ich weiß nicht wie ich auf die frage gekommen bin aber mich würde interessieren ob mir jemand sagen kann, ob es schlecht für die Lebenszeit bzw. Leistung einer Festplatte ist, wenn man oft formatiert.
Was bedeutet oft, aber jeder Zugriff auf die Festplatte verkürzt ihre Lebensdauer, da sie hauptsächlich aus mechanischen Bauteilen besteht.
Komplett formatieren ist eine extreme Dauerbelastung. Schnellformatierung löscht und beschreibt meisst die selbe Stelle, irgendwann = oft ? macht die auch nicht mehr mit.
Wann? dafür gibt es SMART, das merkt relativ zuverlässig, wenn die Signalqualität abnimmt. Ich glaube aber, die meissten Platten gehen, nach einer vom Hersteller ferstgesetzten Zeit, kaputt oder einfach durch mechanische Probleme (z.b. Positionierer).
Am schnellsten wirst du eine Platte kaputt bekommen, wenn du sie ungekühlt, ständig mit mehreren Zugriffen bombadierst oder sie permanent ein und aus schaltest.
Nachricht bearbeitet von 3D Mann am 11.02.2008 um 18:41:23
Danke Danke für die Antwort.
Jetzt bin ich schlauer, wollts mal wissen weil ich in letzer Zeit mehrmals formatieren musste . Ist auch immer verdammt viel Arbeit den PC wieder so zu konfigurieren wie er vorher war.
Ich hab vor meiner Festplatte einen 80mm Gehäuselüfter, kann ich das als "Festplattenkühlung" zählen?(Kühlt die Hdd ja nur indirekt aber kühlt )
Beim Schnellformatieren passiert nicht sonderlich viel also ist die mechanische Belastung dabei eher gering. Soweit wie ich weiß ist das schädlichste für die Festplatte häufiges anfahren. Also wenn du deinen PC alle Nase lang in den Ruhezustand versetzt bzw. deine Energiesparoptionen so einstellst, dass nach 10min inaktivität die Platte ausgeht, wird die Festplatte schneller den Geist aufgeben... Da die MTBF bei Platten in Stunden und nicht wie bei Flashspeicher in Anzahl der Zugriffe gezählt wird bin ich mir gar nicht so sicher ob häufiger Zugriff tatsächlich die Lebensdauer der Festplatte maßgeblich (!) beeinflusst.
@masterblaster33
Das kenne ich gut ein paar mal formatieren steckt eine Platte schon weg. Ein 80er mit 7 Volt reicht, es ist nur wichtig, das Hitzepolster abzutragen.
@leanproduction
Die Energiesparmodi stelle ich als erstes nach einer Neuinstallation ab, bei Vista ist das Abschalten der Platte in den Ruhezustand echt krass, dauernd greift ein Service darauf zu, permanent geht die Zweitplatte an und wieder aus... So kann man für Festplatten-Hersteller auch gut den Umsatz ankurbeln.
Den Start/Stop/Count kann man über SMART recht gut auslesen.
Mit den Zugriffen hast du recht, hatte mal 6 Platten für 6Monate/24h im Dauertest mit 6-8 Zugriffen gleichzeitig, das waren mehrere Terrabyte Datentransfer, was man in 10 Jahren mit dem Normal-PC nicht schafft. Den Platten ging es hinterher super, sie waren gekühlt und wurden nicht abgeschaltet. Damit habe ich sie nicht platt bekommen, nur die Lager und Zugriffe wurden lauter.
Ein recht gutes Testprogramm für die Schnell-Diagnose ist HD Tune, das kommt mit relativ vielen Controllern und SATA zurecht.
ich drängel mich nun einfach mal dazwischen zum Stichwort S.M.A.R.T. und will eine Frage loswerden:
Ich habe 2 WD-Platten in RAID1 an einer ICH7R hängen auf denen das Produktivsystem mit den Daten drauf ist.
Zusätzlich habe ich noch eine ältere Platte am JMICRON hängen, die sozusagen als Tonne für alles nette, aber unwichtige dient.
Auf den Controller der einzelnen Platte kann ich mit allen möglichen Tools problemlos zugreifen um die SMART-Daten auszulesen.
Bei meinem RAID-Array klappt das allerdings nicht - weder mit Win-, noch mit DOS-Tools.
Ich weiß, daß dies ein Problem ist, nur ist - nicht zuletzt durch die immer weiter fortschreitende Entwicklung der Chipsätze, RAID mittlerweile doch so normal, wie vor Jahren MFM-Platten mit gigantischen 20 Megabytes.
Gibts da nicht was mit dem man (von mir aus unter DOS) an der Southbridge vorbeikommt?
Ich denke, das liegt einfach an der Natur eines RAID. Einzelne Platten erkennen meist nur die Controller selbst oder die Software zum Controller, alles andere erkennt nur das Array, bestehend aus mehreren HDDs, und ein Array bietet leider keine SMART Informationen.
Platten sind im Schnitt für eine Nutzungsdauer von 3 - 5 Jahren 24/7 Betrieb ausgelegt. Viele Geschäftleute wechseln, auch bei Sys, die länger laufen, nach dieser Zeit aus. Es gibt aber auch Platten, die schon über 10 Jahre jeden Tag 14 Stunden im Betrieb sind. Die wichtigste Sache bei Platten. Kühlen! Defrag ist kein Problem, aber ein vernünfiger Lüfter ist schon megawichtig! Dann klappts auch mit den Nachbarn!
Der Link ist interessant, stammt aber von 2006. Bis damals waren Strom und Öl noch nicht teuer genug - die Dinger heizten, was das Netzteil hergab.
Seit 2008 haben ENDLICH alle Festplattenhersteller den Trend der Zeit erkannt und bauen sparsame Platten, die auch nicht mehr sonderlich warm werden. Teilweise wird dafür die Kopf-Spurnachführung bei Nichtbenutzung deaktiviert (bei Notebookplatten schon länger üblich), und die Elektronik hat man ordentlich optimiert.
Kurz: je kühler die Elektronik (= Festplatte), desto länger die Lebensdauer.
Die Formatierung hat praktisch überhaupt keinen Einfluß auf die Lebensdauer - selbst wenn die Platte täglich komplett formatiert wird, werden andere Bereiche (FAT/MFT, Auslagerungsdateien, Betriebssystem ...) viel öfter beansprucht und nutzen sich auf schneller ab. Vor allem die Firmwarebereiche (insb. S.M.A.R.T. - Datensektoren, wo ständig die Nutzungszeit, Lesefehler usw. protokolliert werden) diverser etwas betagter Modelle hatten da ein Problem - sie sind zwar redundant vorhanden, konnten bei Schwäche aber nicht vom S.M.A.R.T. umgelagert werden, und die Platten gaben nach einigen Jahren nur noch ein hilfloses "Klack-klack" von sich.
Nachricht bearbeitet von kippenberg am 14.01.2009 um 20:52:41
Hallo,
Festplatten sind für einen bestimmten Temperaturbereich konzipiert. Hier gilt nicht, je kühler, desto besser. Gemäß einem Großversuch von google wurde eine optimale Arbeitstemperatur um die 40 Grad ermittelt, bei der die wenigsten Ausfälle auftraten.
Die Hersteller geben einen operationalen Temperaturbereich an, der in der Regel zwischen 5 und 55 (60 bei manchen Drives) liegt. Drehzahl, Anzahl Platten spielen dabei natürlich auch eine Rolle.
Die heutigen Motoren von Festplatten sind allesamt Flüssigkeitsgelagert. Da gibt es keinen Lagerverschleiss durch eingelaufene Kugeln in der Laufschale mehr. Eingelaufene Kugellager bewirkten ein "Taumeln" des Plattenstapels, das mit größer werdendem Lagerspiel bewirkte, dass der Kopf der Spur nicht mehr folgen kann. Dann kommt das berühmte "KLACK..." Diesen Effekt nennt man RRO (repeatable runout) oder NRRO (nonrepeatable runout). Dieser Aspekt verliert bei Liquid bearing Motoren erheblich an Bedeutung.
Was immer noch einen großen Einfluss haben kann, ist die Tatsache, dass einige Hersteller im Desktop Bereich (3.5" Formfaktor) noch die Köpfe auf der Platte parken. Das ist ein mit Laserbeschuss aufgerauhter Bereich am Innendurchmesser der Platte. Landen bedeutet in diem Falle immer einen Kontakt mit der Plattenoberfläche, wo die Gefahr des Aufsammelns von Kontamination, Belastung der Kanten des Kopfes (chipping - ausbrechen kleinster Partikel aus dem Flugkörpermaterial) und Stress der empfindlichen Federaufhängung des Kopfes bedeutet. Ein verschmutzte Flugleitfläche (ABS - air bearing surface) oder verbogene Federaufhängung bedeutet veränderte Flugeigenschaften und damit eine Veränderung des Schreib/Lesesignals, das bis zum Ausfall führen kann.
Einen für mich klaren Vorteil bieten hier die Platten mit Ramp Load/Unload Verfahren, das fast bei allen 2.5" Platten verwendet wird. Bei 3.5" scheint das wohl Patentgeschützt zu sein, denn die ersten, die das dort verwendeten waren IBM, jetzt Hitachi und seit einigen Monaten auch die Enterprise Platten von Western Digital, gefolgt jetzt auch von den 3.5" Desktop Caviar Platten . Bei diesem Verfahren wird jeglicher Kontakt der Köpfe zu den Platten vermieden mit dem Vorteil, dass auch Platten, die oft abgeschaltet werden, dadurch besser geschützt sind und eine Drehzahlreduktion oder sogar ein kompletter Spin Stop des Motors zum Stromsparen möglich wird. Eine interessante Abhandlung darüber gibt es auf den Hitachi Tech Seite als WhitePaper unter "Ramp Load/Unload Technology"
http://www.hitachigst.com/tech/tec [...] ite_Papers
Ich will damit keine neue Diskussion losbrechen, welche Platte jetzt besser ist oder nicht, aber ich möchte mal auf diesen oft nicht beachteten Aspekt hinweisen. Auch Platten mit Ramp Load/Unload können ausfallen, u.U. gerade wegen Ramp Load/Unload....muss halt jeder für sich abwägen..
(bin jetzt unter _TK_ zu finden, Klarnamen (kippenberg) sind in Foren untypisch...)
Hallo Pete,
vielen Dank, sicherlich auch im Namen anderer Leser, für diese hervorragenden Informationen!
Die vielzitierte GOOGLE-Festplattenstudie hat meines Erachten einen kleinen Denkfehler: Da haben Betreiber eines großen Rechenzentrums die S.M.A.R.T. - bzw. RAID-Controllerdaten zu einer großen Statistik zusammengefaßt, aber den Blick auf die Elektronik vernachlässigt.
Eine Platte, die durch einen Elektronikfehler schleichend oder plötzlich dahingeht, wird dort nicht ausreichend bewertet. Nur defekte Sektoren in Abhängigkeit von Zeit, Temperatur und Plattenmodell zu erfassen ist mir etwas zu einfach.
Im Halbleitermaterial setzen spätestens ab 150°C vermehrt Diffusionsprozesse ein, und auch die high-k (Epsilon) - Dielektrika sind alles andere als temperaturstabil. Wenn jetzt im Leistungstransistor eine heiße Stelle ist, wandern dort die Teilchen langsam, aber unaufhörlich irgendwohin (Diffusion / Elektromigration), und dann wird es dort entweder hoch- oder niederohmiger, und irgendwann ist das Licht aus. Das kann aber kein S.M.A.R.T. mehr melden! Ich denke da nur an die MPG340x-Serie von Fujitsu, bei denen seinerzeit ein Zulieferer ohne Absprache mal eben das Flammschutzmittel gewechselt hatte. Angeblich setzte das unter Temperatureinfluß Säure frei, was Fujitsu Sammelklagen und gewaltige Probleme einbrachte (meine zwei 120er 2,5"-Platten dieser Firma laufen im harten Dauereinsatz hervorragend...). Das ist auch ein Grund, warum Prozessor-Übertakter einen immensen Aufwand für die Kühlung betreiben (sollten). Esoterische Naturen kaufen sich sogar normale RAMs mit bunten Kühlblechen - hier ist das (außer bei RDIMMS) völliger Unfug und freut nur Handel und Hersteller...
Ausfallmechanismen im Halbleiter hat die o.g. Statistik nur unzureichend erfaßt, die sollte man auch nicht mit anderen möglichen Fehlerquellen vermischen. Darum: eine dezente Kühlung hat noch keiner Festplatte geschadet.
Viele Grüße
Thomas
Nachricht bearbeitet von _TK_ am 22.01.2009 um 08:42:10
@TK:
Die Google-Statistik ist die beste, die in den letzten 10 Jahren jemals angefertigt wurde. Vor allem zeigt diese Statistik nicht nur "SMART" Daten, sondern grundlegend, bei welchen Betriebsbedingungen Festplatten besonders schnell ausfallen.
Dabei wurde ebenfalls gezeigt, daß "besonders gut gekühlte" teilweise häufiger ausfallen als die, die immer bei 45°C laufen.
Daher kann ich auch nicht befürworten, daß man eine Platte "möglichst gut kühlen müsste", damit sie länger hält. Die Google-Studie mit 100000 Festplatten hat das genaue Gegenteil gezeigt.
Dabei ist es egal WARUM die Festplatten ausfallen, es ist nur entscheidend, daß die Festplatten bei bestimmten Temperaturen (Temperaturbereichen) häufiger ausfallen.
Sehr interessant fand ich dabei sogar die Aussage, daß selbst Temperaturen ÜBER 50°C keine auffälligen Steigerungen der Ausfallraten brachten.
Google hat hier ja nicht gesagt: "Keine höheren Ausfallraten der Mechanik" sondern alles zusammen.
Wer seine Festplatte krampfhaft auf 30°C runterkühlt, der übertreibt es einfach.
Hallo,
sicher ist jede Statistik nur so gut, wie auf die Einzelheiten eingegangen werden kann. Das gilt auch für die google Untersuchung. Ich glaube aber nicht dass es sich aufgrund hoher Kosten für solche Analysen rechnet, den Aufwand zu betreiben, alle relevanten Einzelheiten zu betrachten. Wenn, dann betreiben die Hersteller ihre eigenen Fehleranalysen und die bleiben meist ein wohlgehütetes Geheimnis.
Dass sich die PCB's für sich alleine betrachtet in einem niedrigerem Temperaturniveau stabiler verhalten würden, ist nach der Erklärung von _TK_ auch verstanden. Einzelne Komponenten der Elektronik werden allerdings auch wärmer als andere und tragen somit zu thermischen Spannungen bei.
Auf HDD level lässt sich der Temperaturanzeige auch nicht immer trauen, da es darauf ankommt, wo die Temperatursensoren sitzen. Das ist auch Herstellerbedingt, manche sitzen auf dem PBC (=Umgebungstemperatur), manche befinden sich in der Drive, z.B. auf der Arm-Elektronik (z.B. bei Hitachi)(=interne Temperatur).
Jedenfalls wird bei der Konzeption und Entwicklung einer Festplatte nicht davon ausgegangen, dass sie generell unter extremer Kühlung steht. Toleranzen werden auf einen Temperaturmittelwert berechnet und ich gehe davon aus, dass dieser in etwa bei 40 Grad liegen dürfte (die Spanne zwischen ambient temperatur (ca. 20Grad) bis Obergrenze (z.B. 60 Grad)) oder wenig darunter. Die Toleranzen werden dann so ermittelt, dass sowohl Spielraum nach unten als auch nach oben offen ist.
Wer die Drive auf unter 30 Grad runterkühlt, läuft dann halt im unteren Bereich der Gaussglocke, wer sie bei 50 Grad schnurren lässt, im oberen. Wer nun was macht, soll halt jeder mit sich selbst ausmachen.....
Diese Antwort hat die Aufgabe, die fehlerhafte Aktualitätsanzeige (blaues Fähnchen) zu aktualisieren, da mir auf den Zeiger geht, dass jedes mal die Antwort von TK als aktuellste angezeigt wird.
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