Defektes BIOS und "crcdisk.sys"

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Hallo,

 

ich bin mit meinem Latein am Ende und hoffe (mal wieder) auf die hilfreichen Seelen hier im Forum. :(

 

Mein System sieht folgendermaßen aus:

 

MSI P35 Neo2 Mainboard
4 GB DDR2 RAM (zwei 2-GB-Riegel)
Q6600 CPU
Zwei Samsung 500 GB HDD's

 

Hier eine chronologische Auflistung der Ereignisse:

 

Vor etwa 10 Tagen:

 

Das System läuft stabil seitdem ich es vor etwa einem halben Jahr aufgesetzt habe und zwar mit Vista Business 64 Bit und die beiden Festplatten in einem Raid 1 Verbund. Ich studiere zwar Technische Informatik, nutze meine Kiste aber vor allem zum Arbeiten und selten mal zum Zocken. Warez usw. ziehe ich mir nicht und ich achte auch sonst sehr genau darauf, welche Software auf mein System kommt. Ich nutze die Kaspersky Internet Security Suite 2009 (Antivirensoftware und Firewall) und halte mein System mit automatischen Updates von M$ aktuell.

 

Am Abend diesen Tages schalte ich den PC mit der Option "Updates installieren und dann herunterfahren" aus. So weit so normal.

 

Am nächsten Morgen drücke ich den Powerknopf meines PC's. Das System scheint in den ersen 3-4 Sekunden normal zu starten (Lüftergeräusche normal), dann gehen jedoch weder der Monitor, noch das Keyboard, noch die Maus an (Keyboard und Maus haben LED's, die beim Bootvorgang noch vor dem Windowsstart leuchten). Etwa 8 Sekunden nachdem ich den Powerknopf gedrückt habe, fängt der CPU-Lüfter untypisch an, mit maximaler Drehzahl zu arbeiten. Das System bleibt für rund 5 Minuten in diesem Zustand (Alle Peripheriegeräte ohne Reaktion, auch Monitor bleibt aus). Dann schalte ich den PC mit lange gedrücktem Powerknopf aus. Ich schalte ihn wieder an und derselbe Vorgang wiederholt sich. Ich schalte ihn wieder aus, warte eine Minute, schalte ihn wieder an - und das System bootet normal, einschließlich bis ins Windows, als wäre alles völlig normal. Weil ich meine Daten dank Raid 1 in Sicherheit wiege und unter Zeitdruck stehe, gehe ich dem Vorfall nicht nach sondern verbuche es unter Tech-Voodoo.

 


Vor etwa 7 Tagen:

 

Die beiden Tage zuvor hatte sich das System wieder normal verhalten. Heute jedoch tritt der Fehler wieder auf. Nun scheint der PC beim dritten Versuch wieder normal zu booten, jedoch bleibt Vista beim "Ladebalken" hängen, bzw. der Ladebalken läuft und läuft, aber Vista bootet nicht zuende. Nachdem ich mir das 10 Minuten angeschaut habe, erfolgt wieder das harte Abschalten mit dem länger gedrücktem Powerknopf. Ich starte den PC erneut, er bootet auch scheinbar normal, jedoch erscheint nun die Übersicht, in welchem Modus ich starten möchte (normal oder abgesicherter Modus) weil der letzte Windows-Bootvorgang fehlerhaft abgelaufen ist. Dieses Mal wähle ich den abgesicherten Modus. Über den Bildschirm scrollen die einzelnen Dateien die Windows lädt - und dieser Vorgang hängt plötzlich bei "crcdisk.sys". Ich google ein wenig mit meinem Netbook und stoße auf viele Berichte, bei denen die "crcdisk.sys"-Datei eine Rolle spielt. Eine Aussage, auf die ich recht schnell stoße, ist, das Vista Updates das BIOS zerschießen können und deshalb das System nur ab und an funktionsfähig bootet. Einer sagt, dass seine PCI-Wlankarte entfernt werden musste - dann bootet das System wieder normal. Ich schüttle den Kopf, da ich aber mit meinem Latein am Ende bin, begebe ich mich in die Tiefen des Tech-Voodoo und baue meine Wlankarte aus. Das System bootet daraufhin, als wäre nichts gewesen. Ich mache (trotz Raid 1) ein Backup meiner wichtigsten Daten auf DVD, schnappe mir dann meine Knoppicillin-CD aus einer der letzten c't, stecke diese in mein DVD-Laufwerk und boote das System neu. Der PC bootet sauber an der DVD vorbei und entlässt mich auf dem Vista-Desktop. Ich denke mir: "Hä? Habe ich das DVD-Laufwerk nicht in der Boot-Prioritätsliste vor der HDD gepackt??". Ich boote also erneut, rufe beim Booten das BIOS auf, schaue mir die Boot-Priorityliste an und...es wird kein DVD-Laufwerk aufgeführt. Ich boote erneut, rufe wieder das BIOS auf, schaue mir wieder die Boot-Priority an und siehe da - mein DVD-Laufwerk ist wieder aufgelistet und steht auch vor der HDD. Tech-Voodoo.

 

Ich boote erneut und dieses Mal wird auch Knoppicillin gestartet. Knoppicillin aktualisiert seine Virendefinition über mein DSL und ich aktiviere einen Tiefenscan mit dem Bitdefender- und danach mit dem Kaspersky-Scanner. 10 Stunden später sind beide Scans durchgelaufen ohne Viren zu finden.

 

Ich lasse das System auf seinem gerade-noch-so-lauffähigem Zustand erst einmal in Ruhe (habe leider wegen Uni gerade Zeitdruck) und beschließe, mich erst einmal etwas zu belesen.

 


Gestern:

 

Ich habe nun in mehreren Berichten gelesen, dass ein Vista Update das BIOS beschädigen kann, welches zu ziemlich genau meinen Problemen führen soll, einschließlich dem Hängenbleiben bei "crcdisk.sys". Die Lösung soll ein Flashen des BIOS bringen, ggf. mit der gleichen Version, auf der das BIOS bereits läuft. Ich ziehe mir also von der MSI-Homepage das Tool "MSI Live Update 4" und flashe damit aus Vista heraus das BIOS. Das System startet neu und es erscheint beim Booten die Meldung "CMOS Checksum bad". Bei dieser Meldung werde ich vor die Wahl gestellt, entweder "F1" zu drücken, um eigene Werte im BIOS festzulegen, oder "F2" um Standardwerte zu laden. Ich entschließe mich für "F2". Das System bootet weiter und auf dem Windows-Desktop angelangt stelle ich schnell fest, dass mein Raid zerlegt wurde - ich habe nun zwei Festplatten im Explorer. Ich schalte den PC aus, warte etwas, starte ihn erneut - und der Fehler "alles bleibt aus, nur der Lüfter dreht sich maximal" tritt wieder auf. Ein paar Bootvorgänge später komme ich wieder ins BIOS und schalte dort von "IDE" wieder auf "Raid". Ich boote erneut und beim Bootvorgang wird mir wieder mein Raid-System, mit der von mir vor einem halben Jahr vergebenen Bezeichnung, angezeigt. Als das System jedoch so weit ist, dass Windows gestartet werden würde, bootet der PC von selbst neu (-> Bluescreen bzw. kritischer Fehler). Der Vorgang wiederholt sich. Beim dritten Mal schalte ich im BIOS dann wieder von Raid auf IDE, jedoch ohne Effekt was das Booten von Windows angeht. Ich lasse es bei "IDE" und starte dieses Mal mit der Windows Vista DVD im Laufwerk. Ich rufe die Reperaturoptionen auf und Vista erkennt zwei Festplatten mit zwei Windowsinstallationen (Raid 1 halt, das aufgebrochen wurde). Ich wähle die erste Platte aus und lasse diese reparieren. Die Vista-Reperaturoption meldet die erfolgreiche Reparatur und das System bootet neu. Als es zum Start von Vista kommt, sehe ich dieses Mal sogar einen Bluescreen, bevor der PC von selbst neu bootet...
Ein weiterer Reperaturvorgang auf demselben Laufwerk bringt genau das selbe Resultat. Ich installiere daraufhin auf der ersten Festplatte Windows XP Professional 32-bit, ziehe alle Updates und die neusten Treiber. Bei einem Probeherunterfahren bzw. beim Start danach tritt das Problem immernoch auf (Alle Peripherie bleibt schwarz, CPU-Kühler dreht maximal). Ich versuche erneut mit dem Flash Utility von MSI das Mainboard zu flashen. Wie zuvor bei Vista scheint alles glatt zu gehen, soweit ich der Anzeige des Tools im Windows folgen kann. Der anschließende Neustart wird allerdings wieder mit "CMOS Checksum bad" quittiert und das Problem besteht noch immer. Ich versuche mein Glück danach mit der "Clear CMOS"-Taste auf dem Mainboard, aber abgesehen vom Löschen meiner Bioseinstellungen bringt es nichts.

 

Nun bin ich mit meinem Latein am Ende. So wie ich es sehe ist das BIOS defekt. Ich kriege es aber nicht mit Updates gefixt. Ich habe ein Diskettenlaufwerk und habe auch schon einmal probiert (unter Vista) mit einer Vista-Startdiskette das System zu starten. Ich war bis zum Eingabe-Prompt gekommen "a:", wenn ich jedoch die BIOS-exe-Datei ausführe, die ich von MSI heruntergeladen habe, wird kein automatisches Update durchgeführt, sondern eine Commands- und Optionsliste wird aufgelistet, die nicht dokumentiert ist und von der ich deshalb die Finger lasse.

 

Hat jemand einen Tip, wie ich damit umgehen sollte? Ich bin am Überlegen die ganze Kiste zum Reperaturdienst zu bringen, aber mal abgesehen von den Kosten, die ich mir als Student gerne sparen würde, beißt mich der Ergeiz das Ding selbst wieder zu richten.

 

Ich bin über jede Hilfe, wie immer, sehr dankbar.


Nachricht bearbeitet von Grimmblut am 05.10.2009 um 14:51:41
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Glaskugelprognose: es liegt nicht am BIOS, nicht an updates,nicht am OS, nicht an alledem was du versucht hast, sondern vielmehr an komplett falschen Spannungswerten und timings des Speichers (wegen bluescreen und sporadischen Fehlern bei write auf selbigen im boot)
Komplettes System bitte zunächst posten, also Hersteller und genauer Typ aller Komponenten sowie eventuell von dir vorgenommene Änderungen im BIOS.
Möglichkeit 2 wäre der raidcontroller, aber dazu warte ich erstmal deinen nächsten post ab.
edit: Netzteil,CPU-stepping,biosversion und boardversion bitte nicht vergessen
edit2: so etwas triviales wie vistacd rein und systemwiederherstellung vor den updates hast du schon versucht?


Nachricht bearbeitet von kaneeden am 05.10.2009 um 15:12:52
------------------------------ weil Männer keine Kinder kriegen sondern Kinder bleiben
Antworten kaneeden

Alternativ kann es auch ein defekter Ramriegel sein. Ich hatte bei meinem Dell-Laptop vor ein paar Monaten dasselbe Probleme und vermutete eine defekte Festplatte. Nach einem Telefonat mit einem Dell-Techniker und der Abarbeitung aller Schritte, stellte sich heraus, dass ein Ramriegel das zeitliche gesegnet hatte. Nachdem dieser gefunden war, lief alles wieder einwandfrei.

Besorg dir Memtest und check deine Ramriegel bzw. schau wirklich zuallererst, ob die notwendigen Spannungen für deinen RAM richtig eingestellt sind, wie kaneeden es schon vermutet hat. Und das mit dem Raid war kein guter Einfall. Im Normalfall hättest du das nach dem BIOS-Flash sofort umstellen sollen, da dein Raid jetzt zerstört wurde. Am besten klemmst du die übrigegebliebene Raid1-Platte ab und schaust in aller Ruhe nach einer Lösung des Problems. Danach solltest du mit der ausgebauten Platte booten und über den Intel Storage Manager dein Raid1 wiederherstellen.

Antworten Serialkiller

Hallo,

 

wie es das Schicksal so will: Den Thread habe ich noch am PC eröffnen können, mittlerweile kann ich nur noch das Notebook nutzen. Der PC hängt nun mit dem beschriebenen Problem fest. Egal welche Geräte/HDD/Karten ich abstöppsle, es belibt dabei. Den Tip mit dem RAM-Riegel wechselweise testen habe ich auch probiert. Die Kiste ist nicht mehr hochzukriegen. Ich habe mir die Status-LED auf dem MB angeguckt und sie hängen alle beim ersten Signal. D.h. alle auf rot = Prozessor defekt.

 

Ich schleppe die Kiste heute oder morgen zum Reperaturdienst. Ich berichte dann, was dabei rumkam und poste auch die angeforderten Daten. Vielen Dank für eure Hilfe.


Nachricht bearbeitet von Grimmblut am 05.10.2009 um 16:14:28
Antworten Grimmblut

Ich schätze mal das die dir am ehesten das board tauschen werden wollen - Techniker kochen auch nut mit Wasser ;-)
Ich kenne als gängigen Stundenlohn ~ 50 € - da ist es nicht rentabel das die 2 Stunden am System sitzen.

Ich hatte mit einem msi- BIOS mal richtig Probleme- obwohl ich definitiv das vom Namen her richtige BIOS geflasht hatte, war das board danach nutzlos.

Dein Sys ist aber Eigenbau oder doch von der Stange ?

Wie ich später herausfand war ein kleiner Unterschied bei der Bestückung der OEM- Boards des hp- Komplettsystems das Problem.





Antworten ka0t

Hallo,

nachdem ich mit meinen diagnostischen Mitteln am Ende war, habe ich den PC zur Fehlerdiagnose beim PC-Hänlder und -Dienstleister meines Vertrauens gebracht: K&M Elektronik.

Dort wurde diagnostiziert, dass das Netzteil (Be quiet! Dark Power Pro 550W) im Sterben lag. Ich habe das Netzteil dann ausgebaut, nach telefonischer Rücksprache zu hardwareversan.de zurückgeschickt und nun heute das Austauschnetzteil eingebaut: Es funktioniert alles tadellos.

Antworten Grimmblut

Danke für die Rückmeldung, auf das nt hätten wir hier so schnell wohl nicht getippt.wie alt war es denn?

------------------------------ weil Männer keine Kinder kriegen sondern Kinder bleiben
Antworten kaneeden

Hi,

 

genau genommen warst Du noch am nächsten dran mit dem Verdacht auf falsche Spannungswerte. Als ich, dank dem Feedback hier, von meinem Verdacht auf ein defektes BIOS abgekommen war und die Speicherriegel sowohl per Software- als auch Hardwarecheck überprüft hatte und keinen Fehler finden konnte, vielen mir nur noch diffuse Vermutungen in Richtung MB-Schaden (offener Kondensator) oder eben NT-Schaden ein.

 

Das Netzteil war von mir vor 14 Monate "neu" gekauft worden und sofort in meinem neuen PC verbaut worden. Seitdem hatte es gute Dienste geleistet. Ich habe schon ein paar Stromfresser im PC drin (Q6600, zwei HDD's und eine GTX 260), aber das ist nichts, womit ein 550 Watt NT nicht fertig werden sollte. Ironischerweise war es mein erster PC-Zusammenbau, bei dem ich Wert auf ein Markennetzteil gelegt habe. Alle vorigen, vier Stück an der Zahl, hatten no-name NTs und hatten mir mit diesen jahrelang treue Dienste geleistet.


Nachricht bearbeitet von Grimmblut am 25.10.2009 um 00:20:56
Antworten Grimmblut

Hat die Garantiefallabwicklung bei hardwareversand nach dieser Zeit noch problemlos funktioniert oder haben die sich angestellt? wäre interessant für mich und sicherlich viele andere hier zu wissen.

------------------------------ weil Männer keine Kinder kriegen sondern Kinder bleiben
Antworten kaneeden

Die Abwicklung war überhaupt gar kein Problem. Ich habe kurz deren Servicehotline angerufen um abzuchecken, ob sie das NT als Garantiefall annehmen und habe dort offene Türen eingerannt. Der Mitarbeiter sagte, ich solle einfach das NT zusammen mit einer Kopie der Originalrechnung einschicken. Ich habe das NT dann zusammen mit einer handvoll Kabel aus dem Lieferzubehör (ohne Originalverpackung, ein paar Kabel hatte ich verbummelt, ohne Anleitung) zusammen mit der geforderten Kopie und der (nicht geforderten) Kopie des Reparaturdienstes, in dem das NT als Fehlerquelle identifiziert wurde, eingesandt. Den Retourlieferschein hatte ich noch und der wurde auch anstandslos bei der Post akzeptiert. Dienstag Vormittag ging das Paket auf Reisen, Samstag Mittag kam das Ersatzgerät per Post an (originalverpacktes gleiches Exemplar mit vollem Lieferumfang, so als hätte ich es neu gekauft).

 

Servicetechnisch hat Hardwareversand.de hier also 100 von 100 Punkten kassiert. ;)


Nachricht bearbeitet von Grimmblut am 25.10.2009 um 12:58:58
Antworten Grimmblut

hervorragend, danke für das feedback :-)

------------------------------ weil Männer keine Kinder kriegen sondern Kinder bleiben
Antworten kaneeden
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