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Etikettenschwindel: 21 Netzteile im Vergleich

19:00 - Montag, 14. Oktober 2002 von Frank Völkel
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1 - Volllast und Überlast: Netzteile am Limit

Leistungshungrige CPUs und Grafikkarten erfordern starke Netzteile. Neueste Modelle versprechen 500 Watt. THG deckt auf: Falsche Leistungsangaben und fehlender Überlastschutz führen zur Zerstörung des Netzteils.
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Symbolische Darstellung: Netzteile fangen zwar nicht Feuer, jedoch besteht die Gefahr der Zerstörung.

In tausenden von Emails werden die Mitarbeiter von THG mit einem Problem konfrontiert: Zahlreiche PCs laufen plötzlich nicht mehr stabil, vielmehr gibt es in unregelmäßigen Abständen Systemabstürze.

Sehr oft ist der ambitionierte Anwender geneigt, die Ursache bei den Einstellungen von Prozessor, Arbeitsspeicher und Hauptplatine zu suchen. Denn: Um eine maximale Performance zu erzielen, werden Front-Side-Bus, CPU-Core-Spannung und GPU der Grafikkarte bis ans Limit getrieben. Das hat zur Folge, dass PC-Freaks sämtliche Justierungen auf Standard-Niveau zurücksetzen - jedoch ohne Erfolg. Die Abstürze treten nach wie vor auf, eine kontinuierliche Arbeit am Rechner ist nicht möglich.

Zur Aufklärung: Die meisten Unzulänglichkeiten sind auf ein zu schwach dimensioniertes Netzteil der Discount-Klasse zurückzuführen. Denn: Viele Anwender rüsten ihren PC Schritt für Schritt auf, ersetzen jedoch nicht das billige Seriennetzteil durch eine leistungsstärkere Variante. Die schlechtesten Karten hat derjenige, der seinen PC aus dem Supermarkt erworben hat. In solchen Systemen arbeiten in der Regel Low-cost-Modelle, die schon bei geringer Belastung Schaden nehmen können.

Die Wahrheit kennt nur der Labortest: Auch wenn die Maximallast mit 300 Watt beziffert wird, gibt das Netzteil in den meisten Fällen schon vorher den Geist auf. Dies ist ein typischer Fall von Irreführung der Kunden. Einige Hersteller von Netzteilen gehen anscheinend davon aus, dass die meisten Kunden die maximale Leistung nie ausreizen.

Bei Netzteilen ohne Überlastschutz geht die Elektronik kaputt, wenn eine zu hohe Last abgefordert wird. Häufig platzen die Kondensatoren des Schaltreglers.

Durchgebrannte Spule beim Maxtron TOP-520P4.

Wir nahmen uns dem brisanten Thema an und haben insgesamt 21 Netzteile der gehobenen Klasse im Münchner THG-Labor getestet. Trotz der recht hohen Endkundenpreise - zwischen 30 Euro (SCS-300) und 235 Euro (Engelking) waren die Laboringenieure von den Testkandidaten überrascht. Insgesamt sechs Netzteile hatten unter Volllast ihre Probleme: Drei Kandidaten gingen kurzerhand in Rauch auf und die übrigen drei schalteten frühzeitig ab.

Das schwarze Schaf unter allen Testteilnehmern ist Maxtron mit dem TOP-520P4. Laut Herstellerangabe soll das Netzteil 520 Watt aushalten - aufgeteilt auf die entsprechenden Spannungsbereiche - im Test quittierte es bei 446 Watt seinen Dienst. Exitus!


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