möchte erstmal Hallo!! sagen da ich neu in diesem Forum bin. Mein Anliegen wäre die Kaufberatung einiger Hardwareteile.
Mein Vater hat mich beauftragt für ihn ein paar neue Hardwareteile zu kaufen und eigentlich entspricht das einem fast komplett neuen PC außer Gehäuse, Netzteil und Festplatte.
Habe mich schon etwas erkundigt und bin auf folgende Hardware gestoßen die ich gern kaufen würde. Jetzt würde ich das gern von euch absegnen lassen.
1.) CPU: Intel Core 2 Duo E8400 (56,37 - Hardwareversand.de)
2.) Motherboard: MSI P35 NEO2-FR (140,89 - Hardwareversand.de)
3.) Grafikkarte: ATI Radeon HD 4770 (83,63 - Hardwareversand.de)
4.) RAM: sollten so 4GB sein
1.)Was haltet ihr davon? Mein Vater arbeitet vorwiegend mit Officeanwendungen, dem Internet und kleineren Anwendungen. Es wird sehr häufig vorkommen das viele Anwndungen nebenher laufen aber das sind halt meist keine Profiprogramme. Oder würdet ihr doch einen anderen Prozessor empfehlen? Vielleicht sogar mit 4 Kernen?
2.)Das Board wird in vielen Foren zu diesem Prozessor empfohlen da Preis/Leistung gut ist. Nun unterstützt dies DDR 2 RAM. Ist es sinnvoll bei diesem Prozessor ein DDR3 Board zu kaufen. Denn der RAM ist ja nicht wesentlich teurer.
3.) Grafikkarte dachte ich, wäre ganz gut da nicht zu teuer aber auch kein Billigding. Wollte halt nicht das er von einer Grafikkarte ausgebremst wird. Achja er er hat nen 19" Bildschirm in mittlerer Auflösung.
4.) Beim RAM hab ich nun keine Ahnung. Wenn es möglich wäre, bräuchte ich da einen kleinen Crashkurs von euch da ich mit den FSB und den anderen Bezeichnungen einfach überfordert bin. Ich meine, brauche ich 800er oder 1066 oder ganz und gar 1333. Sorry bin da ziemlich raus.
Ich hoffe ihr könnt mir bei diesen Entscheidungen etwas helfen.
der E8400 ist eine gute CPU, aber für 56€ bekommt man den nicht. Derzeit kostet er bei Hardwareversand 140€. Das Preisleistungsverhältnis ist aber nicht besonders gut, denn für 115€ gibt es bereits den AMD Phenom II X3 720 Black Edition. Der ist mindestens genauso stark wie der E8400 und hat einen Kern mehr (bessere Performance in Mehrkern-optimierten Anwendungen). Der einzige Nachteil ist die insgesamt etwas höhere Stromaufnahme (gegenüber einem E8400 5 Watt mehr im Idle-Betrieb, 30 Watt mehr unter Last). Von den offiziellen TDP-Werten sollte man sich nicht verwirren lassen; das ist Marketing.
Zu dieser CPU empfehle ich ein Mainboard mit AMD 790X- oder 790GX-Chipsatz. Die Frage ist nur noch: Lieber ein AM2+-System mit DDR2-Speicher oder ein AM3-System mit DDR3? Der Phenom II X3 720 BE kann auf beiden Plattformen eingesetzt werden. Wenn nur Preisleistung zählt, dann muss man auf jeden Fall der AM2+-Plattform den Zuschlag geben, weil sie nur marginal langsamer ist als die AM3-Version, aber ca. 30€ weniger kostet (20€ Unterschied beim RAM und 10€ Unterschied beim Mainboard).
Wenn es darum geht, den PC langfristig einzusetzen, dann ist der 30€-Aufpreis wahrscheinlich angebracht, denn das AM3-Board wird nicht so schnell an Wert verlieren wie das AM2+-Board; man kann in 3 Jahren sicher nochmal eine stärkere CPU draufsetzen und wenn man RAM nachkaufen will, muss man nicht gleich beim Museum anfragen.
Die Wahl ist schwierig, aber zum Glück nicht so wirklich dramatisch wichtig.
Als AM3-Board wäre das Gigabyte GA-MA790XT-UD4P sehr gut; es kostet 101€. (Alle Preisangaben hier sind Preise von Hardwareversand.de.)
Als AM2+-Board kommen das Gigabyte GA-MA790X-UD4 (88€) oder das Foxconn A7DA-S (95€, leider nicht bei hardwareversand.de im Sortiment) in Frage.
Wichtig bei der Mainboardwahl sind vor allem die benötigten Anschlüsse. Man muss sich vorher immer fragen: Habe ich Verwendung für:
-Firewire-Ports
-eSATA-Anschlüsse
-HDMI, DVI, DisplayPort (Nur für Boards mit Onboard-Grafik)
-Lüfteranschlüsse
-RAID-Controller
-PCI / PCIe-Slots in bestimmter Anzahl
...und so weiter. Abhängig davon wählt man dann das passende Modell.
Die HD4770 ist ein bisschen übertrieben für ein Office-System. Ich würde dir eine passiv gekühlte Grafikkarte empfehlen. Die Geforce 9500GT oder eine HD4650 wären geeignet. Nichts ist nerviger als Lüfterlärm beim Arbeiten.
RAM: 4GB sind eine vernünftige Menge.... AMD-Prozessoren sind von keinem FSB abhängig und profitieren von schnellem Speicher. Als DDR2-Speicher empfehle ich den G.Skill F2-8000CL5D-4GBPQ (DDR2-1000) für 47€. Als DDR3-Speicher würde ich an deiner Stelle den GEIL Value für 67€ wählen.
danke für deine schnelle und so präzise Antwort. Mit dem Preis das habe ich vertauscht. Das MSI Board kostet 56 und die CPU 140.
Also wie du schon sagtest, der Rechner sollte schon zukunftssicher sein und nicht so schnell veralten. Deshalb ist deine Aussage mit dem AMD sehr plausibel. Werde mich dann auch für DDR-3 entscheiden.
Aber was hälts du von dem AMD Phenom 2 X4 940 SE (159,14 €)? Hat in vielen Tests sehr gut abgeschnitten und wäre auch noch im Preisrahmen. Oder findest der ist gegenüber dem Phenom II X3 720 BE überteuert. Hättest zu dem nen passendes Board und RAM. Und mal rein informativ,wie gehe ich bei dem RAM-kauf im allgemeinen vor?(bezüglich FSB,Spannung, CL...)Mir würde nen einfaches Beispiel reichen.
Der Phenom II X4 940 BE ist eine sehr gute CPU. Die beste Wahl für Gamer momentan, wie ich finde. Der Nachteil an dieser CPU ist, dass sie nicht auf AM3-Mainboards draufpasst und somit auch nicht mit DDR3-RAM laufen kann. Für die Anwendungen deines Vaters wäre der 940er mit 4 x 3 GHz vielleicht ein bisschen übertrieben. Andererseits ist er nicht astronomisch teuer, so dass er eine akzeptable Wahl wäre, wenn du ein AM2+-System bauen wolltest.
Folgende AMD-CPUs können auf AM3-Mainboards betrieben werden:
Athlon II X2 250 mit 3 GHz
Phenom II X2 550 BE mit 3,1 GHz
Phenom II X3 705e mit 2,5 GHz
Phenom II X3 710 mit 2,6 GHz
Phenom II X3 720 BE mit 2,8 GHz
Phenom II X4 810 mit 2,6 GHz
Phenom II X4 905e mit 2,5 GHz
Phenom II X4 945 mit 3,0 GHz
Phenom II X4 955 BE mit 3,2 GHz
X2, X3 und X4 stehen für die Anzahl der Kerne, BE steht für "Black Edition" (offener Multiplikator, daher besonders einfach zu übertakten), das kleine e steht (wahrscheinlich) für "ecologically compatible" und bedeutet, dass die Stromaufnahme besonders niedrig ist. Alle AM3-CPUs sind abwärtskompatibel, können also auch auf AM2+-Mainboards mit DDR2-Speicher betrieben werden.
Beim RAM-Kauf gehst du folgendermaßen vor:
Zuerst schätzst du ab, wieviel RAM du ungefähr brauchst. Das hängt zu einem großen Teil von deinem Betriebssystem und dann natürlich von der Art deiner Anwendungen ab. Windows Vista benötigt mehr Arbeitsspeicher als Windows XP. 64bit-Betriebssysteme brauchen ein bisschen mehr als 32bit-Systeme, können allerdings auch mehr verwalten. Mit einem 32bit-System bist du auf 4GB (2 hoch 32 byte) limitiert; mehr kann das System nicht nutzen. Ein 64bit-System kann bis zu 16 Exabyte (2 hoch 64 byte) nutzen, aber von solchen Größenordnungen sind wir noch weit entfernt.
Richtwerte:
-Ein einfacher Office-PC mit Windows XP 32bit sollte mit 1 bis 2 GB RAM ausgestattet sein.
-Ein einfacher Office-PC mit Windows Vista 32bit sollte mit 2 GB RAM ausgestattet sein.
-Ein Multimedia-PC mit Windows XP 32bit sollte mit 2GB RAM ausgestattet sein.
-Ein Multimedia-PC mit Windows Vista 32bit sollte mit 2 bis 3 GB RAM ausgestattet sein.
-Ein Spiele-PC mit Windows XP 32bit sollte mit 3 GB RAM ausgestattet sein.
-Ein Spiele-PC mit Windows Vista 32bit sollte mit 3 bis 4 GB RAM ausgestattet sein.
-Ein Spiele-PC mit Windows Vista 64bit sollte mit 4 GB RAM ausgestattet sein.
-Ein CAD-PC mit Windows Vista 64bit sollte mit 6 bis 12 GB RAM ausgestattet sein.
Nachdem du weißt, wieviel Speicher du brauchst, checkst du, welche Art von RAM du brauchst:
Moderne Desktop-Systeme laufen mit DDR2- oder DDR3-RAM. DDR3 bietet theoretisch einen höheren Datendurchsatz bei niedrigerer Stromaufnahme. In der Praxis sind DDR2 und DDR3 momentan noch gleichauf, weil die Latenzzeiten beim DDR3 noch relativ hoch sind. Zudem sind die Preise höher, weshalb noch immer viel DDR2 gekauft wird.
Intel LGA-775-Systeme (z.B. mit einem Intel Core2Duo E8400) sollten mit DDR2-RAM betrieben werden. Bei diesen Systemen sitzt der Speichercontroller im Mainboard. Es gibt sowohl Mainboards mit DDR2-Controller als auch welche mit DDR3-Controller und sogar einige, die beide Speicherstandards unterstützen. De facto sind aber nur die mit DDR2-Controller sinnvoll, da bereits DDR2-800 RAM mit CL5 ausreicht, um das Maximum aan Geschwindigkeit aus CPU und Mainboard herauszuholen, solange das System nicht stark übertaktet wird. Für starke Übertaktung nimmt man dann DDR2-1066-RAM. DDR3 bietet hier keinerlei Vorteile.
Intel LGA-1366-Systeme (z.B. mit einem Intel Core i7 920) laufen nur mit DDR3-RAM. Hier sitzt der Speichercontroller in der CPU und es gilt die Maxime: Je schneller der Speicher, umso schneller das System. Ergo: Möglichst hohe Taktrate, möglichst geringe Latenzzeit. Die Taktrate hat größeren Einfluss als die Latenzzeit, insgesamt spielt die Geschwindigkeit des Speichers aber keine allzuhohe Rolle, zumindest nicht bei aktuellen Systemen. Die Unterschiede bewegen sich -je nach Anwendung- im einstelligen Prozentbereich.
Für AMD-Systeme gilt das gleiche wie für die Intel LGA-1366-Systeme, nur dass hier die Speichergeschwindigkeit offenbar noch eine etwas größere Rolle spielt.
Spannung: Je weniger Spannung der RAM braucht, um stabil zu laufen, umso besser. Das gilt universell. Weniger Spannung bedeutet weniger Leistungsaufnahme, weniger Wärmeentwicklung und weniger Materialermüdung. Die JEDEC-Norm für DDR2-RAM liegt bei 1,8 Volt, für DDR3-RAM bei 1,5 Volt. Darauf sollte man beim Kauf achten, denn erfahrungsgemäß gibt es mit DIMMs, die sich an diese Spezifikationen halten, weniger Ärger als mit anderen. Die Anderen, das sind DIMMs, die darauf ausgelegt sind, übertaktbar zu sein. Sie haben bunte Aufkleber, große Heatpipes und hohe Preise. Bei diesen Speichermodulen lässt sich die Spannung in einem größeren Bereich regeln; bei DDR2-RAM liegen die Spannungen zwischen 1,9 und 2,5 Volt, bei DDR3 zwischen 1,65 und 1,8 Volt. Je höher die Spannung, umso mehr Taktrate ist möglich. Gute Speichermodule brauchen wenig Spannung für hohe Taktraten.
Welchen RAM kann man kaufen, welchen nicht? Generell sind alle Marken in Ordnung; letztendlich unterscheiden sich die Module oftmals nur durch andere Aufkleber, sind aber vom gleichen Hersteller (Nanya, Elpida, Samsung [...]) und manchmal sogar aus der gleichen Serie. Aufpassen muss man bei Noname-RAM...den lässt man lieber im Regal. Folgende Marken sind gut: A-Data, MDT, Mushkin, Corsair, Kingston, Elixir, takeMS, G.Skill, GEIL, Patriot, Buffalo, Exceleram, Crucial, OCZ, TeamGroup, Transcend, Aeneon [...]. Welche Module besonders gut sind, ist schwer herauszubekommen; da muss man Reviews lesen und Empfehlungen vertrauen. Man sollte "Der Herr der Ringe" gelesen haben: "Nicht alles, was Gold ist, glänzt" und sich umgekehrt auch das Sprichwort "Nicht alles, was glänzt, ist Gold" zu Herzen nehmen. Welche Module günstig sind, ist leicht herauszubekommen. Der Preis ist meiner Meinung nach momentan das wichtigste Kriterium beim RAM-Kauf.
Aetius
Nachricht bearbeitet von Aetius am 06.06.2009 um 17:05:39
Ja.
Und es gibt die sogenannte QVL, die Liste unterstützter Speichermodule, hier mal als Beispiel die Seite des GigaByte GA-MA790XT-UD4P (rev. 1.0):
http://www.gigabyte.de/Products/Mo [...] 790XT-UD4P Rechts sind diverse relevante Links gelistet, unter anderem auch einer für die erwähnte Liste, die du als .pdf-Datei runterladen kannst. Die dort gelisteten Module laufen definitiv.
Vielen dank euch beiden. Das geht aber echt schnell bei euch. Danke für diese ausführlichen Antworten. Gerade von Aetius!
@Aetius:
Du hast Recht der X4 940 BE ist etwas zu überdimensioniert für die Anwendungen meines Vaters. Ich werde also doch den X3 720 bevorzugen.
Nur nochmal zur Vervollständigung?
Die Auswahl wäre dann folgende:
Nun noch eine finale Fragen:
Der Prozessor und das Board sind ja nun 64bit-fähig. Ist es sinnvoll auf ein solches Betriebssystem umzusteigen um zum einen den kompletten RAM auszunutzen und evtl. dadurch mehr Performance zu erhalten. Denn die üblichen 32bit Anwendungen müssten ja auf diesem OS laufen oder? Und es ist bestimmt nur eine Frage der Zeit bis die meisten Anwendungen auch auf 64bit umprogrammiert werden.
Hatte da an Windows 7 gedacht welches ja im Oktober in der finalen Version erscheinen soll. Würde dann nämlich den in den nächsten Wochen zusammengebauten PC erstmal weiter unter XP laufen lassen und dann später davon auf Win 7 umsteigen.
Hab nämlich keinen Bock noch eine Vista-lizens zu erwerben.
Bastideluxe
Nachricht bearbeitet von Bastideluxe am 06.06.2009 um 17:49:08
An deiner Stelle würde ich um Vista einen großen Bogen machen, gerade jetzt, wo Windows 7 so bald erscheint. Für einen Office-Rechner ist XP wunderbar. Eine 64bit-Version ist nicht notwendig und auch nicht ratsam, wenn noch ältere Programme oder Geräte benutzt werden sollen, für die es keine 64bit-Treiber gibt. Windows 7 sieht bisher nach einem guten Betriebssystem aus, trotzdem sollte man abwarten und genau recherchieren, ob sich der Umstieg lohnt.
Eventuell lohnt es sich auch, ein Open Source-Betriebssystem zu installieren, aber da habe ich wenig Ahnung von, da müsstest du jemand anderen fragen.
Die Auswahl ist richtig, genau die Artikel meinte ich. Die Grafikkarte ist für alles außer moderne 3D-Spiele wunderbar geeignet, ist günstig und macht keinen Lärm.
Ich weiß nicht ob die Problematik genau erkannt wurde, wenn du 4GB RAM in den Rechner einbaust und ein Betriebssystem mit 32Bit hast, dann wirst du wohl nur 3GB davon nutzen können. 1GB geht quasi verloren, weil von den 4GB die unterstützt werden auch für andere Komponenten noch etwas gebraucht wird.
4GB oder mehr Arbeitsspeicher --> 64Bit Betriebssystem.
Wenn du weißt das du auf Windows 7 umstellen möchtest, dann kannst du auch jetzt schon 4GB kaufen und noch mit Windows XP betreiben (wirst dann solange mit hoher Wahrscheinlickiet nur 3GB nutzen können). Wenn du dir dann eine Windows 7 Version kaufst, solltest du dann aber die 64Bit Version kaufen. So würde ich das machen.
Mit 32 Bit Software gibt es für gewöhnlich überhaupt keine Probleme. Was passieren kann, ist das ältere Treiber für Scanner, Drucker usw. (3Jahre und älter) nicht funktionieren. Da müßtest du dann mal auf der Herstellerseite nachschaun.
Nur damit keine Mißverständnisse entstehen - man kann problemlos in einen Rechner mit WinXP 4 GB einbauen. Das ist üblich - hier in fast jeder zweiten Konfiguration so. Es ist meistens sinnvoller als nur 2 einzubauen. Man kann dann halt nur 3 oder 3,5 GB nutzen... das reicht aber auch für normale Anwendungen (und der geringe Aufpreis lohnt sich normalerweise). Wer natürlich zwingend genau 4 oder noch mehr braucht für spezielle Anwendungen, der muss ein 64-bit OS nehmen.