ich möchte meine CPU inkl. dem boxed Kühler auf einem anderen Mainboard verbauen. Jetzt ist die Wärmeleitpaste ja schon auf der CPU und dem Kühler verteilt. Kann ich das ganze trotzdem einfach wieder "zusammensetzen"?
Trocknet die Wärmeleitpaste eigentlich, wenn sie länger an der Luft liegt und nicht zwischen CPU und Kühler eingequetscht ist oder kann ich alles auch nach ein paar Tagen wieder zusammensetzen?
In den Pasten ist oft ein Lösungsmittel drin, dies macht das Aufbringen und das Verteilen beim Aufsetzen des Kühlers einfacher. Das Lösungsmittel trägt zur Wärmeübertragung fast nichts bei, und kann dann verdunsten. Läßt sich nicht recyclen.
Dann gibts noch Pads, die auf einem Folien bzw. Papierträger angeboten werden. Diese gehören alle zur Klasse der PCM (Phase Change Material) und bedeutet, dass sie sich wie ein Wachs verhalten, Schmelzpunkt 40-45°C. Die Aufbringung ist kompliziert, und gehen schon beim Abziehen zu Bruch. Lassen sich auch zusammenstückeln, ohne Einbußen und für die, denen es immer langweilig ist, auch recyclen.
Die Streifen beim Intel Boxed werden aufgedruckt im Siebdruckverfahren. Grundsätzlich gehört das Zeug zur PCM Klasse. Um es bedrucken zu können ist noch etwas Lösungsmittel im Spiel, das nach dem Bedrucken verdunstet.
Wie in den Beiträgen vorher, Paste immer neu nehmen, einseitig auf der CPU auftragen. Da gibt es die, die nur einen Kleks in der Mitte setzen und die, die es mit der Kreditkarte dünn ausspachteln. Ist reine Geschmackssache.
Von dem mehrmaligen verwenden von schon aufgetragener Wärmeleitpaste kann ich nur abraten. Bei der Installation einer neuen CPU sollte man immer neue Paste verwenden. Pasten mit Metallanteil ( Kupfer oder Silber ) leiten die Wärme zwar besser ab, aber sind auch leitfähig.
Bloß mal kurz am Rande:
Das Reinigen muss prinzipiell fettfrei passieren, d.h. man muss mit einem Lösungsmittel arbeiten. Und hier scheiden sich die Geister:
Isopropylakohol ist DAS technische Reinigungsmittel schlechthin. Gibts in der Drogerie/Apotheke und im Fachhandel.
Aceton (Propanon) reinigt zwar wie Atze, löst aber neben Fett auch PVC-Teile und Lack auf. Ein Tropfen auf die Platine führt u.U. bereits zum GAU. Deshalb weit weg vom PC das Tuch befeuchten und vorsichtig dort anwenden, wo nichts passierten kann. Am Besten nur im ausgebauten Zustand von CPU und Kühler. Zweite Wahl, falls kein Isopropylalkohol verhanden ist. Aceton findet man z.B. in Omas Nagellackentferner.
Gefahrlos ist Brennspiritus, aber der ist nie wirklich ganz sauber. Deswegen sollte man die Oberfläche stets nach dem Verdunsten mit einen sauberen, weichen Tuch nochmals vorsichtig abreiben. Die dritte Wahl.
Feuerzeugbenzin fettet nach und ist absolut ungeeignet. Genauso wie ein feuchtes Tuch, Alles-Reiniger und Zeugs wie Biff, Breff und Meister Propper.
Damit die neue Paste auch wirklich richtig funktioniert, muss wirklich alles sauber und fettfrei sein. Das ist viel wichtiger als die Wahl einer metallischen oder synthetischen Paste.
Nachricht bearbeitet von FormatC am 14.03.2008 um 08:02:43
------------------------------Wenn das einzige Werkzeug, das du hast, ein Hammer ist, dann neigst du dazu, jedes Problem für einen Nagel zu halten.
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Hat es von euch schon jemand getestet? Ich bin mir da nicht ganz sicher ob es wirklich etwas bringt die Paste neu aufzutragen, ein Kumpel hat es mal selber getestet und hat genau die gleichen Temperaturen beim nicht entfernen der alten.
Aber was ich euch Fragen möchte, bei mir war es verdammt dünnflüssig als ich den PC zusammengebaut habe. Ich glaube das man vielleicht erst etwas Paste aus der Spritze spritzen sollte befor man es dann auf die CPU aufträgt, mir kommt es vor als würde da am Anfang etwas abgestandenes herauskommen. Ich habe zwar keine Temperatur Probleme aber mir lässt das irgendwie keine Ruhe. Wie macht ihr das wenn ihr eine nagelneue Spritze das erstemal verwendet , gleich auf die CPU oder vorher etwas rausspritzen und dann auftragen? Ich habe eine Artic Silver 5 verwendet.
Es gibt verschiedenste Pasten - von zäh bis dünnflüssig. Es gibt also keine allgemeingültige Vorgehensweise für alle Pasten. Es gilt jedoch: nie mehr als nötig und nie weniger, damit auch wirklich alle Lufteinschlüsse oder Unebenheiten beseitigt werden können. Eingetrocknete Reste, egal ob vom Rückstand auf CPU/Kühler oder aus der Spitze der Tube - ja nicht verwenden.
Wer sicher gehen will - einfache dünnflüssige MX2 kaufen (Silikon) und verstreichen. Das schafft sogar meine Frau ohne große Anleitung.
Und es ist prinzipiell ratsam, Paste zu erneuern!
Mal abgesehen von der Alterung der Pasten - wenn die Paste RICHTIG aufgetragen wurde, klappts beim zweiten Mal nicht mehr optimal. Sowas geht nur, wenn vorher zuviel Paste drauf war. Dann wars vorher Sch... und ist es hinterher immer noch.
Nachricht bearbeitet von FormatC am 14.03.2008 um 08:59:54
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Ja, aber kann es sein das in der Spritze am Anfang nur abgestandenes Material herauskommt und man das am besten nicht verwendet. Es ist kein abgestandes Zeugs sondern mir kommt es vor als ob es dünnflüssiger gewesen wäre als danach.
Nachricht bearbeitet von andreasbloechl am 14.03.2008 um 08:24:01
Also, es gibt Keramik-Metall-Verbindungen, aber ich glaube kaum, dass so etwas in WLPs zum Einsatz kommt. Zur Wärmeleitfähigkeit: Es geht nur darum, die Luft zwischen Kühlkörper und DIE/Heat-Spreader zu verdrängen, man könnte auch Ketchup oder Mayo dazwischen kleistern, was natürlich Schwachsinn ist. Fast alles, was einen physikalischen Kontakt zwischen den beiden Oberflächern herstellen kann ist geeigneter als Luft.
Nachricht bearbeitet von DHAmoKK am 14.03.2008 um 12:14:09
Nein. Terpentin fettet wie Hund. Bloß nicht. Mit Universalverdünner könnte es klappen.
Nachricht bearbeitet von FormatC am 14.03.2008 um 12:48:05
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Ich nutze zum reinigen seid langem Isopropylakohol und es geht perfekt. Ich nutze es auch beruflich und kann daher den Tip geben: Einige bei uns reagieren allergisch darauf. Also wenn euch nach dem reinigen auch die Haut von den Fingern pellt, nehmt beim nächsten mal Latexhandschuhe dabei...
Als Paste kann ich nur die MX-1 empfehlen. Die ist super, die MX2 hab ich allerdings noch nicht versucht... Aber warum soll der nachfolger schlechter sein
Nachricht bearbeitet von Denn1s am 14.03.2008 um 12:58:15
@Denn1s:
Ich nehme das Zeug sogar für meine Spiegelreflex. Egal ob Objektiv, Spiegel oder Sensorzeile - geht perfekt, schliert nicht und ist wirklich universell verwendbar. Nachdem mir seinerzeit die Nassabspielflüssigkeit von Lenco (Plattenspieler) zu teuer wurde, hat mir ein befreundeter Lebensmittelchemiker mal eine Analyse gemacht - das Zeug ist auch nur Isopropylalcohol + doppelt destilliertes Wasser. Jetzt kosten 250 ml statt 9 Euro nur noch 40 Cent
Nachricht bearbeitet von FormatC am 14.03.2008 um 17:26:33
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IsopropanolAlcohol verwenden wir jetzt auf Arbeit für Acetonersatz, ich muß sagen das es wirklich nicht schlecht ist.
Bei meinen Cams ect. habe ich es aber noch nicht probiert, lese aber in anderen Foren auch immer wieder das sie damit den CCD reinigen. Ich denke das Zeugs ist genau das richtige dafür.
anyway, ich arbeite auch auf der arbeit mit arctic silver bzw. arctic ceramic - ist eigentlich sehr schön.
dünn sollte man es auftragen - wer unsicher ist, lieber öfter versuchen:
die ideale menge ist meiner meinung nach (ich hoffe, hier wir das bestätigt) nur minimal mehr, als wenn man versuchen würde, die gesamte paste abzukratzen. es sollte eben nicht auf dem metall kratzen, aber quasi genau so dünn sein.
die tropfen methode sagt mir persönlich nicht so zu... aber das ist vermutlich eher geschmacks frage (und hat evtl minimal einfluss auf die performance)
Ich nehm "Bremsenreiniger" dieser Verdunstet Rückstandsfrei, bildet keinen film etc.
Einfach etwas auf einen lappen sprühen und damit die CPU ("Die" , "T-Case" ) Reinigen.
Das Zeug ist nicht ganz so aggressiv wie Verdünnung, aber man sollte damit tozdem Vorsichtig umgehen.
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