Da ich bekanntlich höchstens Halbwissen besitze, bitte ich um freundliche Korrekturen, sofern ich mal daneben liege. Dieser Leitfaden kann als ein bisschen Intel-lastig verkannt werden. Das ist keine böse Absicht, sondern liegt nur an der Tatsache, dass ich halt einen Intel unter der Haube habe...
Es gibt reichlich Programme, mit denen man die einzelnen Temperaturen oder auch andere wichtige Werte auslesen kann, aber nicht alle taugen etwas. Einige Programme, die hilfreich sind:
CoreTemp CoreTemp liest die Temperaturen der CPU aus und gibt auch die Temperatur der einzelnen Kerne an. Dazu werden z.B. noch Stepping und VID angegeben. CoreTemp gilt als sehr genau bei der Angabe der CPU-Temperaturen.
SpeedFan SpeedFan ist im Gegensatz zu CoreTemp mehr der Allrounder. Es werden nicht nur alle verfügbaren Temperatursensoren ausgelesen, sondern auch die Lüfter-Drehzahlen, sofern sie denn zur Verfügung stehen. Ebenso können die Lüfter im System automatisch mit SpeedFan gesteuert werden. Auch der Smart-Status der Festplatten lässt mich mit SpeedFan betrachten.
HWMonitor HWMonitor fasst die wichtigsten Daten zusammen. Hier werden nicht nur die einzelnen Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten ausgelesen, sondern auch sämtliche verfügbaren Temperatur-Sensoren. Dabei werden sowohl der aktuelle Wert als auch Max- und Min-Werte angezeigt. Vorteil gegenüber Speedfan ist, dass die Sensoren in der Regel automatisch richtig benannt werden. Das erspart dem ungeübten Benutzer die Identifikation der Sensoren. Nachteil ist, dass die Lüfter nicht gesteuert werden können.
CPU-Z CPU-Z konzentriert sich nicht auf die Temperaturen, sondern insbesonder auf die CPU-Daten. Interessant sind hier auf der ersten Seite die Werte zu "Core Voltage", "Core Speed", "Multiplier" und "Bus Speed". Auf der dritten Seite kann die aktuelle BIOS-Version ausgelesen. Abgerundet werden die Infos durch die Speicher-Timings auf der vierten Seite.
Wichtig ist, immer die aktuellste Version einzusetzen. Es gibt immer wieder Änderungen an Mainboard- oder CPU-Architektur, die zu falschen Werten führen. Die genannten Programme werden in der Regel jedoch schnell angepasst.
Um die tatsächliche Temperatur-Situation zu beurteilen, stehen reichlich Temperatur-Sensoren zur Verfügung. In Speedfan gibt es die Möglichkeit, diese Temperatur-Sensoren zu benennen, doch dazu später mehr. Ohne die manuelle Anpassung der Bezeichnung werden die Sensoren üblicherweise so bezeichnet:
CPU (oder auch TCase): die Temperatur der CPU, der Sensor liegt außerhalb der Kerne und liegt daher immer (deutlich) unterhalb der Kern-Temperaturen
Core0-3: die Temperatur der einzelnen Kerne
System: üblicherweise ein Temperatursensor auf dem Mainboard
HD0-x: die Temperatur der einzelnen Festplatten
Core: üblicherweise die Temperatur der GPU
Ambient: ein weiterer Temperatursensor auf der Grafikkarte, gibt die "Umgebungstemperatur" an.
Kommen wir zur Beurteilung der angezeigten Temperaturen. Vorab ein wenig Theorie: Es gibt grundsätzlich zwei wesentliche Hitzequellen im Gehäuse, die CPU und die Grafikkarte. Beide werden teilweise sehr unterschiedlich heiss, können auch sehr unterschiedliche Temperaturen vertragen. Aber beide geben grundsätzlich Hitze in das Gehäuse ab. Daraus folgt, dass die Temperatur von CPU und GPU immer höher sein sollte, als die im Gehäuse gemessene Temperatur. Da der Sensor der CPU (auch Tcase genannt) außerhalb der Kerne liegt, muss diese Temperatur geringer sein als die Core-Temperaturen. Sollte eins von beidem nicht der Fall sein, habt ihr ein größeres Hitzeproblem, oder eben falsche Messwerte.
Mainboard-Sensor: Je nach Hersteller wird irgendwo auf dem Board ein Hitzesensor plaziert. Besonders schlaue Hersteller platzieren diesen Sensor direkt über der Grafikkarte. Da die Wärme von der Grafikkarte aufsteigt, wird natürlich eine höhere Temperatur angezeigt als tatsächlich im Gehäuse vorhanden ist. Bei nicht optimaler Lüftung des Gehäuses kann es außerdem vorkommen, dass die Wärme einer Hitzequelle direkt auf den Sensor geblasen wird. Ihr merkt schon, dass der Temperatursensor auf dem Mainboard mit Vorsicht zu genießen ist. Um diese Temperatur wirklich beurteilen zu können, muss man eben das Gehäuse, das Lüftungskonzept und die Lage des Sensors kennen. Pauschal lässt sich sagen, dass Temperaturen um die 35°C durchaus üblich sind, bis 40° C noch vertretbar sind. Ab 40° C sollte man doch die Lage etwas genauer betrachten, um die Ursache zu identifizieren.
GPU-Sensor der Grafikkarte: Diese Hitzesensor sitzt in der GPU und misst deren innere Temperatur. Eine GPU kann in der Regel, insbesondere bei aktuellen Grafikkarten, durchaus Temperaturen bis zu 100°C vertragen. "Bis zu" bedeutet, dass unter Vollast eine Temperatur von 85-90°C nicht besorgniserregend ist, sie wird regelmäßig von vielen Karten auch erreicht. "Bis zu" bedeutet aber auch, dass die Grenze von 100°C eben nicht erreicht werden sollte. Faustregel bei aktuellen Karten: Bis 90°C unter Vollast => keine Sorge. Über 90°C unter Vollast => Vorsicht! Die Ursache muss näher untersucht werden.
"Ambient"-Sensor der Grafikkarte: Sofern vorhanden, sitzt dieser zusätzliche Sensor irgendwo auf der Grafikkarte und misst die Umgebungstemperatur der Karte. Obwohl dieser Sensor wir der Mainboard-Sensor die Lufttemperatur im Gehäuse misst, wird diese Temperatur höher als die Mainboard-Temperatur liegen, da er ja quasi auf einer Hitzequelle platziert ist. Mir hat sich der Sinn dieses Sensor bisher nicht erschlossen. Solange nicht wesentlich über der Mainboard-Temperatur liegt, kann man diesen Wert ignorieren.
CPU-Sensor Wie bereits oben angemerkt, sitzt dieser Sensor außerhalb der Kerne. Logischerweise muss diese Temperatur dann niedriger sein als die Core-Temperaturen der einzelnen Kern. Solange das so ist, kann man diesen Messwert getrost vernachlässigen. Die Core-Temperaturen sind nämlich viel spannender.
Core-Sensoren Dieser Sensor sitzt im Prozessor-Kern, wobei natürlich jeder Kern seinen eigenen Sensor hat. Die Temperatur der Kerne kann dabei durchaus sehr unterschiedlich sein. Die Ursache dafür liegt, neben möglichen Fehlern, an der unterschiedlichen Auslastung der einzelnen Kerne. Bei der Beurteilung der Core-Temperaturen werden zwei unterschiedliche Zustände beurteilt, einerseits der idle-Zustand (CPU befindet sich im Leerlauf), andererseits der Vollast-Zustand. Um möglichen Schäden wegen zu hoher Temperaturen unter Vollast vorzubeugen, sollte der erste Blick auf die idle-Temperatur fallen. Sind diese Temperaturen bereits zu hoch, ist nichts anderes für den Vollast-Zustand zu erwarten. Ausgehend von einer Raumtemperatur von gut 20°C haben die Kerne im idle-Zustand üblicherweise eine Temperatur von 30-35°C, abhängig von CPU-Kühler, Lüfter-Drehzahl und Lüftungskonzept. Temperaturen zwischen 35-40°C sind beobachtungswürdig, oberhalb von 40°C besteht ziemlich sicher Handlungsbedarf. Unter Vollast steigen die Kern-Temperaturen üblicherweise auf 50-55°C, was auch nicht zu bemängeln ist. Temperaturen von 55-60°C sind ebenfalls beobachtungswürdig, oberhalb der 60°C muss die Warnlampe angehen. Denn jetzt erreicht die Temperatur ein Niveau, bei dem die CPU schaden nehmen kann. Kurzzeitige Spitzen bedeuten in der Regel nicht den sofortigen Tod, aber es besteht akuter Handlungsbedarf! AMD-CPUs verkraften allerdings nicht ganz so viel Temperatur, hier sollte die Warnlampe bereits ab 55°C angehen, ab 60°C sterben bereits nicht wenige AMD-CPUs.
Um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können, müsst Ihr feststellen, wodurch das Temperatur-Problem erst hervorgerufen wird.
1. Reinigung und Lüfter-Kontrolle Die einfachste Maßnahme ist die Reinigung. Durch die Belüftung des Gehäuses wird reichlich Staub in das Innere gezogen, welcher sich dann schön an allen Ecken und Kanten festsetzen kann. Drastische Beispiele findet Ihr z.B. hier: http://www.tomshardware.com/de/for [...] sauberkeit
Wie Ihr sehen könnt, sollten das Gehäuse sowie die Lüfter regelmäßig gereinigt werden. Gut zugängliche Stellen können durchaus mit dem Staubsauger gereinigt werden. Natürlich müsst Ihr im Gehäuse-Inneren recht vorsichtig zu Werke gehen, damit Ihr nicht ungestüm irgendwelche Pins verbiegt oder gar Kondensatoren abreisst. An schwer zugänglichen Stellen solltet Ihr Druckluftspray zur Hilfe nehmen: http://geizhals.at/deutschland/a128577.html
Zu beachten ist natürlich, dass dieses Druckluftspray den Staub natürlich nur aufwirbelt, der gleichzeitige Einsatz eines Staubsaugers ist empfehlenswert. Bei starker Verschmutzung (wie oben verlinkt) würde ich die Reinigung nach draußen verlegen. Zusätzlich kann ein Atemschutz (z.B. aus der Apotheke) durchaus hilfreich sein. Nicht vergessen auch eventuell vorhandene Staubfilter zu reinigen.
Vorbeugung: Für einige Gehäuse kann Staubfilter auch nachgerüstet werden. Das kostet häufig reichlich, ist aber für viele Gehäuse auch nicht verfügbar. Einfacher geht es mit einer alten Seidenstrumpfhose bzw. Seidenstrümpfe. Die sind so dünn, dass man sie locker über einen Lüfter ziehen kann, und ihn trotzdem noch einwandfrei einbauen kann. Diese günstige Lösung ist einfach und doch hält es eine Menge Staub ab. Dieser Selbstbau-Luftfilter muss nun natürlich regelmäßig gereinigt werden, der Turnus für die Reinigung des Gehäuse-Inneren kann natürlich deutlich verlängert, aber nicht vergessen werden.
Zu beachten ist, dass dieser Selbstbau-Luftfilter natürlich den Luftdurchfluss verringert. Wer sich also bereits am thermischen Limit befindet, sollte das mal genauer beobachten. Alle anderen brauchen sich über die Fadenstärke der Strumpfhose keine Gedanken zu machen, solange sie keine Wollstrumpfhose verwenden. Ansonsten bei Frau/Freundin/Mutter/Oma fachkundigen Rat einholen...
So, und wenn Ihr das Gehäuse bei der Reinigung schon einmal geöffnet habt, könnt Ihr ja auch gleich mal nachsehen, ob sich überhaupt alle Lüfter drehen. Trotz der i.d.R. langen Lebensdauer gibt es immer mal Ausfälle.
2. Nur die Grafikkarte ist zu heiss, der Rest ist ok Das Symptomatik weist dann natürlich auf ein Problem mit der Grafikkarte hin. Wenn Ihr die Reinigung und Lüfterkontrolle bereits durchgeführt habt, bleibt eigentlich nur ein Treiber- bzw. BIOS-Problem. Erste Maßnahme ist dann, sich mit aktuellen Treiber zu versorgen. Tritt das Problem danach immer noch auf, können die Ursachen so vielschichtig sein, dass durchaus ein eigenes Thema hier im Forum eröffnet werden sollte. Für Temperatur-Probleme mit aktuellen ATI HD4850/4870-Karten gibt es bereits einen umfassenden Leitfaden: http://www.tomshardware.com/de/for [...] temperatur
3. Nur die CPU ist zu heiss, der Rest ist ok Die Ursache ist in erster Linie im CPU-Kühler zu suchen. Häufigste Ursachen sind schlechte Kühler, falsch sitzende Kühler oder die Wärmeleitpaste. Die erste Maßnahme ist also, den richtigen Sitz des Kühlers zu überprüfen. Inbesondere die push-pin-Kühler von Intel neigen zu einem schlechten Sitz. Diese kann man zwar auch auf einem bereits eingebauten Mainboard "montieren", empfehlenswert ist es jedoch, die Montage auf dem ausgebauten Mainboard vorzunehmen. Denn nur so kann man richtig überprüfen, ob die push-pins auch richtig verankert sind. Ist das nicht der Fall, steht der Kühler häufig schief und es gibt Temperaturprobleme. Bei Quad-Cores kann man das ganz gut erkennen, da diese bei schiefem Sitz sehr unterschiedliche Temperaturen der einzelnen Cores liefern. Ein falscher Sitz von AMD-Kühlern ist aufgrund der Montageweise unwahrscheinlich, aber eine Überprüfung kann nicht schaden.
Wenn Ihr dann schon mal am Kühler herumwerkelt, könnt Ihr auch gleich die Wärmeleitpaste (WLP) überprüfen. Die meisten Kühler haben heute bereits aufgetragene Wärmeleitpaste, somit kann diese zumindest nicht fehlen. Das war und ist aber nicht immer so, insofern ist ein Fehlen nicht generell auszuschließen. In der Regel ist die WLP des Herstellers in Ordnung und kann verwendet werden. Mit hochwertiger WLP kann aber durchaus noch ein Effekt erzielt werden. Insbesondere minderwertige WLP (z.B. in Discounter-Komplett-PCs) trocknet im Laufe der Zeit auch ein und verliert ihre Eigenschaft, die Wärme von der CPU zum Kühler abzuführen. Weitere Ursachen können der häufige An- und Abbau des Kühlers sein, oder aber zuviel oder zuwenig WLP.
Kurzum: Eine Erneuerung der WLP hat schon oft Wunder gewirkt. Es gibt immer wieder neue WLP, die das letzte Quentchen herausquetschen sollen, die Handhabung ist aber häufig grenzwertig schwierig. Empfehlenswert sind bewährte WLP, mit der auch ungeübte PC-Schrauber klarkommen: Arctic Silver 5, sehr gute Wärmeleitung, einfache Handhabung: http://geizhals.at/deutschland/a71384.html Arctic Cooling MX-2, nur unwesentlich schlechtere Wärmeleitung, nicht leitend, insbesondere für Anfänger: http://geizhals.at/deutschland/a269604.html
Bevor Ihr die neue WLP auftragt, müssen CPU und Kühler gründlich gereinigt werden. Am besten kann dazu Isopropyl-Alkohol verwendet werden, der in der Apotheke erhältlich ist. Zuerst sind die groben Reste der WLP mit fusselfreiem Tüchern zu entfernen. Achtet dabei darauf, dass keine Krümel auf das Mainboard oder den Sockel fallen. Die "Endreinigung" erfolgt mit dem Isopropyl-Alkohol und sollte sämtliche Reste entfernen können.
Die neue WLP ist nur hauchdünn aufzutragen. Wieviel das ist, hängt davon ab, wie plan der Kühler ist. Ist dieser ganz plan, braucht es entsprechend weniger als wenn Rillen vorhanden sind. Ansonsten bedeutet hauchdünn, dass die Angaben auf der CPU gerade bedeckt und nicht mehr zu lesen sind. "Schwimmt" der Kühler bei der Montage auf der CPU oder quillt die WLP an den Seiten heraus, war es in jedem Fall zuviel!
Sitzt der Kühler richtig, ist die WLP ausgetauscht und sind die Temperaturen immernoch nicht besser, sollte der Blick auf den verwendeten Kühler fallen. Boxed-Kühler sind nicht das Gelbe vom Ei, tun aber kühlungstechnisch durchaus gute Dienste, auch wenn dabei der Lärmpegel mitunter ansteigt. Wenn Ihr jedoch Eure CPU übertaktet habt, kommt Ihr mit dem boxed-Kühler nicht weit. Dann müsst Ihr Euch einen besseren Kühler zulegen, der Euch nicht nur bessere Temperaturen beschert, sondern i.d.R. auch Eure Ohren schont. Eine stets aktualisierte Übersicht guter Kühler findet Ihr in den beiden Eigenbau-Leitfäden: http://www.tomshardware.com/de/for [...] -leitfaden http://www.tomshardware.com/de/for [...] -leitfaden
4. Das Gehäuse ist (auch) zu heiss Naja, die Ursache ist eigentlich recht klar. Ihr zwei Heizkraftwerke in einem fast geschlossenen Raum. Um die Temperatursituation zu verbessern, könnt Ihr entweder die Wärmeabfuhr der Heizkraftwerke senken, die warme Luft besser abführen oder halt kühle Luft zuführen.
Wärmeabfuhr verringern: Die o.g. Maßnahmen 2 und 3 sind zwar dazu geeignet, die direkt an CPU und GPU auftretende Hitze zu reduzieren. Eine erfolgreiche Durchführung dieser Maßnahmen haben aber wenig Effekt auf die Temperatur im Gehäuse-Inneren. Eine deutliche Reduzierung der Wärmeabfuhr kann z.B. durch manuelles undervolting erzielt werden. Da ich mich mit diesem Thema noch nicht beschäftigt habe, ist das auch kein Bestandteil von diesem Leitfaden. Interessierte Leser werden jedoch bestimmt reichlich Informationen an anderer Stelle finden. Doch die CPUs haben auch eine eingebaute Energiesparfunktion, die unbedingt aktiviert werden sollte. Diese taktet die CPU bei Nicht- bzw- Wenigbenutzung herunter und spart damit nicht nur Strom, sondern verringert damit auch die Wärmeabfuhr. Bei Intel nennt sich diese Funktion EIST, bei AMD Cool%u2019n%u2019Quiet. Entgegen der häufig verbreiteten Meinung sollten diese Funktionen auch bei overclocking der CPU aktiviert werden.
Lüftung verbessern: Eine gute Lüftung fängt bei der Auswahl des richtigen Gehäuses an. Viele Beispiele findet Ihr in den bereits oben verlinkten Beiträgen. Eine ideale Lüftung eines Gehäuses sieht so aus: In der Gehäusefront (im Bild rechts zu sehen) sollte ein 120mm-Lüfter eingebaut sein, der kühle Luft in das Gehäuse bläst. In der Gehäuserückwand sollte ebenfalls ein 120mm-Lüfter eingebaut sein, dieser Lüfter transportiert die warme Luft aus dem Gehäuse. Durch diese Lüfteranordnung wird im Gehäuse ein Luftstrom erzielt, der die kühle Luft diagonal über das Mainboard führt, und somit alle Komponenten auf dem Mainboard kühlt. Der Luftstrom wird vom CPU-Lüfter aufgenommen und zum hinteren Lüfter transportiert. Der CPU-Lüfter muss also eine Ausrichtung auf den hinteren Lüfter haben. Das Netzteil dient zur Unterstützung und führt ebenfalls einen kleinen Teil der Hitze ab. Soweit zur Idealkonfiguration eines Gehäuses. Beantworten wir nun die häufigsten Detailfragen:
1. Mein Gehäuse hat nur hinten einen Lüfter. Brauche ich vorne auch einen? Ja. Der hintere Lüfter saugt die Luft aus dem Gehäuse und erzeugt damit einen Unterdruck. Dieser Unterdruck muss ja nun irgendwie ausgeglichen werden, dazu ist eine Luftzufuhr nötig. Ohne Frontlüfter wird diese benötigte Luft quasi durch jeden Schlitz des Gehäuses hineingesaugt. Die Folge ist, dass das Mainboard nicht kontrolliert und konsequent gekühlt wird. Erst durch den Frontlüfter entsteht der diagonale Luftstrom.
2. Reichen nicht auch 80mm-Lüfter? Jain. 120mm-Lüfter sind in der Lage, ein viel größeres Luftvolumen zu transportieren. Wenn man sich mal handelsübliche Lüfter im Detail ansieht, schaffen 80mm-Lüfter zwischen 30 und 40 cbm pro Stunde bei bis zu 1.800rpm. 120mm-Lüfter hingegen schaffen bis zu 120cbm pro Stunde bei bis zu 1.400rpm. Das heisst, man braucht zwei bis drei 80mm-Lüfter um einen 120mm-Lüfter zu ersetzen. Da die 80mm-Lüfter dabei allerdings mit höherer Drehzahl laufen, ist auch mit erhöhter Lärmbelästigung zu rechnen.
3. Ich kann einen seitlichen Lüfter einbauen, bringt das was? Jain. Wenn im Gehäuse bereits ein ordentlicher Luftstrom existiert, stört ein seitlicher Lüfter. Denn der Luftstrom wird gestört, es kommt zu Verwirbelungen. Damit kommt zwar prinzipiell mehr kühle Luft ins Gehäuse, das Gleichgewicht wird jedoch gestört, tendentiell führt es also eher zu höheren Temperaturen. Wenn noch kein ordentlicher Luftstrom existiert, kann ein seitlicher Lüfter einen positiven Effekt haben, wenn eben die kühle Luft fehlt. Dieser seitliche Lüfter kann mit einem fanduct (ein Rohr in Größe des Lüfters, der den Luftstrom direkt auf den CPU-Kühler leitet) kombiniert werden. Das hilft allerdings nur, wenn das Gehäuse wenig Temperatur-Probleme hat, dafür aber die CPU direkt mit kühler Luft versorgt werden.
4. Was bringt ein Lüfter im Gehäuse-Deckel? Das hängt auch von der sonstigen Lüftung ab. Prinzipiell gilt auch hier: Ausprobieren! Denn prinzipiell verändert der Deckenlüfter den Luftstrom. Saugt der Lüfter zu stark, wird der Luftstrom bereits vor dem CPU-Kühler nach oben weggesaugt und dem CPU-Kühler fehlt die Frischluft. Andererseits kann der Deckenlüfter aber auch erst dafür sorgen, dass der Luftstrom so richtig diagonal wird. Ein Deckenlüfter direkt über dem CPU-Kühler beeinflusst hingegen den Luftstrom eher wenig und führt die sowieso aufsteigende Wärme des CPU-Kühlers schneller ab. Wie gesagt, ausprobieren, beide Effekte wurden schon festgestellt.
5. Mein Gehäuse hat keine Lüfter-Plätze, wie kann ich Lüfter nachrüsten? In der Regel ist bei aktuellen Gehäusen zumindest hinten ein Lüfter-Platz für einen 120mm-Lüfter. Die Möglichkeit einer Nachrüstung ist eher unwahrscheinlich, es sei denn, Ihr habt einen Big-Tower mit genug Platz und wollt die Rückwand mit der Bohrmaschine perforieren. An der Frontseite sieht es meist etwas anders aus. Schaut erstmal nach einem Lüfterrahmen, der sich vielleicht hinter einer Abdeckung versteckt. Sollte tatsächlich nichts zu machen sein, gibt es eine Lüfterhalterung, die in 5,25 Zoll-Schächte eingebaut werden kann: http://geizhals.at/deutschland/a312505.html Der Rahmen ist zwar nur für ein Sharkoon Rebel 9 Gehäuse gedacht, passt aber so ziemlich in jedes andere Gehäuse, dass drei freie 5,25Zoll-Slots frei hat.
_______________________________________________________________________________________________ So, fürs erste soll es das mal gewesen sein. Korrekturen, Ergänzungen und Anregungen werden gerne entgegengenommen.
Nette Zusammenstellung, doch eine Frage bleibt.
Bei dem HWMonitor-Screen: Was genau ist AUXTIN? Auch bei mir ist der Wert (bzw der 3. Messwert) immer >80, ist das normal?
Hier mal ein Screen von mir: http://img144.imageshack.us/img144/8971/hwmonvk2.png
An einem Verstärker hat AUX etwas mit Audio zu tun. Aber es ist ja die Abkürzung für auxiliary, übersetzt als "Zusatz". Insofern hat es in diesem Fall nichts mit Audio zu tun.
Ich habe auch einen AUX-Wert durch Everest angegeben. Allerdings ist der bei mir nicht unrealistisch hoch sondern viel zu niedrig.
17°C bei 24° RAumtemp ist irgendwie komisch :-)
Also falls jemand weiß,was das für ein mysteriöser Sensor ist wär ich über eine Antwrt dankbar
Nachricht bearbeitet von Jean Luc Bizarre am 01.08.2009 um 14:19:32