S3 Savage4: Der Chip im Detail

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19:00 - 29/04/1999 von Markus Pfeffinger

"AGP 4x for the Volume Mainstream PC Markets" - normalerweise geben wir ja nicht sehr viel auf die kernigen Marketing Slogans der Hersteller, aber beim Savage4 von S3 trifft er doch einigermaßen zu. Der Voodoo3 und der TNT2 werden vor allem in den Premium PCs zu finden sein und für die einzelne Karte mit diesen Chips muß man dann auch satte 300-400 DM ausgeben oder mehr - je nach Ausstattung. Das ist nach wie vor eine Menge Geld und ein Grund, warum nahezu jeder Grafikkartenhersteller, der einen TNT2 anbietet, auch einen S3 Savage4 im Programm hat. Der Savage4 wird als Board in Preisbereichen von 200-300 DM angeboten werden und rundet damit das Programm der Anbieter sehr gut in die Mitte ab.

S3-Hintergründe

S3 zählt, neben ATI, zu den Klassikern im Grafikchipmarkt. Vor allem zur guten alten VRAM Zeit, waren die Chips mit den Porschenamen, wie 924, 928 oder 968, die echten Renner. Sehr erfolgreich war man auch mit der günstigen 800`er Serie, die in so namhaften Produkten, wie der SPEA MIRAGE, ELSA WINNER oder DIAMOND STEALTH Serie, in 100.000`er Stückzahlen, verbaut wurde. Zu dieser Zeit war S3 der absolute Chipkönig und der größte Mitbewerber von damals, Cirrus Logic, ist längst aus dem Grafikchip-Business ausgestiegen. Während dieser Phase der S3 Marktdominanz hat der heutige Marktführer, ATI, einen anderen Weg gewählt und sich mit SyncRAM Speicher befaßt, anstatt mit VRAM. S3 blieb nicht nur zu lange bei VRAM und EDODRAM, sondern man hat zu dieser Zeit vielleicht zu viel gewollt. Das Engagement in 3D Audio, Softwaretechnologien für Webgrafik, Video- und Farbverbesserungen für Grafikchips, Notebookgrafik und das eigentliche Kerngeschäft waren wohl mehr, als S3 damals "backen" konnte und man schlitterte in eine heftige Krise. Die meisten der damals begonnene Projekte sind entweder gestoppt oder veräußert worden und man konzentriert sich seit Mitte 1998 wieder auf das eigentliche Kerngeschäft - die Grafikchips. Mit dem Savage3D versuchte man im Herbst 1998 bereits eine Wiedergeburt, die allerdings nur einem ersten Aufbäumen gleich kam. Von sich reden gemacht hat S3 dann durch einen Deal mit INTEL - Geld von INTEL gegen Lizenzen bzw. ein 10-Jahres Lizenzabkommen zwischen beiden Unternehmen. Die aktuellen Umsatzzahlen sehen zwar sehr mager aus - verglichen zu den Zahlen von vor einem Jahr hat sich der Quartalsumsatz nahezu halbiert - auf 44.5 Mio. US-$, aber dies ist schon eine Steigerung gegenüber dem 4. Quartal 1998. 1999 scheint besser zu laufen, der Savage4 ist ein guter Schritt zurück in die Top Grafikanbieter und mit der eigenen Texture-Compression Technologie, S3TC , hat man wieder mal einen "kleinen" Standard gesetzt, der für künftige Spiele nicht unwichtig sein wird, da S3TC mittlerweile von Microsoft lizensiert ist, und in DirectX6.x integriert wurde. Des weiteren hat man eine Kooperation mit VIA begonnen, um, ähnlich wie ATI und INTEL, eine günstige Grafiklösung für Billig PCs zu entwickeln.

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