Habe ein Problem mit Ubuntu-Server und der Einrichtung eines Software RAID.
Zunächst mal die Konfiguration des Rechners (ist neu zusammen gebaut)
Motherboard ist ein Gigabyte GA-M720-US3
AMD Prozessor
4 GB RAM
Standardgrafikkarte
1 Systemplatte Seagate 250GB
4 Seagate 1,5TB
Es war mir nicht möglich, das onboard RAID zu nutzen, da der entsprechende Treiber weder von Gigabyte, noch von Nvidia geliefert wird. Also muss ein SW Raid5 eingerichtet werden.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich es geschafft, das RAID zu erzeugen (das re-sync hat 7 Stunden gedauert) und auch damit zu arbeiten. Die Platten wurden vom System erkannt und zeigte 4,2TB an. So weit so gut. Jedoch verschwand das RAID schon nach dem ersten Booten und erscheint nicht mehr. Alle notwendigen Einträge sind in Ubuntu erstellt worden, aber Ubuntu sieht das RAID nicht mehr.
Ich hoffe es kann mir jemand helfen, denn ich weis nicht wie ich das RAID wiederfinde.
Nachtrag:
Möchte ungern einen externen Controller einbauen, allerdings würde ich das tun, wenn es sonst keine Lösung gibt.
Gruß
G.
Nachricht bearbeitet von Gogrodul am 08.08.2009 um 12:56:41
Die Platten sind für ein Software-RAID eine kühne Wahl. Nicht für RAIDs gedacht und daher auch kein TLER, nicht unbedingt durch Zuverlässigkeit bekannt, ...
Werden denn noch alle Platten vom Controller im BIOS gefunden oder ist auch dort schon etwas merkwürdig?
Ansonsten sollte Dir lieber einer der anderen User hier weiterhelfen. 7Oby ist da wohl der beste Ansprechpartner für Software-RAID unter Linux.
Die Aussage bzgl. dieser Seagateplatten und RAID habe ich schon des öffteren gehört. Allerdings habe ich von ebensovielen Admins gehört, dass diese Platte oft benutzt wird. Darüber hinaus wird ein tägliches Backup gefahren. Damit sollte genügend Sicherheit gegeben sein.
Nachdem ich nun das I-Netz durchsucht hatte und mich andererseits wieder in Unix eingelesen habe, ist das Problem gelöst. Die Anleitung im
Ubuntu-wiki ist zwar sehr gut beschrieben, jedoch wird dort von einem device mit Namen md0 ausgegangen. Die SW unter Ubuntu (mdadm) erzeugt allerdings ein Gerätenamen md_d0 und dieser musste in der fstab und mdadm.conf (die wiederum einen anderen Namen eingetragen hatte) geändert werden. Damit läuft das SW Raid auch nach dem booten.
Nachtrag:
Hatte ja zunächst versucht, die Platten über das BIOS Raid einzubinden. Die Einstellung im BIOS ist recht gut und einfach herzustellen. Allerdings bietet weder Gigabyte noch Nvidia Linuxtreiber an.
Auch ich benutze die 1,5TB Seagates im RAID-6 an einem passenden Controller... Es funktioniert auch bisher sehr gut - aber das mache ich auch nur, da es eben eine private Lösung ist und durch zwei Backups + RAID-6 hinreichend Toleranz für Ausfälle vorhanden ist.
Im produktiven Einsatz in einem Unternehmen würde ich keine nicht-RAID-Platte in einem Server einsetzen. Das wäre mir einfach zu gefährlich und ist in einem solchen Fall schlicht und ergreifend als Pfusch zu bezeichnen. Zudem: "Wer billig kauft, kauft doppelt."
Kosten / Nutzen muß man immer im Auge behalten und diese dann je nach Verwendung gewichten.
Schön, daß es nun bei Dir läuft. Damit ist das Thema wohl abgeschlossen. Du hast Dir selbst die Lösung geliefert.
Hatte ja zunächst versucht, die Platten über das BIOS Raid einzubinden. Die Einstellung im BIOS ist recht gut und einfach herzustellen. Allerdings bietet weder Gigabyte noch Nvidia Linuxtreiber an.
Sei froh drum, denn das mdadm RAID ist wirklich sehr gut getestet, da es beispielsweise auch in fast allen NAS Geräten verbaut ist - von SOHO ARM basierten bis zu sehr teuren Enterprise Rack Storage Lösungen. Darüber hinaus ist das mdadm ziemlich gut optimiert. Das fängt bei SSE Einheit basierten XORs an u. geht weiter über eine möglichst hohe I/O Leistung indem Platten möglichst parallel bedient werden.
Alternativ könnte man das dmraid verwenden, was kompatibel zu dem RAID BIOS vom Gigabyte BIOS ist. Dieses dmraid ist aber unsicherer u. langsamer. Würde man nicht machen.
Tja, scheinbar doch nicht. Der Rechner lief eine zeitlang, wurde getestet, rauf und runtergefahren, aus- und wieder eingeschalter, alles ok. Dann hatte ich ihn eine Weile stehen lassen und er fiel in den Powersafermode. Da blieb er und ließ sich nicht dazu bewegen erneut zu starten. Also war ein harter Reset notwendig. Das wars dann fürs RAID, wieder verschwunden. Statt dessen erkennt der Server nun 2 Platten a 4,2TB.
Meines Erachtens darf das nicht passieren. Wenn dem so ist wie du schreibst, das es eine sichere Software ist, dürfte das nicht passieren. Also darf ich die Kiste wiedermal neu einrichten. Glücklicherweise waren noch keine Daten drauf.
Tendiere immer mehr zu einer Hardware basierten Lösung. Denn habe keine weitere Lust mehr zu testen.
Zum Hintergrund - Versuche gestartet mit
Ubuntu
Ubuntu-Server
FreeNAS
OpenSuse
Windows Homeserver
Hab ich noch einen vergessen, weis nicht....
Nur Ubuntu läuft auf dem Rechner, alles andere nicht. Unter FreeNAS war ein RAID 5 nicht möglich, dabei gefällt mir das System bisher am besten, weil einfach!
Ein Versuch bekommt Ubuntu noch, dann ist Schluss. Habe schon den Winserver 2008 runtergeladen, als letzte Möglichkeit.......
Linux u. ziemlich aktuelle Hardware ist immer so eine Geschichte. Ob das wirklich läuft ist selbst mit sehr aktuellen Distributionen wie Ubuntu 9.04 nicht ohne weiteres vorauszusagen. Nicht selten muss man hier noch selbst hand anlegen: Neue Treiber nachinstallieren, bestimmte Konfigurationsdateien anpassen etc. Der Aufwand ist vor allem die Suche nach dem Problem u. dann der Lösung.
Der nVidia nForce 720D mit seinen SATA Ports verwendet den AHCI Standard. Dazu sollte im BIOS sichergestellt sein, dass unter Integrated Peripherals / Onchip SATA Mode : AHCI steht (nicht IDE u. auch nicht RAID).
Dass Du einen separate Systemplatte hast, ist sehr gut. Denn dadurch kannst das System noch booten um zu analysieren was mit dem RAID denn nun los ist. Das RAID neu erstellen sollte nicht notwendig sein.
Es gibt hier unter Probleme mit Ubuntu 9.04 eine Lösung falls das Array verschwindet (allerdings denke ich, dass der Ausfall hier bedingt durch ein Systemupdate 8.10 -> 9.04 hervorgerufen wird): http://wiki.ubuntuusers.de/Softwar [...] buntu-9-04
Falls das hilft, sollte man auf die Suche gehen WARUM das Ubuntu 9.04 die Platte rausgeschmissen hat.
--
unter /var/log/dmesg* finden sich Logeinträge. "grep mdadm /var/log/dmesg.log" sollte einem alle zum RAID relevanten Dinge ausgeben - allerdings in dem Fall nur vom aktuellen Booten. Vom Booten davor heißt die Datei anders. Weiß den Namen nicht auswendig aber wenn Du ihn hast geht's mit "zcat /var/log/dmesg1.gz | grep mdadm". So kannst auch rausfinden ob er noch was ins Log geschrieben hat, was das RAID betrifft.
Theoretisch denkbar ist ja auch, dass es Probleme mit der Stromversorgung gibt, Platten defekt sind oder Wackelkontakte haben.
Dass Hibernate (Ruhezustand) nicht klappt, kann unter Linux mit moderner Hardware schonmal passieren (BIOS auf aktuellstem Stand ist auf jeden Fall sinnvoll). Allerdings selbst mit Hardreset an der Stelle sollte nicht ursächlich das RAID zerstören.
Nachricht bearbeitet von 7oby am 09.08.2009 um 19:40:40
Für diese Informationen bedanke ich mich bei dir. So ausführlich hat es bisher niemand beschrieben. Ich gehe sicherlich das Ursache auf den Grund. Leider habe ich in den nächsten Tagen keine Zeit das zu verfolgen, werde allerdings gegen Wochenende damit beginnen. Denn deine Lösungsansätze sind einfach zu interessant, als jetzt wieder zu wechseln. Also Handshake für die Infos .......
Im 2. Link wird die Herangehensweise beschrieben um das RAID wieder einzubinden. Leider läuft schon der erste Befehl auf einen Fehler:
<mdadm: Unkown Keyword mdadm.conf>
<mdadm: fail to stopp array /dev/dm0: Device or resouce busy> dm0 Exitiert allerdings nicht !
<mdadm: fail to stopp array /dev/dm_d0: Device or resouce busy>
hier mal die mdadm.conf
Zitat :
mdadm.conf
#
# Please refer to mdadm.conf(5) for information about this file.
#
# by default, scan all partitions (/proc/partitions) for MD superblocks.
# alternatively, specify devices to scan, using wildcards if desired.
DEVICE partitions
# auto-create devices with Debian standard permissions
CREATE owner=root group=disk mode=0660 auto=yes
# automatically tag new arrays as belonging to the local system
HOMEHOST <system>
# instruct the monitoring daemon where to send mail alerts
MAILADDR root
# definitions of existing MD arrays
# This file was auto-generated on Sun, 02 Aug 2009 17:49:09 +0200
# by mkconf $Id$
ARRAY /dev/md_d0 level=raid5 num-devices=4 UUID=1beb0682f26a202:efc00187:5a547a00
Sehe da keinen Fehler. Wie kann ich nun das SW RAID stoppen?
<mdadm: Unkown Keyword mdadm.conf>
<mdadm: fail to stopp array /dev/dm0: Device or resouce busy> dm0 Exitiert allerdings nicht !
<mdadm: fail to stopp array /dev/dm_d0: Device or resouce busy>
Der erste Befehl, den ich dort lese lautet:
sudo mdadm --stop /dev/md*
Insofern verstehe ich weder warum bei Dir von "/dev/dm0" die Rede ist, wenn doch das Kommanod "/dev/md..." lautete. Auch kann ich nicht unmittelbar nachfollziehen warum er bei Dir "Unknown Keyword mdadm.conf" schreibt, denn auch mdadm.conf tritt in der Befehlszeile gar nicht auf.
Vielleicht hilft es wenn Du die genauen Befehle postest, allerdings kann ich nicht sehr zeitnah antworten. Alternativ ein Linuxforum aufsuchen oder die Handvoll mdadm Parameter verstehen u. sich selbst Ausgaben erzeugen. Also nachschauen welches RAID jetzt gerade gemounted ist u. in welchen Zustand ("mdadm --detail /dev/md_d0" ).
Nachdem ich für md_d0 den mount aufgehoben habe, konnte der Befehl #sudo mdadm --stop /dev/md* ausgeführt werden. Mit Fdisk alle Partitionstabellen neu geschrieben (zeigte unter df -l nur 2 Platten an) und das RAID ist wieder da!
Nachricht bearbeitet von Gogrodul am 17.08.2009 um 12:57:14