9 Jahre für Spam

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Für jede Spam-Mail eine halbe Stunde ins Gefängnis
Der Ende vergangenen Jahres verhaftete[1] Spam-Versender Jeremy D. Jaynes soll neun Jahre im Gefängnis absitzen. Ein Gericht im Bundesstaat Virginia befand Jaynes, der massenweise unerwünschte E-Mails mit gefälschtem Absender verschickt hatte, des Verstoßes gegen das dortige Anti-Spam-Gesetz[2] für schuldig. Die Grenze des Unerlaubten, binnen 30 Tagen mehr als 100 000 unerwünschte E-Mails in Umlauf gebracht zu haben, entspräche bei dem verkündeten Urteil einem Strafmaß von gut einer halben Stunde Haft je Reklamebotschaft. Allerdings dürfte Jaynes -- auf der Liste von Spamhaus.org[3] die Nummer Acht der weltschlimmsten Spammer -- die 100.000er Grenze mit Abstand überschritten haben.
Der auch als Glaven Stubberfield agierende Einwohner des Staates North Carolina musste sich in Virginia verantworten, weil er seine Reklameflut für Pfennig-Aktien, billige Hypotheken und beispielsweise einen "FedEx Refund Processor", der seinen Anwendern irreale Heimarbeit-Einnahmen versprach, über Server in Virginia verbreitet hat. Allein für dieses zweifelhafte Programm hat Jaynes in einem einzigen Monat mehr als 400.000 US-Dollar eingenommen. Jaynes' Schwester Jessica DeGroot erntete eine Geldstrafe von 7500 US-Dollar dafür, dass sie mit ihrer Kreditkarte Domain-Namen für das Spam-Gewerbe eingekauft hat. Der dritte Angeklagte des Verfahrens, Richard Rutkowski, der eine von Jaynes verwendete Mailbox betrieb, wurde freigesprochen.
Richter Thomas Orne, der vorherige Anträge auf Niederschlagung des Verfahrens nicht zugelassen hatte, berichtete während der Gerichtsverhandlung von deutlichen Schwierigkeiten, den Prozess zu Ende zu bringen. Unter anderem hätten Jaynes' Anwälte geltend gemacht, ihr Klient sei sich der Rechtslage in Virginia gar nicht bewusst gewesen. Um so bemerkenswerter, dass Orne das Verfahren nach Prozessbeginn am 25. Oktober über den Schiedspruch der Geschworenen bis zur Straffestsetzung am Dienstag doch in kürzester Zeit über die Bühne gebracht hat.
© Heise
[b]
merano10
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher."

© A. Einstein

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Hm. Hätten ruhig noch 5 Jahre mehr seien können.
Ich finde, dass Spam eine DERARTIGE Schwinerei ist!! das gibt es garnicht!

Antworten Kralle

So ist’s richtig die ganzen Spammer sollen die genau so verfolgen die die Viren in die Welt setzen.
Andreas
"Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen!"

Antworten pintgen

Hey Pingten! :lol:
Gleiche Zeit - Gleiche Meinung! :)

Antworten Kralle

Spam :)
Andreas
"Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen!"

Antworten pintgen

Ja,ja,
wahre Synchronizität ist selten. *fg*
Schlingel
If a man speaks deep in the forest and there is no woman there to hear him; is he still wrong?

Antworten Schlingel

Auf eine Art: Klasse
Auf der anderen: Hierzulande kommen Schwerverbrecher, die Kinder ermorden und oder Vergewaltigen mit wenigen Jahren davon!
Irgendwo stimmt da doch was nicht und regt zum Denken an.

Antworten pcpanik
- 0 +

Lass sie noch ein bisschen üben. sind ja noch grün hinter den Ohren. :)
Aber is ja schon mal nen guter Anfang.
.noch viel mehr frech grins
[URL=http://foers.de/satyrium><img src=http://foers.de/satyrium/src/sig.gif border=0>[/url]

Antworten Saty

jo leider :-(
Das Leben, das Universum und der ganze Rest!
<BLINK>www.wahnvorstellungen.de</blink>

Antworten konkretor

hey merano!
Strafe ja - aber 9 Jahre?
Wenn alle Thunderbird mit Spamfilter verwenden würden.
solong maldini

Antworten maldini

Hy,
ich kann es nicht fassen.. für das versenden von "Spam" eMails muss man ins Gefängnis? wieso??
Handelt es sich hierbei tatsächlich um eine Straftat? Wer wird denn geschädigt?
Unsere Reklameverteiler gehören dann wohl auch in den Knast oder?
Unsere Welt ist krank.. und am aller kränkesten sind die in den USA.

Antworten mieleman
- 0 +

Das Versenden einer Email ist im Vergleich mit dem Versenden einer Postwurfsendung teils um über den Faktor 1000 billiger, zumal wenn man sich fremder Infrastrukturen (z.B. offene Mailserver, Bot-Netze) bedient.
Spam-Versender können das Medium Email unbrauchbar machen, einfach weil das Versenden zu billig ist. Im Extremfall mit einem Bot-Netz aus gekaperten PCs, was nebenbei den Effekt hat, dass man nicht mehr so einfach nach Absender-IPs filtern kann.
So finde ich an manchen Tagen das über 10fache an Spam in sämtlichen Filtern als an nutzbaren Mails in meinem Postfach. Das meiste bleibt gottseidank im Spamfilter bei GMX hängen, der Rest wird im Regelfall von Mozilla versenkt.
Ich finde es o.k., dass dies in den USA strafbar gemacht wurde.
Über die Verhältnismäßigkeit von Strafen kann man natürlich diskutieren. Ich glaube z.B. nicht, dass das Versenden von Spam härter bestraft werden sollte als das Foltern von Gefangenen in Abu Ghraib. Für Spam würde ich empfindliche Geldstrafen bevorzugen.
Derzeit ist man als US-Bürger aber mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn man Geschäfte mit Spam von amerikanischem Boden aus betreibt. Dumme Dreistheit gehört natürlich auch bestraft.
Natürlich träumen echte Admins&trade; vom Kleinbus, einigen Mitfahrern und dass man den Spammern "though shalt not SPAM" mit dem Lötkolben auf den Rücken tätowiert. 8)

Antworten 6522

Jaja, Spamfilter hat schon was :)
Grundsätzlich ist eine heftige Strafe für so einen teuren Mist schon angebracht. 9 Jahre erscheinen mir aber doch entschieden zu viel. die Verhältnismäßigkeit bleibt auf der Strecke.
1 Jahr Knast + 2 Jahre echte Sozialarbeit, verbunden nachfolgend mit einem Arbeitsplatz in der IT-Branche (echte Fachleute sind gefragt), dass würde ich als gerecht empfinden.
[b]
merano10
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher."

© A. Einstein

Antworten merano10

Hy,
derzeit verstehe ich immer noch nicht, wieso und weshalb spammen.. also das massenweise versenden von eMails strafbar sein sollte?
Sind wir nicht in der Lage den ENTF Knopf zu betätigen?
Postwurfsendungen werden auch in den Papierkorb geworfen.. ohne das der Austräger oder der Hersteller, geschweige denn der Iniziator in den Knast muss??
Ich kann hier nur noch mit dem Kopf schütteln..

Antworten mieleman
- 0 +

Öffentlich bekanntgemachte Mail-Accounts werden *so* eingespammt, dass sie ohne Filtermaßnahmen praktisch nicht mehr nutzbar sind. Es ist sogar möglich, dass der Anteil der Nutzmails am Spam auf unter 1% und weniger (!) sinkt, denn die meisten kleinen Firmen der Welt könnten ebenfalls recht kostengünstig und weltweit per Spam werben. Es ist nicht zumutbar, dass ich 99 mal auf den "Delete" - Button drücken soll, nur um an eine für mich wichtige Mail zu kommen. Obendrein hilft das nicht immer, da mancher Spam unter falscher Flagge segelt, d.h. Absender und Betreff sinnvoll gefälscht sind. Dann *muss* man den Schrott sogar herunterladen und anlesen.
Das Blöde ist, dass man nur bei einem auf zehntausend Empfänger Erfolg haben muss, damit sich die Werbung per Email rechnet. Für dieselben Kosten bekomme ich per Deutscher Post keine zehn Postwurfsendungen verschickt.
Es wurden deshalb auch schon mal Überlegungen gemacht, ob man das Versenden von Emails kostenpflichtig machen sollte. Schon mit 1ct pro Mail würde z.B. der Viagra-Spam schlagartig aufhören. Leider auch so nette Dinge wie nichtkommerziell betriebene Mailinglisten.
Wenn das mehrfache an nutzbaren als an korrekten Emails kommen, wird mindestens meine Zeit geklaut. Zudem ist das Entfernen auf Knopfdruck (genauso wie automatische Spam-Filter) auch noch fehlerträchtig, d.h. Du kannst Gift darauf nehmen, dass gelegentlich auch Mails in die Tonne gehen, die Du eigentlich lesen wolltest.
Diese beiden Erscheinungen hast Du im Ansatz natürlich auch bei der Sackpost. Gegen SPAM auf öffentliche Mail-Adressen müssen Du und Dein Provider aber auf ihre Kosten ständig filtern, damit eine leidlich sichere Kommunikation möglich bleibt. Meiner Schätzung nach dürfte über die Hälfte, die GMX an Kosten für seine Freemail-Accounts entsteht, für Anti-Spam-Maßnahmen draufgehen(!). Das ist spätestens im Wirtschaftsleben nicht mehr tolerierbar, wie es z.B. deutsche Gerichte erstmals für unverlangt zugesandte Faxwerbung bestätigt haben.
Dagegen hilft möglichst weltweite Strafbarkeit. Alternativ bzw. zusätzlich auch technische Maßnahmen, um den Absender des Spams verifizierbar zu machen. Auch da gab es entsprechende Vorschläge, z.B. von Microsoft. Denn es lässt sich Geld damit verdienen, das Medium Email sicherer zu machen. Das wäre dann aber das Ende jeglicher anonymen Email und obendrein praktisch aller kleinen Freemailer.

Antworten 6522

Hy 6522,
ich habe von Berufswegen mit eMails ziemlich viel zu tun und das schon seit mehreren Jahren.. (ich bin im Internethandel tätig)..
Ich bin derzeit in einem Unternehmen beschäftigt, das Internetverkäufern eine Kaufabwicklungsplattform zur Verfügung stellt.
Hier ist meine Aufgabe das Büro-Netzwerk zu betreuen und ich kümmere mich mit um unsere Kundenanfragen.
Mir ist bewusst, das auch wir viele dieser eMails bekommen, aber meiner Meinung nach sehe ich hier keinen Grund einen Menschen ins Gefängnis zu stekcken, nur weil er eMails versendet..
In meinen Augen ist dies eine einzige Hysterie, die derzeit durch die Internet-Welt geht.
Soll man den Versender dieser eMails haftbar machen für den Schaden den er verursacht. Ok, das sehe ich ein, aber Gefängnis?? Und dann 9 Jahre?? Hacker bekommen nicht einmal die Hälfte??
Aber wie auch immer, in den USA hat man eh das Bedürfnis mit den Kanonen von Navarone auf Spatzen schiessen zu wollen..

Antworten mieleman

Bin deiner Meinung Mielemann.
Bußgeld wäre ok, aber Haftstrafe nicht. Falschparken und andere "kleine" Delikte müssten dann auch mit Knast belohnt werden, da sowas schonmal wirklich gefährdet/behindert/etc. .aber wo bleíbt da die Verhältnismäßigkeit.
http://home.arcor.de/waalkamaan/Signatur/Signatur7.gif

Antworten Waalkamaan
- 0 +

Die Verhältnismäßigkeit der Strafe ist nur ein Teil der Miete. Die Strafbarkeit von Spam an und für sich finde ich in Ordnung. Wie im Wirtschaftsleben an anderen Stellen praktiziert, sollte man Schmarotzern mindestens so intensiv an den Geldbeutel gehen, dass sich ihr Gewerbe nicht mehr lohnt. In Österreich z.B. stehen auf das Versenden unverlanger Werbe-Emails Geldstrafen.
Es wäre ausgesprochen sinnvoll, dies international einigermaßen einheitlich zu machen. Sollten irgendwann mal die Chinesen mitmachen, könnten die Zeiten für Spammer recht herb werden.

Antworten 6522
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