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Rechner abgeraucht... Mainboard? Wie weiter mit Fehlersuche

Forum Motherboards, Chipsätze & Speicher : Intel-Plattform - Rechner abgeraucht... Mainboard? Wie weiter mit Fehlersuche

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Hallo, bin noch neu in diesem Forum und starte gleich mit einem Hilferuf... man möge es mir verzeihen.

Mein PC ist plötzlich ausgefallen und ich hab schon so weit nach dem Fehler gesucht, dass ich alle anderen Komponenten ausschließen kann, bis auf Mainboard und Netzteil. Der PC lässt sich nicht mehr anschalten. Schalte ich das Netzteil ein und drücke dann den Einschaltknopf am PC, so blinkt die Power-LED kurz auf und der CPU-Lüfter bekommt einen Impuls, aber dann geht alles wieder aus. Nur die eine LED auf dem Mainboard leuchtet weiter.

Es handelt sich um ein ASUS P4P-800 Mainboard mit Intel Pentium 4 Socket 478 CPU und Intel 865G "Springdale" Chipsatz.
Das Netzteil ist ein chinesisches 300W-Netzteil von "Delta Electronics"... nichts Besonderes. Der PC war vorher oft im Dauerbetrieb und lief einwandfrei.

Es fing alles sehr plötzlich an, aber die Chronik zeigt eine stufenweise Verschlimerung. Der PC spielte leise Internetradio, als er komplett einfror, während ich nicht mal im Raum war. Eine knappe Minute später kam ich zurück und hörte ein lautes, extrem hohes und fieses Zischen aus dem PC, das ich schlecht lokalisieren konnte, weil der PC zwischen Wand und Schreibtisch steht; es könnte von einer Festplatte, vom Netzteil oder direkt vom Mainboard gekommen sein. Das wurde einige Schrecksekunden später leiser und ich wagte einen Neustart, und weil ich eine Festplatte vermutete, startete ich direkt ein Festplattendiagnosetool von Diskette. Das zeigte beim kurzen Scan auch gleich einen Fehler an.

Aber das Tool schaltete auch die Platte kurz aus (Spin down), so dass ich merkte, dass das schwächer werdende hohe Zischen, das später verstummte, sicher nicht von der Platte kam. Habe dann Memtest86 gestartet und nach wenigen Minuten fror der Rechner wieder ein. Dann habe ich ihn ausgeschaltet und geöffnet.

Als nächstes habe ich schrittweise versucht, den PC mit immer weniger Komponenten zu starten: Grafikkarte raus (Mobo hat Onboard-Grafik), Festplatten ab, DVD-Laufwerk ab, und letztendlich waren nur noch Tastatur, Diskettenlaufwerk, Monitor und Netzteil verbunden.

Zuerst sah es immer wieder so aus, dass ich den PC anschalten konnte, aber keine BIOS-Meldungen und keine Anzeichen eines Boot-Versuchs sichtbar wurden. So lange die HD angeschlossen war, leuchtete die HD-LED weiter, ohne HD blieb sie aus. Aber sonst keine Reaktion. Einige Versuche später und auf die Minimalkonfiguration beschränkt, ließ sich nicht mal mehr etwas einschalten. Beim Drücken des Einschaltknopfs bekommen Power-LED und CPU-Lüfter einen kurzen Impuls und auch das Bild auf dem Monitor flackert kurz, aber dann tut sich nichts mehr. Weiteres Herumdrücken auf dem Einschaltknopf bleibt folgenlos.

Einmal habe ich - mehr versehentlich eigentlich - danach das System so eingeschaltet, ohne dass der 4polige Stromstecker neben der CPU verbunden war. So bleiben wie zuvor Power-LED und CPU-Lüfter nach dem Einschalten tatsächlich an, aber weiter tut sich auch nichts. Ein Löschen des CMOS habe ich auch durchgeführt, ohne Veränderung.

Was ich sonst noch getan habe:

Netzteil durch Überbrücken der blauen Leitung eingeschaltet und die Spannungen an allen Ausgängen mit einem einfachen Multimeter gemessen. Die Werte schienen in Ordnung, alle um ca. 0,02-0,05V um den Sollwert herum.

Und dennoch, dann der Einsatz eines neuen, garantiert fehlerfreien Netzteils. Alle Symptome blieben gleich, es geht nicht an, und nun bin ich mit meinem Latein erstmal am Ende.

Immer noch nicht ausschließen kann ich das Netzteil, weil ich schon mehrfach gelesen habe, dass manch einem ein sterbendes Netzteil noch weitere Komponenten zerstört hat; das könnte mir ja auch passiert sein, und eine Spannungsmessung mit einem Multimeter sagt noch nicht viel aus. Das Netzteil in einem anderen PC auszuprobieren ist mir zu gefährlich, aber wie sonst kann man es testen?

Wie kann ich am Motherboard weiter forschen; vielleicht ist die CPU kaputt oder ein anderer Chip auf dem MB? Ist es nicht komisch, dass das Netzteil sich über das Mobo nicht einschalten lässt, wenn der CPU-Power-Stecker verbunden ist, aber ohne diesen Stecker doch? (auch wenn dann ebenfalls nichts geht) ...was ist die Ursache?

Ich möchte dem gern noch weiter auf den Grund gehen, bevor ich das Mobo etwa zur Reparatur gebe (wenn sich das überhaupt lohnt?) oder ein neues kaufe. :heink:

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Zum Netzteil: Das sind einfache 08/15 Teile, egal ob "chinesisch" oder nicht, solange du nichts neues drangehängt hast sollte da nichts sein.

Schau mal ob das MB arg verstaubt ist. Strom raus, Deckel auf und draufpusten, wenns dir da entgegenstaubt hilft uU. saubermachen. Dreck an den Gehäuselüftern sind da auch indizien dafür.

...Mein PC ist plötzlich ausgefallen und ich hab schon so weit nach dem Fehler gesucht, dass ich alle anderen Komponenten ausschließen kann, bis auf Mainboard und Netzteil...

Den RAM würd ich als Ursache nicht ausschliessen.

... Habe dann Memtest86 gestartet und nach wenigen Minuten fror der Rechner wieder ein...

Habe selbst mal MB Schaden an meinem Laptop diagnostiziert -> MemtestOK, nur Xp wollte nicht mehr. Linux funktionierte einwandfrei. Erst nach 3 Monaten segnete der RAM endgültig das zeitliche und Memtest sagte: "kaputt". Ergo -> Hitzeschaden irgendwo zwischen Ichwillnichtmehr und Ichkannnichtmehr.

mfg
LS

PS: Ist jetzt ganz arg ins Blaue hineingeschossen, aber denke mal dein MB hat einen Schaden (wenn du sonst nichts verändert hast), weil das BIOS sollte wenigstens starten wennst alles abgehängt hast (FP, Grafikkarte, etc...).



Antworten liquid sky

w-sky schrieb :

[...]
Was ich sonst noch getan habe:

Netzteil durch Überbrücken der blauen Leitung eingeschaltet und die Spannungen an allen Ausgängen mit einem einfachen Multimeter gemessen. Die Werte schienen in Ordnung, alle um ca. 0,02-0,05V um den Sollwert herum.

Und dennoch, dann der Einsatz eines neuen, garantiert fehlerfreien Netzteils. Alle Symptome blieben gleich, es geht nicht an, und nun bin ich mit meinem Latein erstmal am Ende.
[...]



hallo erstmal.
das netzteil würde ich auch nicht ausschliessen, auch wenn die spannungen mit dem multimeter stimmen.
der test mit dem 'garantiert fehlerfreien Netzteil' zeigt aber, dass (noch) etwas anderes kaputt ist.

Du sprichst von einem Zischen - eher ein zischen wie 'braten' bzw. 'kochendes wasser' oder mehr ein hochfrequentes Sirren?
Du sprichst auch von Einschaltproblemen, wenn die CPU-Spannungsversorgung angeschlossen ist. ist dies auch mit dem fehlerfreien Netzteil so?
Die PC-Netzteile haben normal eine einschaltsicherung, damit sich schäden, wie zB ein kurzschluss, nicht weiter fortpflanzen.
Wie sehen die Kondensatoren bei der CPU aus, sind die oben ausgebeult (ich gehe davon aus, du weisst was ich meine, sonst frag lieber noch mal).


Ich war mal in einer ähnlichen situation, hab netzteil und mobo getauscht und glück gehabt, dass es danach wieder ging. netzteil hätte ich eh neu gebraucht und das mobo habe ich relativ günstig bekommen - wäre es damit nicht gegangen, hätte ich es umsonst gekauft.

@liquid sky:
auch oder gerade das netzteil ist bei beschriebenen dauereinsatz stark gefordert. durch die Kondensatoren kommt es leicht zu alterungserscheinungen und die Leistung reicht nicht mehr aus. Das führt zu Überlastung und dann kann alles mögliche passieren, leider.

Antworten MrLighz

liquid sky schrieb :

Ist jetzt ganz arg ins Blaue hineingeschossen, aber denke mal dein MB hat einen Schaden (wenn du sonst nichts verändert hast), weil das BIOS sollte wenigstens starten wennst alles abgehängt hast (FP, Grafikkarte, etc...).


Ja, vermutlich das MB. Selbst bei fehlendem RAM gibt das MB normalerweise ein protestierendes Tuten von sich, aber nichts tut sich. Entweder ist das MB tot oder die CPU oder gar beides, und mit etwas Glück ist die Chance wohl größer, dass RAM, Festplatte und DVD-Brenner sogar noch in Ordnung sind.

Ich bastel öfter irgendwas an meinem PC um und entferne dann jedes Mal die auffälligen Verstaubungen im Inneren, Staub war sicher nie ein Problem. Ein RAM-Modul hatte ich auch schon herausgenommen, wenn auch bloß, um besser an den ATX-Stecker zu kommen. ;) Auf deinen Vorschlag habe ich jetzt noch mal alle bis auf eins (von 4) entfernt, und es dann mit einem anderen einzeln getestet. (nichts.)

MrLighz schrieb :

hallo erstmal.
das netzteil würde ich auch nicht ausschliessen, auch wenn die spannungen mit dem multimeter stimmen.
der test mit dem 'garantiert fehlerfreien Netzteil' zeigt aber, dass (noch) etwas anderes kaputt ist.

Du sprichst von einem Zischen - eher ein zischen wie 'braten' bzw. 'kochendes wasser' oder mehr ein hochfrequentes Sirren?


Es klang eher wie das erste, Zischen und ein bisschen wie kochendes bzw. siedendes Wasser. Aber gleichzeitig sehr hochfrequent -- mit einem starken Anteil deutlich über 15,625 kHz (ja, das kann ich hören ;)). Aber ich werde nicht das womöglich defekte Netzteil in einem anderen PC ausprobieren. Ist schließlich nicht unwahrscheinlich, dass das Netzteil bei seinem Ende dem Rest auch noch "den Rest gegeben" hat... und das heißt, wenn ich den PC sofort ausgeschaltet und nicht noch diverse Tests gefahren hätte, dann... ächz. Ich hoffe, ich denke sofort daran, wenn mir sowas irgendwann nochmal passiert. :heink:

Und ja, mit dem anderen Netzteil ist es ganz genauso wie mit dem womöglich defekten. Habe das (heile) Netzteil danach auch nochmal in einem anderen PC angeschlossen, es ist weiterhin o.k.

Genau wie eine Einschaltsicherung sieht es jetzt ja aus! Das Netzteil "will", aber scheint dann einen Kurzschluss festzustellen und schaltet wieder ab. Oder ist es das MB, das abschaltet? Im Betrieb muss ja die blaue Leitung zum Netzteil dauerhaft von der Einschaltsteuerung auf Masse gelegt sein, damit das Netzteil an bleibt. Wenn ich mich nicht irre. Könnte es dann vielleicht auch eine Einschaltsicherung auf dem MB sein? Sofern es eine gibt.

Wenn es ein Kurzschluss ist, könnte er auf der 12V-Schiene zur CPU liegen, weil das Netzteil anblieb, als ich den 4-poligen "ATX12V1"-Stecker mal vergessen hatte. (Das MB hat den 20-poligen ATX-Stecker und einen 4-poligen in CPU-Nähe.)

Habe jetzt auch noch einmal die Kondensatoren und alles andere genau in Augenschein genommen, aber zu sehen ist gar nichts - sieht alles tipp-topp aus.

Zitat :

Ich war mal in einer ähnlichen situation, hab netzteil und mobo getauscht und glück gehabt, dass es danach wieder ging. netzteil hätte ich eh neu gebraucht und das mobo habe ich relativ günstig bekommen - wäre es damit nicht gegangen, hätte ich es umsonst gekauft.


Aber die CPU war noch o.k., oder hast du das Motherboard komplett mit CPU ausgetauscht? Das wär ja fast schon alles. ;)

Jetzt würde ich wohl gern folgendes tun:

CPU auf einem anderen MB testen und wenn die nicht geht, eine andere CPU auf dem MB. Wenn das MB defekt ist, würde ich gern versuchen, es zu reparieren, auch unter Löteinsatz....

Aber wie finde ich etwas raus? Ein anderer Socket 478-PC steht mir nicht zur Verfügung, eine andere CPU ebenso wenig. Was an einem MB defekt ist, kann man vielleicht mit speziellen Testsystemen herausfinden, mir jedoch auch nicht zugänglich. :(

Stellt sich die weitere Frage: Sollte ich jetzt vielleicht (gebraucht, eBay...) ein gleiches oder sehr ähnliches MB suchen (es gibt verschiedene Modelle in der P4P800-Reihe von Asus) und es erstmal mit der alten CPU versuchen? Hätte außerdem den Vorteil, dass das Betriebssystem keinerlei neue Treiber oder Anpassungen braucht. (Wenn die Festplatte noch o.k. ist, was ich mangels SATA-Anschluss an einem funktionierenden PC nicht testen kann.)

Oder gleich nach einem neuen und vielleicht sogar besseren MB schauen? Ich muss leider auf jeden Fall Gebrauchtware nehmen, aber großartig mehr Leistung brauche ich sowieso nicht. Pentium 4 2,6 GHz Single Core hat mir tatsächlich noch fast immer genügt. :sol:

Nachricht zitiert 1 mal
Nachricht bearbeitet von w-sky am 30.03.2008 um 04:39:35
Antworten w-sky

Ich würde bei dem Zischen trotzdem auf defekte Elkos tippen, auch wenn Du sagst, sie sehen noch gut aus. Oftmals platzt nicht die Sollbruchstelle an der Oberseite sondern die Kondensatoren platzen an der Unterseite auf, was man auf Anhieb nicht sofort erkennen kann.

Antworten spritti03

Kommt mir alles sehr bekannt vor :-(

w-sky schrieb :

Es klang eher wie das erste, Zischen und ein bisschen wie kochendes bzw. siedendes Wasser. Aber gleichzeitig sehr hochfrequent -- mit einem starken Anteil deutlich über 15,625 kHz (ja, das kann ich hören ;)). Aber ich werde nicht das womöglich defekte Netzteil in einem anderen PC ausprobieren. Ist schließlich nicht unwahrscheinlich, dass das Netzteil bei seinem Ende dem Rest auch noch "den Rest gegeben" hat... und das heißt, wenn ich den PC sofort ausgeschaltet und nicht noch diverse Tests gefahren hätte, dann... ächz. Ich hoffe, ich denke sofort daran, wenn mir sowas irgendwann nochmal passiert. :heink:



Hmm, würde im ersten moment auf einen Elko tippen, der sich verabschiedet hat. Vermutlich bei den Spannungswandlern für die CPU.

Zitat :

Habe jetzt auch noch einmal die Kondensatoren und alles andere genau in Augenschein genommen, aber zu sehen ist gar nichts - sieht alles tipp-topp aus.


Das macht das ganze sehr schwer. ich bin auch nicht unerfahren mit löten, aber damals habe ich da auch aufgegeben.

Zitat :

Aber die CPU war noch o.k., oder hast du das Motherboard komplett mit CPU ausgetauscht? Das wär ja fast schon alles. ;)


mein Athlon XP 3200 hats überlebt, immer noch primestable - trotz 2-3 überhitzungsabschaltungen und ein netzteil / mainboarddefekt - Der Speicher hats übrigens auch überlebt

Leider hab ich jetzt auch wieder Probleme (Board, vielleicht auch wieder das Netzteil, wenns arg kommt meine grafikkarte) - jetzt muss alles neu,
SATA ist inzwischen standard, DDR RAM wird auch nicht mehr verbaut, AGP ist veraltet (meine schöne X800XL :cry: ), prozessortechnologie fang ich gar nicht erst mit an....

Wenn Du es Dir leisten kannst, würde ich Dir zu einem neuen System raten. Ansonsten guck mal bei Pearl oder Pollin nach Mainboards, die haben manchmal noch alte sachen, die man anderswo nicht mehr neu findet - wirklich billig sind die aber auch nicht ;-)

Antworten MrLighz
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