Ich kenne mich mit PC Zusammenstellungen nicht aus und bräuchte deshalb dringend Hilfe. ich arbeite mit der adobe cs4 master collection, vorallem photoshop, after effects und hauptsächlich adobe premiere pro. ich bin grundsätzlich auf der suche nach einem sehr leistungsfähigen schnittcomputer für hdv und auch 3d modelling wird bald dazu kommen. ich weiss das eigenes zusammenstellen viel billiger kommt als markenpc's, weshalb ich euch anschreibe.
das budget beträgt 1750 Euro, vielleicht noch zu erwähnen, dass ich mindesten 2 tb speicherplatz brauche, von wo ich meine aktuellen projekte bearbeite...ich habe gedacht, ich würde mir dann auf hardwareversand den pc zusammenstellen lassen oder kennt ihr einen besseren?
könntest du mir einen empfehlen? in anbetracht des preis/leistungs verhältnisses brauche ich wohl einen übertackten, alle marken pc's die den anforderungen genügen würde die ich bisher gesehen habe kosten über 2000 Euro...das Problem mit den zusammengestellten oc-systeme, wie diese, welche man zum bespiel auf mindfactory kaufen kann, ist, dass der rest wie speicherplatz und RAM zu kurz kommen...
ich schneide mit adobe premiere pro cs4 hdv filme, benutze dazu auch adobe after effects und photoshop(alle cs4)...mein letztes projekt, noch nicht hdv, bestand aus 16 bändern von je 60min. jedes band wiederum 13 gb auf der festplatte. ein vergleichsweise kleines projekt und vorallem noch nicht hdv. ich habe bis jetzt mit einem laptop, welchen ich damals fürs architekturstudium gebraucht habe, gearbeitet. 2.2 ghz, 4gb RAM, 160 gb festplatte und externem 24 zoll bildschirm. das hat gereicht für normale sd filme, das speicherplatzproblem hatte ich mit einer 1tb grossen externen festplatte über esata gelöst. das war genug schnell um direkt auf die filme zuzugreifen, esata sei dank. nun bin auch ich auf hdv umgestiegen, das macht mein laptop natürlich platt. das jetztige projekt wird auf jedenfall aus mehr als 25 hdv mini dv bändern a 60 min bestehen was bereits eine enorme datenmenge beträgt. ich brauche also einerseits viel speicherplatz und einen sehr schnellen Rechner für echtzeitschnitt bei premiere pro und schnelles rendern und reibungsloses arbeiten bei aftereffects. das sollte dann für photoshop weitaus reichen. hinzu kommen ein bluray und dvd brenner. wie siehst du das? danke für deine antworten...
Man Deine Anforderungen sind echt Hammer! Ich kann Mir gut vorstellen, daß das mit SDV und sogar 16 Spuren auf deinem Notebook mit 'nem Core2Duo 2,2GHz, 'ner externen e-SATA-Platte und der internen Platte geklappt hat. Das sind auch "nur" 60MByte/s Datenstrom. HDV hatt allerdings 5mal soviele Pixel wie bei SDV (mit 720x576 Pixeln), das ergibt dann einen Datenstrom der 3-5mal so groß ist (genau weiß das nichtmal der Adobe Support). Selbst wenn ich nur von 4mal so großen Videos ausgehe, sind das bei 16Spuren ca. 240MByte/s! Das schafft noch nichtmal eine schnelle SSD!
Wenn man von maximal der 5fachen Datenmenge ausgeht, und 25Spuren nimmt, wären das schon 470MByte pro Sekunde.
Das schafft nur noch ein sehr großes schnelles RAID.
Insgesamt sind deine Anforderungen 5mal so hoch wie normal möglich.
Dazu kommt noch, das Adobe Premiere Pro nur maximal 3,2GByte Arbeitspeicher nutzt, da es noch eine reine 32Bit-Anwendung ist. Daher werden die Auslagerungsdateien wohl reichlich genutzt. Viel nutzen tun die Auslagerungsdateien aber nur wenn man mindestens so schnell darauf zugreifen kann, wie auf den eigentlichen Datenspeicher = noch ein großes RAID.
Besser wären im Prinzip spezielle hochleistungs FlashRAM-PCIe-Karten mit 1TByte Platz und mords Datenrate, aber die sind meist sünd teuer.
Es kann sein das man auf das 2. RAID verzichten kann, wenn man trotz der 32Bit-Software 24GB RAM einbaut, die oberen 20GB als RAM-Disk nutzt und Dort die Auslagerungsdatei hinpackt. Es ist allerdings nicht ganz klar, ob knapp 20GB Auslagerungsplatz für ein Projekt mit 25 HD Spuren reicht. Bei normalen Anforderungen belegt die Auslagerungsdatei ca. 100GB, wenn der verfügbare Plattenplatz sie nicht begrenzt. Mindestanforderung wären (versiert geratene) 2GB. Bei 5fachem Aufwand ist trotzdem die Frage ob 20GB reichen.
Die nötige Rechenleistung ist ein kleineres Problem, aber selbst da ist die Frage ob ein Intel i7-LGA1366 reicht, selbst dann wenn man ihn auf 4GHz übertakten würde (was man bei Produktivsystemen normal nicht tut).
Also müßte sicherheitshalber ein Dual-CPU-System her, mit 2 modernen Xeon Quadcores.
Selbst Fachleute wie die vom Adobe Premier Kundendienst kriegen bei HDV mit 25Spuren Ohrenschlackern. Sowas haben die noch nie gehabt. Normal wären maximal 3-5 HDV-Spuren.
Ich kann Dir ja mal aufzählen wie Große professionelle Produktionsstudios a la Pro7/Sat1 und Co. das Lösen würden:
Erstmal kommen die HDV-Aufnahmen von den Kamerateams auf einen HDV-Eingangsserver, der die ungeschnittenen HD-Aufnahmen verwaltet und gegebenen Falls das HD-Format anpasst (z.B. von mini DV auf den internen Produktionsstandart).
Dann werden aus den HD-Videos Zeitsynchrone SD-Videos rausgerechnet.
Die werden dann an einen SDV-Videoschnittrechner weitergereicht, vor dem der Cutter sitzt. Der schneidet dann den Film mit werweiswievielen Spuren in SD vor einem recht normalen Schnittrechner mit SDV-Studiomonitor.
Die genauen Schnittmarken Blenden und Effekte werden dann an einen eigenständigen HDV-Schnittserver übermittelt, der die HDV-Version vorliegen hat, und ohne Ausgabe oder Anzeige exact so schneidet wie der Cutter das SDV-Video.
Das geschnittene SDV-Video ist eigentlich nur ein Abfallprodukt, das höchstens als BackUp oder zur SDTV-Ausstrahlung benutzt wird.
Wenn der HDV-Schnittserver mit dem Schnitt fertig ist, übermittelt er das fertige HD-Video gleich an die Broadcast-Abteilung, die sich um die Austrahlung (und höchstens mal 'ne eingefügte Werbung) kümmert. Zum Schluß endet der HDTV-Stream auf einem Austrahlungsserver, der Falls das nicht schon irgendwo in der Produktionsstraße gemacht wurde, den Livestream in Echtzeit in das nötige Austrahlungsformat transcodiert, und den Videostrom an die verschiedenen Sendezentren streamt.
Meist wird, um Bandbreite zu sparen, während der ganzen internen Bearbeitung kein unkomprimiertes Video verwendet, sonder ein spezielles proprietäres Kompressionsformat vom Systemhersteller, das die Performance und die Qualität während der Bearbeitung möglichst wenig einschränkt.
Aber Du bist ja nicht Pro7/Sat1!
Also wenn ich jetzt mal grob raten sollte, welches System (problemlos) reichen sollte, ohne das ich das mit Adaptec, LSI oder einem FlashROM-PCIe-Kartenhersteller abgeklärt habe, käme folgendes System raus:
Ein Dual-Xeon-System mit 4 Nehalem-Kernen pro Processor, also insgesamt 8 echten Kernen.
2 RAID5-Arrays mit je 6 Festplatten an 1 oder 2 hochwertigen Hardware-RAID-Controllern = insgesammt 12 Platten.
Das kriegst Du allem Anschein nach nicht ansatzweise mit 1700€ hin, alleine die Platten kosten schon 450-800€.
Die Raidadapter kommen auch noch drauf, und ein Dual-Xeon-System ist auch nicht gerade billig.
Was ich Dir bisher nicht sagen kann ist:
- ob nicht doch ein Core i7-System reicht (geg. auf 4GHz),
- ob man mit normalen SATA-Platten hinkommt oder doch SAS-Platten braucht,
- ob gegebenenfalls aus Reaktionszeitgründen ein SSD-Harddisk-RAID-Hybridsystem nötig ist,
- ob man mit einer 20GB-Hauptspeicher-RAM-Disk statt dem 2. RAID-Array hinkommt.
Du solltest Dir aber schon mal darüber klar werden, ob Du das Budget deutlich erhöhst, oder deine Anforderungen deutlich reduzierst.
Wenn Du alledings eine fertige professionelle HD-Schnittlösung mit Den Anforderungen kaufen willst, müßtest Du dafür wahrscheinlich dein Haus oder zumindest dein Auto verpfänden.
Aber vielleicht ist den Projekt ja 5 Stunden lang, und Du bearbeitest maximal 5Spuren auf einmal.
vielen dank mike für die ausführungen! da ich weder mein haus noch mein auto verpfänden kann, werde ich wohl mit deutlich weniger zurecht kommen müssen! wenn wir bei den 1700 Euro bleiben, was für eine system-zusammenstellung würdest du wählen, jetzt wo du weisst in welche richtung es geht. es ist zwar sehr mühsam, auf weniger spuren zu arbeiten, was mich viel zeit kostet, da ich aber das geld nicht habe nehme ich die zeit in anspruch, die bearbeitungsmöglichkeiten verändern sich grundsätzlich nicht. ich kann also auch mit 5 hdv spuren sehr gut zurecht kommen. hätte nicht gedacht, dass mehr spuren die leistung derart beanspruchen...grundsätzlich überlappen im film selbst sowieso nur maximal 3 filmspuren auf einmal, mehr spuren macht das arbeiten halt einfacher.
Das hängt davon ab was Du im Endeffekt unter realistischen Gesichtspunkten haben willst, und ob Du bereit bist die CPU zu übertakten!
Das angepeilte System mit der "vollen" Leistung würde übrigens ca. zwischen 5000 und 7500 Euro liegen.
In 18-24Monaten wird man wohl mit etwas Glück die gleiche Leistung auch für ca. 1700 Euro kriegen.
Dann gibt es wahrscheinlich bezahlbare 6Kern-CPUs mit 4GHz oder 8Kern-CPUs mit 3GHz, dazu CS5/CS6, schnellere Platten oder wesentlich schnellere und größere SSDs.
Wieviele 60minütige HDV-Spuren müßten denn eigentlich gleichzeitig zur Bearbeitung auf dem schnellen Datenspeicher sein?
Nachricht bearbeitet von Mike42 am 31.10.2009 um 00:52:14
ich bin bereit die CPU zu übertakten, falls es ohne preislich auch möglich sein sollte dann natürlich lieber nicht übertakt...nun generell müssen alle bänder im projekt auf den spuren verteilt sein...ich kann sie aber hintereinander auf der gleichen spur anlegen, ist zwar unübersichtlich, sollte aber keine leistung beanspruchen. die erste stunde des projektes sagen wir einmal, benutze ich zur bearbeitung. auf diesen 60 min entsteht der eigentliche film. da werden 2-3 spuren gleichzeitig bearbeitet, bzw. das endprodukt ist dann eine gleichzeitausgabe dieser 3 spuren, meistens aber nur bei effekten(da können es kurzfristig auch 4-5 spuren sein), überblendungen usw. sonst springt der film die meiste zeit jeweils von spur 1 auf 2 und zurück wobei das für den Rechner eigentlich nur die leistung einer spur beanspruchen sollte, abgesehen von den übergängen natürlich. das momentane projekt beläuft sich hochgerechnet etwa auf 20-25 hdv-kasetten a 60 min welche alle gleichzeitig im projekt zur verfügung stehen sollten. aber wie gesagt, ich kann diese auch auf einer spur verteilen, weiss aber nicht welchen einfluss dies auf die rechnerleistung hat. es ändert natürlich nichts an der tatsache, dass ich einen grossen schnellen speicher brauche, wenn du das gemeint hast...
Nachricht bearbeitet von yannick am 01.11.2009 um 18:30:28
Das heißt, die meisten Spuren sind den Großteil der Zeit praktisch leer? Wie kriegst Du dann in einem 2-3Stunden dauernden Film 25 60Minuten-Bänder unter?
Zitat :
[...] sonst springt der film die meiste zeit jeweils von spur 1 auf 2 und zurück wobei das für den Rechner eigentlich nur die leistung einer spur beanspruchen sollte, [...]
Das trifft auf die Anzeige zu, aber nicht auf die Datenrate und die Berechnung des Videos.
Also wenn zur gleichen Spielzeit nur 2-5 Spuren parallel liegen, sollte es eigentlich egal sein auf wieviele logistische Spuren Du die verteilst, aber wer weiß. Selbst die Adobe Leute arbeiten nur mit 5 Spuren insgesammt.
Wenn mehr als 5 Spuren nebeneinander liegen sieht es schnell düster aus, selbst wenn Du nur zwischen 2-3 Spuren hin und her springst/blendest.
die 25 60min bänder sind nur am anfang bestand des projekts. aus ihnen wird der film geschnitten. das heisst am schluss ist der grossteil der spuren leer, richtig...die 25 60min bänder sind das rohmaterial, aus wieviel min band das endprodukt besteht habe ich nie nachgerechnet. vielleicht 1 1/2 mal so viel wie die reine spielzeit. es liegen aber am schluss nicht mehr als 5 spuren nebeneinander die gebraucht oder gleichzeitig gebraucht werden...
das heisst, auch wenn ich immer nur an einem band schneiden würde, alle aber auf der gleichen spur hintereinander verteilt wären, bestünde das Problem immer noch??
Du meinst nebeneinander. Ich hab' Dich schonmal gefragt, wie sollen 25 60Minuten-Bänder auf 5 Spuren hintereinander passen?
Ist Dein Film doch 5 Stunden lang?
nein, nein, aber im bearbeitungsprozess, beziehungsweise bei projektstart, am anfang des schneidprozesses brauche ich das ganze rohmaterial. dieses beträgt 25h welche ich auch auf einem band hintereinander verteilen könnte. dann wird alles nichtbrauchbare rausgeschnitten und der rest zusammengefügt oder auch übereinandergelegt auf generell 2 spuren bis max. 5. das heisst die projektspuren sind am anfang 25 h lang aber mit nur einer benutzten spur. am schluss befinden sich dann auf den ersten 60min des projektes auf 5 spuren verteilt sequenzen welche zusammen gerendert dann den film ergeben...ich hoffe das klärt deine frage
Also ich hab' die Woche mal ein paar Anfragen bezüglich passender RAID-Controller gestellt, aber immer noch keine Antwort.
Ich tue mich immernoch schwer eine vernünftige von Dir bezahlbare Balance zischen Rechenleistung und Platten/RAID-Performance zu finden. Ich werd' den RAID Jungs Montag nochmal auf den Keks gehen.
Kannst Du Deine 25 Bänder auch auf verschiedene Laufwerke legen und sie trotzdem gemeinsam in Premiere Pro einfügen?
vielen dank für deine mühe, ja das spielt keine rolle auf wie vielen verschiedenen laufwerken die bänder gelegt sind, nur die transferrate ist wichtig, ich weiss halt nicht ob sich die transferraten zweier laufwerke beinflussen...für premiere pro ist es kein Problem...