Zur Realisierung von sehr großen Jabber-Netzwerken mit einer Vielzahl von Benutzern empfiehlt es sich, eJabberd als Jabber-Server zu wählen. Da eJabberd in Erlang geschrieben wurde, einer Programmiersprache die auf Hochverfügbarkeit und Fehlertoleranz ausgelegt ist, muss eine Erlang-Laufzeitumgebung installiert sein, die sowohl für Windows als auch verschiedene Unix-Derivate wie Linux, FreeBSD, NetBSD und Mac OS X verfügbar ist. Somit ist eJabberd wie Openfire unter mehreren Betriebssystemen einsetzbar, unterstützt aber unter anderem Virtual Hosting sowie Clustering, was sich in Verbindung mit der geringen Nutzung von Systemressourcen positiv auf die Skalierbarkeit auswirkt.
Installation unter Ubuntu
Unter Ubuntu ist die Installation in wenigen Minuten erledigt. Mit der Synaptics Paketverwaltung werden die Abhängigkeiten automatisch aufgelöst, wenn man das Paket eJabberd zur Installation auswählt. Die Erlang-Laufzeitumgebung wird so automatisch mit installiert.
Bevor eJabberd das erste Mal gestartet werden kann, müssen noch in der Datei /etc/ejabberd/ejabberd.conf einige Anpassungen vorgenommen werden. Das schöne an ejabberd ist unserer Ansicht nach die einfachere Konfigurationsdatei gegenüber den XML-Dateien anderer Jabber Server. Obwohl diese auf den ersten Blick ebenfalls recht kryptisch anmutet, ist man mit der Konfiguration des Servers innerhalb weniger Minuten fertig. Eine Ausführliche Installationsbeschreibung und Erklärung der einzelnen Konfigurationsoptionen lässt sich hier in englischer Sprache nachlesen.
Nachdem die Grundkonfiguration in der ejabberd.cfg Datei durchgeführt wurde, kann der Jabber Server wie Openfire über den Browser weiter an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Mit dem ebenfalls im Paket enthaltenen Konsolenprogramm ejabberdctl lässt sich der eJabberd-Server neu starten sowie die interne Mnesia-Datenbank sichern und wieder herstellen sowie Benutzer anlegen oder löschen.
Einzelne Module in eJabberd können während der Laufzeit neu gestartet werden, ohne den gesamten eJabberd Prozess neu starten zu müssen. Dies hat natürlich einen immensen Vorteil, da hierdurch Wartungsarbeiten an Teilbereichen des Servers nicht zwingendermaßen zu einer Unterbrechung des Serverbetriebs führen müssen.




