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Handelswege, Margen und Verfahrensweisen im Handel

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18:00 - 12/01/1998 von Markus Pfeffinger

Der Weg, den ein Produkt zurück legt, bevor es für den Endanwender verfügbar ist, ist oftmals recht abenteuerlich. Bei jeden Verkauf, wird dabei natürlich auch Geld verdient. Je mehr Stationen ein Produkt auf dem Weg in die Regale durchläuft, desto größer sind die Gewinnanteile sollte man meinen!?!? Weit gefehlt. In Prozenten ausgedrückt, kann sich die Wertsteigerung zwischen Fabrik und Endanwender inklusive Steuern, Fracht und Nebenkosten in Bereichen zwischen 50% und mehreren 100% bewegen. Auch die Annnahme, daß die Menge der Produkte entscheidend für die prozentualen Gewine sind, ist falsch. Ein Produkt, das zu den gewinnträchtigsten gezählt werden muß ist das gemeine Druckerkabel. Es wird in sehr großen Mengen produziert. Die Produktion ist NICHT automatisiert. Der Preis, den ein Endanwender für ein solches Kabel bezahlen muß, bewegt sich zwischen rund 10 und teilweise bis zu 50 DM. Der Unterschied in der Qualität, zwischen dem besten und dem einfachsten Kabel ist preislich ausgedrückt etwa 100% aber eben keine 500%.

Der Weg eines solchen Kabels bietet sich an um exemplarrisch den Weg eines Produktes zu betrachten. Was den Handelsweg betrifft, so ist er beispielhaft, für die meisten Dinge, die aus Fernost kommen. Was die Margen Betrifft so ist dieses Produkt so ziemlich die obere Kante dessen, was verdient werden kann. Also der Reihe nach.

Hergestellt werden die Kabel in aller Regel in Fabriken auf dem chinesischen Festland. Die Arbeitskräfte sind billig und die Handelswege gut ausgebaut. Der Handel selbst liegt meist in den Händen der Chefs aus Taiwan. Sie bieten dieses Produkt zu einem Preis in der Dimension von etwas mehr als 50 Cent (US-Währung) an. Ein Importeur hat zusätzlich noch Fracht- und Finanzierungskosten, was in der Regel mit etwa 10 % kalkuliert wird. Das Kabel wird dann dem deuschen Großhändler für einen Preis von etwa 1 DM angeboten. Fachhändler bezahlen bei einer Abnahme von weniger als 100 Stück einen Preis in der Dimension um 1,20 bis maximal 1,50 DM. Der Händler selbst bietet das Kabel dem Endanwender für die besagten 10 bis 50 DM an. Ein Druckerkabel ist deshalb oftmals auch der einzige Posten, an dem ein Fachhändler noch etwas verdienen kann. Der Weg lautet also: Hersteller, spezialisierter Distributor/Importeur (davon gibt es etwa 5 bis 8, die die Sache im großen Stil betreiben)Großhändler, Fachhändler, Endanwender.

Der Weg, bei einem beliebigen anderen produkt, bleibt eigentlich immer der gleiche. Einzig der spezialisierte Distributor wird bei Produkten mit einem bekannten Namen, Brand-Name, durch die Niederlassung des Herstellers ersetzt.

Nicht unüblich ist es zusätzlich, daß die Distributoren und Großhändler sich gegenseitig unter die Arme greifen und gegenseitig mit entsprechenden Produkten beliefern.

So ist es durchaus möglich, daß ein Produkt innerhalb Deutschlands bereits eine größere Reise hinter sich gebracht hat.

Wie sehr sich die Möglichkeiten des Gewinnes sich von Produkt zu Produkt unterscheiden, sieht man recht deutlich, wenn man die Motehrboards im Vergleich dazubetrachtet. Ein BX Board liegt im Einkauf in Taiwan etwa in der Dimension von 100 Dollar aufwärts. Da diese Boards an den deutschen Endanwender, der ja immerhin noch Mehrwertsteuer bezahlt, für knapp über 200 DM anbietet, wird klar, daß bestenfalls die Transportfirmen Geld verdienen können.

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