 0 beginnt. Da die Endmontage solcher Hardware, auch Laufwerks-LEDs, immer von Hand geschieht, steckt hier eine potenzielle Fehlerquelle! Ein Stück Klebeband mit einer Nummer hilft, dass Sie nicht versehentlich das falsche Laufwerk entfernen.

Wir gehen außerdem davon aus, dass alle Festplatten sorgsam behandelt werden: Sie sollten sicher in einem geeigneten Laufwerksschacht eingebaut werden. Kommen viele Festplatten in einem System zum Einsatz so empfiehlt sich der Einsatz von Wechselrahmensystemen, die die Übertragung von Vibrationen auf das Gehäuse reduzieren. In jedem Fall wichtig ist außerdem eine ausreichende Belüftung, damit vor allem Festplatten mit hoher Rotationsgeschwindigkeit nicht überhitzen. Vermeiden Sie außerdem Stöße: Der Rechner muss so aufgestellt werden, dass weder Ihr Knie unterm Schreibtisch, noch der Hund, noch der Staubsauger der Putzkraft am Abend mechanisch auf ihn einwirkt. Server gehören in den Serverraum und somit außer Reichweite alltäglicher Büroeinflüsse. Außerdem sollten Sie nicht vergessen, Datenbestände regelmäßig zu defragmentieren. Dabei werden auf der Festplatte verteilte Dateien an einem Stück niedergeschrieben. Das kommt der Leistungsfähigkeit zugute, hilft aber auch im Defektfall: Wenn Dateifragmente kreuz und quer über ein defektes Medium verteilt sind, sind diese nur schwierig zusammenzusetzen. Selbstredend gilt dies auch für RAID-Setups.

Stellen Sie im Defektfall als erstes Fest, ob der Fehler eventuell dem Festplatten-Controller zuzuschreiben ist. Ideal ist, wenn Sie alle Laufwerke, bei RAID in gleicher Reihenfolge, an einen anderen Controller anschließen können. Tritt der Fehler immer noch auf, so ist dieser wohl nicht am Controller zu suchen. Gehen Sie mit Ihren Möglichkeiten anschließend vorsichtig um: Wenn der Anwender eine Daten-Initialisierung anstatt eines Rebuilds anschmeißt führt das zur Neuerstellung von Paritätsdaten - und somit wahrscheinlich zum Überschreiben von gesunden Dateien!

Software wie Partition Magic oder Drive Magic ist zwar vielseitig, im Zweifelsfall aber auch mächtig genug, ihre Daten aus Ihrer Reichweite zu befördern. Wer mit Partitionierungssoftware gewütet und sich ein wichtiges Laufwerk "zerstört" hat, kann sich durch den Einsatz vieler Datenrettungsprogramme behelfen: Da die Daten physisch noch unbeschadet auf dem Laufwerk liegen, ist meist alles wiederherstellbar. Kroll Ontrack bietet dafür EasyRecovery, Norton SystemWorks (System Utilities) ist ebenfalls eine Möglichkeit. Wenn alles jedoch nach einem Hardware-Defekt riecht sollten Sie mit diesen Tools vorsichtig sein: Im Ernstfall können Sie mehr schaden denn nutzen.

Wiederherstellungs-Tools im Überblick

http://www.nucleusdatarecovery.org/hard-drive-recovery.html http://www.r-tt.com/ http://www.runtime.org/ http://www.z-a-recovery.com/

Kommentare zum Beitrag

Snooze 02/03/2007 02:45
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Snooze
Das Thema des Artikels ist sehr interessant - wenn auch (zumindest fuer mich) kaum neue Informationen enthalten waren.

Was ich schlecht fand, waren Fehler wie:
"Zu Deutsch: An einen der Kroll Ontrack-Arbeitsplätze, die der Reinraum-Klasse 100 entsprechen. Das bedeutet, dass pro Kubikmeter Luft maximal 100 Staubpartikel vorhanden sein dürfen."

Das ist Bullshit!!!
>> Es sind 100 Staubpartikel (mit einer Groesse von maxiaml 0,5 Mikrometer) pro Kubikfuss!

PS, wer es nicht glaubt, siehe bitte hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Clean [...] ifications

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