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Erzrivalen: Athlon XP 1800+ Palomino vs. Pentium 4/2000

19:00 - Dienstag, 9. Oktober 2001 von Frank Völkel
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2 - Neupositionierung (Fortsetzung)

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Palomino-Core auf dem Silizium-Die. Auf der rechten Seite des Bildes sieht man die L2-Cache-Bausteine.

Der Athlon XP 1800+ bietet zahlreiche Neuerungen gegenüber dem bisherigen Spitzenmodell "Athlon 1400". Wir nutzten diesen Anlass, den AMD Athlon XP 1800+ mit dem Erzkonkurrenten und Mitbewerber Intel - dem bisherigen Spitzenreiter bei Benchmarktests - in Form des Pentium 4/2000 zu vergleichen. An dieser Stelle ist eine Erklärung notwendig: Die Bezeichnung "1800+" beim Athlon-Prozessor ist nicht etwa - wie bisher üblich - eine Angabe der Taktrate. Vielmehr handelt es sich dabei um neu eingeführte Modellnummern. Modellnummer und MHz-Zahl unterscheiden sich fortan. Dieses Verfahren ist bereits vom P-Rating wie bei alten IBM- und Cyrix-Prozessoren bekannt. Real liegt die Taktrate des neuen Athlon XP 1800+ bei 1533 MHz - Marketingstrategen von AMD suchten händeringend nach einer plausiblen Darstellung, um die Position des neuen Athlon XP besser und vor allem realistischer aufzuzeigen. Einziger Unterschied zum klassischen P-Rating liegt bei den Modellnummern darin, dass AMD zur Einstufung 14 Benchmarks mit 31 Applikationen heranzieht. Dieses stammen aus den Bereichen Visual Computing, Gaming und Office Productivity.

Kurz und gut: AMD will dem Anwender verständlich machen, dass ein neuer Athlon XP 1800+ mindestens genauso schnell ist wie ein Intel Pentium 4/1800. Den Maßstab setzt Intel mit seinem viel teureren Pentium 4. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass der Athlon XP 1800+ auf der "Palomino-Core" aufbaut, die von uns schon mehrfach untersucht wurde. Allerdings war der "Palomino" bisher nur in der Athlon-MP-Variante und mit maximal 1200 MHz erhältlich. Aus vergangenen Tests wissen wir, dass der Palomino-Kern für eine deutliche Performancesteigerung bei gleicher Taktrate sorgt. Detaillierte Erkenntnisse liefert unser Test "AMD-Duell: Palomino 1200 vs. Athlon 1200" auf.

Der marketingtechnische Kunstgriff der Modellnummern (alias "P-Ratings") führt beim Anwender eher zur Verunsicherung: Der Hersteller AMD greift während eines bestehenden Produktzyklusses in die am Markt etablierte Namensgebung ein. Zwar werden durch das Modellnummern die Vergleichbarkeit des Athlon zum Intel Pentium 4 ins rechte Licht gerückt - quasi korrigiert, jedoch die Positionierung aller Athlon-Prozessoren verschleiert. Da stellt sich schnell die Frage: Ist ein AMD Athlon 1400 nun schneller oder langsamer als ein Athlon 1500+?

AMD-Marketingstrategen haben es nicht leicht, zumal die Modellnummern nur für kurze Zeit auf dem Tagesplan stehen.


Links Athlon im Keramik-Gehäuse (CPGA) und rechts Athlon XP 1800+ auf organischen Substrat (OPGA).

Blick auf die Unterseite der beiden CPUs.

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