Erster Galileo-Testsatellit erfolgreich in die Erd-Umlaufbahn gebracht

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18:10 - 29. Dezember 2005 von Uwe Kauß

Europa hat nach jahrelangen Vorbereitungen den ersten Satelliten des Navigationssystems Galileo ins All gebracht. Der Testsatellit GIOVE-A wurde vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan in eine Umlaufbahn in 23.000 Kilometern Höhe geschossen und hat bereits eine erste Funktionsprüfung absolviert. Das 3,8 Milliarden Euro teure Gemeinschaftsprojekt von ESA und EU soll ab 2010 hochpräzise Navigation möglich machen. Auf dem wachsenden Markt für Satellitennavigation soll Galileo Konkurrent des US-Systems GPS werden.

"Wir haben einen Satelliten, der funktioniert", sagte ESA-Projektleiter Javier Benedicto in Baikonur sieben Stunden nach dem Start. Die Mission sei besser verlaufen als erwartet. Galileo ist laut ESA das bisher größte gemeinsame Technologieprojekt Europas. Bis Ende des Jahrzehnts müssen noch 29 weitere Satelliten ins All gebracht werden. Mögliche Anwendungen sind Logistik- und Verkehrsleitsysteme zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie die Navigation per Handy. Auch der Einsatz bei komplizierten Bauprojekten wie Pipelines oder die Überwachung von Straftätern mit "elektronischer Fußfessel" ist denkbar.

Mittelfristig sollen die Einnahmen die Investitionen vier bis fünf Mal übersteigen. Den Markt für Satellitennavigation schätzt die Agentur dabei im Jahr 2020 auf 250 Milliarden Euro. Die EU-Kommission verweist darauf, dass Galileo "eine echte Alternative zur Errichtung eines De-facto-Monopols zu Gunsten von GPS und der US-Industrie bietet". Brüssel betont dabei, dass GPS im zivilen Einsatz weniger genau ist und vom US-Militär in Krisenfällen schon mehrfach ausgeschaltet wurde.

GIOVE-A - der Name steht für Galileo In Orbit Validation Element - soll die Funkfrequenz sichern, die Galileo zugeteilt bekam. Damit diese nicht verloren geht, muss sie spätestens im Juni 2006 genutzt werden.

Quelle: Tom's Hardware

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