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Hintergrund: Räumliches Sehen

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19:00 - 18/05/2005 von Lars Weinand

Zunächst muss man verstehen, wie das menschliche Gehirn räumliches Sehen erzeugt. Die Entdeckung der Funktionsweise gelang schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Durch den Abstand beider Augen zueinander wird ein nahes Objekt von jedem Auge aus einem leicht anderen Blickwinkel wahrgenommen. Man kann das sehr schnell im Selbsttest ausprobieren, indem man ein nahes Objekt fixiert, z.B. eine Ecke des Monitors und abwechselnd ein Auge zukneift. Die Ecke 'springt' nun hin und her. Durch den Abstand der Augen ist die Perspektive für jedes Auge leicht unterschiedlich. Aus diesen Unterschieden errechnet das Gehirn den Tiefeneindruck und fasst beide Bilder zu einem räumlichen Bild zusammen.

Durch den Abstand sieht jedes der beiden menschlichen Augen eine Szene aus leicht unterschiedlichen Perspektiven. Das Gehirn formt aus beiden Teilbildern ein Gesamtbild. Räumliche Entfernungen und Eindrücke errechnet das Gehirn aus den Unterschieden der Perspektiven.

Leider funktioniert das nicht bei allen. Menschen, die wegen einer Fehlstellung der Augen (Schielen) oder Brechungsanomalien nicht in der Lage sind, stereoskopische Bilder zu verarbeiten, "sehen" die Tiefe auf andere Weise. Hier versuchte das Gehirn, aus dem Erfahrungsschatz die räumliche Tiefe einem Bild zuzuordnen. Das klappt jedoch nicht immer.

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