Pulfrich-Effekt: Täuschung im Fernsehen?

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18:00 - 28/11/2003 von Lutz Möhr

Aus aktuellem Anlass und der Vollständigkeit halber noch einige Erläuterungen zu einer Technik, die immer öfter besonders im Fernsehen genutzt wird, um mit dem Thema "3D" für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Obwohl man unter bestimmten Umständen mit dieser Technik gute räumliche Eindrücke erzielen kann, handelt es sich hierbei nicht um Stereo-3D, da keine unterschiedlichen Bildinhalte für das rechte und linke Auge vorliegen.

Der Pulfrich-Effekt ist eine optische Täuschung, die auf der Tatsache beruht, dass dunkle optische Reize ein klein wenig mehr Zeit benötigen, um vom Gehirn wahrgenommen zu werden als helle.

Der Clou der Pulfrich-Effekt-Aufnahmetechnik besteht darin, dass sich entweder die Kamera oder das gefilmte Objekt (z.B. ein Mensch, Tier, Auto etc.) gleichmäßig in eine bestimmte Richtung bewegt.

Das Geheimnis der Pulfrich-Effekt-3D-Brille liegt einzig darin, dass ein Auge abgedunkelt wird. Beide Augen sehen so zwar das gleiche Bild, jedoch kommt das Bild des abgedunkelten Auges etwas später zum Gehirn. Aus dieser Parallaxe berechnet das Gehirn eine räumliche Tiefeninformation, die gar nicht gegeben ist.

Wenn die Bewegung stoppt, sieht man aber nur 2D - selbst mit "3D-Brille"! Weitere Erläuterungen dazu unter: de.wikipedia.org )

Das Besondere und somit auch durchaus Interessante an entsprechendem Content ist die Tatsache, dass man mit der "3D-Brille" wirklich einen gewissen räumlichen Eindruck bekommt - gleichzeitig ein Betrachter ohne "3D-Brille" aber uneingeschränkt gutes 2D sieht. Das ist bei allen Stereo-3D-Darstellungen zeitgleich NICHT möglich.

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