Dualer Elitentest: AMD Opteron 250 gegen Intel Xeon 3,6 GHz
Inhaltsverzeichnis
- 1 – AMD erobert
- 2 – AMD Opteron Prozessor
- 3 – 1, 2, 4... oder doch 8 CPUs?
- 4 – 1, 2, 4... oder doch 8 CPUs? Forts.
- 5 – 1, 2, 4... oder doch 8 CPUs? Forts.
- 6 – Chipsatz-Plattform: AMD 8100 + 8151 + 8131/8132 + 8111
- 7 – Chipsatz-Plattform: AMD 8100 + 8151 + 8131/8132 + 8111, Forts.
- 8 – Was folgt?
- 9 – Intel Xeon-Prozessor mit Nocona-Kern
- 10 – Hyper Threading: Wie gehabt
- 11 – Verlustleistung senken mit Demand Based Switching
- 12 – Psst! EM64T ist da
- 13 – ISSE3
- 14 – Intels Wunsch-Plattform: E7525 + 6300ESB + 6700PXH + ICH5R + IOP332
- 15 – Keine Abwärtskompatibilität
- 16 – Keine Abwärtskompatibilität, Forts.
- 17 – Plattform-Alternative I: Intel 875P + 6300ESB
- 18 – Plattform-Alternative II: Intel E7505 + P64H2 + ICH4
- 19 – Plattform-Alternative II: Intel E7505 + P64H2 + ICH4, Forts.
- 20 – Test-Hardware
- 21 – NVIDIA Quadro FX 3400 (PCI Express)
- 22 – Opteron-Board: Tyan K8W
- 23 – Xeon-Board: Supermicro X6DAE-G2 für Nocona
- 24 – Netzteile & Kühler
- 25 – Testkonfiguration
- 26 – Verwendete Benchmarks
- 27 – Benchmark-Programme im Detail
- 28 – Mehr zum Thema

Eine ganze Zeit lang hat sich im Workstation-Segment nichts getan. Nun, etwa vier Monate nach Intels Ankündigung, ist der Xeon Nocona mit 3,6 GHz und technisch raffinierter Plattform schließlich im Handel und verfügbar. Zahlreiche Schwierigkeiten hatten den Hersteller aufgehalten; die Chipsätze unterliefen ungewöhnlich viele Steppings.
Doch nun soll ja alles gut werden, denn der Xeon auf Basis der heißen 90-Nanometer-Fertigung sowie der dazu passende Workstation-Chipsatz E7525/Tumwater sollen schneller und besser sein als alles andere da draußen. Gemeint ist natürlich der Erzrivale Opteron, den AMD in Form des Opteron 250 mit bis zu 2,4 GHz Takt seit Frühsommer zur Verfügung stellt.
In der Tat hat Intel alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die neue Plattform gehörig aufzuwerten. Als Folge kommen wesentliche Zutaten zum Einsatz, die bereits der Desktop-Plattform auf Basis des Sockel 775 Geschmack verleihen: PCI-Express-Grafik und DDR2-Speicher. Letzterer arbeitet jedoch lediglich mit 200 MHz (DDR2-400); als Option lässt sich DDR333 verwenden. Ein neuer PCI-X-Hub namens 6700PXH stellt nun zwei unabhängige Bussegmente für bis zu 133 MHz zur Verfügung - bislang war der anspruchsvolle Kunde auf Chipsätze des Mitbewerbers Serverworks angewiesen.
Die auf dem Nocona-Kern basierenden Xeon-Prozessoren arbeiten nun mit 200 MHz Systemtakt (FSB800), bieten 1 MB L2-Cache und beherrschen SSE3. In diesen Tagen sollen die CPUs zudem auch IEST (Intel Enhanced Speedstep Technology) beherrschen lernen, was den Takt bei Niedriglast dynamisch auf bis zu 2,8 GHz senkt und so die Verlustleistung reduzieren soll. Dazu gibt's die Enhanced Memory 64 Technology, kurz EM64T, die Intel nach stiller Erwähnung beim IDF im Frühjahr nun eher unspektakulär nachschiebt.
Das alles klingt nicht nur verdächtig nach Pentium 4 Prescott, sondern ist es im Grunde auch. Wir gehen davon aus, dass beide Prozessoren der gleichen Fertigung entstammen, lediglich unterschiedliche Validierungswege gehen und schließlich ein anderes Package erhalten.
Der Opteron hingegen arbeitet nach wie vor mit AMDs Referenzchipsatz 81xx, der aus insgesamt drei Bausteinen für AGP, PCI-X und I/O besteht. PCI Express kennt dieser Chipsatz nicht, darum soll sich der nForce4-Chipsatz in Kürze kümmern.
Auch bei AMD gibt es eine enge Verwandtschaft mit einem Desktop-Prozessor: Athlon 64 FX und die 200er Opterons sind nämlich bis auf den verwendeten Arbeitsspeicher gleich (letzterer benötigt registrierte DRAMs). Der DDR400-Speichercontroller ist in den Prozessor integriert, was größere Performance-Unabhängigkeit gegenüber dem Chipsatz bietet; dieser muss sich schließlich nur noch um I/O und Grafik kümmern. Das Rezept ist feurig und so wundert es nicht, dass der Opteron gerade dann so richtig loslegt, wenn jeder Prozessor auf seinen eigenen Arbeitsspeicher zugreifen kann.
Größer könnten die Unterschiede zwischen beiden Plattformen derzeit also nicht sein, was einen spannendes Kräftemessen zwischen den beiden Zankhähnen verspricht.
