Obwohl sich die AMD und Intel redlich darum bemühen, den Stromhunger ihrer immer leistungsstärker werdenden Mobilboliden in Zaum zu halten, ist die Stromaufnahme der Prozessoren in den letzten Jahren absolut gesehen nicht wirklich gesunken. Dies liegt daran, Moores-Law lässt grüßen, dass sich mit jeder neuen Prozessorgeneration die Anzahl der Transistoren auf dem Die deutlich erhöht hat. Und das trotz deutlich reduzierter Strukturgrößen infolge verbesserter Fertigungsverfahren. Dem Gigahertz-Wettrüsten haben die Hersteller auch nicht wirklich den Garaus gemacht, wie folgende Beispiele zeigen:

Der Pentium M von Intel.
Ein mobiler Pentium III M 1.3 GHz aus dem Jahr 2003 besaß beispielsweise eine Thermal Design Power (TDP) von 22 Watt. Kühlsysteme und Akkus in Notebooks mit dem mobilen Pentium 4 M 2.66 GHz mussten sogar mit maximal 35 Watt Wärmeabgabe bzw. Leistungsaufnahme rechnen. Die TDP einer 1.3 GHz Pentium M CPU der ersten Generation mit 1 MB L2-Cache lag zwar noch bei 22 Watt. Das aktuelle Spitzenmodell Pentium M 780 mit 2.26 GHz bringt es unter Volllast laut Datenblatt theoretisch schon wieder auf bis zu 27 Watt. Ob dies tatsächlich die maximale Leistungsaufnahme wiederspiegelt, ist unklar. Laut einem Vergleich der Angaben bzw. der Definitionen der TDP in den Datenblättern ist dem nicht so. Fragt sich nur, wieso man dann in unterschiedlichen Datenblättern, mobile Pentium III-M und Pentium M, die gleiche Bezeichnung für angeblich unterschiedliche Dinge verwendet.

Der Turion 64 von AMD.
Was die Leistungsaufnahme der Mobile-CPUs von AMD angeht, sieht es keineswegs besser aus. Produkte der jüngsten Vergangenheit wie der mobile Athlon 64 2800+ haben bis zu 82 Watt verbraten, neuere Modelle wie etwa der mobile Athlon 64 3200+ gönnten sich immerhin noch bis zu 62 Watt. Die neuen Turion 64-Modelle sind dagegen mit einer TDP von 25 Watt bzw. 35 Watt geradezu Kostverächter. Im Vergleich zu den alt gedienten Mobile Athlon XP-M Modellen mit einer TDP von 25 Watt, ergibt sich aber hinsichtlich der Leistungsaufnahme keine deutliche Verbesserung.
| Prozessormodell | Thermal Design Power | Energiespar-Technologie |
|---|---|---|
| Intel Pentium M | 21 - 27 W | SpeedStep |
| Intel Pentium M LV | 10 - 12 W | Speed-Step |
| Intel Pentium M ULV | 5 - 7 W | SpeedStep |
| Intel Celeron M | 21 - 24.5 W | NA |
| AMD Turion 64 | 22 - 35 W | PowerNow |
| AMD Sempron | 25 - 62 W | PowerNow |
Übersicht über die maximal möglichen Verlustleistungen gängiger AMD- und Intel-CPUs
Um zu verhindern, dass die CPU quasi im Alleingang die Batterie leer saugt, bieten beide Hersteller intelligente Stromsparmechanismen, die sich in Ihrer Funktionsweise nicht wesentlich unterscheiden

Alle mobilen Prozessoren mit der Ausnahme des Celeron M von Intel besitzen einen Energiesparmodus, womit sie automatisch ihre Taktrate und somit die Leistungsaufnahme an die Anforderungen anpassen.
AMD nennt dieses Feature PowerNow , das Pendant von Intel hört auf den Namen SpeedStep . Bei beiden Verfahren passt die CPU ihren Coretakt und die Corespannung schrittweise, automatisch an die Leistungsanforderungen an welche die gerade ausgeführten Anwendungen stellen. Wird mehr Leistung benötigt, werden Takt und Corespannug angehoben. Geht der Leistungsbedarf zurück, werden beide Variablen wieder abgesenkt.
Dennoch ist Intel dem Mitbewerber hinsichtlich der eingesetzten Energiespartechniken überlegen. Zum einen ist bei denn Pentium M CPUs immer nur der Teil des L2-Caches aktiv, der gerade genutzt wird. Zum anderen beherrscht die CPU so genanntes IMVP . Hinter diesem Akronym verbirgt sich der Begriff I ntel M obile V oltage P ositioning. Hierbei wird die Versorgungsspannung bei Belastung des Cores schrittweise abgesenkt, um Strom zu sparen. Bei den Mobile CPUs von AMD dagegen ist permanent der ganze Cache aktiv und verbrät Strom. Außerdem arbeiten AMDs mobile Boliden an den einzelnen Arbeitspunkten, den P-States genannt, mit konstanten Core-Spannungen.
