18:00 - 01/12/2004 von Lars Weinand

Die CPU hat großen Einfluss auf die Leistung einer Grafikkarte. So müssen die Grafikdaten vorab aufbereitet und zur Karte übertragen werden. Zudem ist die CPU in Spielen auch mit Künstlicher Intelligenz, physikalischen Berechnungen und Sound beschäftigt. Um eine schnelle Grafikkarte ausnützen zu können, muss die CPU entsprechend potent sein. Umgekehrt gilt natürlich dasselbe: Die schnellste CPU nützt gar nichts, wenn die Grafikkarte die Framerate begrenzt. Ähnliches gilt beim verwendeten Systemspeicher. Eine zu schwache Komponente kann einen Spiele-PC stark ausbremsen.

Wenig falsch machen kann man beim Bus-Interface. Standard ist derzeit AGP 8x, der in den kommenden Monaten und Jahren mehr und mehr von PCI Express verdrängt werden wird. Bessere Leistung bringen Grafikkarten durch den schnelleren Bus aber vorerst nicht! Mehr Informationen zu dem Thema bietet unser Artikel: PCI Express für Grafikkarten: Von parallel nach seriell

FSAA und AF

FSAA und AF sind Maßnahmen zur Steigerung der Bildqualität in 3D-Spielen. Die Bezeichnung FSAA steht für "Full Scene Anti Aliasing". Dahinter steht eine Methode zur Glättung von Objektanten. Mit AF bezeichnet man im Allgemeinen die anisotrope Filterung, die in Spielen für schärfere Texturen sorgt und damit die Bildqualität immens steigert. Sowohl FSAA und AF sind sehr rechenintensiv, erst recht, wenn beides in Kombination genutzt wird. In der Regel werden diese Funktionen im Treibermenü der Grafikkarte aktiviert. Manche Spiele erlauben die Einstellung aber auch direkt in den Grafikoptionen. Eine spezielle Software-Unterstützung ist dafür nicht notwendig. Einige wenige Spiele haben aufgrund von Eigenheiten in der eingesetzten 3D Rendering Engine Probleme mit FSAA. Manche Spiele erlauben auch die Auswahl von FSAA und AF in den Videoeinstellungen des Spiels.

Leicht schräge vertikale Objektkanten veranschaulichen die Vorteile von FSAA am deutlichsten.

Anisotrope Filterung sorgt für deutlich schärfere Texturen.

Obwohl im Grundsatz gleich, unterscheiden sich die technischen Umsetzungen je nach Grafikkarte und Hersteller. Bei älteren Grafikkarten oder Billigheimern lässt sich FSAA meist nur in sehr geringem Maße einsetzen, weil entweder die Leistung dazu nicht ausreicht oder noch veraltete bzw. langsame Methoden implementiert sind.

Da beide Methoden sehr viel Rechenleistung und Speicherbandbreite der Grafikkarte beanspruchen, setzen die beiden dominierenden Hersteller ATI und NVIDIA erheblich "optimierte" Versionen dieser Methoden ein. Bei anisotroper Filterung doktern die Hersteller am meisten herum. Gegenüber einer korrekten oder echten Methode sind durch die "Optimierungen" teilweise Qualitätsverluste sichtbar. Leider drehen beide Hersteller oft an dieser Schraube im Treiber, um Benchmark-Vergleiche zu gewinnen. Je nach eingesetzter Treiberversion können sich Leistung und Bildqualität stark unterscheiden!

Einen Überblick über derzeit eingesetzte Optimierungen bei Texturfilterung gibt der Artikel ATI optimiert Texturfilterung: Mehrwert oder Betrug? .

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