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Heute ist Backup-Tag. Mein Lieblingtag! Andererseits hat es natürlich gewisse Vorteile, der Operator zu sein. Ich linke das tape device nach /dev/null - viel ökonomischer. Zumindest, was meine Arbeitszeit angeht, weil ich nicht alle 5 Minuten Bänder wechseln muß. Außerdem dauert das Backup nur noch etwa 12 Minuten, also kann es nicht ganz schlecht sein! Ein Benutzer ruft an. 'Wissen Sie, warum das System so langsam ist?' fragt er.
'Wahrscheinlich liegt's an .' - Ich schaue nach, was heute dran ist - ' . der Taktfrequenz.'
'Ah.' ---
Wenn sie nicht wissen, wovon man redet, sind sie meistens zufrieden.
'Wissen Sie, wann das repariert wird?'
'Repariert? Es sind 275 Benutzer auf deiner Maschine, einer davon bist du. Nun sei ein braver Junge und lass mal ein paar andere ran. Log aus, Egoist!'
'Aber . aber die Ergebnisse müssen morgen abgegeben werden. Ich brauche nur noch eine Seite auf dem Laserdrucker ..'
'Aber klar doch! Erzähl das mal deiner Omama, Bruder!'
Ich hänge auf. Hundertausend Höllenhunde! Man sollte meinen, daß sie endlich lernen, NICHT mehr anzurufen!
Das Telefon klingelt wieder. Ich weiß, daß er es ist. So was nervt mich. Ich veringere meine Stimmlage um 2 Oktaven. 'HALLO, LOHNBUCHHALTUNG!'
'Ah .. oh. Tut mir leid. Ich habe die falsche Nummer.'
'SOOO? Wie ist denn Ihr Name, Freundchen? Wissen Sie, wieviel Geld uns solche falschen Anrufe kosten? WISSEN SIE DAS? Ich hätte gute Lust, Ihre vergeudete Zeit, meine vergeudete Zeit und die Kosten dieses Anrufs von Ihrem Monatsgehalt abzuziehen! TATSACHE, DAS WERDE ICH AUCH! Wenn ich mit Ihnen fertig bin, werden SIE UNS Geld schulden! WIE IST IHR NAME - UND KEINE LÜGEN! WIR HABEN ISDN!'
Ich höre, wie der Hörer 'runterfällt und sich jemand in Trab setzt - er will sich im Sekretariat des Dekans ein Alibi besorgen. Ich tippe seinen Benutzernamen ein und rufe im Sekretariat des zugehörigen Dekanats an. 'Hallo?' meldet sie sich.
'Hallo, Simon, Operator hier. Passen Sie auf! Wenn er in etwa 10 Sekunden in Ihr Büro stürmt, können Sie ihm was ausrichten?'
'Ich denke schon.' sagt sie unsicher.
'SAGEN SIE IHM: ER KANN RENNEN, ABER ER ENTGEHT MIR NICHT!'
'Ähm, gut.'
'Und nicht vergessen. Es wäre doch schade, wenn jemand Ihre Datei mit den einschlägigen S+M Tips in Ihrem Account finden würde.' Ich höre ihre langen Fingernägel panikartig über die Tastatur klappern. 'Sparen Sie sich die Mühe - ich hab' bereits 'ne Kopie. Nun seien Sie ein gutes Mädchen und richten Sie's ihm aus!' Sie verspricht es heulend.
Das Schlimme an der Sache ist: die S+M Sache war nur geraten. Trotzdem hole ich mir rasch eine Kopie davon. Könnte mal ganz gut sein, wenn ich nicht einschlafen kann.
Inzwischen ist das Backup in neuer Rekordzeit zu Ende gelaufen. 11 Minuten und 10 Sekunden. Es lebe die moderne Rechnertechnik! Schon wieder klingelt das Telefon. 'Ich brauche mehr Platz sagt er.'
'Warum ziehen Sie nicht in den Osten?'
'Quatsch, in meinem Account, Sie Idiot.'
Idiot? Oh-oh.
'Es tut mir so leid' sage ich wie Mutter Beimer in der Lindenstraße 'aber ich hab' das nicht ganz mitgekriegt. Was sagten sie doch gleich?' Ich kann die aufkommende Angst durch die Leitung riechen. Aber es ist zu spät: er ist erledigt und er weiß es.
'Ähm, ich sagte, hätte gerne etwas mehr Speicherplatz in meinem Account bitte.'
'Aber klar. Augenblick mal.' Ich höre ihn erleichtert aufatmen, obwohl er die Sprechmuschel mit der Hand abdeckt. 'Erledigt. Sie haben massig Platz jetzt.'
'Wieviel?'
Das geht mir nun wirklich auf den Keks! Nicht nur daß sie dauernd Speicherplatz von mir, fordern sie wollen mich auch noch kontrollieren und protestieren, wenn ich ihnen nicht genug gebe. Sie sollten glücklich sein mit dem, was von mir gibt, und basta! Wieder mit Mutter Beimer: 'Also, schaun' wir mal. Sie haben 60 MB frei.'
'Klasse! 120 MB zusammen. Vielen Dank!' sagte er begeistert von seiner Verhandlungstechnik.
'Moment!' unterbreche ich. Das muß man genießen wie einen Südaustralischen bei Raumtemperatur. '60 MB insgesamt.'
'Was? Ich habe doch schon 60 MB belegt. Wie kann ich dann noch 60 MB frei haben?'
Ich sage nichts. Ist auch nicht nötig. Er wird schon noch drauf kommen.
'Aaaaaaaaaaaaaaaaaaa- aaaaaaaaaaaaaaaaaaa- aaaaarrrrrrrrrrrrggggghhhhhh!'
Ich mag mich wenn ich eklig bin. Ehrlich!
Ich spiele gerade DooM an der Masterconsole als irgend so ein gedankenloser Bastard anruft. Ich hebe ab. 'Hallo?' sage ich.
'Wer ist da?' sagt jemand.
'Ich denke, ich bin's' sage ich. Wozu habe ich den Kurs 'Erfolgreiches Verhandeln am Telefon' absolviert?
'Wer ich?'
'Wird das ein Österreicherwitz?' sage ich, während ich mit allen verfügbaren Fingern auf den Feind ballere. ZU SPÄT.
YOU GOT KILLED. GAME OVER.
Meine Laune sinkt von minus zweihundert auf den absoluten Nullpunkt. 'Was kann ich für Sie tun?' Stimme so weich wie Kaschmirwolle (ein untrügliches Warnzeichen!)
'Ähm, Ich hätte gerne gewußt, ob wir ein bestimmtes Software-Paket haben.'
'Was für eine Software ist das?'
'Ähm, sie heißt B-A-S-I-C.'
klickerdiklackerdiklick
r-m b-a-s-i-c.e-x-e
'Hm, tut mir leid, haben wir nicht. Wir hatten das mal.'
'Oh. Na gut, die andere Sache, weswegen ich anrufe: könnte man alle Daten in meinem Account auf Band kopieren. Dann hätte ich eine Sicherheitskopie zu Hause im Falle eines Falles.'
'Im Falle eines Falles?'
'Ja, falls sie zum Beispiel aus Versehen gelöscht werden oder so .'
'GELÖSCHT! Ah, machen Sie sich da mal keine Sorgen. Wir machen doch Backups.' Ich bin so ein Schwein! 'Wie ist Ihr Username?' Er gibt mir seinen Usernamen. Nicht sehr helle!
klickediklackediklick
'Aber Sie haben doch gar keine Daten in Ihrem Account!' sage ich, baffes Erstaunen in der wohlmodulierten Stimme.
'Natürlich habe ich Daten. Sie schauen sicher an der falschen Stelle!'
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'Ah, stimmt. Ich war falsch' sage ich. Hat er nicht gerade 'Typisch' in seinen Bart gemurmelt? Mein lieber Freund. 'Ich wollte sagen: DER USERNAME EXISTIERT GAR NICHT.'
'Was?' Wimmern in der Leitung. 'Aber da muß einer sein. Ich habe doch erst heute morgen darin gearbeitet!'
'Aha! Da liegt das Problem. Sehen Sie, da war ein Virus im System heute morgen. Der . äh .. Leonardo da Vinci Virus. Löscht alle User die gerade eingeloggt sind, wenn er losbricht.'
'Das kann nicht sein. Meine Freundin war auch eingeloggt, und jetzt bin ich gerade in ihrem Account!'
'Und welcher ist das?' ER SAGT ES MIR. MANCHE LEUTE LERNEN'S NIE. 'Ah, ja. Den Account konnten wir gerade noch retten.'
klickediklackediklick
'Sie hat nur alle Daten verloren.'
'Aber.'
'Keine Sorge. Wir haben doch alles auf Backup.'
'Oh, Gott sei Dank!'
'Auf Lochstreifen-Backup! Haben Sie einen Leser dafür? Wir nicht! Viel Spaß!'
Ich bin so ein Hund!
Ich sitze wieder gemütlich im Operator-Sessel und beobachte den Überwachungs-Monitor, der zufällig mit dem Videoplayer aus der medizinischen Optik verbunden ist (zur Reparatur hier; geschätzter Termin der Rücklieferung irgendwann in 2001). Plötzlich klingelte das Telefon. Das muß heute schon das zweite Mal sein und es beginnt, mir auf die Nerven zu gehen.
'Ja?' sage ich und halte das Bild an.
'Ich hab' aus Versehen meinen Lebenslauf gelöscht' sagt die Stimme am anderen Ende.
'Tatsächlich? Wie war Ihr Username?'
Er sagt es mir.
Sch. wie langweilig. 'Ah, nein. Nicht Sie haben ihn gelöscht - ich war's.'
'Was?'
'Ich hab' ihn gelöscht! Er war voll mit Sch.! In keinem einzigen Fach was Besseres als 'ne zwei!'
'Häh?'
'Und der Mist mit dem Austauschstudium - das war Ihre Freundin, und wir beide wissen das!'
'Häh??'
'Na, Ihre Studienangaben. Ich hab's nachgeprüft. Sie haben gelogen.'
'Wie haben Sie .' Es klickt deutlich hörbar. 'Oh, nein. SIE sind's! Der BASTARD OPERATOR FROM HELL!'
'Leibhaftig, am Telephon und in Ihrem Account. Es wäre wirklich besser gewesen nicht anzurufen, wissen Sie. Vor allem hätten Sie Ihren Usernamen lieber für sich behalten sollen.'
[ klickediklackediklick ]
'Tja, und dann hätten Sie dem System Manager keine so böse Mail schicken dürfen. Eine Mail, die ausdrückt, was Sie von ihm halten - in hübschen Bildern!'
'Ich habe keine .'
[ klickediklackediklick klick ]
'So? Haben Sie nicht? Wer kann das noch sagen heutzutage? Keine Sorge, es bald wird alles vorüber sein.'
[ klickediklackediklick klick ]
. noch den Usernamen zurückändern .
[ klickediklackediklick ]
'B-b-b-b' blubbert er wie eine desynchronisierte PDP-11.
'Leben Sie wohl' sage ich überfreundlich. 'Ich denke Sie sollten jetzt besser packen. Viel Spaß beim Neubeginn.'
Ich lege auf. Zwei Sekunden später läutet das rote Telefon. Es ist der Boss. Er knurrt den Usernamen - von wem wohl? - und etwas über eine schweinische Mail. 'Sie wissen, was Sie zu tun haben .' mit den Punkten und allem.
Später, im Abrechnungscomputer der Städtischen Elektrizitätswerke, während ich die nächste Rechnung des armen Schweins um ein paar Nullen korrigiere, wundere ich mich wieder einmal über diesen hartnäckigen und unglaublichen Mangel an Urteilsvermögen - welche Blödheit kosmischen Ausmaßes treibt sie immer wieder dazu, bei mir anzurufen. Noch später, als ich im FBI Computer sein Photo von der WWW Page in die Gesuchtenliste kopiere (die mit dem Label 'Dringend gesucht, bewaffnet und gefährlich, sofort schießen') komme ich zu dem Schluß, daß ich es wohl niemals wissen werde - aber das Leben geht weiter.
Ein paar Stunden später sehe ich die GSG 9 sein Apartment umstellen und mir wird klar: für ein paar von uns wird es das nicht. Aber morgen ist ein neuer Tag.
Es ist Donnerstag und ich bin guter Laune. Es ist Zahltag. Ich denke, ein paar Anrufe können nicht schaden. Also lege ich den Hörer zurück auf die Gabel. Es läutet. 'Seit Stunden versuche ich, Sie zu erreichen!' schreit eine Stimme am anderen Ende.
'Nanana, STUNDEN können's gar nicht gewesen sein', sage ich, während ich 'Blade Runner' ins Cover zurückstecke und mir die Rückseite anschaue. 'Allenfalls 114 Minuten. Ich hatte einen langen Chat mit dem großen Boss. Versuchte, bessere Technik für unsere Benutzer herauszuschlagen.' Eins, zwei, drei .
'Oh, tut mir leid.'
'Macht nix. Ich bin nicht nachtragend.' Ich nehme mir vor, sein Passwort in den nächsten Tagen etwas abzuändern, in etwas, worauf er nicht so schnell kommen dürfte.
'Ähm, ich weiß nicht, wie ich ein File umbennen kann' sagt er.
Oh, Gott. Moment es ist ja Zahltag, nicht? Also bin ich guter Laune. 'Aber klar. Tippen Sie nur 'rm' und den Filenamen.'
'Vielen Dank.'
'Keine Ursache.'
(Jetzt bin WIRKLICH guter Laune. Vielleicht sollte ich heute das Skript fertigschreiben, das Abspeichern zu bestimmten, zufällig gewählten Zeiten unmöglich macht.) Das Telephon läutet wieder. 'Hallo?'
'Hallo, ebenfalls' sage ich.
'Ist das der Kontrollraum?
'Aber klar doch' sage ich zuckersüß.
'Könnten Sie mir bitte meine Ausdrucke herausbringen? Ich brauche sie dringend und der Ausdruck müßte schon seit fünf Minuten zu Ende sein.'
'Ihr Username?' frage ich. Er gibt ihn mir und ich notiere ihn für später. 'Kein Problem. Moment.' sage ich und gehe 'rüber zu den Druckern.
Ein RIESEN Haufen von Ausdrucken liegt auf dem Boden. Und tatsächlich, sein Dokument liegt ganz oben auf. Ich breite es über dem Haufen aus und sprühe großzügig unser Spezialfleckenwasser in die Gegend. Dann fahre ich den schweren Bandwagen ein paar Mal darüber und klemme es zum krönenden Abschluß vier, fünf Mal in die schwere Safetüre ein, wo wir die Backup- Bänder aufbewahren sollten. Hübsch. 'Hier sind Ihre Ausdrucke' sage ich 'Tut mir leid, daß es solange gedauert hat. Wir haben ein paar kleinere Probleme mit dem Drucker.' Ein Blick und er macht sich fast in die Hose.
'Oh, Gott! Kann ich es nochmal drucken?' fragt er besorgt.
'Aber klar doch' sage ich. 'Aber wie gesagt, unser Printer ist nicht besonders gut drauf heute.'
'Äh, kann ich es auf dem Laser drucken - funktioniert der?'
'Natürlich, aber das kostet eine Kleinigkeit' sage ich, Mitgefühl verströmend.
'Egal, was es kostet! Das ist hyper-dringend!'
Ich schleiche zurück in den Druckerraum und suche die Tonerkassette, die wir für spezielle Fälle aufbewaren - die mit den dicken schwarzen Streifen in der Mitte und den blassen Rändern. Ich habe ziemlich lange gebraucht, bis sie so gut funktionierte. Der Ausdruck flutscht raus und ich bringe ihn sofort nach vorne. Bloß nichts verpassen. 'W-w-w-was ist den jetzt passiert?' winselt mich der Geck an.
Gut, daß ich den Usernamen notiert habe - Geistige Folter ist vielleicht doch etwas, wofür ich mich längerfristig begeistern könnte. 'Äh, nichts. Ich meine, klar: es ist nicht perfekt. Aber der Toner hat auch schon 47 Tausend Seiten drauf und wurde 17mal nachgefüllt. Ich finde, es ist noch gut gegen das, was wir sonst so bekommen.'
Der Geck zahlt und beginnt zu wimmern.
'Na, kommen Sie. Kein Grund zum Heulen. Haben Sie die Arbeit auf Disketten?'
Er gibt mir eine kleine Plastikbox mit Disketten.
Ich hüpfe schnell rein und lege sie kurz auf den Lösch-Magneten. Ich gehe wieder hinaus. 'Tut mir so leid, aber mir fällt gerade ein, daß unser Lesegerät hinüber ist. Sie müssen damit zu dem Druckerraum U am anderen Ende des Campus - kennen Sie den? - und es dort ausdrucken. Dort sollte es klappen. Die haben gestern einen neuen Toner bekommen.'
'SUPER!'
'Gern geschehen. Und denken Sie daran: immer die Disketten hoch über den Kopf halten. Das Erdmagnetfeld ist heute wieder extrem stark.'
'Häh?'
'Keinen langen Reden. Machen Sie's.'
Er marschiert los, die Disketten hoch über dem Kopf. Manchmal hasse ich mich selbst.
Die dauernde Langeweile bringt mich um. Also lese ich User-Email, um die Zeit totzuschlagen. Allerdings muß ich zugeben, daß die heutige Lieferung auch nur zum Gähnen anregt. Nicht eine wirklich gute Nachricht darunter. Nicht mal versteckte Andeutungen über Fummeln im Supermarkt, wie sonst. Gar nichts. Statt dessen muß ich mir den üblichen Sch. zu Gemüte führen: Welcher Verwandte wann welche Art von Operation über sich ergehen lassen muß und welche es nicht überlebt haben, wie das Wetter auf der anderen Seite des Erdballs ist, die Sorte von Redundanzmails, die nur unsere Queues vollknallen!
Um die Sache etwas aufzulockern, hole ich eine persönliche Party-Einladung aus einer Mailbox, poste sie unter dem Namen des Senders in alt.singles.with.severe.social.dysfunctions im USENET und mache eine Notiz in meinem Kalender, damit ich rechtzeitig dort bin - mit meiner Video-camera. Könnte was werden! Was steht als nächstes an? Ah ja, die medizinische Datenbank, in der die Vertrauensärzte der Uni die Krankheitsgeschichten der Angestellten speichern. Ich grepe schnell mal durch nach 'Herpes' und 'Syphilis' und verkaufe die Ergebnisse an die lokale Boulevardpresse. Um meine Spuren zu verwischen, gehe ich in den Account des Oberarztes und füge dort folgenden Eintrag in sein Online-Tagebuch ein: DM 500, Med. Daten an Zeitung. Sollte ausreichen!
Ich schichte ein paar Bänder aus den Regalen auf den Laborwagen und zurück, damit es so aussieht, als ob wir sie tatsächlich verwenden. Dann gehe ich in Archie und suche nach einem bestimmten verborgenen X-GIF Server, von dem ich gehört habe. Als ich ihn finde, starte ich einen Batch unter einem User-Account, um die Bildchen 'runter zu laden - natürlich auf seine Kosten. Gerade noch rechtzeitig fällt mir ein, ob auch genug Speicherplatz für die Bilder frei ist. Um ganz sicher zu gehen, entferne ich alle Dateien auf der Platte, die nicht direkt mit dem Batch zu tun haben. Zum Beispiel die ganzen LaTeX Dokumente 'diss*.*'; die sind in letzter Zeit sowieso schon wieder viel zu groß geworden.
Zurück in User email schaue ich, ob sich inzwischen was getan hat. Naaah. Schließlich grepe ich alle files nach 'schwanger', 'Scheidung' und 'Therapie' und poste sie anonym in eine lokale Klatsch-Newsgroup. Dann, bevor ich auch nur piep sagen kann, ist der Strom weg! In der nächsten Sekunde läutet schon das Telefon. 'Hallo?' sage ich wütend - der Coyote hat den Roadrunner gerade fast am Wickel gehabt!
'Was ist mit dem Comp.'
Ich hänge auf. Jetzt geht's um Leben oder Tod. So schnell ich kann, reiße ich das Stromkabel des Mainframes aus der Notstromversorgung und schließe fieberhaft mein TV daran an. Verdammt! Der Roadrunner war wieder schneller! Inzwischen fangen überall die Warner an zu jaulen, weil die Hauptplattenspeicher 'runterfahren. Aber was soll's? Mein Mac und mein Terminal sind sowieso fest mit der Notstromversorgung verbunden, und ich bin im Beer Factory Level in Dark Castle.
Das Telefon klingelt schon wieder. Also lasse ich die Kommunikationssicherung am Notstromschaltkreis herausschnappen, und endlich ist Ruhe. Um ganz sicher zu gehen, hole ich den Hockeyschläger aus dem Spind und übe ein bisschen Einer-gegen-die Wand. Durch das Glasfenster schaut das aus, als ob ich wie ein Wahnsinniger nach dem Fehler suche - wie üblich. 10 Minuten später ist der Strom wieder da und die Diagnose meldet zwei Hard Disk Crashs auf dem Main Frame - zum Teufel damit! Ich habe keinen Mann verloren, bin kurz vorn letzten Level und im TV kommen noch mehr Cartoons!
Das andere Telefon läutet, ein User (welch Überraschung!). 'Kontrollraum' sage ich, so richtig im Stress.
'Wann wird der Computer.'
Ich lege auf. Im Moment komme ich ganz gut voran. Nur noch ein Wizard, der unablässig Bannflüche schleudert, steht zwischen mir und dem letzten Bild. Gleich bin ich drin! Das Telefon läutet schon wieder! Mit einem raschen Hieb schalte ich auf Freisprechen. 'Kontrollraum' brülle ich, voll involviert.
'Ich hab' meine Files gelöscht. Meine Daten sind weg' winselt ein User über den Lautsprecher.
'Aber sicher doch' sage ich, weil ich mich nicht erinnern kann. Diese Bemerkung genügt, um mich den Bruchteil einer Sekunde abzulenken. Der Wizard nagelt mich in den Boden und schmeißt mir noch einen Feuerball hinterher.
GAME OVER.
'Wie war Ihr Username?' sage ich mit Honig gesalbter Stimme.
Er sagt es mir.
Ich schaue nach - und er hat recht. Sch., dabei war ich es nicht mal!
Um meinen guten Ruf zu wahren, wechsele ich sein Login Directory nach /dev/null, setzte seinen Pfad auf '.' und setzte einen alias auf sein 'news' Kommando, welches ein scheußliches kleines Skript in seinem früheren Home Directory startet. Das Skript schickt eine nicht mehr ganz politisch korrekte email an die Beauftragte für Gleichberechtigungsfragen der Uni und löscht sich anschließend selbst. Wohl bekomm's!
Es ist Freitag; also gehe ich früher zur Arbeit, sogar noch vor dem Mittagessen. Das Telefon klingelt. Sch. Ich blättere den Ausredenkalender um.
'SONNENERUPTIONEN'
steht da. Ok, darüber muß ich erst ein bisschen recherchieren. Zwei Minuten später bin ich fit für den ersten Anruf. 'Hallo?' sage ich.
'WO SIND SIE GEWESEN! ICH HABE SCHON DEN GANZEN VORMITTAG ANGERUFEN UND NIEMAND GEHT RAN!'
Ich hasse es, wenn sie mich schon am frühen Morgen anbrüllen. Es deprimiert mich irgendwie. Sie wissen, was ich meine . 'Äh, ja. Tja, wir hatten heute morgen auch wieder extrem starke Sonnenaktivität. Das kann böse Auswirkungen auf die Kommunikationsleitungen haben.' sage ich zuckersüß.
'Häh? Aber sonst habe ich doch jeden erreicht?!'
'Tja, das ist durchaus möglich. Die Auswirkungen erhöhter Sonnenaktivität sind ziemlich un-vor-her-seh-bar. Letzte Woche hatten wir sogar den Fall, daß ein paar Files einfach vor den Augen ihres Besitzers verschwunden sind, während er noch damit gearbeitet hat .'
'Wirklich?'
'Kein Sch.! Äh, wollen Sie, daß ich Ihren Account schnell checke?'
'Äh, ja. Ich hab ein paar wichtige Dateien drin.'
'Ok, wie war noch Ihr Username .'
Er sagt ihn mir.
Ehrlich, eine Mücke mit einem Sprengsatz zu erledigen ist schwieriger. Mit einem atomaren Sprengsatz. Mit AWACS-Unterstützung. Sch.! (Ich verzichte ab jetzt auf den klickediklackediklick-Teil, ok?) 'Wieviele Dateien sind in Ihren Account?' frage ich.
'Ähm, also, etwa 20 in meiner Doktorarbeit, circa 10 mit den Daten dazu, und noch etwa 20 für das Buch, das ich gerade herausgebe.'
'Hm. Ich glaube, wir schauen erst mal, was noch zu retten ist. Also, da sind noch zwei Files lesbar, .cshrc und .login .'
'AAAAAAAAAAAaaaaaaaa aarrrrrrrrrggggggghhhhhhhh!'
Er schluchzt leise ins Mikrophon, .
. mir kommen auch die Tränen!
'Was mach' ich nur?' schnüffelt er.
'Ok, haben Sie irgendwas davon auf Floppy gesichert?'
'Schon, aber die sind schon Wochen alt!'
Ich spiele mit dem Schalter des Floppy-Löschers. 'OK', sage ich, 'wie wär's, ich komme kurz rüber und lade die Backups in Ihren Account, damit Sie pronto weiterarbeiten können?'
'Das wäre toll' wimmert er, 'aber die Floppys habe ich zu Hause. Ich fürchte, die muß ich heut' Nacht selber runterladen.'
'Gut. Aber denken Sie daran, was ich vorhin gesagt habe: Sonneneruption sind Gift für Disketten und Maschinen. Sie müssen Ihre Floppys unbedingt vor der gegenwärtigen Sonnenaktivität schützen. Sonst verlieren Sie noch alle Daten.'
'Wie mach ich das? Sie in Alufolie wickeln?'
'UM GOTTES WILLEN, NEIN! Alufolie ist das Schlimmste! Sie wissen doch, was mit Alufolie im Microwellenherd passiert, oder?!'
'Doch..'
'Dann verwenden Sie's auch nicht! Es gibt nur eine sichere Methode, Disketten erfolgreich zu schützen.'
'Und wie?'
'MAGNETISCHE FELDER! Packen Sie Ihre Floppys in einen Kopfkissenbezug gefüllt mit möglichst vielen Magneten. Sie können zum Beispiel die von Ihrem Kühlschrank nehmen. Sie wissen schon, mit denen Sie ihre Zettel dort festpinnen - Solarpartikel hassen magnetische Felder.'
'Wow. Danke.'
'Gern geschehen. Es ist nur mein Job.'
Sch. Ich mache Fortschritte.
Ich finde, so ein verantwortungsvoller Posten wie meiner sollte mit einer angemessenen Mittagspause vergütet werden. Für die paar Stunden setze ich den Hausmeister auf meinen Stuhl, damit es nicht so aussieht, als daß wir unsere Pflichten vernachlässigen würden (sic!). Ich erkläre ihm, daß er nur darauf achten muß, daß der Hörer nicht aus Versehen auf der Gabel landet. Er ist einverstanden und ich verschwinde.
Zuerst die Bank. Ich lasse mir 20 Mark in Zehnpfenningstücke wechseln und frage dann nach meinem Kontostand. Während der Angestellte noch tippt, ziehe ich unauffällig den Netzstecker von seinem Endgerät. Es stirbt natürlich, und ich sage daß ich in Eile bin und daß ich gerne den Manager von diesem Sauladen sehen möchte. Er walzt durch die Tür wie ein gut gefüttertes Riesenbaby und fragt mich, ob es ein Problem gäbe. Ich sage, alles, was ich wolle, sei mein Kontostand und ob das denn zuviel verlangt sei und daß ich immer noch in Eile sei. Dann kreuze ich die Finger. JA! Er findet das herabhängende Netzkabel, steckt es wieder rein und loggt sich ein, MIT DEM MANAGER ACCOUNT.
Ich taumele wie zufällig an den Schalter und stosse aus Versehen 200 Zehnpfenningstücke hinunter. Der Manager beachtet mich nicht, aber alle anderen tauchen nach den Münzen. Ich beobachte ungestört, wie er sein Passwort eintippt - mit der halsbrecherischen Geschwindigkeit von einem Zeichen pro Sekunde! Gar kein Problem, der Hardliner macht es mir sogar noch leichter, indem er ein semantisches Wort als Passwort gewählt hat: ZINSEN. So ein Scherzkeks! Ich verziehe keinen Gesichtsmuskel. Nicht ganz einfach, wenn ich an meine überschuldete Hypothek denke. Heute Nacht werde ich da einiges richtigstellen.
Ein Benutzer den ich noch vom D(eletion)-Day '94 kenne, nähert sich, um mich anzuquatschen. Sogar der Manager schüttelt abwehrend den Kopf, aber es ist zu spät. Er hält direkt vor mir und richtet das Wort an mich! 'Ähm, Entschuldigung. Könnten Sie mir einen Tip geben, welchen Computer ich am besten für meine Diplomarbeit kaufe?'
?!?!?! Genau. 'Schon mal vom neuen Pentium gehört?' frage ich.
'Ja.'
'Meiden Sie den wie die Pest! Kaum jemand weiß das, aber man handelt sich fürchterliche Probleme ein, wenn man ein Betriebssystem so schnell laufen läßt. Manche von den Kisten machen über 100 Millionen obstructions per second. Sie können sich ja vorstellen, daß da eine solch billige Kiste aus dem Takt kommen muß, nicht? Die Katastrophe ist praktisch vorprogrammiert!'
'Oh!'
'Nehmen Sie lieber was Sicheres und Bewährtes. Ein ZX81 mit dem doppelten Cassettenlaufwerk, wenn Sie das kriegen können. Im Vertrauen: Die sind nicht mehr leicht zu bekommen, weil alle Leute, die wirklich was davon verstehen, natürlich nur bewährte Technik kaufen. Kaufen Sie bloß keine Harddisk dazu. Sie haben doch sicher schon gehört wie oft die kaputtgehen? Cassetten dagegen halten ewig!'
'Danke, super!'
'Keine Ursache! Wie war doch noch gleich Ihr Username?'
Er sagt ihn mir.
Gerade noch rechtzeitig für D-Day 96. Man sollte meinen, daß sie's irgendwann lernen!
Zurück an meinem Arbeitsplatz finde ich den Hausmeister - eingeschlafen vor dem Terminal. Ich frage ihn, ob er nicht lieber hier arbeiten möchte, aber er lehnt dankend ab. Hier hat er nicht die Möglichkeit, Leute in der Toilette aufzuschrecken.
Ich lege den Hörer zurück auf die Gabel und sofort klingelt es. Ich hasse es, wenn es das tut. Ich brauche immer eine Ewigkeit, die Earphones nachher wieder reinzupfriemeln.
Diesmal ist es anders. Die heißeste Mieze auf dem Campus ist dran - und sie hat ein Computerproblem! Ich liebe solche Augenblicke. Sie machen den Job erst zu dem, was er ist. 'Wie ist Ihr Username?' frage ich - als ob ich es nicht auswendig wüßte. So schnell ich kann, überfliege ich ihre persönliche email - das meiste nur todlangweiliges Zeug - und grepe die gesamte User email nach ihrem Usernamen. Nichts - vortrefflich! 'Wie kann ich Ihnen helfen?' flöte ich charmant.
'Ich kann mein Dokument nicht abspeichern. Es sagt etwas mit zuwenig Speicherplatz.'
'Das werden wir gleich haben' sage ich und lösche alle anderen Files auf ihrer Platte - außer den ihrigen natürlich. 'Jetzt sollte alles funktionieren.'
'Oh, vielen, vielen Dank' haucht sie ins Mikrophon.
Ich notiere mir, daß ich morgen wieder etwas an ihren Account herumdoktere.
Das Telephon läutet, fast bevor ich es wieder auf der Gabel habe. 'Meine Daten sind alle weg!' schreit jemand am anderen Ende.
'Wann war das?' frage ich.
'Gerade eben.' sagt er schluchzend.
'Aha. Tja, Kopf hoch. Es sind noch drei Tage bis zum Semesterende. Wenn Sie Tag und Nacht dran bleiben, werden Sie schon noch eine Drei minus schaffen.'
Er schluchzt noch zwei- dreimal leise und legt auf. Schwächling!
Das Telephon läutet schon wieder! 'Der Bildschirm an meinem PC ist so schwach. Ich kann kaum die Buchstaben erkennen. Soll ich den Helligkeitsregler hochdrehen?'
'NEIN!' schreie ich.'Fassen Sie den Knopf nicht an! Haben Sie auch nur die leiseste Ahnung, was da für eine Strahlung 'rauskommt, wenn Sie den Knopf ganz zum Anschlag drehen?!'
'Also ich ..' sagt sie verunsichert.
'HÖREN SIE AUF MEINEN RAT!' sage ich. 'Es gibt nur einen SICHEREN WEG, ein schwaches Display aufzumöbeln, und das ist: Nadelenergieimpulse in die Treiber geben!'
Die Worte 'Nadelenergieimpulse ' und 'Treiber' sind zuviel für sie. Wenn Leute solche Ausdrücke hören, gehen sie automatisch in 'dummy mode' und machen ALLES, was ich sage. Ich könnte ihr jetzt vorschlagen, nackt und nur mit einem Netzkabel bekleidet über den Campus zu sprinten und sie würde es wahrscheinlich machen. Hmmmm. 'Haben Sie zufällig ein übriges Netzkabel 'rumliegen?'
'Nein.'
'Oh, naja. Dann müßen wir das mit den Nadelimpulsen probieren. Also, Sie schalten jetzt, so schnell Sie können, Ihren PC ein und aus. Einfach den Kippschalter hin und herflippen, verstehen Sie? Etwa dreißig mal.'
'Soll ich vorher meine Disketten 'rausnehmen?'
'NEIN! Wollen Sie alle Ihre Daten verlieren?!'
'Oh. Nein, natürlich nicht. Also.'
Ich lausche gespannt.
. klick klack klick klack klick klack klick klack klick klack kl
BUMM!
Erstaunlich! 27 oder 28. Normalerweise macht sich das Netzteil schon nach dem achten oder neunten Mal in die Hose!
'MEIN COMPUTER! ER RAUCHT!' schreit sie an anderen Ende.
'Wirklich?? Da muß ein Fehler im Netzteil gewesen sein! Gut, daß wir das geklärt haben! Haben Sie noch Garantie auf die Maschine?'
'NEIN!'
'Du liebe Güte! Was für ein Pech! Tja, dann hilft nur reparieren lassen. Haben Sie wenigstens Ihre Daten gesichert?'
'Ja, ins System, gestern erst. Aber die ganze Arbeit von heute morgen ist futsch!'
'Sie Ärmste! Wie war Ihr Username? Ich will gleich mal checken, ob Ihre Backups ok sind.'
Sie sagt ihn mir.
.
Ich sitze wie üblich an meiner Konsole. Ein Benutzer ruft an. 'Hallo, Kontrollraum. Simon am Apparat. Wie kann ich Ihnen helfen?' sage ich.
'Ich komme nicht in meinen Account' nuschelt es am anderen Ende.
'Wie lautet bitte Ihr Username?' frage ich. Er gibt mir seinen Usernamen. Ich schaue in seinen Account. 'Kein Problem, da war nur ein nicht-ausführbares login file. Ich hab's richtig gestellt. Jetzt sollten Sie ohne Probleme 'reinkommen.'
'Danke.'
'Kein Ursache. Schönen Tag noch!'
HÄÄÄHH?! fragen Sie sich jetzt. Ist der BASTARD OPERATOR FROM HELL endlich zum Guten bekehrt worden? Hat er aufgegeben?? REIF FÜR DIE KLAPSMÜHLE?
Naaah. Der BASTARD OPERATOR FROM HELL wird ab heute überwacht. Alle Aktionen im Mainframe werden automatisch protokolliert. UND WENN DAS PASSIERT werde ich normalerweise auch abgehört! Also muß ich hübsch brav sein, bis ich die Bugs entdeckt habe. Sollte nicht allzu lange dauern - vertrauen Sie mir!
Ah. Da haben wir schon eins. Im Telefonhörer, klar. Aber der Boss ist einer von der witzigen Sorte. Ich wette, da sind noch mehr. Ahja, ein anderer unter dem Telefon und ein dritter in meinem Keyboard. Zeit für eine kleine Kaffeeschlacht. Drei auf einmal. hmmm. Ich bringe mal besser die ganze Kanne und warte auf Zeugen. Der System-Manager kommt herein.
'Wo bleibt der Bericht, den ich gedruckt habe?' fragt er mit saurer Miene - er ärgert sich offensichtlich, daß ich mich am Telefon noch nicht ans Messer geliefert habe. Widersacher identifiziert! Wie der Direktor der 'BASTARD OPERATOR SCHOOL' (ich!) immer zu sagen pflegt:
'Es gibt kein Problem das sich nicht lösen läßt, indem man die Benutzerprozesse killt, alle ihre Files löscht, ihre Accounts sperrt und ihre tatsächlichen Einnahmen dem Finanzamt zukommen läßt.'
Ich ziehe den Ausdruck unter der Kaffeekanne hervor, die ich vorher plaziert hatte, und der Kaffee ergießt sich über Telephone und Keyboard. Aus irgendeinem Grund standen beide übereinandergestapelt in der Nähe.
'Uuuups!' sage ich. Entsetzen malt sich auf meinem Gesicht. Sein Gesicht sagt mir daß ich richtig lag.
'Glauben Sie ja nicht, daß Sie damit davonkommen, Simon' knurrt er und stampft hinaus.
operator from hell -BILD-
Ich schalte den Ethernet Monitor ein und beobachte die Pakete, die aus seinen PC kommen. Ah. Ein Memo geht an den Laser im Büro des Direktors. Inhalt: Beendigung meines Kontrakts, fristlos. Ich mache schnell ein paar notwendige Änderungen an dem File, solange es im Spooldirectory liegt, und lasse es dann an seine ursprüngliche Adresse weitergehen. Ich starte mein Programm 'endzeit', das -522 auf den PC knallt und der Mainframe macht sich in die Hose. Später beim Booten entferne ich das lästige Logging. Als nächstes gehe ich in den Kabelraum und stecke meinen Walkmankopfhörer in den freien RS232-Port aus dem Büro des Direktors. Es ist erstaunlich, wie leicht man bugs ausstreuen kann, wenn man weiß, wo die Datenleitungen laufen! Direktor: 'Sind Sie sicher?'
SysMgr: 'ABSOLUT SICHER!'
Direktor: 'Und Sie wollen es sich nicht nochmal überlegen?'
SysMgr: 'AUF KEINEN FALL!'
Direktor: 'Nun gut, ich werde es sofort an die Personalabteilung weiterfaxen.'
SysMgr: 'HERVORRAGEND!'
Zwei Sekunden später kommt der Systemmanager herein. Er lächelt. Es sieht aus wie das Lächeln eines großen, satten Haifischs.
'Tja, ich werde Sie vermissen, Simon.' beginnt er, noch ganz erfüllt von der eben geleisteten Entscheidung.
'Oh?' sage ich zuckersüß und heuchele Neugier. 'Wohin gehen Sie denn?'
'Nein, Simon' sagt er genußvoll, 'Sie gehen.'
'Eine BEFÖRDERUNG!' sage ich. 'Sie haben endlich diesen Brief an den Direktor geschickt, daß er ein gottverdammtes [censored] ist und daß Sie aufhören?'
'Nein.'
'Sind Sie sicher? Der ist aber viel besser als der über meine Entlassung.'
'W.' Seine Pupillen weiten sich eine kleine Idee. Es ist, als ob man ein Walross mit dem Sofakissen erschlagen würde. Er rast los, um das Fax zu stoppen. Nur, nachdem er gerade gekündigt hat, klickediklackedi funktioniert sein card key nicht mehr . Anfänger.
Das Telephon klingelt. Es ist derselbe wie vorhin. 'Ich komm' jetzt in meinen Account, aber ich hab' keinen Speicherplatz mehr auf der Platte.'
'Moment, ich schau, was ich tun kann.'
klickediklackedi 'rm -r *'
Ich fahre zur Arbeit und klebe hinter diesem alten Trottel, der klassische SLOW DRIVER FROM HELL. Sein Tacho hat bei 20 die rote Linie und kommt ins Schlingern, wenn er die Kurven mit mehr als 5 nimmt. Ich verbrauche ein halbes Kilowatt in meiner Hupe, aber sein Hörgerät ist anscheinend auf Flüstern eingestellt. Keine Chance, vorbeizukommen! Ich memoriere sein Kennzeichen. Genau genommen tue ich das seit fünfzehneinhalb Minuten sechzigmal in der Minute. Mannomannomann. Ich denke, da ist wieder mal ein Anruf in Flensburg fällig. Vielleicht könnte man auch den Wagen als gestohlen registrieren. Gestohlen von Waffenhändlern aus den vorderen Orient. Gefährlich.
Endlich in der Arbeit blättere ich als erstes den Ausredenkalender um.
-pic fromhellcalender-
'ELEKTROMAGNETISCHE STÖRSTRAHLUNG VON FUNKTIONSUNTÜCHTIGEM SATELLITEN'.
Klingt gut; vielleicht wird es doch noch ein netter Tag.
Ich logge mich als 'FUCKYOU' ein (der Kummerkasten-Account für die Benutzer) und rufe die mail auf. Drei Nachrichten sind drin. Die erste hat 117 Zeilen, eine Plaudertasche offensichtlich. Sch. ich hasse das! Anstatt einfach zu sagen: 'Der und der Account braucht mehr Speicherplatz' fangen sie an zu erzählen, über was für einen Mist sie für welchen idiotischen Dozenten zu forschen haben und daß es schon gestern hätte fertig sein sollen und daß sie's auch geschafft hätten, aber dann hatte die Kusine dritten Grades plötzlich einen Magendurchbruch und einen riesigen Blutverlust und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. usw usw. Ich lösche die Mail unbesehen.
Die zweite Mail stammt offensichtlich von jemandem, der nicht mit dem Mailprogramm umgehen kann. Da ist nur der Header, aber keine Nachricht. Ich antworte mit direktem Reply: 'Keine Sorge. Wir kümmern uns darum am nächsten Dienstag.' Hoffentlich war's was Wichtiges!
Die dritte Mail hebe ich mir für morgen auf. Samstag wäre ein gar zu langweiliger Tag - sollte ich jemals am Samstag arbeiten müssen! Das Telephon klingelt. Ich dachte, das hätte ich 'repariert'! Ich klemme mir den Hörer unters Kinn, damit ich gleichzeitig die Pizza in die Mikrowelle schieben kann. 'Ja?' rufe ich hektisch.
'Irgendetwas stimmt nicht mit meiner Bootdisk. Ich kann den Server nicht erreichen.'
'Haben Sie die Diskette dabei?'
'Klar!'
Ich hole mir die Disk und stecke sie zusammen mit der Pizza in die Mikrowelle. Fünf Minuten ULTRA-NUKE! Eine viertel Stunde später ruft er wieder an. 'Es funktioniert immer noch nicht, aber jetzt höre ich auch noch komische Geräusche aus dem Laufwerk und es riecht irgendwie angebrannt.'
Angebrannt? Ich untersuche den Boden meiner Pizza. Naaah, nix angebrannt. Dem Jungen geht nur die Phantasie durch! 'Oh, Sch.' sage ich, 'das sind wieder diese Störstrahlungen von ausgemusterten Satelliten.'
'Tatsächlich? Davon hab' ich auch schon gehört.'
Wow! 'Aha! Tja, ich schätze, Sie müssen sich 'ne neue Bootdisk zulegen.'
'Oh. Naja, macht auch nix. Die alte hätte es sowieso nicht mehr lange gemacht. Danke.'
'Keine Ursache. Und denken Sie immer daran, den Virenchecker FDISK ab und zu laufen zu lassen, wenn Sie wichtige Daten auf Ihrer Disk haben.'
'Werd' ich machen. Danke!'
'Alles klar - ist nur mein Job!'
Racing läuft viel zu langsam für einen erfahrenen Spieler; also kille ich eben mal alle Database Prozesse, die sich den Löwenanteil an CPU holen und gebe Racing Priorität -10. Besser, viel besser. Verdammt hart, so an der vordersten Front: Immer nur Arbeit, Arbeit, Arbeit.
Ich gönne mir einen schnellen 2-Stunden-Snack in der Cafeteria. In der Cafeteria sind immer alle ganz reizend zu mir. Zumindest seit es mal diesen dummen Computerfehler gegeben hat, der ihre Küche als Anlaufstation für Organspender registrierte - ziemlich lästig! Ich schnappe mir noch ein paar Cokes und Crackers und mach' mich auf den Rückweg, diesmal durch die Anfänger-Labs.
Informatik, erstes Semester. Ich schaue durch das Guckloch an der Tür: Ein ganzer Hörsaal voller Frischlinge ohne Dozenten. Das kann nicht angehen! Ich stoße energisch die Schwingtüre auf und marschiere zur Tafel.
'Es geht los, Herrschaften! Ich darf um Ruhe bitten. Sie dahinten, ja Sie. Sie sorgen dafür, daß uns niemand stört. Blockieren Sie einfach den Eingang. Wer zu spät kommt, soll sich das für's nächste Mal merken. Also, ich bin ihre Vertretung heute und wir wollen jetzt mal den üblichen Kram, den Sie sonst machen, beiseite lassen und uns über ein paar fundamentale Befehle aus der Praxis unterhalten. Wir beginnen mit einer der wichtigsten Funktionen überhaupt dem REMARK-Befehl oder wie er allen Kenner bekannt ist 'rm *' .'
Ich hätte vielleicht doch besser Professor werden sollen - ich hab' den richtigen Draht zu den jungen Leuten, wissen Sie.
Grundverhaltensregeln für Dozenten (nach Father Damian C. Fandal ):
VERSTECKEN!
Wenn sie dich finden: LÜGEN!!
Ich soll als Experte in einer Vorlesung 'Grundlagen Systemverwaltung' auftreten; so steht es in der Einladung. Also überlasse ich den Kontrollraum den bewährten Händen von Sam, dem Hausmeister, und gehe hinüber.
Die Vorlesung läuft wie am Schnürchen. Gegen Ende verkündet der Dozent, daß die Studenten 'nunmehr 10 Minuten Gelegenheit haben, einem Mann der Praxis, einem richtigen Operator' Fragen zu stellen.
Ich hole meinen Block und Stift heraus und sage:
'Bevor wir anfangen, folgender Vorschlag: Könnten Sie bitte Ihren Usernamen nennen, bevor Sie eine Frage stellen. Auf diese Weise kann ich Ihnen gewisse Probleme an konkreten Beispielen erläutern. Das ist einfacher zu verstehen.'
Der Dozent schluckt es - mit Senf und Catchup. Beispiele sind per default gut. Sag niemals was gegen Beispiele an einer Uni! 'Ok, erste Frage. Sie da drüben.'
'Wie beurteilen Sie den Schutz von persönlichen Daten auf einem Mehrbenutzersystem?'
'Wie war Ihr Username?'
'CMS1103.'
kritzelkratzel
'Schutz von persönlichen Daten . Hmmm. Ein heißes Thema, wirklich. Sie denken zum Beispiel, wenn jemand Ihre private mail liest, worin Sie sich mit Ihrem Therapeuten unterhalten? Zum Beispiel, warum Sie sich vor Ihrer Frau immer im Schrank verstecken?'
'AAAAAAAAAAAAA RRRRRRRRRRGGGGGGGHHHHHH!!'
'Oh. Das kam wohl nicht so gut an. Oder er mußte dringend weg. War vielleicht kein so gutes Beispiel. Nächste Frage, bitte. Ja, Sie da hinten.'
'CMS1136. Ich würde gerne .'
'Ah. 1136, der einzige User an der ganzen Uni, der in alt.sex.buggery.by.sailors.in.mums.clothing aboniert.'
'Nur für rein wissenschaftliche Zwecke!'
'Natürlich! Für einen Wissenschaftler haben Sie eine beträchtliche Posting-Statistik dort, finden Sie nicht?'
'NNNNNGGGGGGAAAAAA AAGGGGGGGHHHHHH!'
'Der nächste bitte.'
Zwei Minuten später sind wir allein im Hörsaal. Das ist eben das Problem mit den heutigen jungen Leuten: Die wollen nichts mehr lernen.
Ich gehe zurück zu meinem Kontrollraum und Sam ist schon wieder auf der Konsole eingeschlafen. Ich glaube jetzt, er ist DOCH hinter meinem Job her. So ein Einsatz.
Ich nehme mir vor, bei Gelegenheit ein paar notwendige Änderungen in der Gehaltsdatenbank vorzunehmen. Man kann nie vorsichtig genug sein. Kranken- und Unfallversicherung braucht Sam eigentlich nicht.
Ich lege den Hörer auf die Gabel - das erste Mal heute nachmittag - und sofort fängt das Ding an zu rattern. ES REICHT! Um mein Mittagsschläfchen zu retten, leite ich den Anschluß auf 110 um. Das wird ihnen eine Lehre sein!
Uuups, fast vergessen, den Ausredenkalender umzublättern.
'STATISCHE AUFLADUNG WEGEN NYLON-UNTERWÄSCHE'
Naaah, viel zu plausibel - obwohl, ich könnte die Unterwäsche von Fall zu Fall persönlich überprüfen. nee, lieber nicht. Wer weiß, was dabei ans Tageslicht kommt. Ich blättere eins weiter.
'Statische Aufladung durch Plastik-Rechenschieber'
Na, das ist doch mal was! Eine echte Herausforderung! Ich hebe die Telefonumleitung auf und plaziere den Papierkorb unter dem Druckerauswurf - endlich eine technisch fortgeschrittene Lösung!
Während ich noch mein Werk bewundere, läutet es. Das könnte der große Wurf werden! 'Hallo?'
'Hallo, ähm, wie kann ich mein File auf Rechtschreibfehler prüfen?'
'Ganz einfach. Tippen Sie 'spell' und den Filenamen.'
'Danke.'
Ich bin wieder mal höllisch hilfsbereit heute morgen. Vor allem weil ich weiß, daß meine spezielle Version von 'spell' Fehler erzeugt, statt sie zu beseitigen. Aus 'Freund' wird 'Fruend' und umgekehrt. Ein Augenschmaus! Das Telefon klingelt - er ist's wieder. 'Irgendetwas stimmt nicht mit dem 'spell' Programm.'
'Wie kommen Sie denn da drauf?'
'Weil mein File plötzlich voll mit Fehlern ist!'
'Hm, das klingt nicht gerade nach 'spell'. Sind Sie über Ihren PC eingeloggt?'
'Ja, aber ich .'
'Bitte, überlassen Sie die technische Diagnose mir! Also, ist da irgendwo ein Rechenschieber auf oder in Ihrem Schreibtisch?'
'Ähm [klapper] ja, aber.'
'Aha. Haben wir's schon. Sie haben eine statische Aufladung auf Ihrer Festplatte, verursacht von den wechselnden elektrostatischen Feldern, die der Rechenschieber erzeugt - Sie wissen schon: so, wie er kleine Papierfiezel anzieht, wenn sie ihn an Ihrem Pullover reiben.'
DUMMY MODE ON
'Oh. Was kann man da machen?'
'Sie wissen doch, wie Sie solche lästigen Papierfiezel von Ihrem Rechenschieber weg bekommen? Genau, Sie schlagen damit auf die Tischkante, bis die elektrischen Felder sich im Erdmagnetfeld auflösen. Machen Sie das gleiche mit Ihrem PC. Sagen wir, zwanzig mal - heben Sie ihn etwa dreissig Zentimeter über den Tisch und lassen ihn fallen.'
'Ah, gut. Bleiben Sie kurz dran?'
'Sicher.' Das würde ich nicht mal für die Simpsons verpassen!
polter polter polter
SCHEPPER
'Äh, hallo? Der Schirm ist plötzlich dunkel geworden.'
'Das ist ganz normal, das macht er immer; soll er sogar. Machen Sie weiter. Und wenn Sie mit dem PC fertig sind, machen Sie sicherheitshalber das Gleiche auch noch mit dem Schirm. Manchmal breitet sich die Aufladung über die Kabel bis in den Schirm aus.'
polter polter polter
KLIRR
Ich lege auf. Später gehe ich raus in den öffentlichen CIP-Pool und träufle unauffällig Honig in die Schlitze der Floppy Laufwerke, als plötzlich ein Typ auftaucht, der verdammt wie Lee Harvey Oswald aussieht, und mich über den Haufen schießt. Aber der Knall kommt aus dem Maschinenraum, und während ich an einer blutbesudelten IBM Maschine zusammensacke, höre ich den Ex-System-Manager im Hintergrund kichern.
Noch später, im Krankenwagen, wird mir klar, daß ich von dem Typen nicht mal die Userkennung habe.
. dann wird alles dunkel.
Als der Krankenwagen das Ende des Tunnels erreichte, verschwand die Dunkelheit wieder. Vielleicht war ich doch nicht so schwer verletzt. Vielleicht aber doch! Egal, jemand würde dafür bezahl.
In diesem Moment starb ich. Für einen echten Bastard Operator from Hell sieht die Sache natürlich etwas anders aus: Mehr wie ein unerwarteter Urlaub.
Fünf Sekunden später bekomme ich 15 kV durch die Brustwarzen gejagt. Unverdünnt und ohne Eis! (Echte Sanitäter wissen eben, wie man eine todlangweilige Party belebt!)
DER BASTARD OPERATOR FROM HELL LEBT!
Drei Wochen später bin ich wieder auf den Beinen, hochgepäppelt von süßen Krankenschwestern, die um ihre Pensionsansprüche fürchten. Voller Energie sitze ich hinter meiner Konsole. Alles in allem, gar nicht so schlecht, die Zeit im Hospital; ich könnte Bäume ausreißen! Ich gehe rasch durch die angehäufte Usermail der letzten Wochen (nur damit ich nichts verpasse!), dann lasse ich die Studenten wissen, daß ich wieder auf dem Posten bin. Ein nicht angekündigter Wartungszyklus, mitten in der Hauptübungszeit; ich flippe den Restart-Schalter. Ein wohliges Gefühl breitet sich in mir aus. Sie werden mich dafür lieben! Ich blättere den Ausredenkalender um:
'TREIBHAUSEFFEKT'
JA! Willkommen zu Hause!
Es ist Monatsende. In Kürze werden diese ganzen unnötigen automatischen mailing lists das Netz überschwemmen. Ich korrigiere die Systemuhr um 7 Tage nach hinten, um mir die Performance nicht zu versauen und wechsele das neue Druckerband gegen mein Spezialband - drei Jahre alt, mit vielen hübschen Löchern. Ich grabe mich durch den Stapel snail mail, der sich angehäuft hat, und stürze mich als erstes auf das BOFH Journal 'kill -9'. Ein hübscher Artikel ist dabei, wie man Windows 95 grausam langsam und höllisch langweilig machen kann. Irgendwie schaut der Artikel aus, wie die normale Installationsanleitung für Windows 95 . naja, wer weiß.
Ich blättere mich durch bis zur BOFH Expertenrubrik und schaue nach, ob irgendwelche Artikel von mir hineingekommen sind. Alle! Sogar der über den C++ Compiler, der per Zufall Klassen umbenennt und dies sogar im Sourcecode ändert!
Das Telephon klingelt. (Irgendwie habe ich fast darauf gewartet!) 'Mein Bildschirm ist dunkel!'
'Netzkabel!' sage ich.
'Nein, das hab' ich schon überprüft. Wenn ich einschalte, passiert einfach nichts!'
'Netzkabel!' sage ich.
'Nein! Das Netzkabel steckt richtig drin. Auch die Leuchtdioden am Keyboard leuchten nicht!'
'Das Netzkabel!' sage ich.
'Oh, Moment mal. Das Kabel ist nicht richtig eingesteckt!'
'Das Netzkabel?' frage ich.
'Ja . Sch..'
'Macht ja nix', sage ich, 'Funktioniert jetzt alles wieder?'
'Ja, ich glaub' schon. Tut mir leid. Sie haben natürlich recht gehabt.'
'Tja, wir bekommen das häufig in letzter Zeit. Der Grund liegt wahrscheinlich am zunehmenden Treibhauseffekt. Die globale Erwärmung verursacht stark statistisch variierende thermale Kontraktionen, welche wiederum temperaturinduzierte Bewegungen hervorruft, deren Reibungskoeffizienten zu Adhäsion am Plastikteilen führen kann.' Ich lausche aufmerksam. Nichts. Mit anderen Worten,
[DUMMY MODE ON].
'Sie können sich zukünftig davor schützen, wissen Sie.'
'Wirklich? Wie denn?'
'Es reicht im Prinzip schon, eine schwach basische Minerallösung auf die Metallkontakte aufzubringen.'
'Oh!'
[IRREVOCABLE DUMMY MODE ON]
'Ganz einfach. Alles was Sie machen müssen, ist den Stecker vom Gerät abziehen und eine schwach basische Salzlösung in die Schlitze zu träufeln. Haben Sie eine schwach basische Lösung zur Hand? So etwa pH 7?'
'Äh. nein?'
'Macht auch nichts. Stecken sie den Stecker einfach in den Mund und lassen Sie Speichel hineinlaufen. Speichel ist schwach basisch, und er hat Mineralsalze. ABER wischen Sie den Stecker vorher sorgfältig sauber, wegen Keimen und so. Und, SCHALTEN SIE UM GOTTES WILLEN VORHER DEN MONITOR AB - wir wollen doch nichts riskieren!'
'Oh. Gut!'
FZZZZT POLTER
Als der Hörer auf den Boden knallt, lege ich auf. Speicherplatz ist viel zu gut für die!
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
bauch.. das hab ich dir doch vor ewigkeiten schonmal gegeben.
das hab ich doch sogar schon im palm! :-)
aber lustig ists trotzdem! :-D
The ultimate LAN-Clan
Ohoh, ich muss Kralle zustimmen ![]()
Das hab ich auf Platte und da liegt es schon ne Weile.
Aber trotzdem ist das der absolute Hammer und ist immerwieder schön zu lesen.
Nothing is over untill we decided it!
um genau zu sein hab ichs schon seit dem 20.11.2002! :-D
aber da gabs das wahrscheinlich auch schon LANGE!
The ultimate LAN-Clan
hey kralle, alter cs fanatiker ;-))) :
So dann wollen wir mal. Unser lokaler Schützenverein hat heute seinen Tag der offenen Tür und bietet neben Kaffee, Kuchen und Tombola auch ein Gastschiessen für Erwachsene (unter Aufsicht). Schließlich bin ich durch CS erfahren im Umgang mit Schusswaffen aller Art.
Ich gehe also in das Schützenhaus und sofort fällt mir der korpulente Mann Mitte 50 auf, der Obergästechefschiesseinweiser. Ich gehe auf ihn zu, ich will ja mit meiner Schusswaffenerfahrung aus CS glänzen und laut den Medienberichten der letzten Tage, habe ich wohl das beste Training der Welt erfahren.
'Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?'
'Ja. Ich möchte schiessen!'
'Dann sind Sie hier richtig. Haben Sie den Erfahrung mit Schusswaffen?'
'Jawoll die hab´ ich. Allerdings erst seit 1.0 (Retail) aber ich hab´ ´nen guten Skill!'
Sprudelt es aus mir hervor. Der Mann vom Schützenverein sieht mich etwas benommen an, ihm ist anzusehen, dass er sich meine Worte noch ein paarmal durch den Kopf gehen lässt. Ebenfalls ist ihm anzumerken, das ihn das auch nicht weiterbringt und schliesslich lässt er es bleiben.
'Fein. Dann gehen wir mal zum Pistolenschiesstand. Mit welchen Waffen haben sie denn schon Erfahrung?'
'Och.. mit allen möglichen.' sage ich,
'am liebsten aber MP5 und Colt'
'MP5? Sind sie bei der Polizei oder beim Grenzschutz?'
'Manchmal GSG9, aber selten. Durch den bescheuerten Helm kassiert man ja jede Menge Headdies'
Da der Mann vor mit herläuft kann ich sein Gesicht nicht sehen. Aber sein abruptes Schweigen in Verbindung mit einem Kopfschütteln sagt mir, dass er mir entweder nicht glaubt oder mich für total bescheuert hält. Na, dem werd´ ich´s zeigen, was Skill heisst!
'So hier sind wir.' Wir sind auf einer Map angelangt (der Mann nannte es 'Raum') auf der in regelmäßigen Abständen Holzbretter (schlechte Textur!) parallel angebracht waren, wie Trennwände in der Umkleidekabine von C&A, nur nicht so hoch, und ohne Vorhang. Jeweils im Abstand von ca. 10 Metern dieser Kabinen Stand ein Pappschild mit konzentrischen Kreisen.
'Dann wollen wir mal. Da sie schon Erfahrung haben, brauch´ ich ihnen ja nicht viel erklären' sagt der Mann,geht zu einem grossen Stahlschrank und holt eine Pistole (sieht aus wie die 1-1 aber ich bin mir nicht sicher) heraus, bringt sie zu meiner Kabine und legt sie auf das Tischchen neben mir.
'Heute ist noch nichts los. Ich bin hinter ihnen, die Schussbahn ist frei. Sie können schiessen wenn sie bereit sind. Nehmen Sie aber das hier.'
Hab´ ich´s doch gewusst. Dieser Schützenheininoob will mir ein Uralt Headset aufdrehen: groß, rot, hässlich und OHNE MIKRO!
'Nein danke. Ich habe mein eigenes dabei' sage ich leicht triumphierend. Natürlich habe ich mich vorbereitet, und wie! Also nehme ich mein schlankes, leichtes Faltheadset aus meiner Jackentasche, klappe es auseinander, setzte es auf und bring mein Mikro in Postion.
'Wo ist der Anschluss?'
'Welcher Anschluss?'
'Für das Headset?'
'Für was?'
Ich deute auf das Gestell auf meinen Kopf:
'Für das hier!'
'Sie brauchen keinen Anschluss, oder wollen sie Musik hören? Das wird aber ziemlich laut mit dem Ding, wollen sie nicht einen Gehörschutz von uns nehmen?'
'Ich hab´s gern laut'
Das der Kerl ein Lautstärkeminimalist ist, hätte ich mir auch denken können. Schritte hören? Wozu denn? Ich dachte der kennt sich aus, naja.falsch gedacht.
'Ok. Ich fange jetzt an.'
'Bitte schön!'
Was ist das? klingt der leicht genervt? Selten solch´ einen Lamer erlebt. Naja, ich bereite mich mal besser vor, dass ich von cs_schützenhaus gekickt werde, begleitet von 'Cheater' Schreien von diesem dicken Admin hier.
Ok. Die Wumme liegt vor mir auf dem Tisch, also nehm´ ich sie auf, wie ich es gewohnt bin. Gehe einen Schritt zurück und laufe nach vorne. AUA! Das waren die Weichteile. Ich sehe: der Tisch ist zu hoch also hüpf´ ich drauf und lauf über die Pistole.
'Was machen Sie da?'.ah schon wieder dieser Depp.
'Wonach sieht es denn aus?'
'Warum stehen sie auf dem Tisch?'
'Weil ich vielleicht die Pistole nehmen will?'
'Hören Sie auf über die Waffe zu laufen. Nehmen Sie doch Ihre HÄNDE?'
'Sehr witzig das geht wohl nicht weil.'
Ich schaue kurz auf meine Hände und erstarre: Auf der Unterseite der Hände ist ein seltsames Linienmuster. Kleine Kanäle die sich über die gesamte Oberfläche ziehen. Und das auch noch als Bump-Mapping. Nicht das ihr meint ich wäre bescheuert, aber ich weiss wie normalerweise meine Hände auszusehen haben. Wenn ich meine Hand umdrehe ist sie blau, dunkelblau und irgendwie geschwungen, fast oval. Und in der Mitte meiner Handfläche ist ein kleines, rotes Licht. Jäh unterbricht der Admin meine kleine Erkundungstour über meine Handfläche.
'Geht es Ihnen gut? Stimmt etwas mit Ihren Händen nicht?'
'Doch doch alles in Ordnung'
'Steigen Sie erstmal hier runter!'
Ich hüpfe vom Tisch mit einem klassischen Duckjump. Doch leider dauert das 'Duck' länger als der 'Jump'. Ich lande auf der Fresse.
'Mann, warum ziehen Sie denn die Beine an, wenn Sie vom Tisch hüpfen.'
'Ich.äh.'
'Haben Sie sich weh´ getan?'
'Nein. Es geht. Ein paar HP kostet so ein Sprung immer.'
'Was meinen Sie? Egal. Hier ich zeige Ihnen mal, wie man die Waffe hält.' Mit beiden Händen? Was soll das denn? Was hat der Kerl für beschissene Models drauf? Er drückt mir die Pistole in die Hände. Ich nehme eine Hand wieder herunter, ziele und.
'Auf was soll ich den zielen?'
'Wie wäre es mit der Zielscheibe?'
'Was? Das Pappding?'
'Ja! Das Pappding.'
'Was soll ich denn damit? Sehen so meine Gegner aus, Kreise mit Zahlen drin?'
'Gegner?'
'Wo ist der Kopf? Ich ziele immer auf den Kopf.'
'Es gibt keinen Kopf. Auf Mannscheiben darf nicht geschossen werden. Nur von Bund, Polizei und Grenzschutz.'
Ich schüttele den Kopf. Eine weitere Diskussion bringt nix. Nicht nur das der Admin hier oberdoof ist, keine Ahnung von Headsets und Waffenhaltung hat. Nein! Er kennt auch nur die deutsche Version, wahrscheinlich sifft jetzt gleich irgendein grüner Glibber aus der Pappe, zum hinhocken fehlen ihr ja die Beine. Also Wumme in die Hand, gezielt (auf die Pappschachtel, rofl) abdrück und „Klick“. Nochmal „Klick, klick, klick!“
„Die Pistole ist leer“
„Nein, das kann nicht sein. Ich habe Ihnen ein volles Magazin rein!“
„Höre Sie dieses Geräusch nicht?“
„Welches Geräusch?“
„Dieses Hier!“
Ich ziele auf den Admin,
„Um Himmelswillen, zielen Sie damit nicht auf mich.“
und drücke ab: „klick, klick, klick“
„Verdammt, zielen Sie auf die Scheibe“
„Haben Sie es denn jetzt gehört“
„Ja. Habe ich. Haben Sie die Waffe den durchgeladen?“
„Wen hab´ ich? Wo hab´ ich?“
„Die Waffe durchladen! Ich dachte Sie hätten Erfahrung damit.“
Durchladen? Jetzt kapier´ ich, was er meint, sag´ das doch gleich, aber:
„Wo issn hier Space?“
„Was?“
„Space? Leertaste? Kleiner, weisser Biberdildo?“
„Was wollen Sie?“
„Ich habe Reload auf Space! Wie soll ich den Nachladen ohne Space?“
„Ach geben Sie her.“ Der Admin reisst mit die Pistole aus der Hand, zieht an dem Ding oben (also doch reload!) entspannt den Hahn (ich wusste gar nicht, dass das geht) und gibt sie mir wieder.
„So. Ziel anvisieren und abdrücken“ sagt er.
Nichts leichter als das, tausendmal gemacht. Also, locker die Knarre in die Hand genommen, auf die Pappschachtel gezielt (sagte ich schon *rofl*? Egal: ROFL!) abgedrückt und:
„BÄÄÄÄNNNNGGGG“
„Aua, [censored] ist das laut“ ich höre nur noch ein piepsen, reisse mir mein Headset vom Kopf.
„Sagen Sie mal..“ motze ich den dicken Admin an „seit ihr alle schwerhörig?“
„Ich habe Ihnen ja einen Gehörschutz angeboten“
„Gehörschutz.Papperlapapp. Wo issn die Console?“
„Die Was?“
„Ihr habt volume 10000 oder was?“
„Was haben wir?“
„Ich möchten drehen Lautstärke runter? Du verstehen?“ Der Mann schaut mich an und sagt nichts. Kurze Pause. Stille. Das dröhnen in meinem Kopf wird besser. In einer blitzartigen Bewegung reiß´ ich sein „Billigheadset“ aus der Hand, laufe zurück zu meiner Kabine, ziele, drücke ab „Bamm,Bamm,Bamm,Bamm“. Vier Schüsse, kurz hintereinander. Die Pappschachtel wackelt leicht, durch den Wind. Der Holzbacken über mir hat ein Loch. Egal. Ich zücke mein Taschenmesser, klappe es auf, Schere, noch mal, jetzt, große Klinge. Springe über den Tisch vor mir, ziehe die Beine diesmal nicht an, Fehler, falle auf die Fresse (fast in´s Messer) wieder fünf HP weg, egal. Ich renne auf die Scheibe zu, kurz vorher springe ich ab (noch nicht so richtig an 1.4 gewöhnt) und schlitze was das Zeug hält. Weiße Papierschnitzel fliegen unter meinen Hieben durch die Luft. Das ist ja noch eine. Und hingesprungen, und noch mal, und noch mal. Fünf Papierscheiben gemessert! Haha, das soll mir einer nachmachen. Wäre ich nicht zweimal gestürzt hätte ich noch 100HP, egal. Ich bin etwas aus der Puste (1.4 eben), mit dem Taschenmesser in der Hand stehe ich, auf die Knie abgestützt vor den gefraggten „german Retail“ Pappkameraden (ohne Kopf!). Stille. Plötzlich höre ich ein Klatschen und drehe mich um. Neben den Admin stehen noch zwei weitere Leute. Der Admin hält die Hand vor die Stirn die beiden anderen Klatschen mir Applaus, zwar nicht frenetisch, aber sie klatschen. Beide sind weiss angezogen: Dann wird es mit schlagartig klar: HOSSIES!
Aber bin ich jetzt T oder CT? Egal: wenn ich sie nicht bewegen kann bin ich T und wenn ich sie bewegen kann und es auch noch Kohle gibt, bin ich wohl CT. Ich laufe hin (im Laufen wetze ich noch ein- zweimal mein Messer elegant auf den Erdboden (und wäre beinahe nochmals gestürzt)) und nehme ein Hossie an der Hand und ziehe. Ein Stück kann ich ihn bewegen (also CT), ich kriege aber kein Geld (also doch T), dann bleibt die Geisel stehen (also definitiv: T). Ich überlege noch, ob ich sie auf 15HP runtermessern soll, da kommt die andere Geisel auch schon von hinten und zieht mir eine Art Jacke über. Ich kann mich nicht mehr bewegen, null. Verdammte Cheater. Erst haben sie ´nen Hossie Skin und jetzt auch noch einen „unbindall“ Cheat. Ich merke einen Stich im Arm und schlafe ein.
Als ich aufwache bin ich in einem weissen Raum, mit weichen Wänden. Ich kenne die Map nicht, nenne sie aber mal es_klappsmühle. Die Jacke haben sie mir ausgezogen. Diese Noobs. Schräg vor mit ist ein Lüftungsschacht, mit einem gekonnten Duckjump müsste ich raufkommen.
Mal sehen.
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
was sich mit moderner technik alles anstellen lässt:
Die neueste Entwicklung aus der Computertechnik:
Georg beklagt sich über Schmerzen an seiner Hand und erzählt seinem Freund, daß er unbedingt zum Arzt muß, da er es nicht mehr aushalten kann.
Warum zum Arzt? Jetzt gibt es doch Supercomputer, die alle möglichen Krankheiten diagnostizieren können und viel billiger sind als ein Arzt. Geh mal zum Supermarkt an der Ecke, nimm eine Urinprobe und 5 DM mit und dann wirst Du sehen.
Als er nach Hause geht, denkt Georg über den Vorschlag seines Freundes nach. Immerhin kostet ihn das höchstens 5 DM, also geht er am nächsten Tag mit der Urinprobe zum Supermarkt, stellt die Urinprobe in den Computer und 5 DM in den Schlitz.
Der Computer fängt an zu arbeiten, die farbigen Lichter leuchten und blinken und schließlich kommt ein Papier heraus auf dem steht:
Diagnose: Sie haben eine Sehnenscheidenentzündung an der rechten Hand.
Abhilfe: Tauchen Sie zwei Wochen lang jeden Abend die Hand in warmes Wasser. Vermeiden Sie schwere Lasten.
Georg kann es nicht glauben, die Wissenschaft hat wirklich enorme Fortschritte gemacht. Aber mit der Zeit kommen ihm Zweifel, ob er Computer wirklich so perfekt ist.
Am nächsten Morgen nimmt er ein Fläschchen und gibt etwas Leitungswasser hinein. Seinem sabbernden Hund entnimmt er etwas Speichel und vermixt das Ganze. Von seiner Frau nimmt er etwas Urin und den Tampon seiner Tochter wringt er aus.
Alles kommt in das Fläschchen. Zur Krönung holt er sich einen runter und das kommt auch noch hinein.
Dann geht er zum Supermarkt, stellt das Fläschchen an seinen Platz und wirft 5 DM ein.Der Computer fängt an zu arbeiten, die Lichter blinken, es wird immer heftiger, die Lichter blinken immer schneller, der Computer droht zu explodieren.
Dann schmeißt er ein Papier aus, auf dem steht:
Diagnose: Ihr Leitungswasser ist zu kalkhaltig und unsauber.
Abhilfe: Kaufen Sie sich Entkalker und einen Reinigungsapparat.
Diagnose: Ihr Hund hat Würmer.
Abhilfe: Unterziehen Sie ihn einer Wurmkur.
Diagnose: Ihre Tochter ist kokainsüchtig:
Abhilfe: Veranlassen Sie sofort eine Entziehungskur.
Diagnose: Ihre Frau ist schwanger und bekommt Zwillinge. Sie sind nicht von Ihnen.
Abhilfe: Konsultieren Sie umgehend einen Anwalt Ihrer Wahl.
Ein dringender Rat: Hören Sie mit dem Wichsen auf, sonst wird Ihre Sehnenscheidenentzündung auch nicht besser.
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
"Goil" , hehe
8)![]()
"928forever"
ham wers bald mit den ganzen oldies? ;-)
The ultimate LAN-Clan
nee:
Ich bin fröhlich! So grundsätzlich. Und eigentlich nicht reizbar oder nachtragend. Nö, wirklich nicht. Es sei denn das Telefon klingelt wieder mal wegen irgendeinem User, der mich bei meiner Arbeit stört .
Tilililililili.
Ja, richtig gehört! Seit wir diese neuen Telefone haben macht es nicht mehr ringring . Ich gehe nach dem 9. Klingeln dran. Der Anrufer soll schon merken, daß ich immer beschäftigt bin.
"Hallo! EDV. Was liegt an?"
"Na endlich. Ich dachte schon Sie wären nicht da!"
Oha! Ich liebe diesen Stil! Mich stören, keinen Namen nennen und frech werden. Das schreit geradezu nach Userzüchtigung! "Wer spricht da bitte?" süßlichst von mir in die Muschel geflötet.
"Schimkat aus der Buchhaltung." Aha! Nun schnell reagieren .
"Ihr Useraccount bitte!"
"sschimk12. Ich habe ein Problem." :-) Schnell notiert. Wenn ich mit Dir fertig bin, dann hast du Probleme, Junge! Tja, manche lernen es eben nie! Meine Stimmung steigt merklich!
"Soso. Und was denn genau?"
"Ich komme nicht rein! Tun Sie was, aber schnell!"
Der Arme! Er kommt nicht rein. Oh ja! Ich werde etwas tun. Bestimmt.
"Natürlich Herr Schimkat. Werde mich sofort drum kümmern!"
-Klick-
Aufgelegt! Ich fass es nicht! Also eine Sonderbehandlung! Flux den Account frei gemacht und mal die Mails gecheckt. Hm, nix nettes dabei. Noch nicht mal ein Liebsbrief oder Lästerei über den Chef. Nachhilfe braucht der gute Schimkat! Also eine nette Mail erstellt und ab an den Chef. Und fix wieder den Account zu gemacht! Zweifel, ob ich zu dick aufgetragen habe mit der Liebesnachricht an den Chef zerstreuen sich sofort. Das Telefon:
Tililililililili.
"Hallo! EDV. Was ."
"Schimkat, was ist jetzt?" Unterbrochen! Der Kerl hat mich unterbrochen! MICH!
"Oh Herr Schimkat. Schon erledigt! Sie können wieder ran!"
-Klick-
Schon wieder aufgelegt! Er hats wirklich verdient! Natürlich kann er nicht wieder ran! Stelle mir gerade vor, wie er rot anläuft und die dicke Knollennase leuchtet. Er mag es nicht wenn man Ihn drauf anspricht. Ich kehre wieder zu meinem Duke zurück. Hähä! Rum um die Ecke und Rattatatattata! Ich brauche den Raketenwerfer! Unbedingt! Da! Einmal springen und dann .
Tilililililili.
Haß! Wut!
"Hallo! EDV!"
"Ja, guten Tag. Hier spricht Schulz aus der EKP2."
"Und?" Habe nicht die beste Laune! Fast hätte ich den Raketenwerfer gehabt! Sch.!
"Ja, also ich finde meine Dateien nicht mehr!" Kein Wunder! Bei dem IQ!
"Oha, da muß ich dringend mal reinschauen! Seit wann denn?!"
"Ja, seit eben. Eben waren Sie noch da und nun alle weg." Tja, Liebchen! Man kann nicht alles haben!
"Was haben Sie denn gemacht?" Ich kenne die Antwort: Ja, eingentlich nix.
"Ja, eigentlich nix." Da haben wir es! Sie tut nichts wenn Sie am Rechner sitzt! Telepathische Eingabe! WOW!
"Ihren Accout bitte!"
"schulzek9 und das Passwort ist heidi"
Klasse! Einfach klasse! Da muß ich noch nicht mal hacken. Schnelle Finger klickern . Drin und gucken! Erstmal die Mails. Hoho, wer hätte das der Schulz zugetraut! Also diese Vorlieben für SM lassen die Frau in einem ganz anderen Licht erscheinen. Das wäre doch was für Schimkat. Manchmal kann ich ein Schwein sein. Nun die Dateien gesucht. Hat es schon. Wiedermal den Ordner verschoben! Sie lernt es nie!
"So, Frau Schulz. Ihre Dateien habe ich eine geschlagene Minute gesucht und habe sie in Ihrem Order festgebunden. Sie können wieder reinhauen!" Ob Sie es gemerkt hat? Hehe.
"Ja, danke schön. Aufwiederhören!" Freundlich ist sie ja. Irgendwann muß ich Sie fragen, warum Sie jeden Satz mit "Ja," beginnt.
Ein Blick auf meinen Duke-Schirm gibt mir die Gewissheit, daß es nicht gut um meinen Helden steht. Also nochmal den Level anpacken. Das ist vielleicht ne Arbeit!
Tililililili.
Gemein! Das ist gemein! Ich hatte kaum ne Chance Luft zu holen.
"Hallo! EDV. Was kann ich tun?"
"SIE KÖNNEN MICH MAL, WENN SIE NICHT SOFORT MEINEN ZUGANG FREI MACHEN!"
Oho! Schimkat! Und gar nicht bester Laune!
"Herr Schimkat, wir haben ein Problem mit dem unteren Speicherabzweig der Burst-Cache-Logik." So was hilft immer!
"Es tut mir leid, aber vor morgen nachmittag werden einige User nicht arbeiten können!"
"Wir arbeiten mit Hochdruck dran!"
Hochdruck ., das erinnert mich daran, daß ich Till Hamann aus dem Versand noch seinen Hochdruckreiniger zurückgeben sollte. Ob er Ihn überhaupt noch vermisst? Mal abwarten . Ich meinte noch so etwas wie "unverschämt" und "[censored]" gehört zu haben und dann
-Klick-
Wech isser! Bin gespannt wie der Chef auf die eindeutige Einladung reagiert.
Nun ja, es wird Zeit für die erste Pause heute. Das Telefon auf die Nebenstelle in der Reinigungsabteilung gelegt. Ho-Tsao-Han geht immer gerne dran! Nur man versteht Ihn nicht. Seine Aussprache ist irgendwie recht koreanisch angehaucht. Aber egal. RUHE. Nach erquicklichen 83 Minuten Pause löse ich die Umleitung wieder. Bestimmt stauen sich die Anrufer schon in der Warteschlange. Ho-Tsao-Han beendet ein Gespräch nicht vor 20 Minuten. Tip-tip-tip. Umleitung ist wech.
Tililililililili.
Nun ist es Zeit für ein wenig Spaß! Ich werde mich mal wieder mit mit dem alten "Lohnbuchhaltunsspielchen" vergnügen.
"Lohnbuchhaltung. Meyer-Grau. Wer da?" (Meyer-Grau ist der Leiter Personalwesen) Hihi.
"Oh, Verzeihung. Da habe ich mich verwählt. Ich wollte eigentlich die EDV."
"Was? Verwählt? Sie verschwenden Firmengelder durch Ihr unkonzentriertes Arbeiten!"
"Wissen Sie eigentlich wieviel Geld uns solches Fehlverhalten der Mitarbeiter verloren geht?"
"Äh, nein. Verzeihung nochmals."
"Man sollte es Ihnen vom Lohn abziehen! Und einen Eintrag in die P-Akte gibts auch!"
"Wer spricht da eigentlich?"
-Klick-
Hehehe. Klappte prima! Ich denke es war der Johannes Michel vom Versand. Netter Kerl. Aber etwas weich. Nun hat er wieder Alpträume und steht besonders stramm, wenn Ihm Meyer-Grau über den Weg läuft.
Muß mich nun um die Datensicherung kümmern! Der Zeitpunkt ist nahezu optimal dafür! Klar, man kann die Datensicherung auch während der Pausenzeit machen, wenn keiner am Rechner arbeitet. Aber mehr Spaß macht es halt kurz nach der Pause, wenn alle wieder arbeiten! Manchmal bricht eben der Schelm in mir aus.
Also los: Global-Mail geschrieben und abgesendet.
ALLE USER SOFORT ABMELDEN!
Erfahrungsgemäß folgen 50% sofort, 20% unter mehr oder weniger Gezeter und der Rest stellt sich bockig oder ist mal wieder nicht am Platz. Und da greift die Möglichkeit des kill! Yep. User killen! Hehe. Fast wie bei Duke. Gucken, laden, zielen und zack!
Tilililililili..
"Hallo. EDV! Was gibts?" Mit fester Stimme und ohne einen Anflug von Heiterkeit.
"Johannes Michel. Guten Tag. Ich wollte nur mal fragen, ob ."
"Jetzt nicht! Sie sehen doch ich bin beschäftigt mit der Datensicherung!" Ein wenig barsch und drillich. Aber wirkungsvoll.
"Aber ich wollte doch nur fragen, ob ich ."
"Nein! Jetzt nicht! Habe einen besonderen Auftrag von Meyer-Grau!" Das saß!
"Oh, na dann rufe ich später nochmal an! Tschüß!" Schon ganz gut, aber noch nicht unterwürfig genug. Beim nächsten mal sollte ich als Meyer-Grau noch vehementer auf die großen Leistungen der EDV hinweisen!
"Ja, tschüß!"
-Klick-
Gucke gerade mal nach, wer noch alles im System rumhängt!
Oh, Petra Schürer. Die Sekretärin vom 2. Chef! Irre die Frau! Hm, killen?
No. Da rufe ich mal vorher an.
Tip-tip-tip
"Sekretariat Dr. Brunner. Mein Name ist Petra Schürer! Guten Tag." Hmm! Wie Sie das sagt!
"Guten Tag. Systemadministration Datenverarbeitung. Ich muß Sie bitten umgehend das System zu verlassen!"
"Oh, warum denn?" Bekommst Du keine Mails, Lady?
"Wir müssen eine inkrementelle Sondersicherung der mittleren Datenbanken fahren!"
"Oh, natürlich. Ich bin sofort raus!"
"Ja, danke Ihnen!"
-Klick-
Gucke weiter und stelle meine "Rauswerf-Liste" zusammen.
Die Augen zu Schlitzen verengt mit dem Instinkt eines jagenden Raubtieres kille ich User für User. Ein toller Spaß! Dem einen zerreißts seine mühsam aufgebauten Verknüpfungen in der Tabellenkalkulation, dem anderen wird der Text vor dem Speichern abgewürgt. Wie schon gesagt. Ein toller Spaß .
Tililililili..
"Hallo! EDV. Was gibts?"
"Ja, guten Tag. Schulz hier."
"Was ist denn los?" Ich kanns mir schon denken .: Ja, ich komme nicht ins System rein.
"Ja, ich komme nicht ins System rein!" Glupsch!
SIE HAT die Mail bekommen und gelesen! Bestimmt! Ist eben auf dem besten Weg den ersten Dan im DAU zu machen.
"Wir haben ne Störung! Versuchen Sie es in einer Stunde nochmal!"
-Klick-
Weitere Erklärungen wären reine Zeitverschwendung.
Kaum aufgelegt .
Tililililili..
Hochsaison. User-Massen-Panik! Und nur ein Telefonanschluß zur EDV! Hehe. Ein kurzer Blick zur massiven Stahltür beruhigt mich. Wenn die zu ist ist es dicht!
"Hallo! EDV!" Die Stimme vor Anstrengung verzerrt. Kurz und knapp angebunden. Es muß ja schließlich nach Stress aussehen!
"Mein Text! Mein Text ist WEG! Einfach so! Oh Gott! Mein Text! So tun Sie doch was!" winselt es mir entgegen! Ich würde sagen: Volltreffer gelandet! Nun muß man mit der Ruhe eines Professors der Chirugie an die Sache rangehen. Behutsam und extrem gewissenhaft!
"Also mal ganz ruhig! Mit wem spreche ich denn überhaupt?"
"Krzmarek. Hans-Jaochim Krzmarek. Meine Daten!" Oh no! Dieser Name. Und dann noch Hans-Joachim. Na ja!
"Wie ist denn Ihr Account?"
"Mein Account, äh. Mein Account ist, äh." Irgendwie scheint er an partieller Gehirnlähmung zu leiden. Tjaja, es war schon ein herber Schock mit seinen Daten.
"Mein Account ist krzmar76."
"Wie?"
"krzmar76."
"Äh, sorry, aber könnten Sie vielleicht nochmal ."
"Meine Daten sind weg! 3 Tage Arbeit verloren! Oh Gott!" Mache mir langsam Sorgen um Ihn.
"Jaja. Ihren Account bitte!"
"krzmar76."
"Buchstabieren Sie das bitte mal."
"k r z m a r 7 6"
"Danke. Werde nun mal nachschauen! Einen Augenblick bitte!" Nun kommt der Synergie-Effekt: Hans-Joachim am Telefon wegdrücken und dadurch die Leitung blockieren. Er hat schöne Musik und ich ein wenig Ruhe! Geschwind zum Duke-Schirm und los! Hähä. Da erwachen die niederen Instinkte in mir! Krawumm! Meuchel, meuchel! Ooops. Wie die Zeit vergeht beim Duken! Schon 13 Minuten rum. Kurz mal H-J aus der Schleife gefischt .
"Hören Sie?"
"Ja. Ja. JA!"
"Ich konnte noch nichts finden, aber ich bin dran!" Und wieder wech gedrückt!
Das war noch nichtmal gelogen! Ich bin wirklich dran jetzt! Denn ich habe ihn!
Den RAKENTENWERFER! Hähä! Es ist unglaublich wie das spritzt!
Der Level lief prima! Einfach zack-wumm und erledigt!
Werde nun H-J mal wieder besuchen.
"Hören Sie?"
"Ja!"
"Es sieht so aus als ob die Speicherung der Datenblöcke Ihres Sektors sich mit dem Reorg der präventiven Dasi-Header überschnitten hat. Zu alle dem kommt noch hinzu, das sich das Nixtu.VLM mit dem rekursiven rm beißt!" Dabei setze ich meine traurigste Miene auf und bleibe ernst! Immerhin teile ich Ihm gerade den Tod seiner Daten mit!
"Und das bedeutet?"
"Rechnen Sie mit dem Schlimmsten!"
"Oh."
"Oh nein! NEIIIIIIIN!"
"Doch, mein guter! Ich konnte nichts mehr tun!"
Das geht einem schon nahe!
-Klick-
That´s it.
Wie sagt man so schön:
"Es empfiehlt sich immer etwas Admin im Hause zu haben! ;-)"
-Schlürf-
Zufrieden sitze ich am Schreibtisch und geniesse eine Tasse Kaffee.
Ich habe da so meine ganz besondere Mischung. Hehehe.
Kurz vor der Pause mache ich meine Runde und melke die Kaffeemaschinen
der Kollegen. Es gibt schätzungsweise 17 davon auf unserem Flur.
Tja, von jeder einen kleinen Schluck abzweigen fällt gar nicht auf!
Das zusammen gibt meine Mischung. Sozusagen "Van Andern Auslese Exquisit".
-Schlürf-
So sitze ich also da und berausche mich an der Vorstellung meine Zähne in ein
frisches Käsebrötchen zu schlagen. -Schlürf-
-Toc Toc-
Es klopft an der Tür. Hm, nun ja. Habe gute Stimmung, also dann mal rein!
"Come in!" rufe ich, wie es John Wayne nicht hätte härter sagen können.
Durch die Tür schiebt sich dieser unglaublich dicke Frank Levermann.
Ich wundere mich immer wieder wieso seine Hose nicht runter rutscht, so
ganz ohne Hosenträger. Er kennt einen Trick! Bestimmt!
Er kommt immer zu mir, wenn es besonders warm ist.
"Hallo! Ist warm heute, ne?" schnauft er, wobei sich kleine Schweißtropfen
auf seiner Stirn zu einem Sturzbach vereinigen um sich todesmutig über die
Nasenspitze zu Boden zu stürzen.
"Es geht!" sage ich, während meine Finger zärtlich mit der Fernbedienung
der Klimaanlage spielen.
DA! Ich fass es nicht! Er hält in der linken Hand einen Teller mit einem
Käsebrötchen drauf! Dich schickt der Himmel zu mir, mein Junge! ;-)
"Ich wollte Sie mal was fragen!"
Ja, ja. Klar, einen Vorwand braucht er schon zur Abkühlung.
Meine Augen haben das Käsebrötchen fixiert.
"Immer wenn ich eine CD einlege, startet das Programm automatisch.
Kann man das abstellen?"
Kann man! Klar kann man das!
Es scheint Gouda zu sein. Mittelalt!
"Klar. Sie müssen nur die Dateien User.dat und System.dat löschen.
Dann ist es abgestellt!" Einfach und effektiv! Hehehe.
NEIN!
Er greift nach dem Objekt meiner Begierde!
"Sagen Sie mal, Herr Levermann. Ist das etwa Käse auf Ihrem Brötchen?"
Er hält inne. So gute 4 cm vor seinem Mund. Puhhh.
"Ja. Wieso?"
"Oho Herr Levermann. Wollen Sie sich vergiften?"
Ungläubig gucken mich seine Augen an. Irgendwie wirken sie klein in diesem
riesigen Gesicht. Hm, wie sagt man doch gleich? Schweinsäuglein? Yep.
"Vergiften?"
"Ja! Oh, Herr Levermann wissen Sie denn nicht was da drin ist?"
Ich denke an alte Socken und an Schokopudding mit Senf.
Mein Gesichtsausdruck muß grauenhaft gewesen sein, aber wirkungsvoll! ;-)
"Äh, nein. Also ich denke Käse ist gesund. Oder?"
Höre ich da ein wenig Unsicherheit? Nun schnell mitleidig gelächelt!
"Tja, das glauben viele! Aber es ist nicht so!"
"Neueste Forschungen haben ergeben, dass Käse . und jetzt halten Sie sich fest!
Nichts anderes ist, als ein vergorenes, von Bakterien durchsetztes Drüsensekret
des Rindes!"
Kurze Pause, um das wirken zu lassen.
"In warmen Räumen können sich die Bakterien sogar ausbreiten!"
Er schaut auf das Brötchen, dann zu mir und wieder auf das Brötchen.
"Meinen Sie?"
"Jaa doch! Stellen Sie es ruhig hier hin! Hier ist es zu kühl, als dass sich diese
Bakterien ausbreiten könnten. Die Putzfrau wird es gleich entsorgen."
Langsam stellt er den Teller hin und wischt seine Hand an der Hose ab, als ob
er eben etwas Schmutziges losgeworden wäre.
"Na dann. Vielen Dank nochmal. Ich muss nun weiter. Tschau."
Ein wenig verstört wirkte er ja schon.
-Klack-
Wech isser. Und die Tür ist wieder zu.
Das ging echt prima!
Ich schaue auf meine Beute und widme mich ihr hingebungsvoll. Hehehe.
Diese Pause wird dadurch fast zu einem kleinen Fest.
Nun ja, für mich jedenfalls! Aber er ist ja sowieso zu dick! :->
Komisch! Gar kein Telefon heute .
Tilililili .
Man soll es eben nicht beschreien!
"EDV. Hallo!" mampfe ich in den Hörer.
"Sekretariat Dr. Brunner, Petra Schürer."
"Oh. Moment!" Runterschluck! "Guten Tag"
Sie ist es. Diese irre Frau!
"Sie möchten mal sofort zum Chef kommen. In sein Büro!"
"Ja. Ok!" Schluck! Ich zum Chef? Kämpfe die aufkommende Panik nieder.
"Aufwiederhören!"
-Klick-
Während ich in den 9. Stock fahre überlege ich was er wohl von mir will.
Ob er es rausbekommen hat, dass ich mein Urlaubskonto modifiziere?
Klopfe an die dicke Eichentür. -Pock Pock-
"Herein!"
Ich drücke die Klinke und gleite in den Raum.
"Guten Tag. Ich soll zum Chef!"
Da sitzt Sie! Hmm. Tolle Frau!
"Guten Tag. Gehen Sie direkt durch! Der Chef wartet schon!"
Lehne mich mit Kraft gegen die gepolsterte, schwarze Tür und drücke
sie auf. Warum dieses Polster? Damit man die Schreie der Opfer nicht hört?
"Guten Tag Herr Dr. Brunner."
"Ah ja. Guten Tag mein Lieber. Nehmen Sie doch Platz. Und schließen Sie die Tür!"
Irgendwas stimmt nicht! Er ist so süß wie Honig.
"Also, die Sache ist etwas delikat. Ich kann mich auf Ihre Verschwiegenheit
verlassen?"
Aber klar doch! Immer doch! Ich habe das Schweigen sozusagen erfunden! Hehehe.
"Ja, Herr Dr. Brunner."
"Also ich bekomme seit einiger Zeit obszöne Emails aus unserem Hause. Es geht
dabei um recht eindeutige Einladungen. "
"Nein! Aus unserem Hause? Unglaublich!"
"Sie sagen es. Und es scheint der Schimkat aus der Buchhaltung zu sein!"
"Was? Der Schimkat? Unglaublich!"
"Ja. Auch ich war fassungslos. Ein sehr brauchbarer Mann. Und dann so etwas!"
"Der Schimkat? Ich kann es nicht glauben!"
"Ihre Aufgabe soll es nun sein zweifelsfrei zu ermitteln, ob er wirklich der
Verfasser ist. Niemand könnte das besser als Sie!"
Oh ja! Wenn du nur wüsstest, wie recht du damit hast! Oho!
Irgendwie trifft hier dieses mit dem Bock und dem Gärtner zu!
Ich fühle die Macht durch meine Adern fliessen! :->
Auf dem Weg nach unten grübele ich darüber nach, warum er mir keine
Zigarre angeboten hat. Niedere Kreaturen, wie DV-Administratoren, bekommen
in jedem guten Film IMMER eine Zigarre angeboten, wenn sie eine Mission
vom Chef aufgedrückt bekommen. Hmm .
Kaum an meiner Tür .
Tililili .
Ich hechte zum Telefon und kann den Hörer gerade noch vor dem Absturz retten.
"Hallo. EDV."
"Guten Tag. Hier ist Levermann. Ich war doch eben bei Ihnen ."
"Äh ja. Stimmt. Was liegt an?"
Ob er wirklich meinen Rat befolgt hat? Spannung!
"Ich habe versucht Ihren Rat zu befolgen. Aber ich finde die Dateien nicht!"
Schade eigentlich. Na ja, werde Ihm noch ne zweite Chance geben! ;-)
"Gehen Sie im Explorer auf (Ansicht) / (Optionen). Und dann (Alle Dateien) an!"
"Ah ja. Danke Ihnen. So einfach ."
"Noch was Herr Levermann. Dieser Trick ist nur was für Experten! Deswegen
können Sie den Hinweis der da vor dem Löschen kommt getrost ignorieren!"
"Gut. Danke Ihnen nochmals! Tschau."
-Klick-
Also ich denke er wird alles dran setzen die User und die System zu löschen!
Aber dann ist die registry sauber! Wirklich! Hehehe. Und das wollte er doch.
Oder nicht?
Schleppe mich mit letzter Kraft zu meinem Stuhl. Puhhh
Es ist Zeit für ein wenig Abwechslung nach dem Chef-Besuch!
Klinke mich ins Netz und gucke mal die Mails durch. Nachdem ich das
grep-script so modifiziert habe, dass es die Suchbegriffe aus einer Datei zieht,
ist das Durchforsten schon fast langweilig geworden.
Nun umfasst meine Suchdatei schon ein erklecklich Mass an Suchbegriffen.
Viele gute Treffer bekomme ich auf LIEBLING und auf VERMISSE. Aber der
unangefochtene Spitzenreiter ist NACHHER. Glaubt es oder nicht! Die besten
Mails enthalten NACHHER!
Sehen wir uns NACHHER? Ich rauche NACHHER immer eine Havanna!
NACHHER sag ich es meiner Frau! Soll ich Dich NACHHER wieder . ZENSUR.
Dies nur als Überblick! Grins
Aber wie das Leben so spielt. Nix da! Keine echt interessanten Sachen drin!
Also aus Frust mal drei User gekillt. So, nun gehts besser. Gekillt? Och ja!
Ein wenig den Duke bemühen. Jo! Das ist es jetzt!
Hetze meinen kleinen Helden durch die Schluchten und feuere aus allen Rohren.
-Toc Toc Toc-
Es klopft schon wieder. Komisch. Kein Schwein ruft an und ewig steht einer
vor der Tür. Ich klicke meinen Duke in den Hintergrund und öffne die Tür.
Zuerst denke ich, was macht das Kind hier? Dann seh ich das Zeichen der
Telefongesellschaft auf seinem Arm. Na ja, sagen wir Ärmchen. ;-)
"Guten Tag. Greuling Telefone. Ich muss dringend an die Verteilung hier."
Wow! Die Stimme! Das ist die Stimme von Rod Stewart! Echt!
Starre den zwergenwüchsigen Roddy-Verschnitt ungläubig an.
"Hi. Dann sailen Sie mal rein Meister. Was ist denn los?"
"Das kann ich Ihnen noch nicht sagen. Aber einige Telefone gehen nicht."
Auch meins? Ich wage kaum diese Frage zu stellen.
"Auch Ihr Telefon ist betroffen. Es kann nur an der Verteilung liegen!"
Yep. Das ist es! Kein Telefon heute. Stiller Jubel! Yeah!
Ich bewundere wie er sich mit einem riesigen schwarzen Werkzeugkoffer
durch die Tür quält und zolle Ihm echten Respekt für die Leistung es bis
zur Verteilung in weniger als 2 Minuten zu schaffen!
Praktisch! Er hat sein Bett immer dabei! :-)
Er stürzt sich förmlich auf die Verteilung und tastet mit den Fingerspitzen
nach dem Riegel. –Schnapp- Fast hätte er ne Leiter gebraucht. Hehe.
Die Tür schwingt auf und ich erkenne nun die Qualitäten seiner Grösse.
Er kann in die Verteilung reingehen! Respekt, Respekt!
In dem Dickicht von Drähten und Kabeln scheint er sich wohl zu fühlen.
"Würden Sie mir bitte einmal meinen Koffer reichen?" schallt es von innen.
Nun ja. Ich reiche Ihm den Koffer. Diese Stimme. Stark!
Toll, so eine Verteilung! Jedes Kabel hat seine Funktion. Jeder Draht hat
seinen festen Platz! Ein perfektes Zusammenspiel der Elektronen!
Jeder Draht?
Nein! Ein Draht hat seinen Platz verlassen. Schon vor Stunden! Yep.
Ich brauchte dringend einen neuen Schnürsenkel, bevor ich zum Chef musste!
Habe extra einen Draht von ganz hinten genommen, damit es nicht gleich
auffällt! :-) Ob ich es Ihm sagen soll? Nö!
Er ist der Profi! Und dieses Gefühl will und darf ich Ihm nicht nehmen! Grins
Hektisches Geklapper dringt aus der Verteilung als er sein Werkzeug auspackt.
Sekunden später höre ich dieses -PIEEEEP-PIEP- seines Prüfgerätes.
Es wird mich die nächsten Stunden begleiten. -PIEEEEP-PIEP-
;-)
Zawummm! Oho, diese Pipe-Bombs sind einfach der Aal! Warten bis jemand um
die Ecke kommt und dann das Gnöppsche gedrückt. Zawummm! Zerfetzt!
Lege sofort ne neue aus. Einfach nur spannend!
"Hallo Sie!"
Ich falle bald vor Schreck vom Stuhl!
Ach ja, der technisch begabte Meter ist ja auch noch da.
Puhhhh Verbanne Duke in den Hintergrund und drehe mich um.
"Ja, was gibts?"
"Sagen Sie mal, war irgendjemand in letzter Zeit an der Verteilung?"
Bin ich irgendjemand? Nö!
"Nein, das hätte ich gesehen. Und ich bin ja fast immer hier unten."
Er lupft seine Kappe mit Daumen und Zeigefinger und kratzt sich am Kopf.
Nun muß er zeigen was er drauf hat!
Also hau rein, Hein!
Schwing Dich in den Schrank, Frank!
Zieh am Kabel, Zabel!
Und dann sofort Deinen Bericht, Du Wicht!
;-)
Er murmelt etwas von "unmöglich" und "Sabotage". Dreht sich um und
verschwindet wieder im Verteilerschrank. -PIEEEEP-PIEP-
Es irritiert mich! Kein Telefon. Und dann dieses ewige -PIEEEEP-PIEP-!
Dabei soll man sich auf die Arbeit konzentrieren. Unmöglich!
-Toc Toc-
Willkommene Abwechslung! Es klopft mal wieder!
Ich reisse meine Beine von Tisch, springe auf, flanke über den Stuhl,
weiche dem Papierkorb aus, täusche den Hutständer mit einer Körperdrehung,
versetze dem Datenträgerwagen einen Bodycheck und stehe vor der Tür.
An die Klinke fassen und mit Wucht aufreissen!
Mir schauen zwei schreckgeweitete Augen entgegen. Fast wäre Ihr die kleine
Dose aus der Hand gefallen. Tja, Heidi Schulz ist eben etwas schreckhaft.
"Ja, hallo." sagt Sie. "Ich wollte für Martin Schreiner sammeln. Er heiratet!"
Who the [censored] is Martin Schreiner?
Und warum sammelt man bei einem solchen tragischen Geschehen für Ihn?
Braucht er Geld für die Flucht? Aufkeimende Solidarität!
"Was gibt man denn so?" Die Frage ist obligatorisch und gehört zum Ritual!
"Ja, jeder gibt das was er kann. Es kann aber auch mehr sein!"
Dabei grinst Sie wie ein Honigkuchenpferd. Ich mag solch präzise Auskünfte!
Ich schaue in die Dose, taxiere und entscheide mich für einen Fünfer.
-klack- Wech isser. Aber ist ja für einen guten Zweck! Kopf hoch, Kumpel!
Im Hintergrund höre ich ein Seufzen und Stöhnen abgelöst von wildesten
Flüchen und Verwünschungen! Mr. 1000 mm arbeitet sich in Ekstase! ;-)
Heidi Schulz kritzelt etwas in Ihre Liste und dreht sich zählender Weise um.
Ein wenig komisch ist Sie schon. Und diese Vorlieben. Tsts. Muss das unbedingt
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Yep. Die Welt hat ein Recht
zu erfahren was Heidi so treibt! Der Journalist in mir meldet sich! Hähähä.
Denke gerade über ein geeignetes Posting nach .
"Hallo Sie!"
Und was kommt jetzt? Soll ich die Hampe lalten und ins Lunkle deuchten?
"Könnten Sie einmal den Hörer abnehmen und mir sagen, wenn Sie einen
Ton hören?"
"Ok. Was für einen Ton?"
"Tuuuuuuuut" Und das mit der Stimme von Rod! Das kommt echt gut!
Setze mich vor das Telefon, greife den Hörer und lehne mich zurück.
Diese Aufgabe erfordert unbedingte Konzentration und ein gutes Gefühl.
Die Anspannung steht mir ins Gesicht geschrieben. Ich lausche .
.
.
Nichts! Da tutet einfach nichts!
.
Langweilig!
.
.
Ich denke, der Technikus braucht mal ein Erfolgserlebnis!
.
"Jetzt höre ich was!"
"Was? Unmöglich!" dringt es aus der Tiefe der Verteilung.
Ich kann seine Verwirrung riechen! Yep. Das fordert ihn nun total!
"Jetzt nicht mehr!"
"Was? Jetzt ist der Ton weg?"
.
.
"Jetzt wieder da!"
"Nein! Nein! Nein! Das geht nicht! Ich habe doch den Grünen gebrückt! Nein!"
"Und wieder wech!"
"Hä? [censored]!"
.
"Da ist der Ton wieder!" Macht echt Spass! Ich helfe gerne! Hehehe.
"Umpf!"
.
.
"Und nun höre ich gar nichts mehr!"
.
.
Schweren Schrittes verlässt er seine Baustelle und breitet einen Plan auf dem
Boden aus, kniet sich davor und starrt vor sich hin.
". 31 ist nc, 32 ist nc, grün auf 12 . ein Signal . wo ist die Brücke . nochmal"
Ich gucke interessiert zu. Toll, was er so drauf hat! :-)
". 31 ist nc, 32 ist auch nc. Nein! 32 ist nicht nc, wenn grün auf 12 ."
Es ist an der Zeit ein wenig aufzuräumen. Ist bald Feierabend! –pfeif-
Ich hole den Datenträgerwagen, bestücke diesen und rolle damit Richtung Safe.
Schaue kurz mal nach links in die Verteilung. Oh Gott! Das Chaos lebt!
Das bekommt er ohne Plan nie wieder zusammen. Na ja, er hat ja einen!
-Knirsch- Ein spitzer Schrei! Ooops. Bin ich Eselchen doch mit dem Wagen
über den Plan gefahren. Sorry. Habe eben nicht überall Augen.
Versuche den schweren Wagen wieder vom Plan zu ziehen. –Ratsch-
Die Räder zermahlen das Papier förmlich. Oh, sorry! Dumm gelaufen!
Da sitzt er , wie ein Häufchen Elend und kann es nicht fassen.
Na ja. Das wahre Ausmass der Situation wird er sowieso erst gleich begreifen!
Aber er ist zäh! Mit hektischen, roten Flecken im Gesicht beginnt er die
Einzelteile zu einem dem Plan möglichst ähnlichen Bild zu formen. Obwohl ich
den Erfolg dieser Aktion erheblich anzweifele, wünsche ich ihm gutes Gelingen.
So was motiviert! Das braucht er jetzt! Vorwärts, Tiger! Das schaffst Du!
Nehme meine Jacke, schalte den Rechner aus und laufe Richtung Tür.
Tschoe und cu! –klick-
Also das Licht hätte ich anlassen können. Oder auch nicht. Spart Strom! ;-)
Wie sagt man: "Es ist immer ratsam etwas Admin im Hause zu haben!" :-)
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
kennt einer von euch seiten wo man so was hier findet??
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
Hey Bela,
das liest sich echt saustark, der Typ ist ja richtig fies.
8)
, gibts da noch mehr davon ?
Gruss,
speed
"928forever"
deshalb frag ich ja.
bin noch auf der suche
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
oh!oooooooooooooooooooooooo!
was haben wir denn daaaa?
vielleicht was für lesebegeisterte? :
Ich habe heute auf allen unseren Maschinen das shadow-password-system
installiert, soweit das nicht schon geschehen war. Dabei habe ich
natuerlich als sicherheitsbewusster Administrator das neue login-Programm
mit der Option des sekundaeren login-Programms uebersetzt. Das sekundaere
Login-Programm musste ich leider selber schreiben. Es wird vom login
gestartet, nachdem die normale Login-Password-Kombination erfolgreich
eingegeben, ueberprueft und fuer gut befunden wurde. Es meldet sich danach
mit:
"Hm, your login was successful. I think you are <LOGINNAME>, but I'm not
sure. Please answer to the following <P1> questions. I do not say you if
your answer is correct or false, but if one answer is false I will
increase the number of questions by <P2>.
What does your mother drink for breakfast? => beer
What is the name of your sister ? => .
.
.
.
P1 und P2 sind selbstverstaendlich konfigurierbar und auch durch eine
Zufallsfunktion zwischen einem Minimum (fuer P1 derzeit bei 20 und fuer P2
derzeit bei 10) und einem Maximum (fuer P1 derzeit bei 1024 und fuer P2
bei 254) (ich bin doch wirklich human und kein Unmensch) variabel zu
gestalten. Ausserdem lassen sich als weitere Variablen die pro Tag
verbrauchte Rechenzeit, die durchschnittliche taegliche Loginzeit und ein
in der Datei /etc/seclogin.conf (nur fuer root lesbar) hinterlegter
Unbeliebtheitswert auswerten. (Die Richtung in welcher diese Werte wirken
[also eher positiv fuer den Nutzer oder eher negativ] laesst sich
konfigurieren.) In Zukunft wird sich auch noch die Anzahl der Logins pro
Tag auswerten lassen, da es aus einem unbegreiflichen Grunde immer wieder
Nutzer gibt, die offenbar nicht genau wissen, ob sie lieber eingelogt oder
lieber ausgelogt sein wollen. (Logins durch POP werden selbstverstaendlich
auch mit erfasst.) Vieleicht sollte man auch noch die Architektur der
Maschine, von welcher aus der Login durchgefuehrt wird bestrafen. Ich
denke hier besonders an die Systeme der Firma Winzigweich.
Zur Zeit habe ich die Sache so konfiguriert, dass Leute, die ohnehin meine
Maschinen nur einmal am Tag belaestigen, um dann nach einer Minute
festzustellen, dass keine Mail vorhanden ist, ja wohl den Rechner ohnehin
als laestiges Uebel betrachten und von ihm vollstaendig befreit werden
sollten. Diese Leute werden sehr schnell den Punkt erreichen, an dem sie
bei jedem Login 1024 Fragen beantworten muessen. Auch sollten die Nutzer
nicht staendig soviel Rechenzeit konsumieren, das kann ich selbst sehr
gut. (Schliesslich habe ich nicht umsonst erst eine neue 4,1 GB Festplatte
beantragt und nach sehr schwierigen Verhandlungen auch erhalten, mit einem
einzigen grossen Filesystem versehen und unter /usr/games eingehaengt.)
Ausserdem sollte mich die Bestrafung des Verbrauches von Rechenzeit auch
von haengengebliebenen netscape befreien, welche dann anscheinend
nichts anderes mehr zu tun haben als Rechenzeit zu konsumieren. lynx ist
ohnehin viel resourcenschonender. Also: Je hoeher der Wert in /etc/seclogin.conf
um so mehr Fragen.
Ach ja, die Fragen. Also das war ganz einfach. Ein Freund, der bei einer
so geheimen Institution arbeitet, dass er nicht einmal seinen eigenen
Namen oder seinem eigene Telefonnummer weiss, dafuer aber sofort weiss, ob
der Bundeskanzler zu- oder abgenommen hat, sobald dieser vor das
Rednerpult des Deutschen Bundestages tritt, weil in diesem Moment das
derzeitige Gewicht des Bundeskanzlers automatisch auf seinem Bildschirm
erscheint, hat mir eine Liste mit mindestens 12000 persoenlichen Angaben
zu jedem meiner Nutzer zukommen lassen, wodurch auch gesichert ist, dass
der Abstand in welchem eine Frage dann zum zweitenmal auftauchen koennte
gross genug ist. (Die Fragen werden selbstverstaendlich durch Zufall
ausgewaehlt, jedoch ist eine Frage, welche gestellt wurde, fuer einige Zeit
gesperrt und sinkt in der Wahrscheinlichkeit wieder gestellt zu werden.
Eigentlich sollte ich einige Nutzer einmal zwingen, alle Fragen zu
beantworten, schliesslich moechte ich doch gern wissen ob die Leute soviel
ueber sich selbst wissen, wie diese hochgeheime Institution ueber diese
Leute. Dabei hat mir mein Freund versichert, dass es sich durchaus nicht
um die Weitergabe geheimer Informationen handle, sondern das dies der ganz
normale Personalbogen einer Person sei, man wisse noch viel mehr ueber die
Leute .
Ausserdem arbeite ich gerade an einem Tool, welches auf ausgewaehlten
Partitionen (ich denke da an /home ) die Bloecke, welche zu einem File
gehoeren, durcheinanderwuerfelt. Wahlweise soll der letzte Block
ausgeklammert werden koennen. Ausserdem muessen selbstverstaendlich auch
einzelne Benutzer ausgeklammert werden koennen. Besonders nuetzlich ist
die Logging-Funktion. Die Logging-Informationen werden im Speicher
gehalten und in regelmaessigen Abstaenden mit Hilfe von scp auf eine
spezielle nur mir zugaengliche Maschine uebertragen. Ich habe heute das
Tool getestet und hurra, es hat unsere Frau Tipp erwischt. (Frau Tipp, das
muss hier vieleicht erklaert werden, ist nun seit etwa einem Jahr bei uns.
Sie war auch vorher schon bei uns, musste sich aber zwischenzeitlich mit
Ihrem Nachwuchs beschaeftigen und natuerlich auch mit Ihrem Mann. [Woher
haette sonst schliesslich der Nachwuchs kommen sollen?] Und waehrend hier
fleissig Personal abgebaut wurde, verbrachte Sie eine lustige Zeit zu
Hause und kam erst wieder, nachdem alle Personalabbauquoten erfuellt
waren. Wie man daraus sieht, ist unsere Frau Tipp, wenn es um das managen
von Zeiten und Terminen geht, sehr erfolgreich. Trotzdem ist unserer Frau
Tipp eine durchaus junge, huebsche und attraktive Frau.) Sehr schoen, es
dauert nicht lange (ich kann mir gerade vorher noch das Logging ansehen)
und Frau Tipp kommt. "Das BLOED geht ploetzlich nicht mehr. Es kommt eine
Ausschrift: 'Fehler 9736204'" (Das BLOED [Buero - Lehrstuhl - Oeko -
Dienst] ist ein ausgefeiltes Programm, welches dafuer sorgt, dass jede in
der Universitaet voll ausgegebene Tintenpatrone, Tonerkartusche und auch
jedes ausgegebene Farbband leer wieder abgegeben werden - und nicht etwa
voll. Ausserdem gibt es detailierte Recycling-Informationen aus und sorgt
fuer die Ausgabe der entsprechenden Formulare ueber den Drucker, die dann
mit der Schreibmaschine ausgefuellt werden. Dadurch spart die Verwaltung
unserer Universitaet viel Geld, denn sie muss ja keine Formulare mehr
drucken.)
"Sehr gut! Anhand der Fehlernummer kann ich gleich im WWW
unserer Universitaet den Fehler in der BLOED-Fehlernummern-Liste suchen."
sage ich.
"Das habe ich auch schon versucht, aber da sind 17 Listen und in
keiner dieser Listen ist diese Fehlernummer verzeichnet. Alle
Fehlernummern sind nur dreistellig." Dumm ist unsere Frau Tipp nicht und
wer ganz genau hinsieht, hat sogar die Chance die richtige Fehlernummer zu
sehen. Aber natuerlich kann nicht jeder an einer Universitaet Fehler
finden. Dazu sind schliesslich die Wissenschaftler da. Solche wie ich. Aus
diesem Grunde ist die Fehlernummer als 97-362-04 zu lesen. Also ganz
einfach. Das BLOED Programm in der Version vom April 1997 erzeugte den
Fehler 362. Die Zugehoerigkeit der Fehlernummernliste zur Versionsnummer
ist genauso hinterlistig verschlusselt. Also sage ich: "Die Fehlernummer
muss erst von der virtuellen Fehlernummer in die reale Fehlernummer
umgerechnet werden", und rufe meinen gepatchten wissenschaftlichen
Taschenrechner auf. Dieser ist mit einigem Bimbamborium verziert, so dass
nicht Eingeweihten auch mit Sicherheit alles, was ich mache, wie Schwarze
Magie vorkommt, falls es nicht schon ohnehin so ist. Diverse colored
wheels, Prozentanzeigen, Ausschriften ueber die ausgefuehrten
Rechenvorgaenge und Balken dokumentieren die Komplexitaet und
Schwierigkeit der ausgefuehrten Operationen. Ein Zufallsgenerator
garantiert, dass auch Additionen bereits unwahrscheinlich aufwendig und
komplex sein koennen. Nach einigem Hokuspokus schaue ich einfach in eine
der Fehlernummertabellen, suche einen kompliziert klingenden Fehler
heraus, lese ihn vor und erklaere, dass es sehr schwierig sei. Eine solch
schwierige Aufgabe verlangt natuerlich nach mindestens zwei Tassen
Schwarzem Tee, ohne den ich einfach nicht in der Lage bin zu arbeiten.
Natuerlich wird mir der Tee sofort serviert. Da ich leider in meinem
Block-Shaking-Tool noch keine Funktion habe, um die Blocknummern in der
Inode wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen, muss ich dies mit der
Hand machen. Selbstverstaendlich kann ich mich dabei recht nett so
nebenbei mit Frau Tipp unterhalten. Leider ist es schon nach zwei Stunden
12:00 Uhr und da verlangt mein Magen nach einer Pizza. Also komme ich zum
Ende und geschafft - ohne eine weitere Aufforderung laedt mich Frau Tipp
in die Pizzeria ein, wo wir in Ruhe (wegen der besseren Verdauung - man
soll ja beim Essen nicht so schlingen) uns bei Pizza und Cola
gegenuebersitzen. Da die meisten Studenten schon vor 12:00 Uhr in die
Pizzeria kommen, sind nur noch zwei Zweimanntische frei, aber wir brauchen
eigentlich nur einen.
Nach einem solch erfolgreichen Vormittag hat auch der Bastard
Administrator des Hades gute Laune und sorgt dafuer, dass saint die
NT-Maschinen nicht nur jeden Monat einmal auf Netz-Sicherheitsluecken
scant, sondern dreimal jeden Tag. (Natuerlich waerend der Dienstzeit.)
Sicherheit sollte man nicht unterschaetzen! Sie ist wichtig. Ich habe vor
kurzer Zeit festgestellt, dass NT-Systeme offenbar nicht gescant werden
wollen und aus diesem Grunde sich der Kernel aufhaengt. Schliesslich ist
so die Maschine am besten vor dem boesen Hacker geschuetzt.
Es ist Montagmorgen, und ich habe mir eigentlich nach der Installation
einer EPS (Enhanced Pizza Enviroment = Food Microwave Generator) in meinem
Zimmer eine Tasse schwarzen Tee verdient und geniesse diese gerade, als
jemand an meine Tuer klopft und, ohne auf die Gnade eines "Herein" von mir
zu warten, ein Herr in Anzug und Krawatte eintritt - das ist keiner aus den
neuen Provinzen schiesst es mir durch den Kopf - und zu mir sagt:
"Gruess Gott!"
Ich antworte natuerlich als wohlerzogener und hilfsbereiter Mensch sofort
mit:
"Das will ich gern tun, wenn ich ihn treffe. Kann ich sonst noch etwas fuer
sie tun?"
Der Herr sieht mich an als kaeme ich direkt aus der Hoelle. Nun ja, er hat
es nicht ganz getroffen, aber der Hades liegt schliesslich gleich neben der
Hoelle, wo ich auch gelegentlich schon zu Besuch war. Uebrigends ist Gott
noch nie dort gesehen worden, weder im Hades noch in der Hoelle. Der Herr
macht die Tuer schnell zu und entfernt sich eiligen Schrittes, fast als ob
der Teufel persoenlich hinter ihm her waere. Ob er wohl in meinem Zimmer
eine gewisse Praesens gespuert hat?
Ich nehme gerade wieder einen genussvollen Schluck aus meiner Teetasse, als
ein lautes Heulen mir verkuendet, dass wir gerade wieder einmal Geselliges
Beisammensein spielen. Da dieses Spiel wahrscheinlich nicht an allen
deutschen Universitaeten bekannt ist, werde ich es kurz erlaeutern. Es
beginnt damit, das ein Mitglied eines Bauarbeitertrupps oder einer
Handwerkerbrigade (von beiden Sorten bevoelkern hinreichend viele diese
Universitaet) sich an seinen Meister wendet und sagt: "Meister, ich habe
hier versehentlich ein paar Kabel mit erwischt. Ist das schlimm?"
Die Antwort gibt ihm in der Regel dann nicht der Meister sondern die
Sirene, indem sie sagt: "Huuiii . !"
Nun gibt es drei Arten von Mitarbeitern an dieser Universitaet:
* Die Retter in der Not glauben dass wirklich etwas passiert sein koennte
und Sie endlich einmal Ihre Faehigkeiten unter Beweis stellen koennen. Sie
beginnen sofort einen Sprint zur Universitaetsfeuerwehr und hoffen, dort
der Erste zu sein. Anschliessend sitzen Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen im
Wagen und hoffen auf einen Einsatzbefehl, der aber meines Wissens noch nie
gekommen ist.
* Die Geselligen gehen unabhaengig von Sonnenschein, Regen, Sturm, Hagel
oder sonstigen Widerwaertigkeiten des Wetters zum Stellplatz um dort die
anderen Kollegen zu treffen, besonders die, welche man sonst eher selten
sieht. Man macht einen kleinen Plausch und pflegt die Konversation.
* Die Unerschrokenen, zu welchen auch ich gehoere. Sie wissen, dass an
unserer Universitaet kein Feuer es wagen wuerde auszubrechen und sich gegen
uns zu stellen. Zu den Unerschrockenen gehoert auch unsere Frau Tipp, was
mich leider daran hindert, im Sekretariat und im Zimmer unseres Professors
endlich einmal einiges zu richten. Nun Ihr versteht schon, was ich meine.
Als Elektrotechniker und Systemadministrator weiss ich natuerlich, dass bei
einem Brand die Elektroenergiezufuhr ausfallen kann. Da ich dem Lehrstuhl
natuerlich Kosten sparen will, gilt es die Akkus der USV's zu schonen und
so veranlasse ich das geordnete Herunterfahren unserer Maschinen. Nachdem
ich den Serverraum gegen das Betreten Unbefugter abgesichert habe, trinke
ich noch den letzten Schluck Tee und verlasse das Gebaeude, welches
inzwischen wie ausgestorben wirkt. Auf dem Weg nach draussen muss ich an
einem oeffentlichen Kopierer vorbei. Da faellt mir ein, dass mir doch
gestern eine von diesen kleinen Glasrohrsicherungen durchgebrannt ist.
Dummerweise kann man die Sicherung des Kopierers nicht entfernen, ohne den
Sicherheitsschluessel fuer die Fronttuer zu besitzen. Schade. Aber oben ist
an dem Kopierer zusaetzlich eine kleine Magnetkartenleseeinheit angebracht
worden. Diese kleinen Magnetkarten aus Pappe kann man bei uns in der
Bibliothek kaufen, wo sie voll sind. Am Kopierer wird man dann das Kapital
auf der Chipkarte wieder los. Natuerlich habe ich mir auch eine solche
Chipkarte besorgt und sofort in meinem Magnetkartenlesegeraet der Firma
ROBOTRON eingelesen und die Daten auf meiner Festplatte abgelegt. Nun kann
ich meine Karte jederzeit wieder in den orginalen Zustand bringen. Im
Gegensatz zu der Sicherung des Kopierers selbst kommt man an die Sicherung
des daran angebrachten Kartenlesegeraetes sehr wohl heran. Ich entnehme die
Sicherung also. Schliesslich muss ich im Interesse meines Professors
sparen, wo es nur geht. Zur Vorsicht nehme ich auch noch die Sicherung des
Magnetkartenlesegeraetes an dem zweiten Kopierer, an welchem ich vorbei
muss, mit. Schliesslich kann man nie wissen, wann man wieder einmal eine
benoetigt.
Als ich das Haus verlasse, heulen die Sirenen immer noch. Sollen Sie. Ich
fahre also zunaechst einmal in die Innenstadt, um eine Marktanalyse
durchzufuehren. Wie ich den Computerladen betrete, sehe ich an der Kasse
eine huebsche Kassiererin, deren letzter Urlaub allerdings schon eine Weile
her sein muss. Ihre Gesichtsfarbe erscheint mir etwas un- gesund.
Wahrscheinlich hat Sie eine viel zu kurze Fruehstuecks- und Mittagspause
und muss den ganzen Tag hier drin in diesem Laden sitzen, wo Sie natuerlich
keinen Strahl Sonne abbekommen kann. Ich schlendere also durch den Laden
betrachte dies und jenes und hoere ploetzlich eine ekelgarstig
syntetisierte Stimme sagen: "Microsoft Sidewinder ." Wo kam das her? Ich
gehe der Sache nach und entdecke neben den anderen Joysticks ihn, den
Microsoft Sidewinder. Ich bleibe eine Weile stehen und da ist es wieder.
Der Joystick bewegt sich von selbst und dazu kommen wieder die Toene aus
dem Lautsprecher: "Microsoft Sidewinder ." Darueber muss ich mich sofort
informieren. Und wie es der Zufall will laeuft mir auch sofort ein
Verkaeufer in die Arme. Er spricht mich an und fragt mich mit seinem besten
Verkaeufergrinsen:
"Kann ich Ihnen helfen?"
Er muss gesehen haben, wie erstaunt und beeindruckt ich bin. Was ich aber
nicht ausstehen kann, das ist von Verkaeufen angequatscht zu werden. Wenn
ich sie benoetige, so tue ich Ihnen dies schon kund. Na warte.
"Wie bitte?" schreie ich und neige mein Ohr in seine Richtung.
Er etwas lauter: "Ob ich Ihnen helfen kann."
Das reicht noch nicht
"Ob ich Ihnen helfen kann? Nein, aber Sie koennen mir helfen. Ich bin
leider etwas schwehrhoerig und die Batterien von meinem Hoergeraet haben
leider gerade schlapp gemacht, muessen sie wissen."
Er schaut mich mitleidig und verstaendnisvoll an.
"Wissen Sie, ich habe da noch ein paar Fragen, zu diesem Joystick, dem
Microsoft Sidewinder. Ich komme von der Universitaet und da arbeiten wir
gerade an einem Projekt in welchem es um Spacecontrol with feedback unter
besonderer Beruecksichtigung amplitudemodulated Gasmolekule geht." Er
schaut mich erfurchtsvoll an. "Da koennten wir schon ein paar von diesen
Steuerknueppeln gebrauchen, aber wie gesagt ich benoetige vorher noch
einige Informationen."
"Aber sicher, das verstehe ich vollkommen."
"Der Steuerknueppel kann sich also selbst bewegen."
"Ja, das ist um dem Spieler das Gefuehl zu geben er sitze wirklich in einem
Flugzeug, zum Beispiel."
"Und dann spuert er sozusagen die Vibrationen des Flugzeuges, die sich auf
den Steuerknueppel uebertragen."
"Ja genau."
"Es handelt sich also um eine mechanisch Rueckkopplung."
"Genau so ist das."
"Und diese Rueckkopplung wird durch den Computer gesteuert."
"Richtig."
"Und die Programmierschnittstelle ist offengelegt."
"Ja natuerlich ist die offengelegt."
"Und finde ich diese Programmierschnittstelle auch im WWW?"
"Ja, die Web-Page steht mit im Handbuch."
Wir unterhalten uns in unverminderter Lautstaerke und sind deutlich im
gesammten Laden zu hoeren.
"Dann ist es also moeglich, auch eigene Applikationen zu entwickeln?"
"Aber selbstverstaendlich."
Der Verkaeufer hat nun kapiert, dass er mir um das Produkt zu ver- kaufen
mir nur wortreich beipflichten muss. Da sich zur Zeit keine anderen Kunden
in unserer Naehe befinden, frage ich Ihn in normaler Lautstaerke:
"Dann kann man also mit dem Micosoft Sidewinder auch Applikationen fuer
Frauen entwickeln?"
Und er antwortet in unverminderter Lautstaerke:
"Natuerlich kann man mit dem Microsoft Sidewinder auch Applikationen fuer
Frauen entwickeln."
"Sehr schon," sage ich zu Ihm, "da wird sich Frau Professor Dr. Goeser aber
freuen. Vielen Dank auch fuer Ihre freundliche Beratung."
Als ich danach den Computerladen verlasse, sieht die Dame an der Kasse
schon nicht mehr so bleich aus, sondern hat nun ein frisches Rot auf den
Wangen. Auf den Ohren im uebrigen auch.
Als ich wieder in die Universitaet komme, ist der falsche Alarm schon eine
Weile beendet. Ein Herr fragt mich nach dem Zimmer von einem Dr. Lebarei.
Ich antworte ihm wahrheitsgemaess, dass ich dies auch nicht so genau
wuesste, aber ich sei sicher, er habe sein Zimmer im 5. Stock. Auch warne
ich ihn vor dem ersten Fahrstuhl, an welchen er kommt, denn bei diesem
haengen wohl ein paar Relais und so komme es vor, dass er schon in einem
anderen Stockwerk ankomme, nur nicht in dem, in dem er ankommen wollte. Er
bedankt sich freundlich und nimmt den zweiten Fahrstuhl. Haette der Herr
sich den ersten Fahrstuhl auch nur kurz angschaut, so waere ihm klar
geworden, dass in diesem wohl nur noch sehr wenige Relais im Einsatz sind.
Bei dem zweiten Fahrstuhl ist das genau umgekehrt. Bestimmt wird der Herr
in irgendeinem Stockwerk den Herrn Dr. Lebarei suchen, bis ihm klar wird,
dass er sich im falschen Stockwerk befindet und wohl meinen Angaben nicht
haette blind folgen sollen.
Vor meinem Zimmer wartet schon eine ganze Menge von Nutzern. Einer wagt es
mich zu fragen:
"Wo sind Sie eigentlich gewesen? Und ueber- haupt, was treiben Sie sich
eigentlich in der Gegend herum, wenn die Rechner nicht laufen?"
"Die Rechner werden neuerdings bei Feueralarm zur Sicherheit auto- matisch
heruntergefahren. Ich werde die Gelegenheit jedoch gleich nutzen, um die
Permanetmagneten der Antriebsmotoren unserer Fest- platten neu
aufzumagnetisieren. Ich denke morgen mittag wird dann alles wieder laufen.
Sind Sie eigentlich nur wegen dieser Lappalie zu mir gekommen?"
Es daemmert ihm, dass dies besser nicht so waere und er sagt, dass er
ausserdem noch Geld auf sein Druckkonto einzahlen wollte. Ich bin also
gnaedig, nehme sein Geld entgegen und stelle ihm auch eine Quittung
darueber aus. Allerdings wird er dafuer in /etc/color.print aufgenommen. Er
darf sich geehrt fuehlen, denn bisher habe ich noch keinen Nutzer in dieser
Datei aufgenommen, da ich mit den ent- sprechenden Modifikationen an den
Druckerfiltern erst gestern fertig geworden bin. Fuer Nutzer in
/etc/color.print ist es vollkommen egal, an welchen Drucker sie ihre
Druckauftraege senden, alle Auftraege werden an unseren Colorlaserprinter
umgeleitet. Die Auslastung dieses Druckers ist wegen des von mir
festgelegten Preises von 1,50 DM pro Seite etwas schlecht. Aber ich denke,
in Zukunft wird die Auslastung auf dem Colorlaserprinter deutlich besser
werden.
Anschliessend muss ich noch einen Abschlussbericht zum Projekt Kriemhild
(das ist der Deckname fuer Automatische Gravitationsreaktion) schreiben.
Dank meines unermuedlichen Einsatzes fuer die Menschheit ist uns eine bahn-
brechende Entwicklung gelungen. Alle von uns neu entwickelten Geraete und
Anlagen werden in Zukunft mit der bei uns entwickelten automatischen
Gravitationsfunktion ausgestattet. Sie sorgt einmal fuer die Standfestig-
keit des Geraetes, als auch fuer das schnelle Wiederauffinden eines Geraetes,
falls es einmal herunterfallen sollte. Dadurch, dass das Geraet auf Grund
der automatischen Gravitationsfunktion nur nach unten fallen kann, weiss man
ganz genau, wo man suchen muss. Als Ergaenzung statten wir unsere Geraete mit
den bei uns entwickelten Gravitationsmodulen aus, die unten am Geraet ange-
bracht fuer einen sicheren Stand sorgen. Durch mathematische Berechnungen
sind wir in der Lage, schon bei nur drei Gravitaionsmodulen einen absolut
sicheren Stand zu gewaehrleisten. Natuerlich wird keines unserer Geraete
mit nur drei Gravitaionsmodulen ausgeliefert, da ja ein jeder weiss, dass
der Anwender sein Geraet konfiguriern moechte, denn ein Geraet welche nicht
konfiguriert werden muss oder kann, kann ja wohl nichts taugen, da es ja
ganz offensichtlich nicht dem Stand der Technik entspricht.
Unser Rektor hat ein Rundschreiben verfasst, in welchem er uns eine
"Handlungsrichtlinie zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit im Hin-
blick auf das Internet" vorstellt. Ich nehme diese Gelegenheit war um
unseren LEERstuhl (zu diesem Begriff hat unser Rektor ebenfalls ein
Rundschreiben verfasst, damit dieser Begriff auch richtig zur Anwendung
kommt) umfassend rechtlich abzusichern. Ich sorge also dafuer, dass
sobald sich ein Nutzer erfolgreich angemeldet hat, zuerst die Nutzungs-
bedingungen fuer die Rechentechnik, fuer das Netz und saemtliche Lizenz-
bedingungen, jeglicher auf der jeweiligen Maschine installierten Software
durchscrollen. Da es auch Menschen gibt, die nicht so schnell begreifen
habe ich fuer jede Zeile 20 Sekunden einkalkuliert. Nach jedem Dokument
biete ich drei Buttons an, dass man das Ganze verstanden hat und
akzeptiert, den Rechner doch lieber nicht benutzen moechte oder das man
das Dokument leider noch nicht so ganz im FNBPC (Fuzzy-Neuronaler-
Biologischer-Parallel-Computer) verarbeitet hat und es lieber noch einmal
lesen moechte.
Kaum bin ich fertig, klingelt das Telefon. Nachdem ich es ausgiebig
klingeln lassen habe (schliesslich bin ich ja schwehr beschaeftigt)
nehme ich ab. "Ja." sage ich. Eine Nutzerin ist dran. (Das ist gut.)
"Ja, ich habe hier ein Problem. Sie wissen doch, dass die KC-Technik
vor drei Jahren ausgesondert worden ist."
"Ja sicher." (Die KC-Technik stammt aus der Mitte der 80-er Jahre. Und
war eher dem Homecomputerbereich zuzuordnen. Vergleichbar etwa mit der
C64-Technik, obwohl Z80-Clones (U880) als Prozessoren eingesetzt wurden
und von dieser Seite her wohl die Verwandschaft zum ZX-Spectrum von
Sinclair groesser war.)
"Ja und nun haben wir hier noch Kassetten liegen. Wir wollen diese
Kassetten eigentlich wegwerfen aber man kann ja eigentlich nie wissen."
(Gemeint sind die Tonbandkassetten, auf welchen die Programme und Daten
gespeichert wurden. Wenn man diese in der Stereo-Anlage abspielte konnte
man deutlich hoeren, wie die Grille die Schallmauer uebersprang.
"Da haben Sie vollkommen recht. Wie Sie sich erinnern war ich ja auch
absolut gegen die Abschaffung der KC-Technik. Es war immerhin die
zuverlaessigste Rechentechnik, die wir je hatten. Der KC/85-1 welcher
das Ziffern-Code-Tuerschloss zum E-Labor bediente war schliesslich
ueber 11 Jahre durchweg im Einsatz. Das System musste nur nach dem
Stromausfall 1992 neu gebootet werden. Viren gab es bei der KC-Technik
auch nicht. Ach das waren noch Zeiten." seufze ich.
"Ja, was soll ich nun mit den Kassetten machen?" fragt Sie.
"Ganz einfach, machen Sie doch ein Backup und brennen Sie dann eine CD."
"Das ist eine gute Idee." leuchtet Ihr sofort ein. (Wohlgemerkt ich
habe nur gute Ideen.) "Nur wie bekomme ich die Daten in den Rechner? Mein
neuer Pentium II Computer hat kein Kassetteninterface."
"Ja, das ist schlimm." pflichte ich Ihr bei. "Die neuen Geraete sind
einfach nicht rueckwaertskompatibel."
Ich koennte Ihr jetzt sagen, dass es einen KC-Emulator gibt und dass
man mit Hilfe dieser Software die Daten ueber den Parallelport einlesen
kann. Aber dafuer muesste man ein Kabel loeten und die Signalpegel
anpassen, was dann eventuell doch vieleicht doch zu viel Arbeit fuer die
Dame waere und da dies bedeuten koennte, dass die ganze Arbeit wieder an
mir haengen bleibt, schlage ich Ihr eine ganz einfache Loesung vor.
"Sie haben doch sicher eine Soundkarte an Ihrem Rechner."
"Ja, habe ich."
"Sehen Sie, da muessen Sie nur den Kassettenrecorder an den Line-In-Ein-
gang anschliessen und dann koennen Sie die Daten einsampeln. Das geht
mit jeder Audiorecording-Software. Im Anschluss daran wandeln Sie die
Daten in Audiotracks um und brennen die CD einfach als Audio-CD."
"Das ist ja ganz einfach. Vielen Dank!"
"Ach das ist doch nicht der Rede wert. Auf Wiederhoeren."
Nun muss ich noch eine aktuelle Information an meine (L)User weitergeben.
Das erfolgt wie immer per E-Mail. Diese Informationen betreffen die
Sonnenfinsternis in Deuschland am 11. August 1999. So hat die Katholische
Kirche in Deutschland bekanntgegeben, dass die Welt an diesem Tage noch
NICHT untergeht. Kerzen und Streichhoelzer muessen NICHT gesegnet werden.
(http://katholische-kirche.de/news/0808pas.htm)
Die Evangelisch-Lutherische Kirche schliesst sich dem an. Auch der Vatican
betont, dass der Weltuntergang NICHT bevorsteht. Ausserdem muessen die
Mitarbeiter ueber die wahre Natur der Sonnenfinsternis aufgeklaert werden.
Den Schwachsinn mit dem Mond, welcher sich zwischen Sonne und Erde
schiebt, den kann man ja doch beim besten Willen nicht glauben.
(http://www.askia.de/sonnenfinsternis/index.html)
Ach ich werde langsam alt. Da habe ich nun doch tatsaechlich die drei
"NICHT" vergessen. Aber nun ist die E-Mail schon abgesendet. Nun ja, da
kann man nichts machen. Am besten ich nehme eine Aus-Zeit bei einer
guten Tasse Tee.
Ich bin gerade dabei mir nach einer wirklich grossartigen Arbeit eine
Tasse Tee (Earl Grey heiss) zu genemigen. Ich habe soeben ueber meiner
Tuer zwei Bretter fuer die von mir aus der Friedhofsgaertnerei georderten
Gruenpflanzen befestigt. (Nein ich bin nicht an der gallopierenden Rinder-
seuche erkrankt.) Die Mittel dafuer habe ich einfach aus dem
Projekt "Regelung der Wachstumsparameter eines Gewaechshauses mit Hilfe
von Fuzzy-Pattern-Klassifikation" genommen. Wer da meint, dass ich der
wissenschaftlichen Entwicklung schade, indem ich Ihr Geld entziehen
wuerde, der irrt gewaltig. Meines Wissens nach ist das Gewaechshaus in den
letzten drei Jahren, seit dieses Projekt laeuft noch um keinen halben
Zentimeter gewachsen. Somit ist das Geld ohnehin fuer die Wissenschaft
verloren. Die Bretter fuer die Pflanzen sind 4 cm dick und 5 cm breit.
(Noch breitere Bretter kann ich aus Kostengruenden leider nicht
verantworten.) Selbstverstaendlich habe ich nur Haengepflanzen gekauft.
Somit ergeben sich zwei Vorteile:
Erstens kann niemand mehr von aussen erkennen, ob ich in meinem Zimmer
bin oder nicht. (Bei uns am Institut sind die Zimmertueren der Mit-
arbeiter leider verglast. Man kann zwar nicht hindurchsehen, aber am
Schatten sehr wohl erkennen, ob sich jemand im Raum befindet oder auch
nicht.)
Zum zweiten werden die Leute wenn sie schon die Unverschaemtheit haben
nicht anzuklopfen, mein Zimmer nur noch mit der gebotenen Vorsicht be-
treten. (Zumindest nach einer gewissen Lernphase.)
Schon wieder scheppert es unter meinem Fenster. Was ist da denn schon
wieder los? Kann man nicht einmal an einer Universitaet seinen
philosophischen Gedanken nachhaengen? Ich sehe aus dem Fenster und weiss,
was los ist. Die Universitaet ist wieder einmal dabei sich von ihrem
Muell zu trennen. Ich veraendere meine Sitzposition so, dass ich hin und
wieder den Kopf aus dem Fenster stecken kann und widme mich wieder meiner
Arbeit, unseren Webserver umzukonfigurieren, da ich in Zukunft einen
multi-homed Webserver benoetige. Unser Webserver soll in Zukunft dann auch
unter dem Namen http://www.datenautobahnpolizist.de erreichbar sein, auf
welchem ich meinen Beitrag, zur Unterstuetzung unserer Bundesregierung und
zur Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt zu leisten gedenke. Selbst-
verstaendlich kostet mein Weiterbildungsangebot eine Kleinigkeit. Dafuer
sind die beruflichen Moeglichkeiten der Auszubildenden nach dem
erfolgreichen und mit einer entsprechenden Urkunde bescheinigten Abschluss
enorm. Schliesslich gibt es bisher in ganz Deutschland erst ganz wenige
Datenautobahnpolizisten. Die Domain datenautobahnpolizist.de habe ich im
uebrigen im Namen einer auf Verkehrstechnik spezialisierten Fakultaet
einer anderen Universitaet des Freistaates beantragt. Allerdings wissen
die Leute dort noch gar nichts von ihrem Glueck.
Da klingelt das Telefon. Ich lasse es fuenfmal klingeln und hebe dann
ab. (Schliesslich bin ich hier wirklich mit Arbeit ueberlastet.)
"Ja bitte."
"Es geht ueberhaupt nichts!"
(Ich liebe solche Leute ganz besonders. Das ist doch wirklich eine sehr
klare und vor allem einfache Fehlerbeschreibung. Nun ja, da wollen wir
doch einmal sehen, ob wir nicht etwas Nachhilfeunterricht geben koennen.)
"Oh das ist schlecht."
"Ja wirklich, wo ich doch den Bericht noch fertigschreiben muss."
"Liegt es am Papier?"
"Am Papier? Nein das kann nicht sein. Es ist genuegend Papier vorhanden."
"Nun dann pruefen Sie doch bitte den Fuellstandslevel im Schreibfluessig-
keitstank."
"Wieso? He, ich will doch nicht drucken, sondern den Bericht fertig
schreiben."
"Ja das weiss ich, aber Sie sollten trotzdem zunaechst den
Fuellstandslevel im Schreibfluessigkeitstank ueberpruefen."
"Na gut, wenn Sie meinen. Was muss ich dazu tun?"
"Das ist ganz einfach. Sie nehmen den unteren Teil des Geraetes in die
linke Hand und den oberen Teil in die rechte Hand."
(Er versucht es tatsaechlich, wie ich ueber die Geraeusche durch das
Telefon mitbekommen kann.)
"Ja, und nun?"
"Nun drehen Sie den oberen Teil einfach entgegen der Uhrzeigerrichtung."
(Gluecklicherweise baut die Firma HP doch recht solide Geraete.)
"Es geht nicht! Es geht wirklich nicht! Sind Sie sicher, dass man dazu
kein Werkzeug benoetigt."
"Nein, dazu benoetigen Sie mit Sicherheit kein Werkzeug, aber wenn Sie das
nicht schaffen, dann bringen Sie das Geraet einfach vorbei."
"Ja, das geht in Ordnung."
Zehn Minuten spaeter klopft es und ich bitte den Besucher herein. Bumm -
die erste Pflanze ist heruntergefallen. Er stoehnt vor Schmerzen,
verkneift es sich aber zu fluchen. Wenigstens ist er gut erzogen. "Oh, das
tut mir aber leid. Ich werde nachher gleich eine neue Pflanze in der
Gaertnerei besorgen." Bringt er zwischen seinen zusammengebissenen Zaehnen
hervor. (Ich haette wohl doch besser fuer eine Gewinnbeteiligung bei der
Gaertnerei sorgen sollen.)
"Was wollen Sie mit dem Drucker hier! Bringen Sie den sofort zurueck in
den Pool!"
"Ja, aber Sie sagten doch, ich solle das Geraet einfach bei Ihnen vorbei
bringen."
"Das sagte ich, aber ich meinte natuerlich nicht den Drucker."
"Sondern?"
"Ihren Fuellfederhalter!"
"Ja, aber ich wollte doch den Bericht mit dem Computer schreiben."
"Woher soll ich das wissen? Das haben Sie nicht gesagt. Also der Computer
geht nicht?"
"Ja."
"Dann muessen wir ein Computerhardwarereparaturformular ausfuellen. Das
geht ganz schnell. Ich bereite es fuer Sie vor. Sie muessen dann nur noch
abzeichnen."
"Oh, vielen Dank. Ich bringe inzwischen den Drucker zurueck."
Ich nehme also ein Computerhardwarereparaturformular aus der Schublade und
fange an die defekten Teile anzukreuzen. Ich fange dabei bei Maus an und
hoere bei dem Netzteil auf. Nach ein paar Minuten ist der Hilfesuchende
wieder zurueck und ich lege ihm das Computerhardwarereparaturformular
zum Abzeichnen vor.
"Aber das geht doch alles!"
"Wieso? Sagten Sie nicht, dass ueberhaupt nichts mehr geht?"
"Ja, aber ich meinte doch das Netzwerk. Ich komme nicht an den Server,
wo meine Dateien liegen, nicht in's Web und nicht an meine E-Mail."
"Ach so, das Netzwerk funktioniert nicht mehr. Na da wollen wir doch
gleich einmal nachsehen." (Ich bin heute wirklich sehr hilfbereit. Ich
muss wohl einmal zum Arzt gehen. Wahrscheinlich bin ich krank.)
Und tatsaechlich hat sich gestern, als ich einige kleine Aenderungen an
unserem Router vornehmen musste ein Fehler eingeschlichen. Offensichtlich
habe ich zwei IP-Adressen verwechselt und dieser Glueckspilz hat die
Maschine erwischt, welche dadurch nicht mehr geroutet wird. Na gut, helfen
wir ihm. Aber natuerlich hat alles seinen Preis.
"Ja, ich sehe hier, woran es liegt."
"So, was ist es denn?"
"Sie haben ihre DFUE-Steuer nicht bezahlt."
"Die was?"
"Die Datenfernuebertragungssteuer."
"Davon habe ich ja noch nie etwas gehoert. Was soll denn das sein?"
"Sie wissen aber schon, dass jetzt Rot-Gruen in Bonn bzw. in Berlin
regiert."
"Ja natuerlich."
"Und von der Umweltsteuer haben Sie auch schon gehoert."
"Ja, aber was hat das damit zu tun?"
"Nun die DFUE-Steuer ist so etwas wie die Umweltsteuer fuer Netzwerke und
jegliche andere Datenuebertragung."
"Ja, aber bei der Datenuebertragung wird doch die Umwelt ueberhaupt nicht
belastet."
"So? Da haben Sie wohl in theoretischer Elektrotechnik nicht aufgepasst.
Nun am besten ich rede noch einmal mit dem Professor. Sie wissen aber
schon, dass sich um jeden Leiter, so er ein gegenuber seiner Umgebung
unterschiedliches elektrisches Potential fuehrt ein elektrisches Feld
bildet?"
"Aber sicher weiss ich das." (Theoretischer Elektrotechnik ist fuer die
meisten Studenten ein Fach in dem es um Schwarze Magie geht. Und
erschwehrend kommt hinzu, dass eine erfolgreiche Pruefung die
Voraussetzung fuer das Vordiplom ist.)
"So, dann wissen Sie ja sicher auch, dass der Stromfluss in einem Leiter
zu einem magnetischen Feld fuehrt und dass man mit Hilfe elektrischer und
magnetischer Felder Energie uebertragen kann."
"Natuerlich."
Inzwischen habe ich mich mit Hilfe von Netscape zu den Homepages von
einigen Radikal-Gruenen von Buendnis 90/Die Gruenen durchgehangelt.
"Na, dann ist Ihnen doch sicher auch klar, was in so einem - na sagen wir
mal einem Vogel, der ja wie auch wir Menschen zu einem sehr grossen Teil
aus Wasser besteht, ablaufen wird." Dabei zeige ich auf die WWW-Seite,
in welcher dargelegt wird, dass der betroffene Vogel nicht nur einen
neurologischen, sondern auch einen psychischen Schaden bekommt und daher
sofortiger Behandlung durch einen Tierpsychiater bedarf. Er schaut auf
den Bildschirm und nickt.
"Und deshalb ist die DFUE-Steuer eingefuehrt worden." sage ich und ziehe
einen Ueberweisungsvordruck einer Bank heraus, setze als Betrag 143,40 DM
ein und die Kontonummer einer Luxenburger Briefkastenfirma ein, welche
mehrheitlich mir gehoert und ergaenze den Zahlungsgrund "DFUE-Steuer"
"So," sage ich "setzen Sie noch Ihren Namen ein und gehen Sie damit zu
Ihrer Bank. Sie erhalten dann meist innerhalb von wenigen Tagen eine
Bescheinigung des Finanzamtes ueber den Eingang Ihrer DFUE-Steuer,
welchen Sie mir dann bitte vorbei bringen, damit ich Sie wieder
freischalten kann."
Er bedankt sich artig und geht.
Mit Hilfe von Gimp, LaTeX, einem alten Bescheid des Finanzamtes und
unserem Scanner werde ich morgen ein sehr echt aussehendes Schreiben
verfassen, welches ich Ihm dann zusenden werde. Die Adressen meiner
Nutzer erfrage ich ohnehin bei Ihrer Anmeldung. Selbstverstaendlich
wird der maschinell erstellte Bescheid keiner Stempel oder Unterschriften
beduerfen.
Was macht der Container voller Schrott unter meinem Fenster? Verschiedene
Aasgeier und Fledderhabichte umkreisen den Container und suchen nach
verwertbaren Stuecken. Sie beaeugen alte Messgeraete, Drucker, Computer-
teile und sonstige Hardware, scheinen aber wohl alle noch nicht so
richtig auf den Geschmack gekommen zu sein. Dass werden wir gleich einmal
aendern. Ich durchsuche meine Sammlung von Mailadressen, nach Informatik-
Studenten und schreibe eine Mail an diese, dass die Universitaet wertvolle
Computerhardware verschrotte.
Es dauert nicht lange und sie kommen. Auf den ersten Blick finden sie auch
nicht viel, aber der mutigste von ihnen steigt in den Container und
beginnt diesen regelrecht umzugraben. Eine dreiviertel Stunde spaeter
zieht er triumpfierend eine alte DEC-Station 5000/120 heraus. Ich mache
ein paar Photos mit unserer Digitalkammera und stelle sie zu den anderen
Bildern im WWW, welche die Studenten unserer Universitaet bei der
wissenschaftlichen Arbeit zeigen. Da ich meinen Vier-Uhr Tee zu Hause
zu nehmen pflege, packe ich meine Tasche und gehe.
Ich sitze hier gerade im BZSDBA (Buero des Zentralen Systemkoordinators
und Datenbankadministrators) (ZSDBA ist die offizielle Bezeichnung meiner
Taetigkeit hier am LEERstuhl) und bewundere mein Werk. Natuerlich heisst
es auch nicht LEERstuhl, sondern Fachbereich, wie aus einem der letzten
Rundschreiben des Rektors hervorgeht. Wie ich auf meinem Bildschirm gerade
sehe unserer Professor, Frau Dr.-Ing. H. Goeser gerade ueber einer
Lektuere sitzt, welche wohl nicht wissenschaftlicher Art sein kann, der
entspannten Sitzhaltung nach zu urteilen. Ich habe gestern alle
Workstations und PC's mit Soundkarten, Mikrofonen, Lautsprechern und
Kameras ausgestattet. "Damit wir in Zukunft mit Hilfe von Telefonie ueber
das Netz Telefonkosten sparen koennen und durch Web-Konferenzen weniger
Dienstreisen machen muessen." "Ah, das ist gut." hat die Chefin gesagt,
welche durchaus eine sparsame Natur ist. Dass ich neben dem ganzen anderen
Softwarekram auch noch Back Orifice installiert habe merkt ohnehin
keiner. Endlich habe ich hier ALLES unter Kontrolle. Ich schalte um
in das Roboter-Labor. Dort steht noch ein alter Geselle aus einer laengst
vergangenen Zeit. Dennoch hat sich irgendwann jemand die Arbeit gemacht,
ein Windows-Programm zu schreiben, mit dessen Hilfe man ihn bedinen kann.
Nicht das jemand diesen Gesellen benutzen wuerde aber er hat einmal
Zehntausende gekostet und da waere es doch schade ihn einfach zu
verschrotten meinte die Frau Professor. Ich habe immer den Verdacht, dass
der Roboter nur noch da steht, weil hinter ihm einige Flaschen mit
Alkoholika stehen. (Fuer dringende Faelle wie z.B. Urlaubsanfang und
-ende, zurueck von schwehrer Krankheit, Ein- und Ausstand, akademische
Feiern, Weihnachten, Ostern und vieles andere mehr) Aus einer
Tonbandaufnahme einer Feier suche ich eine tiefe Stimme mit den Worten
"Zum Wohl" heraus und sample sie ueber die Soundkarte ein. Wir haben
zwar keine KC-Technik mehr, aber aus einem mir unbekannten Grunde
benoetigen wir immer noch die Kassettenabspielgeraete. Wahrscheinlich
ist der Grund darin zu sehen, dass wir zu Weihnachten die entsprechenden
Kassetten abspielen koennen. Ich schiebe das entstandene File auf die
Kiste im Labor, an welcher unser alter Kollege Roboter angeschlossen ist.
Eine kleines Perlprogramm unter Windoofs und eine Anweisungfolge fuer
den Roboter und . nicht fertig. Jetzt muss ich doch noch aufstehen.
Ich gehe hinueber in das Labor und versehe einen Schraubstock mit
Gummiauflagen fuer die Spannbacken und befestige ihn an einem Tisch in
Reichweite des Roboters. Damit sollte die Fixierung der Flasche waehrend
des open(bottle) Befehls gesichert sein. Ausserdem stelle ich die
Glaeser auf und versehe die Greifbacken des Roboters ebenfalls mit
Gummiauflagen. (Schliesslich handelt es sich um hochwertige 08/15
Weinglaeser und der Verlust dieser wuerde fuer den LEERstuhl einen
groesseren Verlust darstellen, als wenn die Feuerwehr bei einem
Brand unseren Server einschaeumen wuerde. Irgendwo muss doch noch der
Naeherungssensor mit dem CAN-Bus-Interface herumliegen. Ah er liegt hinter
der an Wassermangel eingegangen Pflanze auf dem Fensterbrett. So,
anstecken und fertig. Ich gehe zurueck in mein Buero und aktiviere das
Werk. Nun ja, ohne Sensoren am Roboter geht das alles nicht so ganz
einfach. Der Korken der Weinflasche schwimmt wohl zur Haelfte in der
Flasche und die Glaeser sind nur halbgefuellt. Ah, da kommt schon einer
unserer Studenten, welche gerade die Studienarbeit bei uns machen. Zuerst
schaut er etwas ueberrascht, nimmt aber dann sein Glas, sagt zu dem
Roboter ebenfalls "Zum Wohl" und trinkt das Glas aus. Der Roboter hebt
ebenfalls das Glas bis kurz unter die Augenhoehe und dreht es dann um 90°
nach unten. Selbstverstaendlich ist da nichts, wo er es hineinschuetten
kann. Es laeuft eben einfach nach unten. Der Student schaut noch ein wenig
nachdenklich, entfernt sich wieder von dem Kollegen Roboter und kommt
noch einmal auf ihn zu. Und wieder erhaelt er ein Glas. Es dauert nicht
lange und es bildet sich ein sozialistisches Wartekollektiv vor dem
Roboter. Leider geht um 13:47 Uhr der Wein aus. Schade. Na macht nichts.
Ich besorge mir aus der Sammlung (Das ist die Bezeichnung fuer eine
zentrale Stelle in welcher sehr antike Geraete gesammelt [Daher der Name]
werden, welche ohnehin keiner mehr verwenden wird.) einen alten Messender
und nehme eine Leitung des Parallelportes meiner Maschine um die
Modulation der HF-Traegerfrequenz zu kontrollieren. Ich starte ein
Programm und warte bis zur vollen Stunde. In unserem Gebaeude hat man die
alten Zentraluhr gesteuerten Uhren auf den Gaengen gegen neue Funkuhren
ausgetauscht, da die alte Technik zu unzuverlaessig war. (Das lag
wahrscheinlich daran, dass ich hin und wieder eine der Tochteruhren
kurzgeschlossen habe.) An meiner Armbanduhr ist es jetzt 15:04 Uhr aber
die Uhren auf den Gaengen im Gebaeude zeigen jetzt 16:15 Uhr an. Und weil
ich an die moderne Technik glaube gehe ich nach Hause.
Wie Dir sicherlich bekannt ist, wurde kuerzlich entdeckt, dass die
Elektronen farbig sind. Da wie heutzutage jedes Kind bereits weiss,
die Elektronen fuer den elektrischen Strom verantwortlich sind, ja
man muss sagen, durch diese der elektrisch Stromfluss erst moeglich
wird, spricht man in diesem Zusammenhang auch von der Farbe des
elektrischen Stromes. Zuerst wurde diese Entdeckung von den Mitar-
beitern eines durch ihre Werbung in Funk und Fernsehen bekannten
Stromanbieters gemacht. Sie stellten fest, dass die von Ihrer Firma
an die Kunden versendeten Elektronen eine gelbe Farbe hatten. Wenig
spaeter stellten die alternativen Energieversorger dann fest, dass
die in Ihren Windkraft- und Solaranlagen verwendeten Elektronen eine
gruene Farbe hatten. Wie nun bekannt wurde werden in Steinkohlekraft-
werken schwarze und in Braunkohlekraftwerken braune Elektronen ver-
wendet. Interessanterweise wurden bisher noch keine roten Elektronen
gefunden. Durch die unermuedlichen Forschungsarbeiten an unserem LEER-
stuhl konnte jedoch ein erstes Indiz dafuer gefunden werden, warum
derartige Elektronen noch nicht beobachtet werden konnten. Bei den
Forschungen, welche von mir geleitet wurden ging ich zu naechst von
dem nach mir benannten Tomatenmodell aus.
Tomaten sind bekanntlich auch sehr unterschiedlich, sowohl hinsicht-
lich ihres Geschmackes, als auch hinsichtlich ihrer Farbe. So sind
zum Beispiel rote, gelbe, gruene und braune Tomaten bekannt. Gruene
Tomaten gibt es zum Beispiel im Fruehsommer, rote und gelbe Tomaten
im Spaetsommer bis Herbst. Braune Tomaten koennen zu unterschiedlichen
Jahreszeiten auftreten. Natuerlich haben alle diese unterschiedlichen
Tomaten auch Gemeinsamkeiten. So zum Beispiel hinsichtlich Ihrer
aeusseren Form, ihrer biologischen Einordnung und der Form der Mutter-
pflanzen. Ein wesentlicher Unterschied der Tomaten besteht neben
ihrem Geschmack auch in ihrer doch sehr unterschiedlichen Wirkung
beim Verzehr. Bei gruenen und braunen Tomaten kann diese in gewisser
Hinsicht sogar umwerfend oder durchschlagend sein.
Die Frage, welche sich nach durch Betrachtung des Tomatenmodells
stellte, war, ob und wie sich die unterschiedlichen Farben des
konsumierten Stromes durch den Verbraucher auf diesen auswirken
wuerden.
Wir fanden dabei heraus, dass die bisherigen Aussagen der Demoskopen
ueber das zu erwartende Verhalten der Waehler, bisher mehr oder
weniger auf gluecklichen Zufaellen beruhte. Es stellte sich heraus,
dass die vom Waehler bevorzugte Partei direkt von der Farbe, des
durch ihn konsumierten Stromes abhaengig ist. So wird zum Beispiel
jemand, der ueberwieged gruenen Strom konsumiert, die Gruenen
waehlen, jemand, der ueberwiegend schwarzen Strom konsumiert die
CDU bzw. die CSU und so weiter.
Da in Ostdeustschland immer noch ein recht grosser Teil des
elektrischen Stromes in Braunkohlekraftwerken gewonnen wird, er-
klaert sich damit die zum Teil hohe Zustimmung zu rechten Parteien,
wie zum Beispiel zur DVU. Natuerlich haben wir uns gefragt, ob
es nach diesen Erkenntissen nicht auch roten Strom geben muesste.
Der rote Strom kommt offenbar sehr selten vor, was man schon daran
erkennen kann, das er trotz der in der letzten Zeit gewaltigen
Fortschritte der wissenschaftlichen Erforschung der Farbe des
elektrischen Stromes bisher keine roten Elektronen gefunden werden
konnten. Die Misserfolge der SPD bei den letzten Landtagswahlen und
Kommunalwahlen, welche besonders im Osten sehr verheerend waren lassen
sich also dadurch erklaeren, dass es sehr wenig rote Elektronen gibt.
Damit wird auch sehr wenig roter Strom von den Verbrauchern konsumiert
und als Folge davon gibt es wenig Zustimmung zu dieser Partei.
Allerdings ist es uns im Rahmen unserer Untersuchungen gelungen,
nun auch die Existenz von roten Elektronen und dadurch auch rotem
Strom nachzuweisen.
In mehreren Gebaeuden unserer Universitaet wurde vor einiger Zeit ein
zweites paralleles und unabhaengiges Energieversorgungsnetz installiert.
Dieses Energieversorgungsnetz wurde fuer den Anschluss der Rechen-
technik geschaffen, um diese besonders hochwertige Technik mit
Hilfe spezieller Filter und Sicherungen vor dem unreinen Strom, wie
er gewoehnlich aus den Kraftwerken kommt (man spricht in diesem
Zusammenhang auch von Elektosmog) zu schuetzen. Interessanterweise
kam irgend jemand auf die Idee, die entsprechenden Steckdosen dieses
Netzes zur besseren Unterscheidung rot sein sollten. (Wir untersuchen
noch, ob hier eventuell ein bisher unbekannter Zusammenhang existiert.)
Bei unseren Forschungen stiessen wir darauf, dass offenbar die in
diesem Energieversorgungsnetz eingebauten Filter als Nebeneffekt auch
nur die offenbar so seltenen roten Elektronen passieren lassen.
(Patent angemeldet)
Am Rande unserer Untersuchungen ueber die Farbe des Elektrischen
Stromes, hat mich natuerlich als Verantwortlicher fuer die Rechen-
technik an unserem LEERstuhl, die Frage interessiert, ob sich aus
den verschiedenen Farben des Stromes auch neue Aspekte fuer die
Rechentechnik ergeben. Es ist mir dabei gelungen den Begriff der
Kompatibilitaet zu klaeren. Bisher wurde immer angenommen, dass
die Kompatibilitaet sich auf die Programme von Computern und die
von Ihnen verarbeiteten Daten beziehen wuerden. Ich konnte zeigen,
dass dem nicht so ist. Die Kompatibilitaet bezieht sich nach den
neuen bei meinen Untersuchungen gewonnenen Erkenntnissen auf die
Farbe des Stromes. Das heisst, dass ein Rechner dann als kompatibel
zu bezeichnen ist, wenn er mit allen Stromarten, gleich welcher
Farbe betrieben werden kann.
Bin gerade dabei, ein paar Drogen zu geniessen (Koffein in Form von
Tee) und dabei das visionaere Werk von Bill Gates "Der Weg nach vorn"
zu studieren, wobei mir Peter unser neuer LEERstuhl Kater von seinem
Lieblingsplatz auf dem Schrank aus ueber die Schulter schaut. Ich habe
Ihn aus Mitteln des LEERstuhls gekauft und als Maustreiber deklariert.
Die Chefin hat ihn etwas komisch angesehen, als sie Ihn das erste Mal
erblickt hat und gemeint, er bringe hoffentlich kein Unglueck. Ich
wusste noch gar nicht, dass auch Wissenschaftler aberglaeubisch sein
koennen, denn ganz zufaellig ist Peter ganz schwarz mit sehr schoenen
gruenen Augen. Festzuhalten ist auf alle Faelle, dass es in Zukunft
noch viel mehr Arbeit geben wird um das Verhaeltnis von Gut und Boese
in das rechte Gleichgewicht zu bringen, aber auch viele Erleichterungen,
so dass wir wohl zukuenftig gleich mit einem Schlag die Schlulbuecher
eines ganzen Landes aendern koennen, womit wir dann der heranwachsenden
Generation das rechte Verstaendnis fuer die Wichtigkeit der dunklen
Seite (der Macht) naeherbringen koennen. (Ehrlich gesagt habe ich ja
schon immer den Verdacht gehabt, dass Bill Gates auch ein Bastard ist.)
Von Sicherheit spricht Herr Gates zwar auch, ich denke aber, dass wir
guter Hoffnung sein koennen, dass deren Niveau nicht hoeher sein wird
als bisher und dass ausserdem genuegend Hintertueren fuer uns offen
gelassen werden. Wahrscheinlich wird die Sicherheit wohl auch in enger
Zusammenarbeit mit der NSA (National Security Agency) entwickelt, so
dass man mit dem entsprechenden Generalschluessel auch diesbezueglich
aller Sorgen enthoben ist.
Wenn Herren auf dem Olymp uns haben strafen wollen, dann haben sie
dies mit dem Telefon getan. Staendig wird man beim lesen WIRKLICH
WICHTIGER wissenschaftlicher Dokumente gestoert. Ich hebe also ab.
"Verfassungsschutz, Aussenstelle Chemnitz."
Ups, das ging aber schnell mit dem Auflegen. Aber so schnell gibt
der Anrufer nicht auf. Also nehme ich das Telefon wieder ab.
"Hexenhaeuschen am Kreuzweg, Flueche, Verwuenschungen und Banne
aller Art. Was kann ich fuer Sie tun."
"Aeh, ich wollte eigentlich Herrn Ziegler sprechen."
Mein Blick faellt auf Peter, der inzwischen auf meinen Schreibtisch
gesprungen ist, und die Reste meines Fruehstuecks untersucht.
"Ach das tut mir aber leid, da ist letzte Woche etwas schiefgegangen,
als wir Ihn in eine Maus verwandelt haben. Die schwarze Katze sass
daneben und meine Mitarbeiterin hatte vergessen sie frueh zu fuettern
und da hat die Katze den Herrn bzw. die Maus Ziegler gefressen."
"Na da ist wohl dann nichts zu machen."
"Ja, es tut mir leid." sage ich und lege auf.
Ich kann mich nun endlich wieder meiner Lektuere widmen. Neben vielen
anderen Saetzen findet sich im ersten Kapitel mit der Ueberschrift
"Der Beginn einer Revolution" der folgende: "Noch heute begeistert
mich der Gedanke, dass ein KORREKT geschriebenes Programm immer und
zu jeder Zeit hundertprozentig funktionieren wird und genau das tut,
was ich ihm gesagt habe." Auch das dritte Kapitel mit dem Titel
"Lektionen aus der Computerindustrie" enthaelt einige bemerkenswerte
Aussagen: "In den letzten Jahren hat Microsoft absichtlich einige
Manager eingestellt, die Erfahrungen in Unternehmen gesammelt
haben, die vom Scheitern bedroht waren. . Microsoft wird bestimmt
noch Fehlschlaege einstecken muessen, . Auch einen Marktfuehrer
kann unerwartet der Ruin ereilen."
Bis zum Nachmittag hat das Telefon Ruhe gegeben. Aber nun meldet
es sich wieder. Ich hebe ab.
"Ja, bitte."
"Ich habe hier ein Problem mit dem FASEL. Es geht nicht mehr weiter.
Entweder haengt es oder es laeuft nur ganz langsam." FASEL ist die
Abkuerzung fuer Fabrik Automatisierungs Simulation mit erweitertem
Layout. (Es handelt sich dabei um die zweite Generation einer
Application zur Simulation von Fabrikautomatisierungssystemen, welche
auch zufaellig auftretende Ereignisse wie zum Beispiel Stoerungen
simulieren kann. Die Application laeuft bisher ausschliesslich unter
Linux und bedient sich des /dev/random. Es ist nicht so, dass es nicht
auch mit /dev/urandom gegangen waere, aber das waere fuer die (L)user
nun wirklich zu einfach.
"Einen Moment ich sehe kurz nach." Und tatsaechlich kann ich, nach-
dem ich mich auf seiner Maschine eingelogt habe sehen, dass
/dev/random leer ist. Nicht dass ich diesen Zustand nicht durch ein
paar Plattenaktivitaeten beheben koennte, aber eine gute System-
administration hat schliesslich Ihren Preis.
"Ja, ich sehe, wo das Problem liegt. Der Zufall auf Ihrer Maschine
ist alle und dieses Stehenbleiben bzw. sogar Haengenbleiben des
FASEL kommt dadurch zustande, dass nur noch ganz wenig Zufall
vorhanden ist. Das ist wie der letzte Rest in einer Flasche Ketschup.
"Der Zufall ist alle?"
"Ja natuerlich, oder was glauben Sie, wie es sonst moeglich ist,
eine absolut determiniert arbeitende Maschine zufaellige Ereignisse,
wie sie zum Beispiel vom FASEL oder von Spielen benoetigt werden
produziert. Uebrigends spielen Sie eventuell viel."
"Nicht viel, nur ein ganz klein wenig."
"Was spielen Sie denn so?"
"Nun oonsoo, sie wissen schon dieses Solitair Spiel mit den Karten
und manchmal auch Tetris."
"Na dann ist es natuerlich klar. Ueberlegen Sie mal, wieviel
Zufall fuer diese Spiele benoetigt wird. Gluecklicherweise
habe ich fuer solch Faelle immer noch ein Diskette Zufall in
Vorrat. Natuerlich muss ich dann eine neue Diskette besorgen aber
ich kann das als normale Ausgabe fuer die Forschung verbuchen.
Die Chefin moechte allerdings wegen der starken Kuerzungen von
Haushaltsmitteln neuerdings immer sehr genau wissen, warum und
wofuer wir Geld ausgeben."
"Koennte ich es nicht auch selbst bezahlen?" fragt er kleinlaut
(Manchmal muss man nur dafuer sorgen, dass die Leute selbst die
guten Gedanken haben, bzw. dass sie glauben es seien Ihre Ge-
danken.)
"Selbstverstaendlich koennen sie das. Ich sende Ihnen die
Rechnung ueber 58,89 DM zu, sobald die neue Lieferung Zufall
angekommen ist. Und werde Ihnen die Diskette Zufall einstweilen
sofort per Netz auf Ihre Maschine ueberspielen. In 5 Minuten
koennen Sie das FASEL neu starten."
Ich benenne /dev/random in /dev/_random um und verlinke dafuer
/dev/urandom nach /dev/random. Die Rechnung wird morgen von
meiner Luxenburger Briefkastenfirma ausgestellt werden.
Man hat es nicht leicht als Bastard. Staendig dieser Stress.
Momentmal, haben die Mediziner nicht vor einiger Zeit fest-
gestellt, dass das Streicheln einer Katze hilft Stress ab-
zubauen? Ich rufe also Peter, der inzwischen einen kleinen
Spaziergang auf dem Gang gemacht hat und setze ihn mir auf
den Schoss. Es dauert nicht lange und Peter faengt an zu
schnurren, waehrend ich Ihn streichle. Sobald ich auch nur
kurz aufhoere, hoert er auch auf zu schnurren und schaut
mich vorwurfsvoll an. Dadurch komme ich natuerlich heute
wirklich nicht mehr zum Arbeiten. Ach ja, es ist wirklich
entspannend eine Katze zu streicheln und der Stress laesst
auch langsam nach.
Du wirst es nicht glauben, aber ich liege hier mit zwei Maeusen auf
Hiero in der Sonne. Die eine Maus links neben mir ist zweibeinig,
weiblich und sieht echt gut aus, die andere Mouse rechts neben mir
ist an die Sonne (Sun) angeschlossen. Hin und wieder klicke ich mich
mit ihr ein paar Seiten weiter durch das WWW. Du glaubst gar nicht,
wie schwierig es war hier auf Hiero eine anstaendige Ferienwohnung
mit einem 100 Mbit Internetanschluss zu finden. Der Blick auf das
Meer und die Palmen am Strand ist einfach Klasse.
Aber ich sollte Dir natuerlich zunaechst erst einmal berichten, wie
es dazu kam. Also es war 8:57 Uhr und ich war schon auf der Ziel-
geraden zur Universitaet und wenige Meter von der Einfahrt des Mensa-
parkplatzes entfernt, da kommt von dort ploetzlich so eine Seifen-
kiste von Fiat Uno. Natuerlich ist es fuer jegliche Brems- und Aus-
weichmanoever bereits zu spaet und da steht auch schon der Fiat Uno
40 cm in meiner Fahrertuer. [censored] Studenten! Ich will schon aus-
steigen und den Verursacher ordentlich zusammenstauchen, so dass
ihm auch klar ist, mit wem er sich hier angelegt hat und dass er
in den kommenden 6783 Jahren an Zugang zur Rechentechnik ueberhaupt
nicht denken muss, als ich feststellen muss, dass sich die Fahrertuer
natuerlich nicht mehr oeffnen laesst. Nun gut, dann steigen wir eben
zur Beifahrertuer aus. Ich steige mit meinem rechten Bein ueber die
Mittelkonsole und will gerade das linke nachziehen. Autsch! Warum
knirscht das nur so komisch. Das kann doch wohl nicht eingerostet
sein? Inzwischen hat sich die Fahrertuer des Fiat Uno geoeffnet
und der Fahrer, so ein langhaariger Typ ist ausgestiegen. Mensch
hat der lange Beine. Als Frau haette der bestimmt gute Chancen.
Etwas komisch angezogen ist er. Warum traegt der eigentlich einen
Rock? Achso, das ist eine Studentin! Meine Stimmung steigt von
-200 auf -100 an. Inzwischen ist die Dame an meinem Wagen angekommen.
Sie sieht noch etwas blass aus. An der Tuer versucht sie sich gar
nicht erst, jedoch will sie mir offenbar irgendetwas sagen. Ein
Glueck, der elektrische Fensterheber geht noch. "Das tut mir leid,
aber bei den ganzen Autos, die hier am Strassenrand parken, konnte
ich wirklich nichts sehen. Ist ihnen etwas passiert?" "Nein, eigent-
lich nichts, aber wenn sie versuchen koennten, die Tuer aufzube-
kommen. Zur Beifahrertuer habe ich es schon versucht, aber mein
linkes Bein gibt so komische Geraeusche von sich." "Ach du grosser
Gott, da ist es bestimmt gebrochen. Warten Sie ich rufe einen
Krankenwagen."
Im Krankenhaus hat sich dann herausgestellt, dass die Fraktur recht
kompliziert war und man sagte mir, dass der Knochen mit ein paar
Schrauben wieder zusammengefuegt werden muesse. Selbstverstaendlich
bringt mir auf meinen Wunsch hin sofort eine nette Schwester ein
Telefon samt einer dazugehoerigen Chipkarte an das Bett. Ich rufe
sofort die Chefin an:
"Goeser."
"Guten Morgen Frau Professor Goeser, hier ist Stein, ich kann heute
und den Rest der Woche leider nicht kommen."
"Wieso? Da haetten sie Urlaub einreichen muessen. Sie koennen zur
Zeit auf gar keinen Fall Urlaub nehmen."
"Gut, dann nehme ich eben eine Krankheit. Ich habe mir vor 2 Stunden
bei einem Verkehrsunfall das Bein gebrochen. Oder haette ich das
vorher einreichen muessen?"
"Oh, das tut mir aber leid. Werden Sie bloss schnell wieder gesund,
wer soll sich denn sonst hier am LEERstuhl um die Rechentechnik
kuemmern."
"Oh, ich glaube, das wird etwas dauern. Der Arzt sprach von einer
sehr komplizierten Sache und dass ich eigentlich eine Kur braeuchte,
da wuerde sich der Heilungsprozess erheblich beschleunigen. Aber
er sagte auch, dass bei den derzeitigen Kuerzungen im Gesundheits-
wesen ueberhaupt nicht daran zu denken waere."
"Hm, ja, das ist aber schlecht. Wo muessten Sie den hin zur Kur?"
"Der Arzt meinte die Malediven waeren gut, notfalls taeten es aber
auch die Kanaren. Ausserdem braeuchte ich eine Begleitperson, weil
ich natuerlich zunaechst Probleme mit dem Laufen habe und mit einem
eingegipsten Bein auch nicht Auto fahren kannte. Ausserdem muesste
ich noch 40 Kilo Uebergewicht bezahlen, da ich meine Workstation gern
mitnehmen wuerde, um die Rechner am LEERstuhl im Auge zu behalten."
"Hm, also wir haetten da noch 12000,- DM von dem PUST-Projekt uebrig,
also ich koennte Ihnen ."
"Das wuerde vollkommen ausreichen, denke ich. Schicken Sie doch bitte
den Herrn Vogt bei mir im Krankenhaus vorbei, ich benoetige einige
Dinge von zu Hause. Dabei kann er dann gleich aus meinem Buero mein
Notebook, das Verlaengerungskabel, die Mehrfachsteckdose, das An-
steckmikrofon, das Modem und die Lautsprecher mitbringen, damit ich
an dem BROESEL-Projekt weiterarbeiten kann."
"Natuerlich. Das ist sehr gut! Gute Besserung!"
Nach der Nahrungsaufnahme zur Mittagsstunde und einem ausgiebigen
Schoenheitsschlaf beginnt die Besuchszeit. Nachdem Ralf die Technik
vorbeigebracht hat und meine Liste der benoetigten persoenlichen
Sachen entgegengenommen hat, schlage ich mein Adressbuch auf und
ueberlege wer denn meine Begleitperson sein koennte. Also da waere
Carola, nein die kommt nicht in Frage . . Und waehrend ich so
ueberlege und die Besucher mit diversen Gaben fuer die dahin Siechen-
den kommen und gehen, wie zum Beispiel die junge Dame, die jetzt mit
einem riesigen Blumenstrauss und Praesentkorb an das Bett meines
Nachbarn getreten ist. "Hallo, ich wollte mich bei Ihnen entschul-
digen und sehen wie es Ihnen geht." Hatte mein Bettnachbar auch einen
Unfall? Hatte er nicht gesagt, dass er wegen einer Appendizitis
hier sei? Und warum steht sie mit dem Ruecken zu ihm? Ich schaue
nach oben. Der Verkehrsunfall. Sie laechelt etwas verlegen. Der
Urlaub auf den Kanaren . Ich Schussel, natuerlich die Kur auf den
Kanaren hat meine Stimmung wieder auf Normal Null gebracht. Und
eigentlich, wenn ich die Dame dort nicht an das Steuer des Miet-
wagens lasse . Schlecht sieht sie jedenfalls bei genauerer Be-
trachtung nicht aus. Die Figur stimmt, das Gesicht drueckt trotz
Ihrer blonden schon fast als golden zu bezeichnenden Haare Intelligenz
aus, dazu tiefblaue Augen. Alles in allem nicht schlecht. Also
lasse ich mich auf ein drei Stunden Plauderstuendchen ein.
Am uebernaechsten Tag liege ich mit meinem Gipsbein und den drei
neuen Nirostaschrauben in meinem Bett und spiele mit dem Telefon
herum. Ich kann telefonieren zu den in Krankenhaeusern ueblichen
horrenten Gebuehren, wozu das Telefon aber besagte Chipkarte be-
noetigt. Mein Modem hat natuerlich keinen Schlitz fuer diese Chip-
karte und ist daher auch nicht in der Lage mit der Aussenwelt
sprich der Universitaet in Kontakt zu treten. Wie komme ich an
die E-Mail der Kollegen und an die News? Hm, wenn ich abhebe hoere
ich immer eine Reihe von Toenen. Ich lasse mir von der Schwester
etwas Krankenhaus uebliches Klebeband besorgen und befestige mein
Ansteckmikrofon an der Hoermuschel. So, nun noch Sax angeworfen,
den Gabelkontakt betaetigt und die Tonfolge eingesampelt. Leider
ist das Ganze fuer eine Auswertung noch unbrauchbar, da die
Stoerungen zu gross sind. Ich rufe den Kollegen Vogt an und bitte
ihn die DTMF-Frequenzen heraus zu suchen. Nach einigen Minuten ruft
er zurueck und gibt mir die Frequenzen durch. Den Rest des Vor-
mittages verbringe ich damit ein digitales Filter in C zu schreiben,
welches genau die DTMF-Frequenzen aus der Aufnahme herausfiltert.
Nach meinem Schoenheitsschalf lasse ich am Nachmittag den Filter auf
die Aufnahme los und siehe an, es handelt sich um die Nu
und für die richtigen fans geht es hier gleich weiter.
und zwar mit dem Bastard BüroHengst From Hell:
Montag Morgen: Nach einer Woche Abwesenheit schleppe ich mich in mein
Büro. Die letzte Woche habe ich auf einem Seminar zugebracht, das dem
Thema "Planung: Ersetzen des Zufalls durch Irrtum" gewidmet war. Auf
meinem Schreibtisch türmt sich ein Berg Post, den ich aber erst einmal
ignoriere.
Zunächst muß ich mich um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens
kümmern - und das sind die Spesenabrechnungen. Ich starte meinen PC,
auf dem ich mir ein spezielles Reisekostenprogramm gebastelt habe. Das
Programm ist vernetzt mit meinem privaten Bankkonto und meinem
privaten Finanzbedarfsplan. Die Berechnung der Spesen erfolgt
retrograd, d.h. aus der Höhe meines Finanzbedarfs errechnen sich meine
Abwesenheitszeiten und die Aufwendungen während meiner Reise.
Gleichzeitig erstellt mein Grafikprogramm alle notwendigen Belege, wie
die Rechnungen der Hotels, die Taxenrechnungen und die
Bewirtungsbelege. Ich muß mir nur noch die Namen der Hotels und der
bewirteten Personen ausdenken und in die Leerfelder eintragen.
Ich drucke die Abrechnung aus und kontrollierte noch einmal das
Ergebnis. Unglücklicherweise ist mein persönlicher Finanzbedarf im
Augenblick etwas groß, so daß die Abrechnung eine dreiwöchige Reise
und Bewirtung von 45 Personen ausweist. Ich weiß, daß in der
Spesenabrechnungsstelle ein sturer Bürokrat tätig ist, der sich bei
einer Plausibilitätsprüfung vielleicht an solchen unwesentlichen
Details stören könnte, deshalb ändere ich noch ein paar Daten, so daß
es eine einwöchige Reise bei einer Bewirtung von 123 Personen wird.
Das sollte genügen. Ich unterschreibe die Abrechnung und lege sie in
den Postausgangskorb.
Auf einem früheren Seminar für Führungskräfte habe ich gelernt, daß
man bei der Einteilung der Tagesarbeit unbedingt seinen persönlichen
Biorhythmus berücksichtigen muß. Nach den empirischen Versuchen, die
ich monatelang an mir durchgeführt habe, ist es für einen produktiven
Arbeitstag unbedingt notwendig um 9.00 Uhr eine Teepause einzulegen.
Ich hole meine beiden Teekannen aus dem Stahlschrank, spaziere in die
Küche und setze Wasser auf. Geduldig warte ich darauf, daß das Wasser
zu kochen beginnt. Ich wiege auf der kleinen Goldwaage, die ich in
Eigeninitiative an der Küchenwand angebracht habe, sorgfältig 10 g
Darjeeling First Flush ab. Sobald das Wasser zu kochen beginnt - man
darf es auf keinen Fall sich totsprudeln lassen - schütte ich den
Darjeeling in die erste Kanne und sehe auf den Sekundenzeiger der Uhr.
Nach 90 Sekunden gieße ich den Tee in die zweite Kanne um und
schlendere zurück in mein Büro.
Entspannt setze ich mich auf meinen Stuhl und schlürfe meinen
Darjeeling. Das Telefon klingelt. Wer stört denn jetzt in diesem
entscheidenden Augenblick meines Schaffensprozesses?
Ich trinke noch einmal von meinem Tee, schließe die Augen und spüre
dem Nachgeschmack des Darjeelings auf dem Gaumen nach. Das Telefon
klingelt rücksichtslos weiter. Also doch mal rangehen.
Es ist unser Pförtner, der mir mitteilt, daß eine Spedition hier sei,
die eine Lieferung für mich hat. Aaah, endlich ist es also soweit.
Nachdem ich jahrelang unserem Vorstandsvorsitzender erzählt habe, wie
großartig ein Managementinformationssystem sei, hatte er vor ein paar
Wochen die Investition bewilligt. Der Vorstandsvorsitzende will immer
alles wissen, deshalb konnte ich ihn damit ködern, daß er mit einem
solchen System die aktuellen Kennzahlen unseres Betriebes, die
gesamtwirtschaftlichen Vergleichsdaten, die Bankkontoauszüge aller
Mitarbeiter und das aktuelle Abendprogramm aller Cabarets in 100 km
Umkreis sehen könnte. Die Zugriffsmöglichkeit auf die letztgenannte
Information gab den Ausschlag für seine Zustimmung zu dieser
Investition.
Ich beauftrage einen Gabelstaplerfahrer die Ladung vor die Türe des
Vorstandsbunkers zu transportieren. Ein Gefühl der Vorfreude
durchströmt meinen Körper. Seufzend verlasse ich meinen Tee. Zu den
Führungskräften zu gehören fordert große Opfer.
Ich gehe zum Vorstandsbunker, wo bereits eine Gitterbox auf mich
wartet, aus der ein Berg brauner Pappkartons ragt, die mit
verheißungsvollen japanischen Schriftzeichen bedeckt sind. In diesen
Kartons ist alles enthalten, was man für ein
Managementinformationssystem benötigt: einige PCs, Bildschirme,
Drucker, Modems und Netzwerkzubehör.
Dann borge ich mir bei unserem Hofdienst eine Schubkarre, packe die
Geräte aus und werfe sie in die Schubkarre. Ich überlege einen Moment,
wie ich das Problem der Entsorgung der Kartonagen bewältigen könnte.
Mein Umweltbewußtsein gibt mir eine Idee ein, wie eine fachgerechte
Entsorgung zu bewerkstelligen sei: Ich stopfe die leeren Kartons in
die Briefkästen des hausinternen Postdienstes; wobei ich auf eine
gerechte Verteilung auf alle meine Lieblingsfeinde sorgfältigst
bedacht bin.
Ich fahre dann die meterhoch mit Elektronik beladene Schubkarre in den
Chefbunker. Sekretärin Nr. 1 will mich zunächst nicht in das Büro des
Chefs vorlassen. Der Boss ist heute nicht im Haus. Sekretärin Nr. 1
erzählt mit wichtiger Miene etwas von einer Geschäftsreise. Die kann
mir viel erzählen - ich weiß Bescheid! Das ist wieder eine dieser
Incentivereisen, bei denen er einige Kunden in einem Bordell freihält
und dabei selbst den größten Rechnungsbetrag verursacht. Innovative
Kundenbetreueung nennt sich das.
Ich habe also an diesem Tag volle Bewegungsfreiheit in seinem Büro und
gedenke diesen Zustand optimal auszunutzen.
Wenn der Vorstandsvorsitzende nicht im Haus ist, fühlt sich Sekretärin
Nr. 1 als seine Stellvertreterin - obwohl sie, außer nett auszusehen,
eigentlich nichts kann. Ich erkläre ihr geduldig den Zweck meines
Kommens und zwänge mich mit meiner Schubkarre an ihr vorbei in die
Zentrale des Chefbunkers. Dort kippe ich den ganzen Kram auf den
Teppich.
Zunächst bringe ich die Schubkarre zurück auf ihren Platz. Schließlich
muß man mit Betriebseigentum sorgfältig umgehen. Dann begebe ich mich
wieder in das Büro des Vorstandsvorsitzenden und schaffe auf seinem
Schreibtisch den notwendigen Platz für das
Managementinformationssystem. Ich kippe alles was auf dem Schreibtisch
liegt in den Papierkorb. Es ist an der Zeit, dem Boss zu
demonstrieren, daß die Zukunft dem papierlosen Büro gehört.
Die Hardware entspricht dem Qualitätssiegel "Plug and Pray"; deshalb
habe ich das EDV-Gerümpel innerhalb von nur fünf Stunden
betriebsfertig montiert. Um das externe Netzwerk zu kontrollieren,
logge ich mich kurz beim Beate Uhse Versand ein und prüfe das Angebot.
Weil ich schon einmal da bin, bestelle ich umfangreiches
Informationsmaterial an die Privatadresse des Vorstandsvorsitzenden
und gebe als Empfänger den Namen seiner Frau mit an. Damit die
Unterlagen auch ganz sicher ihr Ziel erreichen, bestelle ich das
gleiche Material noch einmal an seine Geschäftsadresse. Dann lade ich
noch ein pornographisches Bild aus dem Beate Uhse Rechner und
installiere es als Grafik der Planzahlen für das kommende Jahr im
Managementinformationssystems. Das sollte für den
Vorstandsvorsitzender Motivation genug sein, sich mit der
strategischen Planung unseres Unternehmens zu befassen.
Zum Abschluß der Installation rufe ich vom Telefon des Chefs aus noch
eine dieser günstigen Nummern in der Karibik an, wo einem eine
virtuell erregte Dame alle möglichen Schweinereien zuflüstert,
speichere das Gestöhne als Soundfileauf der Festplatte des
Managementinformationssystems und lege für mich eine
Sicherungsdiskette an. Eine durchdachte Backupstrategie kann
lebenswichtig sein für ein erfolgreiches Unternehmen.
Ich richte die Startdateien so ein, daß dieses interessante Soundfile
jedesmal beim Start des PCs abgespielt wird. Nach den neuesten
betriebspsychologischen Erkenntnissen dient eine derartige Maßnahme
der Mitarbeitermotivation in nicht unerheblichem Maße.
Bevor ich gehe, zeige ich Sekretärin Nr. 1 noch, wo der Knopf zum
Einschalten an dem PC ist, damit sie sich auch ein wenig mit der
Technik der Zukunft befassen kann. Ich verlasse aber den Chefbunker
bevor das System komplett hochgefahren ist und das Soundfile startet.
Ich kenne es ja schon.
Durchaus zufrieden mit meinem Tagwerk gehe ich zurück zu meinem Büro.
Als ich an der Türe meines Abteilungsleiter vorbeikomme, sehe ich
durch den offenstehenden Türspalt, daß der Abteilungsfürst im
Augenblick nicht anwesend ist. Ich habe ja noch auf einer Diskette
eine Sicherungskopie von dem Soundfile und von dem pornösen Bild
gemacht und mich durchzuckt noch die Idee einer weiteren produktiven
Anwendungsmöglichkeit.
Es müßte der Harmonie in der Führungsetage doch förderlich sein, wenn
mein Abteilungsleiter auch in den Besitz dieser wichtigen
Informationen käme. Also installiere ich flugs auf seinem PC das
Gestöhne aus der Karibik und überlege, was mit dem Pornobild zu machen
sei. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen, konvertiere ich es
zu einem Bildschirmschoner und richtet diesen so ein, daß er sich
jedesmal aktiviert, wenn man drei Sekunden auf keine Taste gedrückt
hat. Um den Bildschirmschoner vor versehentlicher Beschädigung zu
schützen, sichere ich ihn noch mit einem Password. Diese Sorgfalt
würde den Abteilungsleiter sicher erfreuen.
Endlich wieder in meinem Büro lege ich die Füße auf den Tisch und
stecke mir eine Zigarre an. Mein Tee war natürlich kalt geworden.
Scheißstreß!
Dienstag Morgen. Heute frueh im Bett, als mich der Schlummer langsam
verliess, hatte ich gehofft, dass es vielleicht heute einmal nicht
7.00 Uhr werden koennte und dass vielleicht dieses einmal der Wecker
nicht klingeln wuerde. Diese Hoffnung war aber leider im grausamen
Scheppern der Aufweckmaschine zerstoben. Wieder ein neuer Tag. Na
wartet!
Ich betrete mein Buero, sinne nach Rache dafuer, dass die Welt
existiert und suche nach einem Opfer.
Viel zu frueh kommt Sekretaerin Nr. 3 in mein Zimmer und fragt nach
den neuesten Ergebniskennzahlen für den Abteilungsfuersten.
Sekretaerin Nr. 3 ist eine der uebelsten Giftspritzen der Firma und
hat den entscheidenden Fehler mich zu oft vor 9.00 Uhr morgens
anzusprechen.
Ausserdem ist sie total verknallt in den Abteilungsfuersten und
wuenscht sich seit vielen Jahren vergeblich, von ihm geheiratet zu
werden. Das wirft natuerlich ein bedenkliches Licht auf ihren Sinn für
AEsthetik.
Leider hatte ich total vergessen, die Ergebniskennzahlen zu erstellen.
Zeit gewinnen!
"Ich habe die Zahlen bereits waehrend des Wochenendes zuhause
ermittelt. Ich drucke sie sofort aus und bringe sie Ihnen in fuenf
Minuten", floete ich zu Sekretaerin Nr. 3 und packe meinen
charmantesten Augenaufschlag aus.
Sie schuettelt ob meiner Disziplinlosigkeit den Kopf und verlaesst
mich, irgendetwas vor sich hinmurmelnd. Ich starre ihr hinterher und
schwarze Gedanken steigen aus der Tiefe meiner Seele auf.
Zunaechst aber muss ich die Ergebniskennzahlen kreieren. Ich starte
meinen PC und werfe den Zufallsgenerator an. Zwei Minuten spaeter
entsteht der Ausdruck mit den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Das
hat bisher immer genuegt.
Ich eile zu Sekretaerin Nr.3. Sie hat ein Buero gemeinsam mit den
Sekretaerinnen Nr. 4 und Nr.6; wir nennen den Raum "Das Frauenhaus".
Ich suelze:"Hier bitteschoen, extra in Schoenschrift gedruckt."
Sekretaerin Nr. 3:"Vielen Dank, vielleicht koennten Sie naechstes
Monat die Zahlen etwas frueher bringen. Ich habe keine Lust immer auf
Sie zu warten. Alle anderen geben ihre Zahlen stets puenklich ab."
Was soll das. Will sie Krieg?
"Sie sind immer der letzte, der seine Zahlen bringt und so schwierig
kann das bisschen Zeug ja auch nicht sein!"
Ja, ich glaube, sie will Krieg.
"Die paar Zahlen kann man doch wirklich in ein paar Minuten
erstellen."
Sie blickt stirnrunzelnd auf meine Ergebniszahlen.
"Sieht sowieso aus, als ob es mit einem Zufallsgenerator erstellt
worden waere."
Albernes Gekiecher der Sekretärinnen Nr. 4 und 6.
Es wird Krieg geben!
Ich fuehre einen geordneten Rueckzug durch, begebe mich in mein Büro
und koche erst einmal eine Kanne Tee. Beschreibung hierzu siehe
Kapitel 1.
Ich rauche eine Zigarre, trinke meinen Darjeeling und plane mein
weiteres Vorgehen. Eine differenzierte Unternehmensplanung ist der
Schluessel zu allem Erfolg in der Marktwirtschaft. Ja, so wird es
gemacht:
Ich versuche mich mit dem Usernamen und dem Password des
Abteilungsfuersten in den Rechner einzuloggen. Die Userbezeichnung ist
kein Problem: Abkuerzung der Abteilung und die Nummer "1". Das wird
ueberall so fantasievoll gehandhabt.
Sein Password duerfte auch kein Problem darstellen. Zunaechst versuche
ich es mit seinem Vornamen rueckwaerts geschrieben: geht nicht; dann
mit "Pamela Anderson": geht auch nicht; sein Nachname rueckwaerts
geschrieben: nee, haut nicht hin - und der Rechner weist mich total
hinaus.
Also dann eben noch einmal von vorn: User Abteilungsabkuerzung und die
"1", ich versuch es mal mit dem Password: "Produktiv": geht auch
nicht; haette auch nicht zu ihm gepasst; warte mal, er ist doch
Hobbyangler. Also: "Karpfen": geht nicht; "Hecht": Login!
"Hecht" war es also - tss, tss.!
Ich benutze den Shedule plus und gebe in den Kalender von Sekretaerin
Nr. 3 ein Date für 20.00 Uhr im feinsten Restaurant der Stadt ein.
Absender Abteilungsfuerst und Bitte um Diskretion.
Mittags in der Kantine. Was gibt es denn heute ? Sieht aus wie Pattex,
Schmieroel und Fensterkitt. Ich lese auf der Speisekarte:
Kalbsmedaillon "Koenigin" mit Kartoffelpuerree . Na ja, der Adel ist
auch nicht mehr das, was er einmal war.
Aus einem mir unbekannten Grund sitze ich immer allein an einem Tisch.
Ich wuerge das Pattex in meine Speiseroehre und beobachte an einem
Nebentisch die Sekretaerinnen Nr. 3, 4 und 6. Normalerweise plabbern
sie immer wild durcheinander und kommentieren fachkundig und kritisch
die Garderobe eines jeden, der die Kantine betritt. Heute tun das aber
nur die Sekretaerinnen Nr. 4 und 6. Sekretaerin Nr. 3 blickt
vertraeumt aus dem Fenster und ihre Wangen bluehen rosig. Aha, die
Bombe hat bereits gezuendet; sie sieht die Erfuellung ihrer jahrelang
gehegten Wuensche kommen.
Was freue ich mich auf morgen. Ich mache mir nur ein wenig Sorgen um
die Gesundheit meines Abteilungsfuersten. Na ja, sollte er einem
Unfall zum Opfer fallen, haette vielleicht ICH die Chance
Abteilungsfuerst zu werden. Ich werde morgen ausnahmsweise einmal
puenklich kommen, um nicht wichtige Ereignisse in unserer
Firmengeschichte zu verpassen.
Mittwoch 13.30 Uhr. Heute ist bereits frueher Arbeitschluss, weil eine
Betriebsversammlung angesagt ist. Eigentlich ist es ziemlich aetzend,
sich 3 Stunden vor Feierabend noch einmal von seinem Platz erheben zu
muessen, aber seit der Vorstand entschieden hat, dass jeder der
Anwesenden ein Paar Weisswuerste und ein Bier auf Kosten des Hauses
bekommt, ist mein Interesse an der Betriebsversammlung betraechtlich
gestiegen.
Ich mache mich auf den Weg in die Kantine, wo diese spannende
Veranstaltung steigen soll. Aus allen Buerotueren stroemen
Sachbearbeiter, Obersachbearbeiter, Gruppenleiter. Die
Abteilungsleiter und Hauptabteilungsleiter stroemen noch nicht. Zum
einen gibt es davon nicht so viele, dass sie stroemen koennten, zum
anderen bleiben die immer in ihren Bueros bis unmittelbar vor Beginn
der Versammlung, damit der Eindruck erhalten bleibt, dass sie voellig
mit Arbeit ueberlastet sind.
Ich beeile mich, weil ich weiss, dass die besten Plaetze, hart
umkaempft sind. Fuer mich sind die besten Plaetze diejenigen mit dem
groessten Sicherheitsabstand zum Rednerpult.
Ich betrete die Kantine und peile die Lage. Die letzten beiden Reihen
sind schon belegt. Haben die Kerle denn gar keine Arbeit, weil sie
schon so fruehzeitig hier sitzen koennen? Also in die drittletzte.
Geht auch noch.
Langsam fuellen sich die Reihen von hinten nach vorne. Die vorderen 10
Reihen sind noch total leer.
10 Minuten vor dem offiziellen Beginn kommt bereits der
Vorstandsvorsitzende aus seinem Bunker angereist.
Er wirft den Mann-von-Welt-Blick durch den Saal, mustert die bereits
Anwesenden auf den hinteren Reihen, geht durch den Mittelgang bis in
die letzten Reihen und sagt besonders leutselig:"Die Leute, die heute
eine Rede halten, spucken nicht. Sie koennen ruhig weiter nach vorne
kommen." Dabei lacht er ein selbsicheres, zufriedenes Lachen.
Hoefliches, pflichtbewusstes Lachen auf den letzten drei Reihen
antwortet ihm - schliesslich ist dem Vorstand ein Witz gelungen - aber
niemand steht auf, um sich weiter nach vorn zu setzen, soweit will
doch niemand die Hoeflichkeit treiben. Der Vorstand zieht
unverrichteter Dinge wieder ab in Richtung Rednerpult.
Zwei Minuten vor dem offiziellen Beginn treffen auch schon die
Abteilungsfuersten ein. Ihr Minenspiel oszilliert zwischen dem
gehetzten Eindruck eines Menschen, der zu viel arbeitet und der
ueberlegenen Ruhe, die man von einer Fuehrungspersoenlichkeit
erwartet.
Sie nehmen ohne zu zoegern Kurs auf die beiden vordersten Reihen. Sie
halten naemlich im Gegensatz zum Fussvolk die ersten beiden Reihen -
wo sie voll um Blickfeld des Vorstandes sitzen - fuer die besten
Plaetze. Diese Verteilung der individuellen Vorlieben ist ganz
praktisch. Dadurch kommt es nie zu einem Gedraenge.
Das Bedienungspersonal der Kantine eroeffnet die Betriebsversammlung,
indem sie in der ersten Reihe beginnen die Weisswuerste und das Bier
zu servieren. Der Vorstandsvorsitzende eroeffnet die
Betriebsversammlung, indem er seine lieben Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter begruesst. Er will uns heute seine Eindruecke einer
Bildungsreise des Unternehmerverbandes nach Belutschistan mitteilen.
Nach einigen belanglosen Einleitungssaetzen ueber die Lage des
Unternehmens und unsere Zukunftsaussichten kommt er gleich zur Sache.
"Die Arbeiter in Belutschistan arbeiten 65 Stunden in der Woche; und
da frage ich sie, wie wir in Deutschland, wo wie meisten von IHNEN nur
noch 35 Stunden arbeiten, konkurrenzfaehig bleiben wollen."
Ich ueberlege, ob er bei der letzten Betriebsversammlung nicht etwas
aehnlichen ueber die Elfenbeinkueste erzaehlt hatte. Tief in Gedanken
versunken ueber die Wettbewerbsfaehigkeit der deutschen Wirtschaft
schweift mein Blick einmal kurz zwei Reihen nach rechts vorne. Dort
sitzen die Sekretaerinnen aus der Vertriebsabteilung. Da der Vetrieb
das Aushaengeschild unseres Unternehmens ist, arbeiten dort ein paar
ansehnliche Damen. Es hat mich schon lange die Frage beschaeftigt, ob
Sekretaerin 17 oder Sekretaerin 14 die laengeren Beine hat. Ich beuge
mich etwas nach vorne, was den Eindruck erweckt, ich wuerde dem
Vortrag des Vorstandes mit erhoehter Aufmerksamkeit folgen, aber in
Wirklichkeit meine Perspektive auf die Beine der Damen verbessert. Ja
also, von hier aus scheint es mir, dass Sekretaerin 14 etwas
hochbeiniger waere. Als ich letzte Woche einmal durch die
Personalstammdatei surfte, suchte ich darin vergeblich nach Angaben
ueber diese wichtigen Charakteristika. Warum sind eigentlich solch
wesentliche Daten nicht in der Personalstammdatei eingetragen? Was
interessiert es mich, welche Noten Sekretaerin Nr. 14 vor 10 Jahren in
der Schule hatte. Nichts! Aber ihre Maße (Anmerk. der Red. die
ASCII-Schreibweise "Masse" waere hier sinnentstellend), die wuesste
ich gerne. Das sind doch sicher auch Kriterien, die bei
Einstellungsgespraechen eine Rolle spielen. Ob eine schriftliche
Eingabe zu unserem betrieblichem Verbesserungs-Vorschlagswesen Chancen
auf Verwirklichung haette?
..
Der Vorstand:"Die Arbeiter in Belutschistan sind so selten krank, dass
das Wort ´Krankheit´ in der belutschistanischen Sprache gar nicht
existent ist."
..
Mein Blick wandert zu dem Inhalt der Blusen der Sekretaerinnen vom
Vertrieb. Ich versuche ihre Oberweite zu schaetzen und ueberschlage
das arithmetische Mittel. Danach stelle ich die gleiche Rechnung bei
den Sekretaerinnen des Einkaufs an, die auf der linken Seite sitzen.
Ja, ich glaube, bei einem Vergleich der beiden Werte haben die
Vertriebssekretaerinnen die Nase vorn - naja, Nase?
Endlich sind die Bedienungen bis zu meinem Platz in der drittletzten
Reihe vorgedrungen und ich bekomme mein Bier und meine Weisswuerste.
Ich erwaege eingehend, ob ich die Weisswurst schneiden oder zuzeln
soll.
Der Vorstandsvorsitzende ist inzwischen maechtig in Fahrt gekommen.
"Der Arbeiter in Belutschistan hat im Jahr 3 Tage Urlaub, die er aus
Ruecksicht auf die Firma, an Sonntagen nimmt."
.
Ich zuzele meine Weisswurst, sauge am Bier und ruelpse diskret.
.
Der Vorstand:"Die Lohnnebenkosten sind in Belutschistan ein
Minusbetrag, weil der Arbeiter an Sonntagen sein Geld nicht in der
Kirche in den Klingelbeutel wirft, sondern am Montag in den Firmen in
die Opferstoecke wirft."
..
Ob dieser Aussichten gebe ich der Bedienung einen Wink, dass sie mir
noch ein zweites Bier bringen soll. Das zweite Bier geht leider nicht
mehr auf Firmenkosten, sondern muss selbst bezahlt werden; aber das
nehme ich momentan in Kauf.
Nach meinem zweiten Bier scheitere ich am Versuch die statistische
Standardabweichung der Oberweiten der Vertriebssekretaerinnen zu
berechnen. Zur naechsten Betriebsversammlung werde ich mein Laptop
mitbringen - oder Tee trinken.
..
"In Belutschistan bringt jeder Arbeiter sein Werkzeug selbst von
zuhause an seinen Arbeitsplatz mit. Das bei der Firma eingesparte Geld
kann vom Unternehmerverband zu Bildungsreisen auf die Bahamas benutzt
werden und die dort gewonnenen Erkenntnisse helfen den Unternehmern
von Belutschistan, weitere Arbeitsplaetze zu sichern."
..
Der immer entschlossener werdende Tonfall des Vorstandes weist darauf
hin, dass das Ende seines sachkundigen Vortrages naht. Jetzt heisst es
aufzupassen. Es kommt ein schwieriger Moment im Leben eines Bastard
Buerohengstes.
Es gilt es das festgelegt Reglement zu beachten, das man bei keinem
Universitaetsstudium lernen kann: Nach einer Rede des Vorstandes
applaudieren alle Fuehrungskraefte, diejenigen, die es einmal werden
wollen und diejenigen, die glauben, es heute schon zu sein.
Keinen Applaus goennen ihm das ganze Fussvolk und diejenigen, die
einmal Fuehrungskraefte waren.
Als Bastard Buerohengst fuehle ich mich zu keiner dieser Gruppen
zugehoerig und deshalb ist am Ende einer jeden Rede hoechst
diplomatisches Verhalten gefragt. Ich ziehe laut schniefend den Inhalt
der Nase hoch, hole schnappend Luft und immitieren einen Nieser.
Einige meiner Sitznachbarn blicken mich unwillig an und ich laechele
entschuldigend zurueck und stecke meine Haende tief in meine Taschen
auf der angeblichen Suche nach einem Taschentuch. Optimales Timing!
Der Vorstand beendet gerade seine Rede und verlaesst das Rednerpult,
die Abteilungsfuersten in den ersten beiden Reihen applaudieren
begeistert, wie es von ihnen erwartet wird. In der dritten Reihe
sitzen ein paar unentschlossene, die zumindest andeutungsweise die
Haende bewegen. Ich ziehe mein Taschentuch heraus und schneuze mich
prustend. Aah, die Situation habe ich ueberstanden. Der Vorstand kann
sich nicht es mir nicht uebelnehmen, dass ich mich gerade schneuzen
musste und das Fussvolk hat ja gesehen, dass ich nicht applaudiert
habe.
Aber, aber, was hab ich denn da gesehen! Mueller vom Vetrieb hat
apllaudiert. Zaehlt der sich jetzt schon zu den Koepfen? Bei der
letzten Betriebsversammlung apllaudierte er noch nach der Rede vom
Betriebsrat - gehoerte also noch zu den AErschen. Na ja, von mir aus.
Der Betriebsrat steht bereits am Rednerpult und fragt, ob es zu den
Ausfuehrungen des Vorstandes Diskussionsbeitraege der Belegschaft
gebe. Tut es natuerlich nicht. Hat es auch in den letzten 10 Jahren
kein einziges Mal gegeben. 500 Augenpaare streifen abwesend ueber
Fussboden und Decke. Ich weiss auch nicht, warum der Betriebsrat nach
jeder Rede des Vorstandes wieder diese Frage stellt.
Also ergreift jetzt der Betriebsratsvorsitzende selbst das Wort und
erzaehlt vom Solidarprinzip und vom Abgleiten in die
Ellenbogengesellschaft.
..
Ich betrachte noch einmal die Vetriebssekretaerinnen und es ueberkommt
mich, meinen Charm spielen zu lassen. Mein drittes Bier bestaerkt mich
in meiner Absicht. Zuerst muss ich erreichen, dass sie sich nach mir
umdrehen. Ich rutsche meinen Stuhl knarrend hin und her. Ich raeuspere
mich laut. Wirkt noch nicht. Ich immitiere eine Mischung aus Husten-
und Erstickungsanfall.
Die erste Sekretaerin dreht sich nach mir um. Ich zwinkere ihr zu. Sie
blickt mich einen Augenblick mit gerunzelter Stirn an und schenkt mir
dann an Laecheln. Aaah. Es ist Sekretaerin Nr. 27. Liegt in meiner
Hitparade der Beinlaengen im oberen Mittelfeld. Immerhin.
Die Sekretaerinnen stecken tuschelnd die Koepfe zusammen und die ganze
Reihe dreht sich nach mir um. Sie kiechern.
Ich winke dezent mit meinen Augenbrauen.
.
Der Betriebsrat:"Solidarisch ist die Solidaritaet nur in der
Solidaritaet!"
.
Ich ueberlege, welchen Ausgang Sekretaerin Nr. 27 nach Ende der
Betriebsversammlung waehlen wird und berechne schon einmal einen
Abfangkurs.
..
Betriebsrat:"Ausserdem laesst sich natuerlich die Qualitaet der
Arbeiten aus Belutschistan niemals vergleichen mit der Solidaritaet,
die deutsche Arbeiter herstellen."
..
Aus Tempus und Duktus der Rede schliesse ich, dass auch hier bald das
Ende naht. Ich trinke eilig mein Bier aus und bereite mich wieder auf
den schweren Moment des Beifallgebens vor. Ich moechte von den
Abteilungsfuersten nicht beobachtet werden, wenn ich fuer den
Betriebsrat applaudiere.
Also ist die Zeit wieder da fuer einen neuen Niessanfall. Ich stecke
beide Haende bis zu den Ellenbogen in die Taschen auf die Suche nach
meinem Taschentuch und schaffe es nicht die Aktion abzuschliessen
bevor der Beifall fuer den Betriebsrat verebbt ist.
Ich erhebe mich von meinem Platz und meine optischen Scanner verfolgen
Sekretaerin Nr. 27. Mein Bordcomputer berechnet ihren wahrscheinlichen
Kurs zum Ausgang und die Steuerungsautomatik beauftragt meine Fuesse
mit voller Impulsgeschwindigkeit einen Abfangkurs einzuschlagen. Dicht
vor der Tuere bin ich nahe genug bei Sekretaerin Nr.27, um eine
akkustische Kommunikation initiieren zu koennen.
"Hallo."
Das hat gesessen!
Sie blickt mich an, ein Laecheln zeichnet feine Gruebchen auf ihre
Wangen.
"Auch Hallo."
"Wie waere es, wenn wir die Betriebsversammlung an einem anderen Ort
fortsetzen wuerden. Nur wir zwei?"
"Danke."
"Danke ja oder danke nein?"
"Danke nein!"
"Ohh, ich dachte, weil Sie mich so schoen angelaechelt haben."
"Aber doch nur weil Sie ueberall Weisswurstsenf im Gesicht verschmiert
haben!"
Donnerstag. Ein trueber, verregneter Vormittag. Friedlich trommelt der
Regen auf das Fensterblech im 3. Stock des Buerogebaeudes und gluckert
die loechrige Dachrinne hinunter. Dieses Geraeusch wirkt immer
anregend auf meinen urulogischen Koerperbereich, aber ich kann ja
nicht staendig rennen, schliesslich gibt es viel zu tun. Trotz meiner
mannigfaltigen Pflichten werfe ich einen Blick aus dem Fenster und
beobachte die Blasen, die der platschende Regen auf dem schwarzen
Asphalt hinterlaesst.
Ich entspanne mich bei dieser lehrreichen Naturbeobachtung. Ein
beruhigendes, wenn auch etwas abwechslungsarmes Schauspiel.
Gerade faehrt ein grosser LKW in unseren Fabrikhof ein, der eine
Ladung Rohstahl bringt. Er haelt vor unserem Wareneingang.
Ich beobachte neugierig, was jetzt geschieht. Seit letzter Woche haben
wir unseren Materialfluss total automatisiert. Ein neuer Rechner
steuert das gesamte Logistiksystem vom Wareneingang bis zum Versand.
Der LKW haelt neben der Laderampe, ein Sensor uebermittelt dem
Logistikrechner, dass jemand begehrt Ware abzuladen. Der Fahrer
oeffnet seine Wagentuere zur Haelfte und mustert eine Weile den grauen
Himmel und den stroemenden Regen, dann steigt er missmutig aus.
Anscheinend kein Regenfan. Er schlaegt die Plane von der Ladeflaeche
zurueck und wartet auf den Haengekran, der sich wie von Geisterhand
bewegt ueber den LKW bewegt. Der Fahrer steigt auf die Ladeflaeche und
befestigt den Kranhaken an dem Stahlbuendel. Ein automatisch
gesteuerter Gabelstapler kommt aus der Halle gefahren und parkt neben
dem LKW. Der Kran hebt die Ladung vom LKW, legt dem Gabelstapler die
Stahlstangen auf die Gabel und klappt sich danach selbstaendig wieder
ein. Der Gabelstapler setzt sich in Bewegung und faehrt in die
Lagerhalle. Der anliefernde Chauffeur muss noch die Begleitpapiere in
einen Leseautomaten an der Wand des Wareneingangs stecken und kann
dann wieder abfahren. Ja, sieht ganz pfiffig aus.
Als verantwortungsbewusster und mitdenkender Mitarbeiter interessiert
mich die Stoeranfaelligkeit dieses Systems. Schliesslich koennte durch
einen Fehler in diesem Logistigkrechner ein ernsthafter Schaden fuer
unser Unternehmen drohen.
Ich gehe zurueck zu meinem Arbeitsplatz und logge mich in den
Logistkrechner ein. In ordentlichen Spalten erscheinen auf dem
Bildschirm alle Waren die heute zugegangen sind. Die eben angelieferte
Fuhre Stahl ist auch schon aufgefuehrt. 300 kg 42CRNIMOS4V sind gerade
auf dem Weg in das Hochlager. Ich schalte das Logistiksystem auf
Nothandsteuerung um und erhoehe die Zugangsmenge um drei Nullen, dann
stelle ich das System wieder auf Automatik. Wollen doch mal sehen.
Es ist an der Zeit fuer meinen Betriebsrundgang, den ich taeglich zur
Informationsbeschaffung vornehme. Ich nehme wie immer den kuerzesten
Weg in die Produktionshalle und der fuehrt durch die Lackiererei. Die
Lackiererei kann man nur durch eine staehlerne, selbstschliessende
Feuerschutztuere betreten und am anderen Ende wieder durch eine
ebensolche verlassen. Mich nervt es immer, dass diese Tueren
geschlossen sind. Jedesmal wenn ich hier vorbeikomme muss ich die
Haende aus den Taschen nehmen, um diese Tueren zu oeffnen. Um anderen
Mitarbeiter dieses UEbel zu ersparen stelle ich einen geoeffneten
Kuebel Nitrolack so in die Tuere, dass diese sich nicht mehr
schliessen kann. Das gleiche auf der anderen Seite. Was das wieder
Zeit spart und die Produktivitaet erhoeht! Und ich bekomme dafuer
nicht einmal eine Belohnung.
Beim Betreten der Produktionshalle stolpere ich erst einmal ueber eine
Palette mit Bauteilen. Schlamperei! Wer hat das Ding denn genau vor
die Tuer gestellt. Ich sehe mich in der Halle um und wundere mich
ueber die Berge von Paletten und Gitterboxen, die ueberall
unsystematisch herumstehen. Eine ganzes Rudel automatisch gesteuerter
Gabelstapler faehrt kreuz und quer durch die Halle und transportiert
Teile nach einem undurchsichtigen Plan. In einigen Gitterboxen, die
von den Staplern durch die Gegend gekarrt werden, stehen wild
fuchtelnd und um Hilfe rufend Mitarbeiter. Einige von ihnen bearbeiten
die Automatikgabelstapler wuetend und scheinbar verzweifelt mit
Haemmern. Insgesamt erinnert das Bild an den Strassenverkehr zur
Hauptverkehrszeit in Kairo. Das Personal schwirrt umher wie ein
aufgescheuchter Bienenschwarm.
Scheint irgendein Problem zu geben.
Dort hinten sehe ich den Schorsch. Er ist unser Produktionsleiter. Im
Augenblick hat Schorsch´s Kopf die Faerbung eines radioaktiv
bestrahlten Rubins, in seinen Augen flackert panische Hysterie.
"Morgen, Schorsch."
"Was willst", fragt er mit ueberschlagender Stimme.
"Gibt es Probleme?"
"Das gottverdammte neue Logistiksystem spinnt. Aus irgendeinem Grund
hat das Ding ploetzlich angefangen das gesamte Lager zu raeumen und
faehrt saemtliche Bestaende in die Werkstatt."
Niemand kennt den Grund? Ich bewundere die Konsequenz des
Logistikrechners. Er braucht Platz fuer die Stahllieferung von 300000
kg und transportiert deshalb alle Bauteile, die in den naechsten drei
Monaten sowieso gebraucht werden in die Werkstatt. Doch, doch der
Programmablauf ist schon durchdacht.
Schorsch hetzt einem der automatischen Gabelstapler hinterher, greift
ihn von hinten und versucht ihn aufzuhalten. Der Stapler faehrt aber
unbeeindruckt mit Schorsch im Schlepptau weiter.
Die Hilfslosigkeit meiner Kollegen laesst mich an der Qualitaet der
Schulungsprogramme zweifeln. Ich will den Burschen helfen und gehe zum
Ende der Produktionshalle, wo das Terminal steht an dem die
fertigestellten Auftraege abgemeldet werden.
Der hier taetige Mitarbeiter duelliert sich ebenfalls gerade mit einem
Automatikgabelstapler, sodass sein Arbeitsplatz verwaist ist.
Um ihm zu helfen, melde ich die Auftraege der naechsten drei Monate
vorsorglich fertig. Das sollte unser Problem in einigen Stunden
loesen, weil das Logistiksystem jetzt automatisch die Speditionen
benachrichtigt, um die Waren abzutransportieren. Das wird wieder
Platz, Ruhe und Ordnung schaffen. So einfach ist das.
Nun geht es mir in dieser Halle doch ein wenig zu hektisch und
unkoordiniert zu und da ich ein sehr harmoniebeduerftiger Mensch bin,
beschliesse ich die Halle zu verlassen. Ich springe in wahren
Kaenguruhspruengen zwischen den wild gewordenen Staplern hindurch,
deren Hauptstossrichtung sich seit meiner Fertigmeldeaktion deutlich
Richtung Versandrampe verlagert hat. Gerade versuchen sie die
halbfertigen oder gar nicht bearbeiteten Bauteile versandgerecht zu
verpacken und zur Verladerampe zu verbringen.
Schorsch hat einen kurzen Moment aufgeatmet als der Drang der Stapler
das Hochlager zu leeren etwas nachliess, aber er bekommt sofort wieder
seine rubinrote Gesichtfarbe als er bemerkt, dass sich die Stapler
daran machen die Rohteile und Halbfarikate zu versenden. Wieder jagt
er den Staplern hinterher und versucht ihnen die unfertigen
Werkstuecke zu entreissen.
Ich verlasse die Halle und bleibe einige Sekunden im Regen stehen.
Ach, ist das friedlich!
Nur der melancholische Anblick des schwarzen Asphalts unserer
Transportwege legt sich ein wenig auf mein Gemuet. Aber ich weiss auch
da Abhilfe. Ich gehe trotz des Regens zu unserer
Sondermuellsammelstelle und suche das Fass mit den oelgetraenkten
Putzlappen. Unsere Arbeiter sind inzwischen schon fast so grosse
Buerokraten, wie die Angestellten in der
Reisekosteabrechnungsabteilung. Fein saeuberlich bringen sie ihre
Putzlappen in das Fass mit dem doppelten Sicherheitsboden.
Mit spitzen Fingern greife ich mir ein paar der Lappen und breite sie
quer ueber die Strasse vor der Produktionshalle aus. Ein paar Sekunden
beobachte ich noch wie der Regen die Lappen durchweicht und sich nach
und nach herrlich bunte Rinnsale aufmachen, unseren Hof zu
durchqueren. Huebsch!. Ich gehe zurueck in mein Buero; dabei nehme ich
den Weg aussen um die Produktionshalle herum; innen ist es mir zu
hektisch.
Zurueck in meinem Buero koche ich erst einmal einen Darjeeling FTGOP
und stecke mir eine Zigarre an. Beim Weg in die Teekueche bemerke ich
bei einem Blick ins Frauenhaus eine Reihe von Hinterteilen von
unterschiedlicher Groesse und Formung, die sich mir entgegenstrecken.
Die Sekretaerinnen Nr 4, 6, 7 haben das Fenster trotz des anhaltenden
Regens geoeffnet und lehnen ueber den Fensersims. Netter Anblick. Sie
kommentieren irgendwelche Geschehnisse auf dem Hof sehr aufgeregt.
Immer am Betriebsgeschehen interessiert stelle ich mich dazu. Unten
auf dem Hof laufen herrlich bunte Schlieren ueber den Asphalt. Ein
malerischer Anblick. Sicher steigt die Produktivitaet der
Angestellten, weil dieser Anblick wesentlich positiver auf das Gemuet
wirkt als der schwarze, demoralisierende Asphalt. Etwas ueber
Farblehre muss jede Fuehrunggskraft wissen.
Jede der Sekretaerinnen sucht sich ihre Liebslingsstelle auf dem
Asphalt aus, wo sich ihrer Meinung nach die schoenste Faerbung
gebildet hat. Es bildet sich eine angeregte Diskussion, wer denn nun
den schoensten OElfleck entdeckt haette. In diesem Moment ertoent ein
Sirenensignal und mehrere blaue Blinklichter auf den nassen
Gebaeudedaechern beginngen zu kreiseln. OElalarm!
Pech fuer Schorsch, den Kapitaen unserer Werksfeuerwehr, dass er
ausgerechnet jetzt so sehr beschaeftigt ist.
Vor unserer Verladerampe hat sich eine lange Schlange von LKWs der
Speditionen gebildet, die das Logistiksystem automatisch geordert hat,
um die von mir fertiggemeldete Ware abzuholen. Ich sehe auf der Rampe
Schorsch im wilden Duell mit automatischen Staplern und den Fahrern
der Speditionen, die die unfertigen Waren einladen moechten.
Doch, doch die Logik in diesem neuen Logistiksystem ist durchaus
nachvollziehbar. Vielleicht sollte der Hersteller noch ein paar
kleinere Korrekturen an den Sicherheitsroutinen durchfuehren.
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
ok ok ok.
ich hoffe das hier ist der letzte
aber geil sind se schon alle:
BASTARD STUDENT MEETS BASTARD ASSISTANT
FROM HELL
TEIL 1
Ich sass in dem roten Ohrensessel meines Bruders Lars-Gunnar,der so gar nicht in seine Studentenbude passte. Endlich erlaubtemir die finanzielle Lage, Lars-Gunnar einmal zu besuchen.
Das Arbeitsamt glaubte anscheinend, "Dipl.-Inf." bedeutete, dass man schon mal Windows gesehen hat. Die einzelnen Arbeitgeber zweifelten sogar das an! Langsam aber sicher war mein Frust in den letzten Monaten gewachsen.
Ich wollte Programme schreiben, wollte meine Kenntnisse zur Virenerkennung anbringen!
Abends setzte ich mich an den PC und liess meinen Fachkenntnissen und meiner Wut freien Lauf:
Ein Virus entstand.
Von meiner Diskettenschachtel wanderte mein Blick zu Lars-Gunnars Spiegel. Zum hundertsten Mal fragte ich mich, ob meine Haut eher die Farbe von starkem Kakao oder von Milchkaffee hatte. Anders als meine glatthaarigen, blonden juengeren Geschwister war ich aus einer kurzen, aber gluecklichen Ehe hervorgegangen. Meine Mutter, eine schwarze Amerikanerin, war nun schon 26 Jahre tot und noch immer Dorfgespraech. Wo blieb nur Lars-Gunnar? Er wollte doch nur kurz einen Assistenten wegen der Zwischenpruefung fragen, und jetzt war er schon zwei Stunden weg. Da kam er. Schweissueberstroemt stand er in der Tuer, und das nich nur wegen das heissen Juniwetters. Frust, der an Verzweiflung grenzte, stand in seinem Gesicht. Beinahe haette er mich mit seinem Rucksack getroffen, den er wie gewohnt schwungvoll in seinen Ohrensessel schleudern wollte.
"Mann o Mann, pass auf, dass du deine Schwester nicht erschlaegst!"
"Lieber den Assi! Der ist ein Schwein, ein Schwein, ein Schwein! Weisst du was, heute wollte ich zu ihm in die Sprechstunde, und er hat mich rausgeschmissen und behauptet, ich haette seinen Versuch ruiniert. Aber ich hab etwas gesehen."
"Hat sich dein fotografisches Gedaechtnis mal wieder gemeldet?"
"Er hatte da jede Menge Fenster auf seinem Bildschirm und tat so, as ob er angestrengt arbeitet. Aber ich sag dir was: Es war exakt, auf den Buchstaben genau der gleiche Bildschirm wie vor einem halben Jahr, als ich zu ihm in die Studienberatung wollte."
Eine schoene Abwechslung, von einem Mann angeschrien zu werden, de nicht auf mich wuetend ist. Ich glaubte ihm, weil ich ihn von klein auf kannte. Langsam legte sich seine Wut.
"Schwesterchen, ich muss leider gleich wieder weg zu meiner Arbeitsgruppe. Du hast ja den Schluessel. Kannst dich ja mit meinem Computer vergnuegen. Und heute abend gehen wir zusammen ins Kino. Die werden sich wundern, wo ich so eine flotte Frau aufgegabelt habe! Und meine Arbeitsgruppe erfaehrt als allererstes die Schweinerei von xxx."
Wenn sie dir glaubt, lieber Lars.
"Schoenen Nachmittag!"
Wenn er sich Bilder merken kann, dann kann ich mir Namen merken. Ich setzte mich an seinen PC und verfasste einen Brief: Landesamt fuer Bildung und Wissenschaft -Abteilung fuer Loehne und Gehaelter Sehr geehrter Herr xxx! Wir muessen Ihnen mitteilen, dass Sie unser Schreiben vom 21. 2. nicht beantwortet haben. Hiermit fordern wir sie auf, uns die gefoderten Unterlagen unverzueglich zuzusenden. Wenn sie bis zum 15. 5. nicht bei uns eingegangen sind, sehen wir uns gezwungen, ensprechende Massnahmen zu ergreifen. Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gueltig. Dann entwarf ich noch diverse englischsprachige Zeugnisse und Bescheinigungen und druckte alles aus. Das Virus veraenderte ich noch schnell so, dass irgendwann der Satz auf dem Bildschirm erschien:
"Mit Studenten spielen gefaehrdet Ihre Karriere."
Dann klebte ich auf die Diskette den Aufkleber:
"Spiele".
Ich zog mein afrikanisches Keid an, das ich mir einmal in Hannover gekauft hatte. Vor dem Spiegel machte ich mir eine moeglichst exotische Frisur. Eine afrikanische Tasche hatte ich leider nicht. Der griechische Rucksack vom Flohmarkt musste reichen. Der Weg zur Uni war kurz. Schnell fand ich das Institut und auch das Assistentenzimmer. Ich zog meine Schuhe und Socken aus und packte sie tief in meinen Rucksack. Das
"Versuch laeuft"-Schild ignorierend,
klopfte ich an und trat ein.
"Guten Tag, ich habe gehoert, Sie machen Studienberatung. Ich wolle folgendes wissen."
Ich sprach langsam, als ob ich nach den deutschen Woertern suchen muesste. Entsetzen breitete sich auf seinem Gesicht aus.
"Was bilden Sie sich eigentlich ein. Haben Sie das Schild nicht gesehen?"
"Oh, Entschuldigung. Was ich fragen wollte: Ich habe in Togo Abitur gemacht. Wird das hier anerkannt? Nein? Ich zeig Ihnen mal meine Unterlagen."
Ich holte die Papiere aus meinem Rucksack und legte sie auf seinen Schreibtisch, den Drohbrief zuunterst. Zwischen ihm und den Zeugnissen steckte die Diskette.
"Das sind alles Kopien, die koennen Sie behalten. Und ich sage Ihnen eins: Ich habe mir mal angesehen, was die Schueler hier so im Abitur koennen muessen. Das ist bei uns Stoff der neunten Klasse gewesen! Also sagen Sie mir bloss nicht, ich muss hier noch mal die Schulbank druecken!"
"Sagen Sie mal, was bilden Sie sich eigentlich ein?"
"Vielen Dank fuer die ausfuehrliche Beratung. Ich werde es mir ueberlegen."
Bevor er koerperliche Gewalt anwendete, verliess ich lieber den Raum. Eigentlich gefiel ich mir in der Rolle einer Afrikanerin. Schade, dass ich Europa noch nie verlassen hatte. Vielleicht wuerde ich das Kleid fuer den Kinogang heute abend anbehalten.
Copyright 1996 Ruth Stubenitzky
TEIL 2
Als ich wieder von einem langweiligen Arbeitstag nach Hause kam, fand ich in meinem Briefkasten einen dicken Brief von Lars-Gunnar. Ich setzte mich vor meinen Computer, wo ich gerade einem Antivirusprogramm den letzten Schliff gab.
Sollte ich es verkaufen?
Aber zunaechst riss ich den Brief auf. Eine Diskette war dabei.
Die Zwischenpruefung hatte er bestanden, aber ihm waren zwei voellig korrekte Rechengaenge als falsch angestrichen worden. Auch ich konnte beim besten Willen keinen Fehler darin finden. Seine Lerngruppe hatte ihm das
"auf den Buchstaben genau wie vor einem halben Jahr"
natuerlich nicht geglaubt, sondern zog ihn heute noch damit auf.
Aber dass der Assi ein Schwein war, war nach der Zwischenpruefung allgemeiner Konsens.
Dann kam der interessanteste Teil:
"Ansonsten schicke ich Dir eine Diskette mit einem Pascal-Programm, wo Du mal den Fehler suchen sollst. Bei mir zu Hause hat es geklappt und beim Hiwi nicht mehr. Und jetzt macht es bei mir auch komische Sachen."
Ich lud das Programm und sah es mir an. Es war fehlerfrei. Ich liess es laufen. Komische Sachen? Absolutes Chaos waere wohl der agebrachtere Ausdruck. Aber ein Chaos, das mir sehr vertraut vorkam. Oh-oh. Und schon wurde der Bildschirm schwarz, und da stand in grell tuerkisen Buchstaben:
"Mit Studenten zu spielen gefaehrdet Ihre Karriere."
Und der Computer reagierte auf gar nichts mehr, genau wie ich es programmiert hatte. Ich wusste wirklich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Stattdessen setzte ich mich ans Telefon und rief Lars-Gunnar an.
"Hallo?"
"Hallo Lars, weisst du, dass du mir gerade ein Virus auf meine Festplatte gebracht hast?"
"Na, das duerfte fuer DICH doch kein Problem sein."
"Aber fuer dich und den Hiwi und noch einige andere Leute."
"Wie, meinst du das jetzt ernst? Also ich habe garantiert kein Virus geschrieben, sondern ein ganz normales Pascal-Programm."
"Ja, und ein fehlerfreies. Hast Du nur auf Deinem Computer gearbeitet oder auch in der Uni?"
"Ich hab das kurz vor dem Abgeben noch mal ganz schnell in der Uni laufenlassen und den Namen geaendert. Und seitdem auch schon wieder bei mir."
"Hoer zu, Lars, ich komme heute Nacht noch zu dir und bringe ein Antivirusprogramm mit. Kann ich uebers Wochenende bleiben?"
"Kein Problem. Oh-oh, wo die Uni sich das Ding wohl wieder eingefangen hat. Ich frag mich, wer sowas schreibt. Hoffentlich funktioniert dein Antiprogramm. bis bald!"
Worauf du dich verlassen kannst.
"Bis bald!"
Ich brauchte eine volle Stunde, um mein eigenes Chaos aus dem Computer zu beseitigen. Das Antiprogramm lief nun, nur wollte ich es eigentlich noch etwas publikumswirksamer gestalten. Doch jezt draengte die Zeit. Eigentlich hatte ich kein Geld fuer die Bahnfahrt. Trampen? Allein? Nachts? Als farbige Frau? Eigentlich hatte ich das Geld fuer die Bahnfahrt doch.
Lars-Gunnar und ich sassen zusammen am Fruehstueckstisch, und das Programm was bereits auf seinem PC installiert und das Virus geloescht. Und schon wieder musste ich mir die neuesten Schweinereien des Assistenten anhoeren. Eine richtige Wut stieg in mir hoch. Dann machte mein Bruder sich auf den Weg zu einem Bekannten, mit dem er schon lange verabredet war.
Und ich blieb mit seinem Computer allein. Ein paar Veraenderungen mussten doch noch sein. Zunaechst sollte das Antiprogramm Viren suchen und loeschen. Gleichzeitig sollte es - das war mir jetzt klar - auch den Namen des Assistenten suchen und nach Zufallsverfahren loeschen oder veraendern. In allen gelaeufigen Encodierungen. Denn sein Name war ja das einzige, was mir bekannt war. Besser waere es natuerlich, seine Kontonummer oder wenigstens seine Email-Adresse zu kennen.
Moment Ich konnte ja auch eine Email-Adresse veraendern lassen, die seinem Namen zugeordnet war. Aber wie sollte ich es in Umlauf bringen? Das alles wuerde viel zu viel Zeit kosten. Statt dessen machte ich ein Virus daraus, das sich von selbst verbreitete. das wuerde mich nicht daran hindern, es spaeter trotzdem noch als normales Programm zu verkaufen.
Lars-Gunnar hatte mir sein Passwort fuer die PCs an der Uni zur Verfuegung gestellt. Ich ging dorthin und liess mein Antiprogramm sich auf die Festplatten speichern. Wie fortschrittlich, das PC-Labor Samstag vormittags geoeffnet zu haben!
Als ich am Assistentenzimmer vorbeikam, merkte ich, dass meine Wut noch nicht befriedigt war. Aber zur Zeit konnte ich nicht mehr tun. Ausser einen Zettel an seine Tuer zu haengen:
"Sprechstunde taeglich 9-11 Uhr".
Puenktlich zum Mittagessen war ich wieder bei Lars. Er war bester Laune.
"Na, wollen wir hoffen, dass das Antiprogramm gut fnktioniert. Kann ich das eigentlich meinen Freunden geben?"
"Hmmm."
"Mach doch ein PD-Programm draus. Frei kopierbar, und wer die neute Version haben will, schickt dir Geld."
Eigentlich eine gute Idee. Das werde ich machen.
"Ja, warum nicht. Obwohl man es vielleicht sogar verkaufen koennte."
"Na, du willst wohl auf Kosten anderer reich werden oder was. Am Ende hast du noch das Virus selbst geschrieben."
Copyright 1996 Ruth Stubenitzky
TEIL 3
Bastard Student doesn't meet Bastard Assi
(unhappy end)
Ich sah mit meinen exotischen braunen Augen gerade in die blauen Augen meines Bruders und sagte:
"Ja. Das Virus ist von mir."
Er sah mich an, als sei ich ein Gespenst. Beinahe waere er vom Stuhl gekippt.
Da erzaehlte ich ihm alles. Wie ich den Assi besucht hatte, ihm das Virus untergeschoben, was ich heute vormittag gemacht hatte.
"Im uebrigen habe ich vor, mir am Montag freizunehmen und als Soziologiestudentin bei ihm zu erscheinen, die eine Untersuchung ueber die Arbeitsbedingungen an der Uni macht. Nur um ihn zu ueberzeugen, dass ich nicht das Abi nachmachen musste. und ihn vielleicht noch ein bisschen mehr ins Chaos zu bringen!"
Noch einen Moment sass Lars-Gunnar da wie versteinert, Entsetzen stand auf seinem Gesicht. Dann brach er urploetzlich in schallendes Lachen aus.
"Lass das bloss sein, Schwesterchen, Viren schreiben und doch so naiv, also nein."
"Naiv?"
"Das Chaos liebt er doch ueber alles! Ich wette, der hat sich ein Loch in den Bauch gefreut, als seine Daten verschwunden sind und ihn ploetzlich keiner mehr erreichen konnte! Weil er dann wieder eine Ausrede hat und alles so hindrehen kann, wie er gerne will. Ich wette, Du hast jetzt mit deinem Rachefeldzug die letzten schluessigen Beweise gegen ihn vernichtet."
Jetzt war ich dran mit dem blanken Entsetzen. Aber nach einer kleinen Weile stimmte ich in sein Gelaechter mit ein.
Dann goennten wir uns zur Feier des Tages einen Nachtisch und begannen einen langen Spaziergang. Dabei machten wir Urlaubsplaene. Wenn meine naechsten Programme ein Erfolg wuerden, wuerde ich ja zu gern mal nach Togo fliegen. Lars dachte eher an Schweden.
Irgendwie war er geistesabwesend. Er hatte es wohl noch nicht ganz verkraftet, dass seine Schwester Viren schrieb. Aber ich hatte es auch noch nicht verkraftet, dass ich meinem Feind in die Haende gespielt hatte. Selbst wenn es den Anfang meiner Programmierkarriere bedeuten sollte.
"Heut abend kommt uebrigens ein guter Film im Kino", sagte Lars-Gunnar, "wollen wir da hin? Du kannst ja wieder dein schickes Afrikakleid anziehen."
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
ach, übrigens:
nein, ich habe sie auch noch nicht alle gelesen!
;-)))
Bela B
Es gibt nur EINEN Gott: BELAFARINROD
hey bela.
.lies die mal alle im Orginal. um Klassen besser.
;-)
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