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19:00 - 27/04/2005 von Frank Völkel

THG: Wo ist das Problem?

Blersch: BMW Mini muss sich letztendlich entscheiden, ob sie so etwas vermarkten wollen oder nicht. Doch diese Entscheidung muss ein Automobilhersteller für sich treffen. Letztendlich hängt es davon ab, wie groß die Nachfrage für den Car-PC ist.

THG: Was sagen sie zu dem Thema "Surfen im Internet während der Fahrt"?

Blersch: Wir haben da zwei Anwendungsmodelle. Das eine Modell ist für die Passagiere auf den Rücksitzen gedacht, dort kann dann auf das Internet zugegriffen werden. Der Fahrer kann das selbstverständlich nicht, dass macht auch keinen Sinn. Modell Nummer zwei: Alle Agip-Tankstellen in Deutschland haben Hot-Spots. Das heißt, wenn ich sowieso an der Tankstelle bin und vielleicht während dieser Pause einen Kaffee trinke, können gleichzeitig Emails oder sonstige Daten zu dem im Auto integrierten Car-PC übertragen werden. Das ist gerade ein interessantes Anwendungsmodell für Leute, die mobil sind.

THG: In welche Fahrzeuge ist die derzeitige Lösung integrierbar?

Blersch: Wir arbeiten gerade an einem After-Market-Gerät zur Nachrüstung. Diese Lösung enthält einen generischen Monitor, den man dann mit einer Halterung an der Instrumententafel befestigen kann. Es handelt sich um ein 7-Zoll-Display, dass dann an den Lüftungsgittern oder an einem geeigneten Ort befestigt werden kann. Der Rechner des Systems wird entweder in der Mittelkonsole oder im Handschuhfach untergebracht und komplett über das Display gesteuert.

THG: Ist eine Anbindung an die Datenbussysteme CAN, LIN oder MOST geplant?

Blersch: Wir haben für alles eine Lösung, die Schnittstellen dazu sind kein Thema. Doch bei der Zusammenarbeit mit den Autoherstellern hat sich gezeigt, dass eine universelle Lösung nicht möglich ist. Sehen sie, jedes Fahrzeug kommuniziert anders auf den Datenbussen. Das betrifft sogar Unterschiede innerhalb einer Baureihe eines Herstellers. Wir müssten für jedes Modell eine eigene Software entwickeln. Betriebswirtschaftlich rechnen würde sich eine Lösung ausschließlich für Volumenmodelle. Allerdings hängt das wiederum von der Kundennachfrage ab.

THG: Wie sieht es denn mit der Lösung eines Stau- oder Parkassistenten aus?

Blersch: Die Staumeldung erfolgt bei uns per TMC oder über das Internet. Letzteres ist nach wie vor ein Kostenfaktor, da die Online-Verbindung noch zu teuer ist. Wir beziehen die TMC-Daten extern und gehen über eine GPS-Maus. Dadurch können wir die Daten schneller aktualisieren, denn die veralten laut unserer Erfahrung sehr schnell. Es stellt sich die Frage, wie lange TMC 3.0 aktuell sein wird oder ob in Kürze eine weitere Version folgen wird.

THG: Stichwort DVB-T: Ist denn eine Integration von digitalem Fernsehen im Car-PC geplant?

Blersch: Vorerst nicht. Bei uns im Labor läuft jedoch ein Testmuster.

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