Hallo,
ich überlege mir ein NAS in der Klasse thecus N5200 BR Pro zu kaufen. (Synology oder QNAP haben ähnliche Produkte.)
Doch diese Geräte nutzen alle "nur" Software-Raid. Dadurch sind die Geräte recht billig....
Aber mal ehrlich, ich kann mir für 700-900 Euro (soviel kosten die Teile ohne Platten) auch ein Raid 5 NAS für 8 Platten und echtem HardwareRaid bauen. Nur fehlen mir da Leistungsdaten. Das Schreibcaching muss in jedenfall deaktiviert werden. Da bei einem Stromausfall/Absturz die Daten futsch sind...
Eine Kiste mit softwarerais kann ich mir für 200-300 Euro bauen... Der HardwareController der mit 400 8x Sata zu Buche schlägt fällt raus... der ICH10R scheint nicht ganz scheisse zu sein... aber auch hier finde ich nirgends Benchmark für den ungepufferten Betrieb.
Nur fehlen mir da Leistungsdaten. Das Schreibcaching muss in jedenfall deaktiviert werden. Da bei einem Stromausfall/Absturz die Daten futsch sind...
Der Unterschied zwischen Schreibcache aktivieren und deaktivieren bei einem Stromausfall ohne USV ist folgender: Ein Stromausfall um Punkt 15 Uhr ohne Schreibcaching würde einem Stromausfall um 14:59:55 Uhr mit Schreibcaching entsprechen. Das muss man sich erstmal klarmachen, bevor man weiterdenkt. Bei einem Stromausfall alle zwei Jahre dessen Zeitpunkt Du nicht bestimmen kannst, ist das Schreibcaching also egal u. man würde es im Sinne der Performance aktivieren.
Eine Kiste mit softwarerais kann ich mir für 200-300 Euro bauen... Der HardwareController der mit 400 8x Sata zu Buche schlägt fällt raus... der ICH10R scheint nicht ganz scheisse zu sein... aber auch hier finde ich nirgends Benchmark für den ungepufferten Betrieb.
Du kannst Dir ja mal die Mühe machen und für den ICH10R für die letzten Matrix Storage Manager Version 8.5, 8.6, 8.7, 8.8 die Changelogs anzuzeigen. Dort steht sehr häufig das Wort BSOD, crash etc.
Man kann ein Host-RAID wie den ICH10R nur schwer mit einem Hardware-RAID oder einem Linux Software RAID vergleichen. Wenn's man's dennoch macht stellt man fest: . Nur das Hardware-RAID hat einen Schutz gegen das Write-Hole bei RAID5 (-> google) . Einen Teil der Stabilität holt das Linux/FreeBSD Software RAID aus der an sich sehr stabilen u. millionenfach eingesetzten Plattform. Damit ist sie jedem Host-RAID auf Windows Basis überlegen, wenn man die Changelogs der Host-RAIDs kennt. Das Linux SoftRAID ist erprobt an Storage Appliances vieler renomierter Hersteller, die alle einige 10k EUR kosten. Damit sehen bzgl. Zuverlässigkeit u. Stabilität - wenn man den Linux Server mit USV betreiben würde - sogar die HardwareRAIDs blaß gegen ein Linux SoftRAID aus.
Das ist vielleicht alles ein bißchen abstrakt. Folgende OS für ein Do-it-yourself-NAS. Das geht dann auch mit Software RAID sicher: http://www.freenas.org/ (FreeBSD basiert) http://www.openfiler.com/ (Linux basiert) oder ein Ubuntu, wenn man noch weitere Services: uPnP, Download-Client etc. installieren möchte.
Man könnte, wenn man denn unbedingt wollte auch ZFS einsetzen, dass keine Write-Hole Problematik hat. Ist mir bzgl. Reparaturtools u. Reifegrad aber noch zu unsicher. Für ZFS müsste man ohnehin OpenSolaris einsetzen. Die Ports für FreeBSD, Linux sind beta - egal was man in der Produktbeschreibung von FreeBSD 7.0 liest.
Wenn man ein Windows Server 2008 o. ähnliches einsetzen will, dann kann man eigentlich nur ein HardwareRAID empfehlen.
Wenn man ein RAID5 als Ersatz für ein Backup einsetzen möchte, dann baut man auf Sand ganz gleich welche Lösung man wählt.
Nachricht bearbeitet von 7oby am 19.05.2009 um 09:54:52
qnap & Co brauchen auch einfach keinen Hardware-RAID-Controller. Die Geschwindigkeit wird durch das Netzwerk begrenzt (GbE = unter 100MB/s) und ob die Rebuild-Zeit nun 5h oder 20h dauert, ist bei den meisten Leuten einfach nur egal.
Im Gegensatz zu 7Oby würde ich die Zuverlässigkeit zwischen anständigen Hardware-RAID-Controllern und einer solchen Lösung aber als ungefähr vergleichbar einstufen.
Man hat einen Controller, der kaputt gehen kann, dafür wird durch eine kürzere Rebuild-Zeit und eventuell besseres Write-Journaling die Wahrscheinlichkeit zum Datenverlust an anderer Stelle reduziert.
BBU / USV / Journaling & Write Cache:
Es gibt Möglichkeiten und Techniken, die einen Stromausfall irrelevant werden lassen. Write Journaling, egal ob nun bei einem Software-RAID oder implementiert in einem Hardware-RAID, sorgt dafür, daß überprüft werden kann, welche Daten erfolgreich geschrieben wurden und welche nicht.
So kann zumindest nachvollzogen werden, ob bei einem Schreibvorgang eine bereits existierende Datei "teilweise" überschrieben und somit eventuell unbrauchbar gemacht wurde.
Den Schreibcache zu deaktivieren ist auf jeden Fall nicht die beste Lösung.
Das mit dem Selberbauen für den Preis halte ich für zumindest schwierig: Du braucht Hardware, die für 24/7-Betrieb ausgelegt ist. Eine hinreichende Kühlung für Festplatten UND sonstige Hardware, ein Gehäuse, Hot-Plug fähige Wechselrahmen und dazu passende Backplanes.
Allein anständige Wechselrahmen kosten nicht gerade wenig Geld.
Von der Implementierung der Software, Kontroll-LEDs oder gar -Displays und dem Support sowie der Garantie des Herstellers mal ganz zu schweigen.
Selbst gebaut = selbst verantwortlich.
7Oby hat vor allem damit recht, daß ein RAID kein Backup ersetzen kann. Wenn diese NAS-Lösung natürlich nur das Backup sein soll, dann ist es meiner Meinung nach OK. Für den Heimgebrauch zumindest.