VIA gegen Intel

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19:00 - 23/10/2000 von Patrick Schmid

VIA und Intel haben augenblicklich je zwei alternative Southbridges im Angebot:

Intel VIA
UltraATA/66 ICH (82801AA ) VT82C686A
UltraATA/100 ICH2 (82801BA ) VT82C686B

Als Chipsatzhersteller kommen Intel und VIA sehr spät auf den Markt, denn Controller-Chips von Drittherstellern sind schon seit längerem erhältlich. Hier ist ein kleiner Abriss der schleppenden Entwicklung beider Hersteller:

Nach den beiden missglückten Rambus-Chipsätzen 820 und 840 stellte Intel im Juni den ersten PC133-SDRAM-Chipsatz nach dem 440BX vor. Getauft mit der Zahl 815 gilt er seit einiger Zeit bei uns als neue Referenz für Celeron- oder Pentium-III-Systeme. In klassischen Office-Applikationen oder 3D-Spielen bietet der 815 im Vergleich zum Apollo Pro 133A nur einen geringen Leistungsvorteil.

Beim 815E deutet das Suffix "E" darauf hin, dass er den ICH2 (82801BA ) mit ATA/100-Interface besitzt. Damit war er für aktuelle ATA/100-Festplatten bzw. spätere Upgrades besser geeignet als der VT82C686A. Erst der VT82C686B kann VIA diesen Nachteil wieder wettmachen. In der folgenden Tabelle haben wir die wichtigen Features noch einmal zusammengefasst:

South Bridge Intel ICH2 (82801BA) VIA VT82C686B
kombinierbar mit 810 (PC100 SDRAM), 815 (PC133 SDRAM), 820 oder 840 (jeweils Rambus RDRAM) für Intel Pentium III, Celeron oder VIA Cyrix III Apollo Pro 133A (VT82C694X) für
Intel Celeron, Pentium III,
VIA Cyrix III oder
KT133
(VT8363) für AMD Athlon, Duron in Sockel-A-Bauweise oder KX133 (VT8371) für AMD Athlon in Slot-A-Bauweise
IDE-Interface UltraATA/100 (beim ICH nur ATA/66) UATA/100 (beim VT82C686A nur ATA/66)
Multiprozessor-Support der North Bridge nur bei RDRAM-North Bridge 840 nur bei SDRAM-North Bridge Apollo Pro 133A (VT82C694X)
Gehäuse BGA-Chip BGA-Chip
ECC-Support nein ja
Systemtaktraten 66, 100, 133 MHz 66, 100, 133 MHz
PCI PCI 2.2, max. 6 Slots PCI 2.2, max. 6 Slots
I/O 2x seriell, 1x parallel 2x seriell, 1x parallel
USB bis zu 4 Ports bis zu 4 Ports
Preise Chipsatz ca. 45 Dollar ca. 28 Dollar

Neben seiner Kombinierbarkeit für Intel- und AMD-Systeme spricht für den VIA-Chipsatz im Wesentlichen der Preis. So können Motherboards mit dem 815 bis zu 100 Mark mehr kosten als eine vergleichbare Plattform mit VIA-Chipsatz. Zudem ist der neue 815 nicht multi-prozessorfähig, der alte BX-Chipsatz hingegen schon. VIA bietet mit dem Apollo Pro 133A ebenfalls einen multi-prozessorfähigen Chipsatz an. Nur bei AMD-Systemen sieht die Lage schlechter aus. Momentan ist kein einziger MP-Chipsatz dafür verfügbar.

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