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Hier ist ein Videoprojektor, der keine halben Sachen macht. Dieses Prunkstück von BenQ mit einem angegebenen Kontrastwert von 10 000:1 und einer Helligkeit von 1200 Lumen hat vielversprechende Spezifikationen : Texas-Instruments-Chip Darkchip 3 in Verbindung mit einem Farbrad mit 8 Segmenten, einer hochwertigen Glasoptik sowie einer dynamischen Irisblende der neuesten Generation. Damit werden strahlendere Bilder bei zu hellen Szenen und bessere Schwarzwerte bei dunklen Szenen erzielt. Hinzu kommt die hauseigene Technologie namens Senseye, die das Bild verbessert, indem sie mit Helligkeit und Kontrast spielt und den Treppeneffekt an den Rändern reduziert. Mit dieser Technologie wird das Bild nachbearbeitet, um dynamisch bestimmte unscharfe oder übersättigte Sequenzen zu verbessern. Und schließlich wirkt sich Senseye auch auf die Einstellung des Kontrasts, der Farben und der Schärfe aus. Kurz, lauter gute Dinge, um diese Full-HD-Matrix zu unterstützen, die die Signale der Blu-Ray- und HD-DVD-Spieler der Redaktion entgegennehmen kann.
Mit einem Wort : imposant
Holt man den W10000 aus dem Karton, beeindruckt er schon durch seine großzügigen Abmessungen und seine 10 kg Gewicht. Das Gehäuse ist das gleiche wie bei den anderen Modellen dieser Marke. Es ist nüchtern, und etwas mehr Finesse in den Kurven hätte ihm sicher gut gestanden. In dieser Hinsicht sind die Konkurrenten wie Sony oder Optoma besser, aber das ist eine Frage des Geschmacks. Die Optik, ohne Einstellring, befindet sich in der Mitte der Vorderseite. Scharfstellung und Zoom sind nämlich motorbetrieben und werden entweder mit der hintergrundbeleuchteten Fernsteuerung oder über die Menütasten am Projektor selbst gesteuert. Wegen der begrenzten Leistung des Zooms (1,15x) und einer mittelprächtig kurzen Brennweite muss der Projektor 4 m Abstand haben, um ein Bild mit einer Basisbreite von 2 m zu erzeugen. Das ist ein Nachteil bei kleinen Zimmern. Dafür gibt es jedoch eine vertikale Lens-Shift-Funktion, mit der das Bild um 100% verschoben werden kann. So lässt sich der Projektor besser unter der Decke installieren, ohne dass man eine zu lange und besonders im Wohnzimmer unästhetische Halterung braucht.
Einige Einstellungen
Vor jeder Sitzung muss man erst durch die Menüs gehen, und deswegen beginnt der Test auch damit. In den Menüs gibt es nichts Besonderes. So findet man die für Videoprojektoren typischen Einstellmöglichkeiten vor, darunter die Möglichkeit, die Helligkeit der Lampe auf hoch oder niedrig zu stellen. Das leiseste vom Gerät abgegebene Kühlgeräusch ist sehr diskret, ist aber dennoch lauter als bei einem Modell wie dem HC5000. Da die Luft nach vorn ausgestoßen wird, kann man den W10000 problemlos vor die Rückwand des Zimmers setzen. Die Anschlüsse auf der Rückseite des Apparats sind zahlreich und bieten eine Besonderheit wie BNC-Anschlüsse, aber für den Privatmann wäre ein zweiter HDMI-Anschluss praktischer gewesen. Doch versteht man leicht, dass BenQ ein Produkt anbieten wollte, das von einem Profi angeschlossen und konfiguriert wird. Der dürfte begeistert sein, den Kalibriermodus ISF (Imaging Science Foundation) vorzufinden. Mithilfe der Tag- und Nachtkalibrierung kann man perfekt für die Umgebungsbedingungen kalibrierte Bilder erzielen. Dieses Verfahren, das es auch bei Optomas HD81 gibt, ist aber zertifizierten Profis vorbehalten, die über die nötige Hardware verfügen.
Und das Bild bei alldem ?
Der W10000 hält seine Versprechen und liefert ein hochklassiges Bild. Der Kontrastwert ist dank eines hervorragend ausgenutzten Darkchip3-Chips einer der besten in diesem Vergleichstest. Das Prinzip der dynamischen Irisblende funktioniert bestens und erzeugt, wenn nötig, ein sehr ausgewogenes und helles Bild oder, im Gegenteil, in den dunklen Bereichen ein sehr detailliertes Bild. Jedoch können Szenen mit häufigen und schnellen Helligkeitswechseln der Reaktionszeit der Irisblende schwer zusetzen. Man kann daher diese Funktion abschalten und lediglich an den Einstellungen drehen, um eine allgemeine Ausgewogenheit zu erreichen. Dann sind die Schwarztöne sehr dunkel und, da die DLP-Technologie das ermöglicht, die Farben so warm und nuanciert, wie man nur möchte. Die Videobearbeitung ist gut, ohne jedoch an die des HD81 heranzukommen. Sie bearbeitet DVDs, die in 576P angezeigt werden, korrekt. Treppeneffekte werden beseitigt und Videorauschen ist nur selten, um nicht zu sagen nie zu sehen. Mit Full-HD-Videoquellen nutzt man die Fähigkeiten dieses Videoprojektors voll aus. Der W10000 ist eindeutig für diese Art Signale geschaffen. Das Bild hat eine perfekte Schärfe, ohne jedoch seine Kino-Charakteristik einzubüßen. Alle Ebenen kommen gut heraus, und die Details werden ohne jedes Flimmern getreu nachgezeichnet. In dieser Hinsicht ist der BenQ dem SXRD und einigen Full-HD-LCDs überlegen. Wer also sehr detailscharfe Bilder mag, wird begeistert sein. Was das Spielerische angeht, wird sich eine Xbox 360 schnell mit dem BenQ anfreunden, denn selbst in einem beleuchteten Zimmer peitscht der dynamische Modus die Helligkeit noch einmal hoch, ohne dass sich der Kontrast zu sehr verschlechtert.
Fazit
Man kann dem W10000 seinen etwas zu kantigen Look und seine Größe vorwerfen, keinesfalls aber die Qualität seiner Fertigung und seiner Bilder bei High Definition. Nur der Preis scheint etwas hoch. Bei 6990 Euro bietet die Konkurrenz nämlich ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn der BenQ mit High-End-Leistungen aufwartet.
