ich bin neu in diesem Forum (drum weiß ich nicht, ob ich hier an richtiger Stelle diesen Text eintrage) und wollte Euch was sehr spezielles Fragen.
Vorgeschichte: meinen letzter selbst zusammengebauter Rechner ist von 1995. Daher hab ich mit der neuen Hardware noch mentale schwierigkeiten...
Vorwort: Ich möchte mir einen neuen Rechner bauen, der mir auch abwärtskompatiblität (IDE, COM, LTP, A:\(3,5" ), B:\(5,25" ), DVD-RW, FireWire, USB, 2x LAN,...) liefern kann. Daher soll er ziemlich viele "alte" Anschlüsse haben. Des Weiteren möchte ich mehrere Betriebssysteme benutzen.
Ausführung: Hardwaretechnisch hab ich an ein "ASUS P5Q Deluxe" gedacht, mit dem "E8500" drauf, irgendwelche "DDR2" dingens, eine "GT260" von Nvidia. Das Netzteil sollte leise sein und sehr viele PS/1,36 haben (ca. 850W oder mehr?). Das Gehäuse (Midi oder Big) ist nun abhängig von Eurer Antwort auf meine Spezialfrage.
Die Frage: Da ich ja verschiedene OS (Ubuntu, Win, Solaris, Win für meine Kinder, (OS-X falls ich das herbekomme),... ) benutzen möchte, aber keiner Partitionierung oder Bootmanager vertraue (Schlechte Erfahrungen...) möchte ich also von verschiedenen HDDs booten. Eigentlich ist das ja scheinbar mit den neuen (nach 1995) BIOS' kein Problem mehr, hab ich mir sagen lassen. Nun ist es aber so, daß ich meine Kinder oder meine Frau nicht im BIOS herumpfuschen lassen möchte. Das versteht ihr sicher. Daher möchte ich mir einen Schalter bauen, der die Stromversorgung der HDDs abschalten kann, während das SATA-Kabel aber fest mit dem Board verbunden bleibt. Nun scheiden sich die Geister bei mir im Geschäft, wenn ich meinen Kollegen dies schildere. Einige sagen, das ist kein Problem, und macht auch keine Fehlermeldungen, die Anderen sagen, das BIOS (also das Hochfahren des Rechners) könnte hier irgendwie drunter leiden. Noch jemand hat gesagt, ich soll einfach 2 oder 3 Rechner kaufen, dann sind alle versorgt. Das will ich aber nicht, weil ich keinen Platz hab für so viele Computer...
Daher die Frage: Weiß jemand, ob es Probleme geben könnte, wenn 5 HDDs ohne strom angehängt sind, aber die sechste mit strom versorgt wird?
Das Für und Wider hab ich schon lang und breit mit den Arbeitskollegen diskutiert. Die einen meinen, ich soll halt Wechselrahmen benutzen, einer hat gemeint, ich soll CF-Karten (16GB) als Start-Laufwerk über den IDE-Stecker anhängen...
Jetzt bin ich gespannt auf Eure Meinung, bzw. technischen Rat ob das wirklich Probleme verursacht.
Vielen Dank schonmal
P.S. Bei meinem Schalterbau hab ich mir eine Verriegelung ausgedacht, die also vor dem Rechnerstart eine HDD auswählen lässt, und dann die anderen gegen einschalten verriegelt, dann erst wird der Rechner mit Strom versorgt.
Nein, das ist nicht moeglich. Wenn eine Platte ohne Stromversorgung am SATA/IDE Port haengt, kann das dazu fuehren, das der Rechner nicht mehr hochfaehrt, oder andere komische Sachen passieren.
Es kann passieren, daß das Board eine angeschlossene Platte (oder besser: irgendein angeschlossenes Gerät) erkennt, jedoch keine Rückmeldung (da kein Strom) erhält. Der Effekt wäre ein Stehender Rechner während des Bootens. Pro Festplatte sind die Timeout-Zeiten i.d.R. auf 30s oder 35s eingestellt, so daß der Bootvorgang ewig dauern würde bei mehreren nicht ansprechbaren Festplatten.
Außerdem ist es zumindest Fragwürdig, ob auf diese Weise die Bootreihenfolge im BIOS überhaupt richtig gesetzt wird. Du könntest mit dem Schalter glück haben, aber da die eingestellte Bootpartition dann abgeschaltet ist, könnte der Bootvorgang mit einer dazu passenden Fehlermeldung stehen bleiben.
Wechselplatten, also "jeder hat seine eigene" wäre tatsächlich die beste Wahl. Die Bootreihenfolge passt automatisch, da immer der gleiche Port angesprochen wird, das Risiko den ganzen Rechner zu zerstören sinkt ("versehentliches" Umschalten während des Betriebs) und Du verlierst keine Garantie/Gewährleistung. Zudem gibt es auch keine merkwürdigen Wartezeiten durch das BIOS.
Festplattenrahmen mit mehreren austauschbaren Einschüben. Da auch Kinder und die Frau damit zu tun haben, sollten es stabile Gehäuse sein.
Jein, manchmal geht das gut ohne Strom, manchmal nicht. SATA an sich kann es (Hotplugfähig), ähnlich wie externes SCSI (ich hoffe das kennst DU noch aus den 90'ern). Garantieren kann Dir das aber niemand. Du könntest das ganze eventuell ganz einfach implementieren, indem Du auf das "F12"-Bootmenü setzt, wo man dann die zu bootende Platten auswählt. Oder über ein Standardbootmenü (komplizierter, weil es sein kann, dass eines Deiner Os'e sich nicht sauber einbindenläßt). Oder google mal nach einem flexiblen Bootmanger, der Deine Wunschos'e alle einbinden kann.
Wechselplatte ist halt mechanisch gefährlich, gerade wenn mehrere Personen damit hantieren müssen, besonders Kinder, ruckzuck fliegt mal eine Platte runter oder wird unsanft auf die Tischplatte geknallt,...
@puri: Festplatten halten schon 300G aus, das muß man schon häufig irgendwo gegen knallen. Zudem ist das wohl weniger gefährlich als die Kindliche Neugier bei einem Schalter, der die Stromversorgung der Platte trennt und mit einer anderen verbindet. Das im Betrieb gemacht, kann ganz schnell den Tod von ein oder zwei Platten bedeuten - je nach verwendetem Schalter.
Hot-Plug bezieht sich einerseits auf das Datenkabel und andererseits auf passende Steckverbinder, die die Masse zuletzt trennen. Es gibt kein Hotplug für Festplatten, bei dem die Stromversorgung getrennt, aber die Datenleitungen weiterhin verbunden sind. Das verstößt gegen die Spezifikationen und ist so nicht vorgesehen.
Bei dem F12-Vorschlag gibt es einen Haken der Boards mit AMI-BIOS: Man kann auch dann nur zwischen den Geräteklassen wählen, also dem voreingestellten Wechseldatenträger (Floppy, USB, etc), der Festplatte und anderen Gerätearten (PXE-Boot über LAN, RAID-Controller bzw. SCSI).
Wenn man 3 SATA-PLatten hat und eine davon als Bootplatte festgelegt ist, dann bekommt man nach dem Drücken von F12 nur diese zur Auswahl (und die anderen Boot-Geräte der jeweiligen Geräteklasse), nicht jedoch alle verbauten Platten.
Leider... Ansonsten wäre Sein Problem sofort gelöst.
Am ungefährlichsten sind somit anständige Wechselrahmen. Beim Wechsel selbst kann man nicht viel falsch machen - auch Kinder nicht, wenn es ihnen anständig gezeigt wurde, und dann muß man ihnen halt sagen, daß die Platten "zerbrechlich" sind und nicht hinfallen dürfen bzw nicht geschmissen werden dürfen.
Immer noch besser als ein Schalter, der versucht 12V, 5V und 3,3V im Betrieb zu trennen, weil das Kind "neugierig" war. Eine Herausgezogene Wechselplatte hat damit keine Probleme. Das OS schmiert ab, aber es geht nichts kaputt.
Macht Euch mal keine Sorgen wegen dem Schalter: Meine Idee war eine Relaissteuerung, die (durch Extra-Einschalter) vom Netzteil Strom bezieht. Dann schaltet ein Relais den Einschalter des Rechners ab. Dadurch muss zuerst ein FestplattenTaster gewählt werden. Dahinter sitzt ein Relais, das die anderen Festplattentaster ausschaltet, aber die eine HDD frei gibt. Ist diese Bedingung erfüllt, schaltet auch der Haupteinschalter des Rechners frei. Jetzt kann nur von einer HDD gebootet werden. Auch lösbar wäre das Ganze über eine EEPROM-Steuerung... (Es gibt also kein versehentliches Umschalten während des Betriebs)
Nunja, wie es aussieht, war es wohl eine Nette Idee von mir, aber die Hardware verhindert wohl die Ausführung...
Die Sache mit F12 kenne ich nicht, hört sich aber fast noch lösbar an. :-)
Die Sache mit den Time-Out-Zeiten interessiert mich noch... kann man diese Zeiten verkürzen? (bsp.1sec), was passiert sonst noch beim Time-Out? Fatal Error oder sowas?
Wegen dem AMI-BIOS bin ich nicht gebunden. Noch habe ich kein Board gekauft. Von mir aus darf es auch ein Gigabyt-Board sein. Das hat doch dann AWARD-BIOS??
Das wäre doch wirklich eine Idee - und wenn es nur für die Betriebssysteme verwendet wird, bei denen es "passt".
Nunja, Probleme gibt es aber wohl dann, wenn z.B. DirectX (Kinder = Spiele) verwendet wird. Bei einigen Virtualisierungen ist das bisher nur extrem eingeschränkt oder gar nicht möglich. Auch wie und ob sich CUDA aus einer Virtualisierung heraus verwenden lassen würde, ist mir unbekannt.
Ansonsten wäre das eine elegante Lösung, wenn alles funktionieren würde.
Ein echtes Windows (Kiddies zum Spielen), der Rest als VMware. Da hast Du dann zwei Betriebssysteme, die man am Start auswählen muss. Welches Betriebssystem als VM-Host wäre erst mal egal, sicherlich in dieser Reihenfolge:
ESX3.5i (kostenlos) Wenn man hier den Dual-Boot mit dem echten Windows hinbekommt.
Linux (schau Dir mal den Debian-Server in der aktuellen c't an)
Windows.
Problematisch wird sicherlich OS-X auf einem Standard-PC.
Prozessortechnisch ist eine VMWare so schnell als würde sie direkt auf der Hardware laufen, nur mit der Grafikleistung und der Festplatten I/O hängt sie noch etwas mehr (Grafik) oder weniger (Festplatte) hinten dran.
Der Vorteil wäre natürlich auch, dass Du im Fehlerfall sehr leicht eine Sicherung der kompletten VM einspielen kannst - Ja, so etwas ähnliches überlege ich mir auch schon...
Was passiert, wenn ich z.B. 5 HDDs anhänge und jede ist Bootfähig (wie gesagt mit verschiedenen OS). Kann dann diese F12-Lösung problemlos eine Platte auswählen? Was passiert, wenn ich kein F12 drücke?
Welches Biso (ami oder award) wäre für diese Funktion besser?
Vielen lieben Dank nochmal im Voraus, ihr seid echt spitze :-)
Wie ich oben bereits schrieb, kannst Du mit F12 nicht zwischen ALLEN Festplatten wählen, sondern nur die im BIOS bereits als Boot-Festplatte ausgewählte.
Ich versuch es mal so darzustellen:
Du hast verschiedene Menüs. Ich führe hier nun mal ein paar frei erfundene Hardwarekomponenten auf, um das Prinzip klar zu machen. Mit * sind die gekennzeichnet, die man ausgewählt hat und somit als Bootdevice erlaubt werden:
Wechseldatenträger:
* USB
Floppy
CD/DVD:
CD-RW Brenner
*DVD-RW Brenner
Festplatten:
320GB SATA
*750GB SATA
1TB SATA
Netzwerk:
*LAN1 PXE
LAN2 PXE
Diese Einstellungen legen NICHT die Bootreihenfolge fest, nur welche Geräte in der Bootreihenfolge wie angeordnet werden können.
Die Bootreihenfolge kann damit z.B. sein:
1. USB
2. 750GB SATA
3. DVD-RW Brenner
4. LAN1 PXE
Wenn Du F12 drückst, dann kannst Du diese Reihenfolge verändern, also z.B. als erstes vom DVD-RW Brenner booten anstelle vom USB-STick oder der Festplatte.
Es ist leider nicht vorgesehen dann eine andere Festplatte auszuwählen.
Hier ein Bild von dem F12-Menü. Entschuldige die schlechte Qualität, aber ich habe es nur ergoogelt.
Hier das Beispiel, wie man die Bootreihenfolge im AMI-BIOS festlegt:
Oben sind die einzelnen Gerätekategorien zu ordnen, unten in den Unterpunkten wählt man aus jeder Kategorie ein Boot-Device aus.
Die Anordnung kann je nach BIOS-Version etwas abweichen, das Prinzip ist aber immer das gleiche.
Da wäre AWARD dann vielleicht besser, wobei ich schon viele Jahre kein AWARD-BIOS mehr hatte.
Hier ein Foren-Beitrag (auch per Zufall ergoogelt), der sowohl bei AMI (wie es auch bei meinen Boards zur Zeit der Fall ist) und zwei AWARD-BIOSen die Bootreihenfolge und deren Einstellungen zeigt. Das ältere AWARD ist dabei wirklich alt. Soetwas hatte ich früher auch mal.... zu 486er-Zeiten oder beim K6.
Am besten Du schaust wirklich in das Handbuch des jeweiligen Mainboards, bevor Du es kaufst, was man einstellen kann. Da steht dann zwar nicht im klartext "Sie können mit F12 von 5 unterschiedlichen Festplatten booten", aber wenn man eh nur drei Boot-devices auswählen kann, dann hilft Dir das wohl so oder so nicht gerade weiter.
Außerdem können solche "details" schnell mal in einer neuen BIOS-Revision verändert werden.
Als ich in der IT-Abteilung eines mittelständischen Unternehmens mit für die Hardware verantwortlich war, sind mir einige sehr schöne Lösungen untergekommen. Da gab es durchaus auch BIOSe, die ALLE Geräte in eine Liste schmissen. Man konnte also teilweise dann 7 oder mehr mögliche Bootgeräte frei anordnen, aktivieren oder deaktivieren. (Floppy, 2x optische Laufwerke, 2x HDDs, LAN, USB)
Warum soetwas nicht funktionierend bei allen Mainboards der Standard ist, ist mir eigentlich unverständlich. Oder zumindest, wie es bei Award möglich ist: drei oder vier frei wählbare. Also auch: Festplatte1, Festplatte 2, Festplatte 3 - wenn man es denn so möchte.
*schulternzuck*
Gerade, wenn man zwei Betriebssysteme abwechselnd booten möchte, wäre das sehr hilfreich. Hatte ich selbst auch über längere Zeit und mußte in meinem AMI-BIOS deswegen immer in der Unterkategorie für die Festplatten "die andere" auswählen. Die Bootreihenfolge blieb immer gleich, denn es blieb ja weiterhin die "Festplatte", von der gebootet werden sollte. F12 wäre mir natürlich auch lieber gewesen als jedes mal im BIOS rumzuhampeln.
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Was passiert wenn man nicht F12 drückt?
Dann wird die Bootreihenfolge ganz normal abgearbeitet, so wie im BIOS eingestellt.
vielen Dank. jetzt hab ich das verstanden mit den Untermenüs in den neuen BIOSen. ;-)
Ich werde also, um sicherzugehen daß es funktioniert, wahrscheinlich das mit den Wechselrahmen bauen.
Denn falls das mit F12 tatsächlich funktioniert, bleibt ja dann noch die Gefahr, daß ich mit der einen HDD hochfahre und mir dann dort z.B. einen Virus einfange und der sich aber dann auf alle anderen HDDs schleicht, weil die ja alle mitlaufen und vermutlich im aktuellen OS auch erkannt werden...
Eine physische Trennung bleibt demnach meine einzige Lösung.
Trotzdem bin ich Dir für Deinen Aufwand und Deine Mühen sehr zu Dank verpflichtet. Da man sich ja immer zweimal im Leben begenet, bekommst du das nächste mal ein Bierchen oder so :-)
Mit den Viren hast Du zumindest teilweise Recht. Es gäbe zwar noch eventuell Möglichkeiten den Zugriff einzuschränken, aber jeder solche Schutz kann m.W. nach auch gut umgangen werden und verursacht zusätzlichen Administrationsaufwand.
Für Deine Test-Umgebungen wäre es aber auch weiterhin eventuell das sinnvollste, wenn Du es in Virtuellen Maschinen ausprobierst. So sparst Du Dir dann "ein paar Festplatten" und kannst eventuell z.B. während Du Solaris in einer VM laufen hast, nebenher in Deinem "Richtigen" OS noch nach Informationen googlen oder Downloads vornehmen, die Du eventuell für das OS in der VM noch benötigst.