
Maxtor bietet zwei Laufwerksfamilien für so genannte Near-Line-Applikationen an. Gemeint ist damit alles, was nicht höchsten Ansprüchen genügen muss (daher "near-line"), beispielsweise wenig frequentierte File-Server, große temporäre Volumes oder auch schnelle Backup-Lösungen auf Basis von Festplatten. Maxtor verweist darauf, dass Backup-Kosten bei Verwendung von Festplatten nicht höher seien als bei konventionellen Band-Laufwerken, das Tempo jedoch ungleich schneller. Das lässt sich ungesehen bestätigen, denn die Verfügbarkeit von Sicherungsdaten kann bauartbedingt (und im Vergleich zu Streamern) als fast ideal gelten.
Einen Ersatz für Tape- oder MO-Backup bieten Festplatten freilich nicht, da die Datensicherheit mit fortwährendem Betrieb zwangsläufig abnimmt: Eine Festplatte ist und bleibt eine mechanisch arbeitende Komponente, die früher oder später ein Defekt ereilen kann.
Angeboten werden die MaXLine II sowie die MaXLine Plus II. Erstere ist auf Kapazität getrimmt und arbeitet mit 5.400 U/Min und 2 MB Cache, während die MaXLine Plus II auf Performance-Anwendungen abzielt. So arbeitet sie mit 7.200 U/Min und 8 MB Cache, ist jedoch maximal mit 250 GB erhältlich. Zum Vergleich: Die MaXLine II bringt es auf maximal 300 GB, die Auslieferung soll in Kürze beginnen.
Wir erwähnten bereits die erfreuliche Garantiedauer von drei Jahren. Doch was hier als Verkaufsargument beworben wird, war noch im letzten Sommer Standard. Untermauert wird der Qualitätsanspruch jedoch auch anhand von Zahlen: Maxtor gibt eine MTTF (Mean Time To Failure) von einer Million Stunden an. Damit wäre es sicherlich auch möglich, die Funktionsfähigkeit gleich für fünf Jahre zu garantieren. Maxtor hat jedoch ein mit Quantum zugekauftes SCSI-Business, das man kaum durch eine zu starke IDE-Produktlinie gefährden will.
Das Problem: IDE-Laufwerke haben mittelfristig immer bessere Chancen im unteren und sogar mittleren Server-Segment - auch oder gerade durch Serial ATA. Mit der MaXLine-Serie stellt sich Maxtor dieser Herausforderung, lässt jedoch den Respektabstand zu SCSI-Produkten. Die Positionierung der MaXLine Plus II darf als gelungen gelten, denn durch die hohe Zuverlässigkeit eignet sich solch ein Laufwerk für einfache und mittlere RAID-Arrays gleichermaßen wie für belastbare Arbeitsrechner im Dauerbetrieb oder einfache Web-Server, wie sie vielerorts für wenige Euro im Monat zu mieten sind.
