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Laufgeräusch

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19:00 - 29/05/2002 von Lars Weinand

Es ist gar nicht lange her, da galt maximale Kühlung als eines der wichtigsten Features überhaupt. Erlaubte es optimale Kühlung doch, einige MHz mehr aus dem Chip quetschen.

Heutzutage ist Kühlung, zumindest bei Grafikkarten, eher zu einem wichtigen Marketing und Gestaltungselement geworden. Leadtek treibt es damit bei seinen Modellen an die Spitze. Neben riesigen Kühlkörpern vorne und hinten sorgen gleich zwei Kühler im Duett für Frischluft.

Aber nicht jeder Anwender kämpft um das letzte MHz. Das Arbeitsgeräusch des Lüfters ist für die meisten ein viel wichtigerer Faktor, denn was nützt der schnellste Rechner, wenn man vor lauter Gebrumme und Gerausche die Dialoge in einem Spiel nicht mehr versteht. Aber wie viel Lärm verursacht so ein Lüfter auf der Grafikkarte? Nichts einfacher als das: die Lautstärkemessung gibt Aufschluss.

Was sich einfach anhört erweist, sich schnell als komplizierte Aufgabe. Eine praxisgerechte Messung ist fast unmöglich, schließlich hängen die Karten im Rechner mit der Lüfterseite nach unten. Zum anderen ist der Messabstand sehr entscheidend, denn die Lautstärke reduziert sich mit jedem Zentimeter. Letztendlich haben wir uns auf einen eigenen Messaufbau geeinigt. Die Grafikkarte liegt in einer Schallgedämmten Box, das Messgerät ist 42 cm entfernt und 10cm versetzt.

Vor der eigentlichen Messung wurde die aktuelle Spannung am Lüfter bei jeder Karte genau gemessen. Die Lüfter sind zwar durchweg für 12 V Spannung ausgelegt, aber das erweist sich das als graue Theorie. Gainward ist im Test das extremste Beispiel. Am Stecker liegen zwar haargenau 12 V an, aber mit laufendem Lüfter reduziert sich die Spannung durch die Last auf moderate 8,6 V. Ob Absicht oder nicht - der Lüfter dreht im Betrieb sehr langsam und damit auch angenehm leise. Versorgt man ihn dagegen mit vollen 12V eines laststabilen Netzteils, dann wird der Gainward Lüfter zum Föhn. Die anderen Testkandidaten lagen durchweg sehr nah an den 12 V, einige GeForce4-Ti4400-Boards trafen den Wert exakt. Die 4600er Karten liefen meist mit 11,6 bis 11,9 V.

Somit sind die Vorraussetzungen für eine ordentliche Messung geben. 100prozentig aussagekräftig ist sie damit aber nicht. Es reicht höchstens zum Festellen eines Trends. Das wird besonders bei den Visiontek-Modellen deutlich. Beide Karten sind mit absolut identischen Lüftern bestückt. Selbst bei gleicher Spannung ist der Lüfter der 4400er Variante mehr als 5 db(A) lauter, verursacht durch einen Surr-Ton, der am Lüfter der 4600 nicht auftritt. Der baugleiche Lüfter auf dem PNY-Board liegt in der Lautstärke zwischen den beiden. Man darf daher von einer sehr hohen Serienstreuung ausgehen. Weiterhin ist ungewiss, ob alle auf dem Markt erhältlichen Serienmodelle mit der hier gemessenen Spannung laufen. 0,1 Volt mehr oder weniger machen schon einen deutlichen Unterschied.

Karte Spannung im Betrieb Geräuschpegel Lüfter
ABIT Siluro GeForce4 Ti4400 12,0 V 30,8 db(A)
ASUS GeForce4 Ti4400 11,6 V 34,5 db(A)
ASUS GeForce4 Ti4600 12,0 V 35,5 db(A)
Chaintech GeForce4 Ti4600 SE 11,9 V 34,3 db(A)
Gainward GeForce4 PP! U 750XP 8,6 V 35,8 db(A)
Leadtek WinFast A250 TD 2x 11,8 V 40,5 db(A)
MSI GeForce4 Ti4400 12,0 V 49,6 db(A)
MSI GeForce4 Ti4600 11,9 V 49,2 db(A)
PNY GeForce4 Ti4600 11,9 V 30,5 db(A)
VisionTek GeForce4 Ti4400 12,0 V 35,3 db(A)

Also alles für die Katz? Nicht ganz. Zum Feststellen eines Trends reicht es allemal. Die subjektiv leiseste Karte im Test liefert ABIT. Danach folgen PNY und beide VisionTek-Boards. Im Mittelfeld liegen Gainward, ASUS und Chaintech. Letztere fällt aber durch ein unangenehmes Surren auf. Der vorletzte Platz geht an die doppelt befeuerte Leadtek. Den Vogel abgeschossen hat allerdings MSI. Mit knapp 50 db/a übertönt die Karte im Betrieb selbst schnelldrehende CPU-Lüfter.

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