defekte Elkos - Garantiefall?

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Hallo Leute,
ich habe gestern meinen Rechner aufgeschraubt, weil es mal wieder höchste Zeit war, den Staub zu entfernen. *immernochhust*
Dabei ist mir aufgefallen, dass im Gehäuseinneren solch (zuerst) komische braune Verfärbungen waren und überall brauner Staub verteilt war.
Ich habe dann gesehen, dass 11 Elkos, die neben der CPU sitzen, geplatzt sind und das Elektrolyt herausgedrückt wurde.
Die Elkos, die geplatzt sind liegen neben der CPU, unter dem Netzteil - genau zwischen der CPU und dem Gehäuselüfter. Das heisst eigentlich, dass die gesamte warme Luft über die betroffenen Elko fliesst.
Meine Frage jetzt aber nun an euch:
Hat jemand auch schon mal so was erlebt? Welche Auswirkungen hat das auf die Stabilität des gesamten Systems (gut, mein XP ist nicht mehr ganztaufrisch .)?
Wie schaut es aus, diesen Defekt als Garantieleistung geltend zu machen (ich habe das Board am 30.10.2002 gekauft - das heisst ja, dass ich noch einen Anspruch auf Gewährleistung habe).
Oder stehen die Chance eher schlecht, weil es ja "nur" ein paar Elkos sind (ok - ich könnte sie auch selbst auslöten und durch neue ersetzen.)
Könnte solch ein Defekt sich auch auf andere Bauteile ausgewirkt haben (z.B. CPU, RAM,.)
Ich werde sicherlich nächste Woche einmal versuchen, das ganze auf Gewährleistung reparieren bzw. austauschen zu lassen. Dennoch wollte ich mal eure Eincshätzungen und vor allem Erfahrungen dazu wissen.
btw: es handelt sich bei dem betroffenen Motherboard um ein Epox 8K3A+
Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.
Grüße
Sascha
Wo ich bin klappt nix - aber ich kann nicht überall sein!

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hi sjokel!
schwer zu sagen. nach so langer zeit wird dir wohl jeder händler sagen das du schuld bist. und das gegenteil zu beweisen dürfte schwierig sein. :(
aber das kommt bei epox wohl häufiger vor!
www.thgweb.de/foren/viewtopic.php?amp;Board=mobo&Number=170837&page=&view=&sb=&vc=1#Post170837
:evil:
Computer sind auch nur Menschen.

Antworten sherifx

Hi SherifX,
danke für deine so schnelle Nachricht. Hat mir jetzt doch einigen Aufschluss darüber gegeben, was denn noch passieren könnte (wobei ich mir das schon dachte - und die Elkos hat zur Hälfte ihre Lebensenergie ausgehaucht haben.)
Aber jetzt habe ich doch evtl. mal einen Ansatzpunkt, worauf ich mich im Laden beziehen kann bzw. was denn noch weiter hinter der Thematik steckt.
Gruß
Sascha
Wo ich bin klappt nix - aber ich kann nicht überall sein!

Antworten sjokel

Fehlerursache sind defekte oder ungeeignete Elkos. Ein Beispiel aus einer elektronischen Fachpublikation hatte ich mit www.ec-central.org/magazine/art_2_sep_oct_02.pdf angegeben. In einem Bild im Artikel (leider nicht gerade hochauflösend) wird ja gezeigt, dass mieser Elektrolyt solcher Elkos z.B. die Gummi-Abdichtung solcher Elkos durch Gasentwicklung unten heraustreiben kann.
Überspannung oder Verpolung kommt normalerweise als Fehlerursache für einen reihenweisen Ausfall der Elkos auf dem Board nicht in Frage. Ein Dokumentieren der Größe der Netzteil-Ausgangsspannungen ist nicht schlecht (wird von den meisten Boards ja gemessen und z.B. im BIOS-Setup, Hardware-Monitor angezeigt).
Ein solch massenhaftes Elko-Sterben kann bei korrekter Konstruktion vom Hersteller höchstens noch durch langen Betrieb (über 5000 Stunden) bei hoher Gehäusetemperatur (mehr oder weniger deutlich oberhalb 40°C) provoziert werden.
Das Board ist ein Fall für die gesetzliche Händler-Gewährleistung. Mit einem kleinen Problem: Wenn der Händler darauf besteht, kann es bis zu einem Gutachter-Streit vor Gericht kommen, da der Gesetzgeber ab dem 7. Monat nach dem Kauf die Beweislast beim Kunden sieht. Der Fall ist für Fachleute ziemlich eindeutig. Wenn der Händler (?welcher?) üblicherweise guten Service liefert, sollte der Fall problemlos über die Bühne gehen. Wenn Du dir diesbezüglich nicht sicher bist, kannst Du z.B. erst einmal im Netz nachforschen. Weitere Aktionen dann nur noch gut dokumentiert (Fotos, alle Belege sammeln, Seriennummern notieren .). Ggf. Fristen setzen, was aber nur lohnt, wenn man z.B. mit Hilfe einer Rechtsschutzversicherung (vorher anfragen!) vor Gericht ziehen willst. Eine Alternative ist natürlich, für eine "lobende" Erwähnung in der c't unter der Rubrik "Vorsicht Kunde" zu sorgen. Das haben manchen Händler nicht so gerne. Aber auch da solltest Du alles peinlich genau dokumentieren.
Das Board sollte schnellstens ausgetauscht oder repariert werden, da sich die Elkos beim endgültigen Versagen schlimmstenfalls zum Kurzschluss verwandeln können. Da kann ein Mainboard auch schon mal brennen. Auch wenn das Feuer das PC-Gehäuse nicht verlassen sollte: Die Gase, die dabei entstehen, sind nicht unbedingt als frische Brise zu bezeichnen.
P.S.: Falls der Händler merkwürdige Begründungen von sich gibt, dass z.B. der PC falsch zusammengestöpselt war und er deshalb keine Gewährleistung bieten kann, bitte gut und vollständig merken bzw. notieren und hier nachfragen.

Antworten 6522

Hi 6522,
vielen Dank für diese ausführliche Antwort.
Also vor Gericht zuziehen, wäre vielleicht etwas zu überzogen - da habe ich schneller die Elkos wieder ersetzt.
Ich werde mal nächste Woche schauen, was mein Dealer - ALRT - in diesem Fall sagt. Also falsch eingabaut kann es (fast) nicht sein, da Arlt meine Kiste selbst zusammengebaut hat (nachdem vor zwei Jahren mein erstes Motherboard - ein Asus - auch schon defekt war).
Aber nachdem es damals relativ gütlich von Statten ging - mit einem Rabatt auf das neue Board - bin ich erst mal guter Dinge, was eine Einigung betrifft.
zu den Temperaturen: meine Cpu lief diesem Sommer immer so zwischen 43° und 50° (laut dem Programm Motherboard Monitor). Der Sensor 2 lieferte mir immer so eine Temperatur von 34° bis 40°.
Über eine Laufzeit von 5000 Stunden kommt man in 2 Jahren locker.
Naja, mal schauen, was sich denn da noch ergibt.
Ich werde euch auf alle Fälle auf dem Laufenden halten.
Noch ein schönes WE!
Gruß
Sascha
Wo ich bin klappt nix - aber ich kann nicht überall sein!

Antworten sjokel

Wenn Arlt den PC zusammengebaut hat, sind eventuelle schwere Fehler beim Systemaufbau deren Bier, was ich in diesem Fall nicht annehme. Dennoch: Fotos machen, um den Systemaufbau zu dokumentieren.
Mit 34°C Innentemperatur außer bei heißen Spiele-Sessions oder Sommertagen sollte der PC durchhalten. Mal sehen, wie Arlt sich anstellt. Solange noch nix gequalmt hat, hält sich der Schaden in Grenzen. Eigentlich solltest Du mit einer mindestens kulanten Reaktion von Arlt rechnen können.

Antworten 6522

Hallo Forum,
mein Gott - ist das wirklich schon so lange her. ;-)
Wie schon versprochen, bin ich euch noch eine Antwort schuldig, was denn nun schliesslich und endlich bei meinem Problem herausgekommen ist.
Zuallerst einmal - die defekten Elkos haben nach meinem Schreiben noch was anderes verursacht: zuerst lief das Board noch einwandfrei (wie schon geschrieben). Doch nach meinem Posting muckte mein PC auf einmal rum: Beim Booten Festplatte im BIOS nicht erkannt und auch sonst immer wieder die Festplatte nach Belieben ein- und ausgeschaltet. Es musste also definitiv was passieren.
Ich habe mein Board aber dann doch nicht zu Epox eingeschickt, weil mir der Arlt-Mann gesagt hat, dass Epox derzeit scheinbar ziemlich die Hütte voll hat. Ich musste mit einer Ausfallzeit von 6 bis 8 Wochen rechnen - alternativ ein neues Board. Natürlich zum Vorzugspreis - acuh schön. Da ihc aber ein armer Student bin und nicht noch einmal ein Board für meinen alten Athlon 1,2 ausgeben wollte (ganz zu schweigen von einem komplett neuen Bundle) und mir die Wartezeit Schweissperlen auf die Stirn zauberte (ich erinnere mich noch an meine Ausfallzeit von meiner IBM-Festplatte zurück), fragte ich einen Kumpel, ob er mir denn Schützenhilfe bieten würde beim Ein- und Auslöten der Elkos. Gesagt getan.
Nun tat sich ein weiteres Problem auf: die Elkos an sich! Tja, wer hätte das gedacht, ein die Elkos waren nicht einfach so im Laden erhältlich. Der Grund: die Elkos mussten eine Kapazität von 2200µF bei 10V haben, 105°C aushalten - und (das war der entscheidende Knackpunkt) einen Durchmesser von 10mm haben.
Noch halbwegs euphorisch klapperte ich die Seiten von Conrad, ELV, Reichelt, Farnell und wie sie noch alle heissen ab und fand - nix! Welch ein Wunder.
"Dank" der großen Katalog-Auswahl in meiner Firma, wo ich gerade mein Praxissemester mache, fand ich die Firma DigiKey.com. Der Haken hier: die Elkos (12 Stück) hätten ca. 12 Euro gekostet - Leider wären da noch 15 oder 18 Euro Versandkosten hinzugekommen - ein Disaster.
Ok - Variante 2: die drei mir bekannten Elektronik-"Bastel-Läden" hier in Karlsruhe abklappern. Meyer-Elektronik hatte sie nicht und verwies mich auf oben genannte Online-Versender, Mükra (eigentlich DIE Anlaufstelle wenn es um Elektronik-Komponenten geht) gab mir sehr barsch zu verstehen, dass sie die Elkos nicht führen (seither ist der Laden für mich definitiv gestorben!). Und schliesslich die Leute von McTec - es dauerte zwar 2 Wochen, aber die Leute haben mir die Teile besorgt (inklusive mehrerer Telefonate auf mein Handy!) Bomben Service kann ich da nur sagen!
OK, der langen Rede schwacher Sinn: für knapp 15 Euro und einem Zeitaufwand von 20 Minuten habe ich nun wieder ein einwandfrei funktionierendes Motherboard und System. Gut: Windows zickt immer noch rum (Neuinstallation wird noch dieses Jahr gemacht - versprochen)
Soderle, das war nun mein Erfahrungsbericht soweit. Denke es könnte ganz ratsam sein für all diejenigen, denen ebenfalls solch ein Problem mal passiert. Laut Aussage von McTec und auch meinen Bekannten, sind solche Elko-Probleme derzeit gar nicht selten! Schuld sind weniger die Motherboard-Hersteller (die kaufen primär das Zeugs auch nur ein) sondern eher die Hersteller der Elkos. Bei McTec scheinen mehrere Leute ebenfalls Elkos für ihr MBs gekauft zu haben - bei den MB-Herstellern waren so ziemlich alle namhaften Marken dabei.
So, aber jetzt wirklich genug gelabert.
Bei weiteren Fragen könnt ihr euch auch gerne an mich direkt wenden - und wenn etwas zu viel Werbung in meinem Posting drinne war, bitte ich 1000 Mal um Entschuldigung! ;-)
In diesem Sinne noch frohes Posten!
Grüße
Sascha
Wo ich bin klappt nix - aber ich kann nicht überall sein!

Antworten sjokel

Hi Sascha,
ein Super-Bericht, wirklich !
Das mit den geplatzten Elkos scheint ja mittlerweile ne richtige Seuche zu werden, jedenfalls hört dies neuerdings gar nicht so selten.
Ich verstehe das echt nicht, früher hatte es sowas nicht gegeben. Schlampen die jetzt in der Herstellung von den Dingern oder woran liegt wohl die Ursache ?
Ist doch nicht Normal so etwas. Bei meinen ganzen Asus-boards (siehe mein Profil) hatte ich noch nie auch nur einen einzigen geplatzten Elko oder sonstigen Defekt.
Das scheint heutzutage nicht mehr selbstversändlich zu sein.
Für die genannten EDV-Läden und deine Erfahrungen bedanke ich mich ausdrücklich.
Grüsse,
speeed
"928forever"

Antworten need4speed

Danke für die Nachlese.
Das Low-ESR-Elko-Sterben könnte sich vermutlich eher noch verstärken. Inzwischen werden Ströme von über 50A durch die Onboard-Stabilisierungen der Prozessoren geschoben. Wenn diese Region noch vernünftig gekühlt werden soll, muss man der Gehäuselüftung genügend Aufmerksamkeit widmen und eventuell auch in Kauf nehmen, dass das System dann größer und/oder lauter wird. Und leider kann nur der Fachmann ermitteln, ob auf dem preiswerten Board nun auch billige Elkos oder etwas teurere, temperaturstabilere Exemplare sitzen.

Antworten 6522

Zitat :


Ich verstehe das echt nicht, früher hatte es sowas nicht gegeben. Schlampen die jetzt in der Herstellung von den Dingern oder woran liegt wohl die Ursache?


Es könnte u.a. daran liegen: Preis für ein ordentliches Mobo 1997: ca. 400 DM. Ohne LAN, ohne Sound, ohne alles. Preis für ein Mobo mit allem Schnickschack heute: ab 29 Euro aufwärts. Geiz ist geil. NOT!

Antworten fry

Hi,
sowas hab ich mir beinah schon gedacht. Sparen auf Teufel komm raus, auch wenn dann das Zeugs nichts mehr taugt.
also wie überall. es ist zum echt zum Kotzen langsam.
Dieses "geiz ist geil" war für Wirtschaft, dem Verbraucher und vor allem dem Handel ein regelrechter Rohrkrepierer.
Der od. die, welche den Spruch erfunden haben gehören nachträglich noch geteert und gefedert.
Grüsse,
speeed
"928forever"

Antworten need4speed
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