Das Team von DivX Networks, Inc. präsentiert sich im feinem Tuch. Doch ein Anzug sagt längst nichts über die Professionalität und dem Erfolg im Markt aus. Immerhin verfügt DivX Networks über hervorragende Voraussetzungen, um sich im Markt durchzusetzen: Hier beobachten wir Parallelitäten zu MP3. Als der Audio-Codec stabil und die Vorteile der hohen Datenkompression vielen Anwendern klar wurde, trat er seinen Siegeszug um die Welt an. Mut zum Risiko zeigte damals Diamond Multimedia, die als erstes einen MP3-Player als Consumer-Produkt auf den Markt brachten. Danach wurde der Markt von MP3-Produkten überschwemmt. Der gute alte Walkman mit mechanisch betriebener Kassette ist dem Untergang geweiht. Das beweisen bereits die Verkaufszahlen.
Wie MP3 könnte DivX / MPEG-4 den Markt für digitales Video revolutionieren. Man beachte die Möglichkeiten: Eine DVD lässt sich für den privaten Gebrauch auf eine Dateigröße komprimieren, so dass sie auf eine CD-ROM passt. Notebook-Besitzer können mehr als das 10fache an Videomaterial bei gleicher Datenkapazität mitnehmen. Mehrere Episoden von Schulungsvideos würden auf eine Notebook-Festplatte passen. Genauso könnte man gleich mehrere Videos auf eine relativ kleine Laptop-Festplatte kopieren, um sie beispielsweise in den Urlaub mitzunehmen. Durch DivX /MPEG-4 Videos belastet man weniger die Datennetze im Internet, wertvolle Bandbreite wird effektiver genutzt. Dieses Format eignet sich also hervorragend als Transportmittel. Auch die Download-Zeiten von Videos on Demand lassen sich wirkungsvoll reduzieren. Für mobile Geräte wie PDAs, UMTS-Handys oder Video-Walkmans hätte man endlich eine Lösung parat, um Videosequenzen zu übertragen.
Bislang verfügt DivX Networks lediglich über einen Codec zum Encodieren und Decodieren, der sich über die Video-for-Windows-API (VfW) leicht von Applikationen aufrufen lässt. Die mitgelieferte Player-Software ist jedoch nur ein Goodie, das nicht unbedingt benötigt wird - schließlich würde auch der Microsoft Media Player reichen.
Aus strategischer Sicht ist es erforderlich, die Anwenderfreundlichkeit von Video-Bearbeitungssoftware zu verbessern, den mit der Einbindung in Profi-Apps wie Adobe Premiere oder Pinnacle Studio erreicht man nicht den Massenmarkt. Wer nur mal schnell ein Video vom DV-Tape des Digicamcorders zum Versenden aufbereiten oder mehrere DVDs auf CD-ROM kopieren will, muss sich durch relativ schwierig zu bedienende Programme quälen. So muss man noch immer komplizierte Berechnungen von Datenraten vornehmen, um eine DVD so zu komprimieren, dass sie die Kapazität einer CD-R voll ausreizt. Wenn es DivX Networks schafft, einfache Pack-and-Go-Tools anzubieten, die eine breite Masse ansprechen, könnte die Firma selbst am Siegeszug profitieren.
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