Vor einigen Wochen offerierte ein Computerfachhändler in seinen Werbeprospekten folgende Angebote: Ein Pentium III mit 1200 MHz und mit 1600 MHz. Diese CPUs sind noch nicht auf dem Markt erhältlich. Daraufhin überprüften wir das Angebot: Der Händler verkauft Dual-Prozessor-Systeme und möchte durch die addierten Taktraten die Leistungsfähigkeit unterstreichen. Tatsächlich können Anwendungen wie etwa 3D Studio Max von Kinetix mit einem zusätzlichen Prozessor um bis zu 90% in der Leistung zulegen. Wir haben dieses Programm in die Benchmarks einbezogen, um die Leistungssteigerung in der Praxis zu verdeutlichen.
Die Mehrheit aller Office-Anwendungen unterstützt Multiprocessing nicht. Wichtigste Voraussetzung ist vor allem ein darauf abgestimmtes Betriebssystem. Das sind vor allem Windows NT 4.0, Windows 2000 sowie Linux. Windows 95 und Windows 98 können mit einem zweiten Prozessor überhaupt nichts anfangen.
Der wohl wichtigste Vorteil eines Dual-Prozessor-Systems ist die deutlich bessere Verfügbarkeit des Systems. Wo ein Single-Prozessor-Rechner so ausgelastet ist, dass Sie nicht einmal mehr den Task wechseln können, fängt der Spaß mit Multiprozessor-Systemen erst an. Zwei oder drei anspruchsvolle Anwendungen laufen problemlos gleichzeitig, ohne dass das System zu stocken beginnt.
Windows NT 4.0 für 2 CPUs erweitern
Wenn Sie Windows NT 4.0 verwenden und das System auf zwei Prozessoren umstellen wollen, gibt es zwei Wege. Entweder Sie installieren das System neu oder Sie entscheiden sich für die elegantere Lösung:
Im Ressource-Pack von Windows NT findet sich ein kleines Programm namens uptomp.exe , welches eine Uniprozessor-Installation zur Multiprozessor-Installation erweitert. Leider hat dieses Programm jedoch einen Fehler, so dass Sie zusätzlich noch ein Patch von der Microsoft-Website herunterladen müssen. Das Programm wird anschließend alle Single-CPU-Dateien gegen die SMP-Versionen von der CD ersetzen. Anschließend sollten Sie als erstes das aktuelle Service-Pack installieren, denn diese Dateien wurden seit dem Release von Windows NT mehrfach überarbeitet.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die folgenden Dateien vor dem Ausführen von uptomp.exe sichern:
Hal.dll Kernel32.dll Ntdll.dll Ntoskrnl.exe Win32k.sys Winsrv.dllDas Programm uptomp.exe macht nämlich nichts anderes, als diese Dateien durch die SMP-Versionen zu ersetzen. Laut Microsoft soll es nicht möglich sein, eine SMP-Installation wieder in eine Uniprozessor-Installation zurückzuverwandeln. Nach dem Austausch der entsprechenden Dateien ist dies jedoch ohne weiteres möglich.
Stellen Sie vor dem Austausch Ihres Motherboards sicher, dass Sie die richtigen Treiber für den Festplattencontroller installiert haben. Ohne diese wird Windows NT nicht mehr booten.
Windows 2000 für 2 CPUs erweitern
Unter Windows 2000 ist das ganze Prozedere viel einfacher, denn im Gerätemanager findet man einen Punkt mit Namen "Computer". Wenn Sie im Eigenschafts-Menü die Liste aller Treiber anzeigen lassen, können Sie bequem einen anderen Systemtyp installieren. Doch Vorsicht: Verwenden Sie nur solche Optionen, die Ihr Motherboard auch unterstützt.
