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THG: Über welche Partner wird das Car-PC-System vertrieben?
Blersch: Wir befinden uns gerade in einer heißen Phase. Wir gehen entweder über einen großen Vermarkter, der den Car-PC dann in den Ketten platziert oder wir arbeiten mit einem Deutschland-weiten Servicepartner für Autoradios zusammen. Denn sie können einerseits ein Top-Gerät entwickeln, doch was passiert, wenn der Einbau nicht exakt ausgeführt wird und die volle Funktionalität nicht garantiert ist.
THG: Sind denn weitere Ausbaustufen geplant? Welche Auflösungen haben eigentlich die Displays?
Blersch: Wir bieten zwei Stufen an. Die eine kostengünstige Lösung beinhaltet ein Single-System, was sie praktisch in der Instrumententafel über einen Bildschirm bedienen können. Enthalten ist ein Low-end-Prozessor der 700-MHz-Klasse, also kein Intel Centrino. Weiterhin wird es eine Highend-Lösung geben basierend auf einem 1.4-GHz-ULV-Prozessor für die Ansteuerung von Bildschirmen vorn und hinten. Damit ist dann alles möglich: Internet und die Wiedergabe von verschiedensten Medien. Die Auflösung des Displays liegt mit 800 x 480 Bildpunkten weit über dem, was in den meisten teuren Lösungen der Autohersteller anzutreffen ist. Allein in der hohen Auflösung unterscheiden wir uns von nahezu allen Konkurrenten. Damit lassen sich die meisten Internet-Seiten aufrufen, ohne das ständig - wie beispielsweise beim PDA - die Seite horizontal verschoben werden muss.
THG: Ein wichtiges Thema ist die Anpassung des Car-PC-Designs an die Fahrzeugumgebung. Entscheidet doch dieser Aspekt wesentlich über den Erfolg des Produkts. Vor allem Farbgebung und Anmutung müssen stimmig sein. Was sagen sie dazu?
Blersch: Für die preisgünstige Lösung haben wir eine Standard-Farbgebung. Gegen Aufpreis gibt es das Display in einer Sonderfarbe. Es besteht die Möglichkeit, mit Autolacken zu arbeiten und den korrekten Farbton zu garantieren. Weiterhin lässt sich die Oberfläche an das Modell spezifisch anpassen, dazu haben wir gute Kontakte in der Industrie. Allerdings ist dann mit ein paar Tagen Lieferzeit zu rechnen.
THG: Es scheint, dass sich die Autohersteller bei der Integration von IT-Komponenten im Fahrzeug besonders schwer tun. Gibt es bei den Autoherstellern in Deutschland Abneigungen gegenüber einem solchen Car-PC?
Blersch: In der Automobilindustrie herrschen andere Verhältnisse. Zum einen müssen neue Komponenten im Zusammenspiel mit vorhandenen Geräten sehr lange im Vorfeld getestet werden. Dann gibt es Modellzyklen, die eine Planung von 5 bis 8 Jahren im Voraus verlangen. Diese Entwicklung läuft wesentlich langsamer als die Innovationen in der IT-Industrie. Zudem bestehen Berührungsängste, da die Hersteller sehr schnell die Kontrolle verlieren können. Das betrifft vor allem die Themen Preis und Gewinnspanne.
THG: Einfache Multimedia-Systeme der Fahrzeughersteller kosten optional mindestens 3000 Euro. Diese Lösungen beschränken sich oftmals nur auf Radio- und Navigationsfunktionen mit großem Bildschirm. Was werden die beiden Car-PC-Systeme mit größerem Funktionsumfang kosten?
Blersch: Wir planen das Single-System für 1500 Euro und die Highend-Lösung für 2500 Euro. Hinzu kommen noch geringe Kosten für den Einbau. Nicht zu verachten ist der Aspekt, dass die Systeme beim Fahrzeugwechsel ohne großen Aufwand weiter verwendet werden können.
THG: Herr Blersch, ich danke ihnen für das Gespräch.
Das Interview führte Frank Völkel .
