Deutsche im Rückstand bei Internet über Mobilfunknetze

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19:36 - 17. Januar 2000 von Uwe Scheffel

Auf mindestens drei Gebieten sind die Japaner weiter als die Europäer. Erstens: Nirgendwo ist die Verbindung von Mobilfunk und Internet so weit fortgeschritten wie in Japan - nicht einmal in den USA. Schon drei Millionen Japaner benutzen den I-mode-Service von DoCoMo, Ende diesen Jahres werden es nach Expertenschätzungen mindestens fünf Millionen sein. Die Handy-Benutzer haben bei diesem System einen ständigen Zugang zum Internet, ohne sich extra einwählen zu müssen, tauschen E-Mails aus und greifen auf immer mehr interessante Medien zu.

Zweitens sind die Japaner den Europäern ein gutes Stück voraus, wenn es um die intelligente Verbindung von neuen E-Commerce-Möglichkeiten und traditioneller Logistik geht. Wer in Deutschland schon einmal etwas im Internet gekauft hat, kennt das Problem: Die Bestellung geht schnell und problemlos, die Lieferung aber wird zum Alptraum. Die Japaner bauen dagegen ihre 24-Stunden-Läden zu logistischen Kopfstellen des Internetgeschäfts aus. Die so genannten Konbini (vom englischen Ausdruck "Convenience Store") verfügen über ein ausgeklügeltes Just-in-time-Belieferungssystem, vom dem deutsche Einzelhändler nur träumen können. Nun übernehmen die 36 000 Läden die Auslieferung von Internetbestellungen. Jede Woche werden neue Gemeinschaftsunternehmen gegründet, an denen sich Einzelhandelsketten, Internetanbieter, Banken und Informationstechnologie-Hersteller beteiligen. Wo gibt es solche Allianzen in Deutschland?

Drittens: Die großen japanischen Technologiekonzerne haben in der Vergangenheit bereits weit gespannte Produktionsnetze in den asiatischen Nachbarländern aufgebaut. Erst durch die Nutzung des Internets können sie jedoch ihr volles Produktionspotenzial entfalten. Es gibt einige Anzeichen dafür, dass die großen japanischen Konzerne das Internet viel schneller für Business-to-Business-Lösungen entdecken als ihre deutschen Konkurrenten.

Quelle: Tom's Hardware

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