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3D-Shutter-Brillen

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19:00 - 18/05/2005 von Lars Weinand

So genannte 3D-Shutter Brillen (Shutter = Verschluss) sind im PC-Bereich sicherlich die bekanntesten und am häufigsten eingesetzten Hilfsmittel, um eine dreidimensionale Darstellung zu erreichen. Der Hersteller Metabyte sorgte Ende der 90er Jahre mit seinen 3D-Shutter Brillen, die unter dem Label Wicked3D verkauft wurden, für Furore. Später wurde deren Shutter-Brillen von ELSA unter dem Namen 3D-Revelator verkauft. Auch ASUS hat viele Grafikkarten längere Zeit mit 3D-Shutter-Brillen ausgeliefert.

ASUS VR-100 Shutter-Brille

Die Funktionsweise einer Shutter-Brille ist im Prinzip recht einfach. Um einen 3D-Tiefeneindruck an einem Bildschirm zu erhalten, muss wie bereits erwähnt jedes Auge ein eigenes Bild bekommen. Genau das macht eine Shutter-Brille in Verbindung mit einem angepassten Grafikkarten-Treiber. Der Bildschirm zeigt abwechselnd das Bild bzw. die Perspektive für das rechte und linke Auge. Die Shutter-Brille verdunkelt die Augen abwechselnd links und rechts. Damit das Umschalten zwischen den Augen nicht wahrnehmbar ist, muss dieser Wechsel zwischen den Augen sehr schnell geschehen. In der Praxis ist das Umschalten mit der Bildwiederholfrequenz des Monitors kombiniert. Läuft ein Monitor mit 100 Hz, bedeutet dies, dass er ein Bild 100 Mal in der Sekunde neu aufbaut. Durch eine Shutter Brille halbiert sich aber diese Wiederholfrequenz, da ein Bild ja nun aus zwei Bildern besteht - eben für jedes Auge eines. Der Monitor sollte folglich wenigstens 120Hz Vertikalfrequenz darstellen können um in Verbindung mit der Brille noch effektive 60 Hz zu liefern. Ergonomischer sind jedoch 140 Hz.

Da die Darstellung an die Bildwiederholfrequenz gekoppelt ist, muss die Grafikkarte eine Verbindung mit der Brille haben, um eine Synchronisation zu gewährleisten. Das geschieht entweder per Kabel oder etwas komfortabeler per IR Sender und entsprechendem Empfänger an der Brille.

Shutter-Brillen funktionieren nur in Verbindung mit einem Röhrenmonitor (CRT), da nur dieser ausreichend schnelle Bildwechsel erlauben. Flachbildschirme (TFTs bzw. LCDs) sind dafür zu langsam. Aber auch mit einem CRT gibt es viele Probleme. Da die Phosphorschicht der Bildschirme eine gewisse Nachleuchtzeit haben, sieht jedes Auge immer eine Art Geisterbild des anderen, da der Bildschirm eben immer etwas nachleuchtet. Gerade bei kontrastreichen Szenen tritt dieses "Ghosting" verstärkt auf.

Heute spielen 3D-Shutter-Brillen im Consumer-Bereich keine große Rolle mehr. Es gibt zwar noch Modelle, selbst NVIDIA aktualisiert weiterhin seine Consumer 3D-Stereo-Treiber, aber ein großer Markt existiert dafür nicht. Nicht zuletzt auch wegen dem vermehrten Einsatz von TFT-Displays, deren Bildwiederholrate und Bildaufbau für Shutter-Brillen zu langsam ist.

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