Wozu braucht man denn eigentlich einen VSP? Eigentlich funktioniert SIP (Session Initiation Protocol) auch ohne solche Dienstleister. Sie machen aber vieles einfacher. Als erstes verfügen die meisten privaten Internetanschlüsse nicht über eine feste sondern über eine dynamische IP-Adresse. Das heißt, bei ISDN wird jedes Mal, wenn man sich einwählt, eine neue Internet-Adresse an den eigenen Rechner vom ISP vergeben. Ebenso wird bei ADSL vom Provider in regelmäßigen Abschnitten die Verbindung für kurze Zeit getrennt und gleich wieder mit neuer IP-Adresse aufgebaut. Damit verhindern diese Anbieter recht zuverlässig, dass ein Anwender Web- oder FTP-Server an ihrem DSL-Anschluss betreiben. Um solche Server ordentlich im Internet anbieten zu können zu können, müssen sie nämlich unter einer verlässlichen Adresse erreichbar sein. Wenn sich diese aber nicht nur ständig ändert, sondern die alte Adresse einem anderen zugeordnet wurde, ist plötzlich eben unter einer Adresse wie 127.0.0.1 jemand anderes erreichbar. Das ist natürlich für den eigenen Web-Server ein wenig unpraktisch.
Gravierender fällt ins Gewicht, dass sich heute kein Mensch mehr irgendwelche IP-Adressen merken will. Daher wurde vor circa 20 Jahren das DNS (Domain Name Service) erfunden. DNS-Server ordnen - wie in einem Telefonbuch - einfach eine "coole-Webadresse.de" einer IP-Adresse zu. Immer wenn ein Anwender dann in seinem Webbrowser http://www.coole-webadresse.de/ eingibt, wird diese Eingabe erst einmal vom nächst gelegenen DNS-Server nachgeschlagen und in die zugeordnete IP-Adresse übersetzt. Dann wird erst der eigentliche Webserver unter dieser Adresse kontaktiert. Klingt ja schon mal recht logisch und einfach wie die Damen von "Da werden Sie geholfen". Nun sind diese Telefonbücher ebenso wie im "Real Life" wenig aktuell beziehungsweise sehr statisch. Das heißt, der Rechner (Server) darf den DNS-Servern nicht alle fünf Minuten erzählen, dass sich ich seine IP-Adresse geändert hat.
Um das Konzept ein wenig auszuhebeln, sind vor einiger Zeit ein paar findige Leute auf die Idee gekommen, eine Art dynamischen Domain Name Service einzurichten. Man installiert eine kleine Client-Software auf dem Router oder dem eigenen PC, die dann in regelmäßigen Abständen einem Dienst - der berühmteste ist www.DynDNS.org , ein kostenloser ist www.hn.org - die eigene IP-Adresse zustellt. Diese wird dann sofort in den eigenen DNS gemeldet. Fragt nun jemand beispielsweise die vom User verwendete Adresse per Browser unter: http://coole-webadresse.dyndns.org ab, gibt der nächstgelegene DNS-Server die Anfrage weiter, weil er den Host-Teil (coole-webadresse.) von dyndns.org nicht auflösen kann. Deshalb landet die Anfrage beim Root-DNS von www.dyndns.org. Dort kennt man aber die IP Adresse und schwups landet der Surfer auf dem eigenen Webserver.
Sicher, das war ein reichlich langer Ausflug, der nichts mit VoIP zu tun hat, aber er hilft, das Konzept hinter den VSP deutlich einfacher zu erklären. Denn hier haben wir ähnliche Probleme - nein sogar noch viel größere: Man will mit einem Telefonen nicht nur im eigenen Netz erreichbar sein, man will unter einer Nummer überall erreichbar sein.
