ich werde zum WS 09/10 anfangen zu studieren und möchte für das Studium ein Notebook. Leider bin ich noch etwas unentschlossen welches Gerät ich mir kaufen soll, habe aber schon einige, konkrete Vorstellungen:
Erstmal zur Ausstattung:
Es sollte einigermaßen aktuell sein, aber nicht zum zocken (also keine Gamergrafikkarte oder sonst was). Da ich Vista bzw. 7 einsetzen möchte, sollte es schon bis zu 4GB RAM haben, also mindestens 2GB. Die Festplatte ist ziemlich unwichtig, sollte aber schon so 7200RPM haben.
Wegen Displaygröße bin ich mir noch etwas unsicher, dachte aber schon mindestens an 14". Auflösungstechnisch ungefähr 1440x900. Es sollte auf keinen Fall ein Glossy-Display sein. Standards wie WLAN setze ich einfach voraus.
Akkulaufzeit ist immer so ne Sache. Kann man sich darauf verlassen? Da ich ja viel Zeit mobil damit verbringen möchte, sollte diese entsprechend lang sein. Idalerweise also mit nem Hochleistungsakku bis zu 6 Stunden.
Verarbeitung:
Die Tastatur sollte auf jeden Fall eine gute Verarbeitung aufweisen, dass Gehäuse nicht knarzen und keine Glossy/Klavierlack Verzierungen aufweisen. Das Display sollte wie gesagt nicht verspiegelt sein. Das Touchpad sollte angenehm zu bedienen sein, idelaerweise nen Trackpoint wie bei Dell/Lenovo.
Eigene Anforderungen:
Meine konkreten Anwendungsbeispiele: Viel schreiben, Internet surfen, ab und an ein bisschen Mail, Softwareentwicklung - es sollte aber auch noch Reserven für komplexe Anwendungsszenarien haben. Da ich auf das Notebook jederzeit angewiesen bin, sollte der Service ebenfalls stimmen. Ich wünsche mir hier auf jeden Fall mindestens 3 Jahre Garantie mit Vor-Ort Service, bis spätestens am nächsten Arbeitstag (also kein hinschicken und warten..).
Als Hersteller liebäugel ich mit Dell oder Lenovo.
Ziemlich happige Anforderungen, ich weiß, aber ich will ja keinen Schrott kaufen..
hast du eine ungefähre Preisobergrenze?
Ich würd mich bei den Business-Notebooks umgucken. Mir ist letzte Woche z.B. das Samsung P560-Pro durch die Finger gegangen. Liegt um die 850 Euro. Klasse verarbeitet, 15"-TFt matt, 250GB-Platte, sehr fix auf den Beinen. Einen Blick ist es wert, wenn du so viel Geld ausgeben möchtest/kannst.
Ich dachte so an höchstens 1200€. Habe schon mit einem Dell E6400 bzw. E5400 gespielt, bin mir aber noch ziemlich unsicher.
An Business-Notebooks habe ich auf jeden Fall gedacht. Wie sieht es mit dem Service bei Samsung aus?
Werd mir das Notebook mal auf die Liste setzen. Hat hier noch jemand Erfahrungswerte dazu?
Meine Anmerkungen dazu:
. Teilweise gibt's Studentarife für Notebooks. Es kann sinnvoll sein zu warten bis Du eine Immatrikulationsbescheinigung hast. Auf der anderen Seite gibt's genügend Stress zu Beginn des 1. Semesters, so dass man den Notebookkauf + Eingewöhnung nicht auch noch am Hals haben will.
. 13,3". Nicht größer. Der Rest passt in der Vorlesung nicht gescheit auf die kleinen Hörsaaltischchen.
. Festplatte muss man schauen. Ich hab' oft 5400rpm HDDs genommen, da sie weniger Hitze entwickeln u. ich ausschließlich kleine Notebooks (12,1" + 13,3" ) verwendet habe, die teilweise sehr warm werden. Im Studium wird das Backup sehr wichtig. Deine Diplomarbeit, Semesterarbeit oder was auch immer eine Woche vor Abgabe weg wegen HDD Defekt ist das Worst-Case Szenario (und passiert häufig). Eine externe eSATA Platte zum sichern wirst Du also ohnehin haben (wollen). Dann braucht die interne nicht mehr so groß zu sein. Das macht dann wieder SSDs sehr interessant. Eine 128GB SSD im Notebook ist ein Quantensprung. Die Kapazität mit der muss man halt irgendwie hinkommen. Mit der externen Platte zusammen (oder einem NAS) kein Problem. Die SSD nicht unbedingt bei Dell kaufen - Du zahlst (ebenso wie bei RAM) - das dreifache.
. Lenovo + Dell wären auch meine Favoriten und VOS (Vor-Ort-Service) brauchst Du wirklich. Du transportierst das Ding jeden Tag u. mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geht etwas defekt. Typisch sind beispielsweise: HDD crash, Akku wearing, Display defekt (Kabel vom häufigen Auf/Zuklappen defekt oder noch häufiger Druckstellen im Display).
. Kein Glossy Display ist zwar wirklich wünschenswert, aber leider ist die Mode anders. Dell Latitude und Vostro gibt's AFAIK mit mattem Display.
. CPU: Nicht zuuu stark. Core2Duo P8600 wäre im Moment eine wirklich gute Wahl. Sind Caches zu groß o. Taktraten zu hoch werden die Dinger zu warm. Nehalem basierte Notebooks kommen auch Q3/2009. Das wäre dann meine persönliche Wahl.
. Da Du Softwareentwicklung angesprochen hast: Eine SSD macht hier wirklich den Ausschlag. Eclipse mit Java, das im Hintergrund viele tausend Files ständig kompiliert profitiert davon enorm. Auch wenn man im Windows 7 + Office Bereich mit 4GB auskommt: 4GB+ ist hier eher die Devise. Virtual Maschines für irgendwelche schrottigen Anwendungen oder wissenschaftliche Tools mit abartigen Anforderungen (z.B. Model Checker) wollen RAM. Wenn die Preise weiter fallen, wirst im 3. Semester 8GB haben wollen. Das RAM kauft man natürlich erst dann - in der Erstkonfiguration sehr teuer.
. externer 24" Monitor für höhere Auflösungen (1920 x 1200 für 2x Din A4 und Softwareentwicklung). Docking Station !
vielen Dank für die sehr ausführlichen Ausführungen .
In der Tat habe ich mit dem Kauf während oder kurz nach dem 1. Semester gerechnet, auch wegen gewissen Studententarifen. Allerdings gehöre ich zu den eher vorsichtigen Menschen und kaufe nicht bei Unternehmen ein, wo ich kaum Referenzen zu finde. Hast du da persönliche Empfehlungen?
Mit einem 13,3" habe ich auch schon gerechnet - eben wegen dem begrenzen Platz. Hier macht bei Lenoxo ja nur ein X-Modell Sinn, bei Dell müsste ich erstmal gucken was da in Frage kommt. Ich glaube aber das die Geräte bei Dell dann billiger im Kauf sind.
Wie sieht das denn mit dem Geschwindigkeitsunterschied von 5400 und 7200RPM aus? Ne SSD wäre natürlich super, aber auch teuer. Du sagst, die sollte ich nicht unbedingt bei Dell kaufen (ebenso wie RAM). Wenn ich aber ein Komplettpaket haben will, dass auch Garantiemäßig gut versichert ist (VOS), dann bleibt mir doch erstmal keine andere Wahl. Oder sehe ich das falsch? Über eine eSATA Platte verfüge ich zum Glück bereits, und nen NAS habe ich hier ebenfalls in Petto. Backup existiert also quasi schonmal
Allerdings gehöre ich zu den eher vorsichtigen Menschen und kaufe nicht bei Unternehmen ein, wo ich kaum Referenzen zu finde. Hast du da persönliche Empfehlungen?
Wenn es Studententarife gibt, dann gibt's meist genau einen Shop, wo Du diese kaufen musst. Nur dort gibt's dann diesen Studentarif. Sogesehen hast Du da gar keine Wahl.
Wie sieht das denn mit dem Geschwindigkeitsunterschied von 5400 und 7200RPM aus? Ne SSD wäre natürlich super, aber auch teuer.
Eine sehr gute SSD mit 128GB gibt's im Moment für EUR 300,- Tendenz stark fallend. Die könnte bis Q3/2009 auch locker beim EUR 200,- liegen. Bei einem Notebook, dass +/- EUR 1000,- kosten wird, nicht auszuschließen.
Wie groß der Geschwindigkeitsunterschied zwischen einer 5400er u. 7200er Platte liegt, kann ich Dir nicht genau sagen. Tomshardware verwendet hauptsächlich synthetische Benchmarks für ihre Messungen. Diese sind wenig aussagekräftig. Einen guten Praxisvergleich habe ich nicht.
Du sagst, die sollte ich nicht unbedingt bei Dell kaufen (ebenso wie RAM). Wenn ich aber ein Komplettpaket haben will, dass auch Garantiemäßig gut versichert ist (VOS), dann bleibt mir doch erstmal keine andere Wahl. Oder sehe ich das falsch?
VOS erlischt weder bei RAM, HDD noch CPU-Wechsel. Allerdings sollte man in der Lage sein ein Diagnosetool von Dell auf USB-Stick zu speichern oder DVD zu brennen. Dieses wird im Fehlerfall benötigt, um die Ursache einzugrenzen u. zu entscheiden ob der VOS zu Dir kommt oder nicht. Notebook fallen lassen, fällt beispielsweise nicht unter die VOS Garantie. Übrigens ein weiterer Grund für defekte Notebooks: Jemand (anderes) stolpert über Dein Netzkabel u. zieht so das Notebook vom Tisch. Apple hat hier die beste Lösung - einen magnischen Stromanschluss, der einfach abgeht. Dell verwendet ein Stromanschluss, der sich extrem leicht lösen lässt in der Hoffnung, dass es das Notebook nicht mitzieht.
Nachricht bearbeitet von 7oby am 26.05.2009 um 08:01:12
Ok dann weiß ich schonmal etwas mehr Bescheid. Was ist denn von dem Dell Latitude XT 2 zu halten?
Wie sieht das mit dem Studentenrabatt aus, wenn ich das NB z.B. über meine Freundin beziehen möchte, die schon Studentin ist. Ist das erlaubt?
Klar kann Deine Freundin das Notebook bestellen. Allerdings steht natürlich Ihr Name auf der Rechnung u. sämtliche Garantieansprüche müssen zunächst über sie abgewickelt werden. Bei Dell gibt es die Möglichkeit den Eigner des Notebooks im Nachhinein online zu ändern. Nachdem sie/er bezahlt ist, ist dies gewöhnlich kein Problem - sollte auch für Studentennotebooks funktionieren. Dann tut man sich mit dem VOS wieder leichter, sonst kommen die zur Whg der Freundin angerückt.
Der einzige Nachteil ist: Sie kann dann innerhalb einer bestimmten Frist (üblicherweise 1x pro Jahr) nicht von der gleichen Firma (Dell, HP, etc.) ein weiteres Notebook bestellen. Notfalls könntest Du das dann ja wieder bestellen, wenn Du immatrikuliert bist.
Ich dachte nur du hättest vielleicht. Erfahrungswerte zu dem Gerät oder jemand anders hier im Forum. Kannst du denn einen Tablet PC (Convertible) empfehlen? Welches Gerät hattest du denn im Studium?
Für einen Tablet habe ich keine Empfehlung. Ich kenne sie zu wenig. Anfangs hat mich gereizt, dass sie hellere Displays verbaut hatten. Allerdings waren die Geräte allesamt schwerer als 13" Notebooks u. die Mechanik des Displaydeckels nicht immer vertrauenserweckend. Nix für mich nachdem ich bereits Notebooks hatte wo das Monitorkabel im vom Mainboard zum Display im Laufe der Zeit durch die vielen hundert auf- und zuklapp Vorgänge durchgescheuert war.
Ich will auch keine ganz konkreten Empfehlungen geben, denn es gibt mehrere Wege:
. es gibt immer noch Studenten ganz ohne Notebook. Zwar die Minderheit, aber sie schaffen das Studium genauso.
. man kann im Studium auch 2x ALDI kaufen. Hat jeweils 3 Jahre Garantie (nicht Gewährleistung). Damit kommt man auch sehr weit.
. man kann genauso gut 1x Lenovo oder Dell kaufen. Den Vor-Ort-Service sollte man schon nehmen, da die Beanspruchung beim täglichen hin und hertragen doch viel höher ist als wenn das Gerät zu Haus auf dem Schreibtisch steht.
Die Lenovos/Dells mit dem VOS kosten denk' ich über den Daumen auch soviel wie 2x ALDI. Es ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Hinzu kommt: Kein Gerät gleicht dem anderen - beim selben Hersteller + Produkt. Man kann auch Pecht haben. Verarbeitung oder Fehler. Das kann überall passieren. Aus dem Einzelfall kann man dann nicht auf die gesamte Serie des Herstellers extrapolieren.
Ich würde das ganze Pferd anders aufzäumen. Ich studiere seit knapp drei Jahren Wirtschaftsinformatik und habe davor bereits ein Jahr Informatik studiert.
Um es kurz zu machen: der Prozentsatz der Studenten mit Laptop war bei beiden Studiengängen definitiv weitaus geringer als der ohne Laptop. Was ich damit sagen will ist, dass es durchaus schön ist, einen Laptop zu besitzen, den man mal mitnehmen kann, wenn man ihn benötigt. Ich schleppe meinen Laptop im Schnitt vielleicht zwei bis dreimal das Semester mit in die Uni, aber auch nur, weil es um eine Präsentation geht, oder man lieber mit seinen Kommilitonen ungestört arbeiten möchte. In der Regel bieten alle Hochschulen entsprechende CIP-Pools an, die je nach Studiengang entweder mit Linux oder Windows ausgestattet sind. Diese sind für jeden Studenten im Normalfall jederzeit zugänglich und dort werden auch die entsprechenden Übungen abgehalten, sollte es für eine Vorlesung einmal notwendig sein.
Das Problem bei deinem Laptop wird das sein, dass wenn du es für spezielle Anwendungen in deinem Studium brauchst, dass es die entsprechende Software nicht immer auch frei verfügbar für die Studenten gibt. Diese ist teilweise in den CIP-Pools vorinstalliert, rausgegeben werden die Installationsmedien hingegen nicht. Zusätzlich stelle ich persönlich fest, sei es bei mir selbst oder bei meinen Kommilitonen, dass ein Laptop die Ausmerksamkeit ehr verschlechtert als verbessert. Man denkt sich zu Beginn, wie schön es doch wäre, die Skripte nebenher am Laptop mitgehen zu können, und und und... Druck die Skripten aus und nimm sie mit. Da kann man reinschreiben, unnötige Folien postwendend entsorgen und man bearbeitet die Folien zeitnaher nach, als wenn sie nur digital auf dem Laptop vorliegen.
Ich weiß, es ist schön einen Laptop zu haben, aber für ein Studium brauchen... definitiv nein. Wenn du in eine andere Stadt ziehst und keinen großen Desktop mit dir rumschleppen willst, dann ja, aber du wirst über kurz oder lang feststellen, dass du den Laptop eigentlich so gut wie gar nicht brauchst, bzw. überhaupt nicht mitnimmst, so wie ich es tue.
Das nunmal als langes Vorwort. Das solltest du dir erstmal ganz genau überlegen und ich weiß, dass du definitiv alles verneinen wirst, was ich hier aufgezählt habe, denn ich hab das vor ein paar Jahren keinen Deut anders gemacht. Wenn du aber doch ehrlich bist, dann kannst du dir einen entsprechenden Laptop anschaffen. Allerdings würde ich vielleicht doch erstmal in den sauren Apfel beißen und warten, bis das Semester begonnen hat. Ein Laptop ist schnell gekauft, falls du ihn doch dringend benötigen solltest. Sollte dies nicht der Fall sein, so schmeisst du jetzt Geld aus dem Fenster für etwas, dass du eigentlich nicht brauchst.