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Die Sims 2 scheint mit zwei Erweiterungen pro Jahr fest der bewährten Philosophie seiner Vorgänger zu folgen. Es kommt natürlich darauf an, was als Erweiterung gilt. Denn bei der Originalversion der Sims wurde es zunehmend schwierig, genau sagen zu können, welche Erweiterung welche neue Funktion hinzugefügt hat. Die Sims 2 gibt den Erweiterungen (bislang jedenfalls) ein weitaus individuelleres Gepräge, was bei Nightlife deutlich zu erkennen ist.
Nightlife folgt dem allgemeinen Thema aller Sims-Spiele: Die Spieler können ihre Sims-Charaktere stellvertretend für sich auf Partys schicken. Die erste Sache, die bei Nightlife auffällt, ist der neue Downtown-Bereich, wo es alles gibt: vom Luxusrestaurant bis zur heruntergekommenen Spielhölle. Die beste Möglichkeit, die neuen Funktionen des Spiels auszuprobieren, besteht darin, mit den Sims ins Restaurant zu gehen. Jemanden auszuführen, wird hier als kleines Spiel inszeniert. Das bedeutet, dass man versuchen kann, mit der Kellnerin zu flirten, um den Rechnungsbetrag zu drücken, oder man prellt ganz einfach die Zeche. Das führt zu einer Verfolgungsjagd, bei der man dem Geschäftsführer dreißig Sekunden lang entkommen muss.
Wow! Super Party!
Das ist natürlich nicht alles, was Nightlife zu bieten hat. Die Option, seine Freunde zu einer Gruppe zusammenzufassen, macht es möglich, alle mit einem einzigen Telefonanruf zu erreichen, so dass man sich irgendwo treffen kann, um sich zu amüsieren. Diese Gruppenvergnügungen sind eine fantastische Idee, wobei der Erfolg einer Nacht daran gemessen wird, wie sehr sich jeder amüsiert hat. Für besonders spektakuläre Nächte gibt es sogar Sonderpunkte. Gruppenaktivitäten wie Pokern bieten den Spielern die Chance, zu erfahren, wie ihre Sims sich in einer Gruppe verhalten, und auch die Idee, Spielgeld zu setzen, ist durchaus reizvoll.

Es geht doch nichts über einen Flirt in einer 70er-Jahre-Disco.
Es gibt einige kleinere Änderungen des Gameplays bei Nightlife , die das Spiel verändern, aber nicht grundlegend. Die Möglichkeit, benachbarte Grundstücke vom Innern der Häuser aus zu sehen, ist eine willkommene Ergänzung und trägt zum realistischen Spielgefühl bei, reicht aber noch nicht aus. Nightlife macht den Eindruck eines etwas ungeeigneten Werkzeugs, das einem hilft, indirekt durch computerunterstützte Freunde zu leben.

Grausiges Karaoke. Wir haben nichts ausgelassen und waren froh, so viel getrunken zu haben, dass wir uns nicht mehr an alles erinnern konnten.
Das andere Problem mit Nightlife ist, dass vieles zwar beim gelegentlichen Spielen Spaß macht, man sich langfristig aber doch nicht des Eindrucks erwehren kann, dass vieles 1:1 von den Sims in Sims 2 übernommen wurde. Von einem originellen Gameplay kann keine Rede sein, egal, wie gut die Ausführung ist. Daher lässt der Spielspaß ziemlich schnell nach und auch zum mehrmaligen Spielen hat man nicht allzu viel Lust.
