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Als Nachfolger eines der am sehnlichsten erwarteten RTS-Spiele des letzten Jahres kamen in Bezug auf Dawn of War: Winter Assault ernsthafte Zweifel auf, ob das Spiel nur ein Neuaufguss von Brood War sein würde. Aber die Sorgen waren unberechtigt, denn wie es scheint, hat Relic es geschafft, seine Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben.
Winter Assault führt eine neue Partei ins Spiel ein: die Imperiale Armee. Die Guards sind eine weitere Streitmacht, die für das Imperium of Mankind kämpfen. Sie sind die gemeinen Fußsoldaten der Menschheit. Das bedeutet schlicht, dass sie schwächer als alle anderen Figuren sind und im Felde schneller sterben. Sie sind also die Verteidigungsarmee in einem offensiven Spiel.
Das ist das, was wir als Fachleute ein Blutbad nennen würden.
Die Guards sind gut zu spielen, was außerdem Spaß macht, so dass sie die Stars dieses Spiels sind. Mit zusätzlichen Einheiten zur Hebung der Moral (häufig durch Exekution eines Mitglieds der Truppe, der sie sich angeschlossen haben) kann man den enormen Drang der Guards, sich einfach aus dem Staub zu machen, recht gut in den Griff bekommen. Der Spieler fühlt sich so sehr schnell "an den Hebeln der Macht".
Jedes Volk des Originalspiels wurde um eine neue Einheit ergänzt, um mögliche Probleme zu beheben und das Spiel ausgeglichener zu gestalten. Die Eldar erhalten so die Feuerdrachen zugewiesen, samt deren Fähigkeiten, Panzer aufhalten zu können. Die Truppen der Orks werden durch die Nobz in Megarüstung kräftig unterstützt, was auch unbedingt Not tat.

Kombinierte Armeen sorgen für eine spannende Dynamik.
Der Einzelspielermodus wurde angemessen um einen zusätzliche Kampagne erweitert. Die Kampagnenauswahl funktioniert dieses Mal allerdings etwas anders und basiert auf der Wahl zwischen Ordnung (Imperial Guard und Eldar) oder Unordnung (Chaos und Orks). Je nachdem, für welche Seite sich die Spieler entscheiden, müssen sie beide Völker abwechselnd steuern. Damit geht zwar der Eindruck der Kontinuität etwas verloren, aber es ist trotzdem eine wohldurchdachte Kampagne mit interessanten Missionen. Höhepunkt ist eine Mission, die von beiden Seiten des Konflikts aus gespielt wird, wobei jede Perspektive für leichte Änderungen sorgt.

Die Imperial Guard-Artillerie erinnert stark an den 2. Weltkrieg.
Erfreulich an dieser Erweiterung ist, dass das Grundprinzip des Spiels unverändert bleibt. Es ist immer noch ein schnelles und höchst kämpferisches RTS-Spiel, nur dass ein ganz neues Volk hinzugekommen ist. Und was noch besser ist: Es wurde ein bisschen herumgeschraubt, um die Kosten der fortschrittlicheren Technologien für jedes Volk zu senken. Das mag einigen zwar nicht gefallen, aber die Idee ist, im Multiplayermodus mehr Einheiten einsetzen zu können, statt wie häufig bei RTS-Spielen nur etwas willkürlich drauflosstürmen zu können.
Insgesamt also eine intelligente Erweiterung für ein intelligentes Spiel.
