Ich habe nicht viel Ahnung von der Mechanik in Festplatten, ich benutze sie nur gerne :-) Aber jetzt hab ich doch mal eine Frage:
Ich weiß, dass Festplatten i.d.R. so aufgebaut sind, dass sie aus mehreren Scheiben bestehen, wobei pro Scheibe ein Lesekopf existiert.
Nun habe ich mir gedacht, dass diese Leseköpfe ja höchstwahrscheinlich einzeln gesteuert werden können (hoffe ich zumindest) um die Zugriffszeiten möglichst klein zu halten.
Da ich jetzt auf meinem Rechner auf vielen großen Dateien gleichzeitig arbeite (RAM spielt hier kaum eine Rolle, ich arbeite hauptsächlich direkt in der Datei), habe ich mir gedacht es wäre ja irgendwie sinnvoll, die Dateien jeweils auf eine der Scheiben zu verteilen, so dass jeder Lesekopf eine Datei lesen kann. Das Betriebssystem könnte dann ebenfalls noch auf eine Scheibe drauf, dann wäre alles schön verteilt und die Zugriffszeiten wären wahrscheinlich super (im Gegensatz zu jetzt).
Ist die Annahme mit den Leseköpfen überhaupt richtig oder ist das völliger Unfug?
Und falls das so ist, ist es irgendwie realisierbar auf die Physikalische Verteilung der Daten auf der Platte Einfluss zu nehmen, mit spezieller Formatierung oder ähnlichem?
Ich habe nicht viel Ahnung von der Mechanik in Festplatten, ich benutze sie nur gerne :-) Aber jetzt hab ich doch mal eine Frage:
Ich weiß, dass Festplatten i.d.R. so aufgebaut sind, dass sie aus mehreren Scheiben bestehen, wobei pro Scheibe ein Lesekopf existiert.
Nun habe ich mir gedacht, dass diese Leseköpfe ja höchstwahrscheinlich einzeln gesteuert werden können (hoffe ich zumindest) um die Zugriffszeiten möglichst klein zu halten.
Da ich jetzt auf meinem Rechner auf vielen großen Dateien gleichzeitig arbeite (RAM spielt hier kaum eine Rolle, ich arbeite hauptsächlich direkt in der Datei), habe ich mir gedacht es wäre ja irgendwie sinnvoll, die Dateien jeweils auf eine der Scheiben zu verteilen, so dass jeder Lesekopf eine Datei lesen kann. Das Betriebssystem könnte dann ebenfalls noch auf eine Scheibe drauf, dann wäre alles schön verteilt und die Zugriffszeiten wären wahrscheinlich super (im Gegensatz zu jetzt).
Ist die Annahme mit den Leseköpfen überhaupt richtig oder ist das völliger Unfug?
Und falls das so ist, ist es irgendwie realisierbar auf die Physikalische Verteilung der Daten auf der Platte Einfluss zu nehmen, mit spezieller Formatierung oder ähnlichem?
Viele Grüße
Flashbaer
Pro Scheibe gibt es je nach Modell eigentlich zwei Lese/Schreibkoepfe. Die Scheiben sind recht dick und sind doppelseitig nutzbar. Falls nur ein Kopf verwendet wird hat man zu einem guenstigerem Modell einer Reihe gegriffen. Man hat halt eine geringere Kapazitaet.
Die Koepfe sind fest auf einem Aktuator montiert. Er bewegt die Koepfe ueber die Platten.
Nachricht bearbeitet von fffcmad am 09.04.2009 um 15:50:09
Ja, auser hat Recht. Es gibt bestimmt bei Youtube Leute, die haben von defekten Festplatten ein Video gemacht im offenen Zustand (zum Beispiel das hier).
Vielleicht hilft dir mehr RAM trotzdem, weil die meisten Programme zumindest den Teil den sie gerade bearbeiten in den RAM laden.
Da wir nicht wissen, was du für eine Software hast und wie diese arbeitet, könnte dir vielleicht auch eine zweite Festplatte eher helfen, wenn die Software temporäre Daten auslagert. So läge die Datei auf der einen und der zu bearbeitende Part auf der anderen.
Danke Leute, ich hab wieder was dazu gelernt :-)
Ich denke ich werde mir mehrere Festplatten anschaffen...
@DHAmoKK: ich verwende eigentlich alle möglichen Arten von Software, hauptsächlich aber Textverarbeitungs-Tools wie VIM oder selbst geschriebene Programme, die auf Textdateien arbeiten die mehrere GB groß sind. Dabei wird aber immer nur eine Zeile (meist nie mehr als 1KB, manchmal mehr aber auf jeden Fall nicht sehr viel) in den RAM geschrieben, daher brauch ich da nicht all zu viel davon.
Schwierig ist es halt wenn ich aus 2 Dateien lese und in eine schreibe oder so dann muss der Lesekopf immer hin- und her springen, daher habe ich an eine geteilte Lösung gedacht. aber mehrere Platten tun's ja auch :-)
Hallo,
es sollte auch folgendes bedacht werden:
Je nachdem wie oft die Dateien modifiziert werden (löschen, neu schreiben) verändern sich die Sektoraddressen....das kann zu Fragmentierung der zu schreibenden Datei führen. Und auch die zu lesenden Dateien können fragmentiert vorliegen.
Zu Beginn eines Festplattenlebens werden die Programme und Dateien schön nacheinander auf die Platte geschrieben. irgendwann löscht man Dateien oder überschreibt sie. Die werden dann neu addressiert. Können die Sektoren nicht mehr hintereinander geschrieben werden, beginnt die Fragmentation, die Datei wird "zerrissen" und auf freie Sektoren verteilt. Dafür gibt es zwar auch wieder Algorithmen, aber eine Fragmentierung bedeutet immer zusätzliche seeks und damit Zeitverlust.
Deshalb: Defragmentierung der Platte prüfen und ev. Defragmentierung öfter laufen lassen (die erste Defrag kann lange dauern....ja nach Zustand, vorher Backup der Daten empfohlen).
Dann solltest du dir darüber im Klaren sein, dass der Leseprozess schneller abläuft als der Schreibprozess, die seektimes z.B. sind etwa 20% kürzer. wenn du also 2 Leseprozessen berichtest, die nach dem sequentiellen Read einen Schreibprozess auslösen, ist dein Bottleneck der Schreibprozess, auch wenn die Platte selbst einen Cache hat, der nutzt beim sequentiellen Lesen/Schreiben großer Dateien nicht viel, da er bei einem bestimmten Füllgrad geleert werden muss. Hier macht es in jedem Fall Sinn, den Schreibprozess auf eine andere Platte zu verlagern. Hier auch darauf achten, dass die auch nicht zu sehr fragmentiert
@Flashbaer:
Dann wäre für Dich eventuell eine Intel SSD auf SLC-Basis ideal. Durch die extrem niedrigen Zugriffszeiten (Festplatten sind grob um den Faktor 100 langsamer!) und die gleichzeitig hohen Transferraten würdest Du ideale Leistung erreichen. Auch eventuelles Defragmentieren würde vollkommen wegfallen, da das keinen Unterschied bzw Vorteil bei SSDs bringt.
Defragmentieren ist auch nur in Ausnahmefällen auf herkömmlichen Festplatten sinnvoll, solange Du NTFS oder ähnliche Dateisysteme verwendest. Bei FAT war Defragmentierung noch sehr wichtig, bei NTFS hängt es stark von der Verwendung ab. Bei Deinen speziellen selbst geschriebenen Programmen kann es recht hilfreich sein, bei "normaler" PC-Verwendung bringt manuell angestoßene Defragmentierung leider erschreckend wenig. Windows defragmentiert von Zeit zu Zeit automatisch im Hintergrund, wenn der Rechner im Idle-Modus läuft - zusätzliches Defragmentieren bringt da kaum noch etwas.
Aber eine SSD könnte durch ihre extrem kurze Zugriffszeit für Dich eine gute Wahl darstellen. Kostet allerdings auch eine Stange Geld.
Eventuell wäre als nächste Alternative eine WD Velociraptor eine gute Wahl, da die Zugriffszeiten zumindest deutlich niedriger sind als bei einer gewöhnlichen Festplatte mit 7200rpm.
@ Ghostrider: Windows defragmentiert bzw. sortiert, wenn ich richtig informiert bin, von sich aus nur die beim Start benötigten Systemdateien (layout.ini), da Defragmentierungsprogramme auf diese im nicht zugreifen können. Dadurch wird der Systemstart beschleunigt.
Eventuell würde auch ein Server (z.B. eine Synology DiskStation) mit ext2 / ext3 - Dateisystem eine gewisse Verbesserung bringen. Dort werden die Dateien nach Größe auf der Festplatte abgelegt, d.h. große Brocken links, Kleinkram rechts... Diese Grundordnung vermindert die Fragmentierung während des normalen Betriebes, was man an den Zugriffszeiten merkt.
Nachricht bearbeitet von _TK_ am 13.04.2009 um 22:10:01
Dieses Thema ist länger als 6 Monate inaktiv. Bitte überprüfen Sie, ob Ihr beabsichtigter Kommentar noch einen Mehrwert bringt oder das Anlegen eines neuen Themas nicht besser wäre.