Vielfalt: Mehr Hersteller von Kühlern als von Motherboards

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19:00 - 09/07/2001 von Frank Völkel

Was ist die Ursache für den Boom der Kühler, warum beschäftigen sich plötzlich so viele kleine Firmen mit dem Thema CPU-Kühlung und wieso trifft man auf eine derartige Vielfalt? Die Antwort fällt recht simpel und trivial aus: Mit CPU-Kühlern kann man noch anständig Geld verdienen - ganz im Gegensatz zu den meisten übrigen Hardwareprodukten. Während beim Verkauf eines CPU-Kühlers eine Marge von 300 Prozent keine Seltenheit ist, liegt der Gewinn beispielsweise bei Motherboards im einstelligen Prozent-Bereich. So geht es jedenfalls den meisten Herstellern von Hauptplatinen, vom Marktführer Asus einmal abgesehen.

Hohe Quantität, kein ausgereiftes Konzept

Flut von neuen CPU-Kühlern: Beispiel einer Anzeige aus einer Händler-Zeitschrift, wo zahlreiche Kühler beworben werden.

Das Rezept erscheint einfach: Man nehme einen beliebigen Kühlkörper, der gerade zur Hand ist, kombiniere diesen mit einem 08/15-Lüfter der billigsten Sorte und fertig ist der leistungsfähige Prozessorkühler. Zum Schluss bekommt der Kühlkörper noch einen Schuss dekorative Farbe und der Lüfter erhält einen auffälligen Aufkleber des Firmennamens - fertig ist das Hightech-Produkt. Anzeigen in Auflagen-starken Magazinen mit garantierter Zielgruppe erledigen den Rest. Die Leser solcher Magazine machen sich auf den Weg und kaufen scheinbar wahllos CPU-Kühler der "unteren" Preisklasse ein - mit dem Ziel - entweder ihren Prozessor zu übertakten oder im Zusammenhang einer wirkungsvollen Kühlung eine besonders hohe Betriebssicherheit zu erzielen. Die Ernüchterung folgt meist später, wenn der Prozessor - trotz Einsatz eines neuen Kühlers - nicht bei höherer Taktfrequenz laufen will. Prinzipiell lässt sich die Ursache auf die Tatsache zurückführen, dass die wenigsten Kühler effizient arbeiten, geschweige denn eine brauchbare Kühlleisung liefern. Vielmehr handelt es sich um schnell zusammengeschossene Teile ohne hohen Wirkungsgrad und konzeptionellen technischen Hintergrund. Unter globaler Betrachtung kommt der Beobachter zu dem Eindruck, als würden hier unfertige oder gar unbrauchbare Produkte auf den Markt kommen.

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