Quality of Service - ein Muss für Audio und Video

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22:25 - 25/05/2006 von Arno Kral

Für Multimedia im Allgemeinen und die Sprachübertragung - unverzichtbarer Bestandteil von Videos - im Speziellen sollte ein Übertragungssystem Methoden beherrschen, mit denen sich die Dienstgüte, englisch Quality of Servie (QoS) in Abhängigkeit von der Art der Übertragung regeln lässt. Dem von der Computerindustrie für das Heimnetzwerk auserkorenen Netzwerktyp Ethernet und dessen drahtlosem Pendant WLAN (Wi-Fi) ist derlei immer noch fremd. Die Folge: Das Netzwerk behandelt die IP-Pakete jedweder Datenübertragung, sei es ein asynchroner Zugriff auf eine Datei auf einem Web-Server (HTML), ein Voice-over-IP-Stream (Internet-Telefonie) oder eine Videoübertragung (IPTV, Netzwerk-Player), gleich.

Dabei hätte man nur dem vor zehn Jahren eingeführten Multimedia-Bus IEEE1394, in seiner Ur-Version auch bekannt als Firewire (Apple) oder iLink (SONY) den Vorzug vor dem klassischen Ethernet zu geben brauchen, und ruckelnde Video oder stotternde Sprachverbindungen hätte es gar nicht gegeben. Aber Apple wollte Lizenzgebühren, die Intel nicht bezahlen wollte. Und so mühen sich die Hersteller seither nach Kräften, einem Netzwerk-System etwas beizubringen, wofür es gar nicht entwickelt wurde. Vom Layer-2-Switching ist da die Rede und von Paket-Priorisierung - aber ein einheitlicher, industrieweiter Standard fehlt nach wie vor.

Wenigstens im Bereich der drahtlosen Vernetzung hat das US-amerikanische Normierungsgremium IEEE im Standard 802.11e Minimalvoraussetzungen festgeschrieben.

Die HD-PLC-Adapter von Panasonic schaffen brutto 190 und netto bis zu 70 MBit/s übers Stromnetz, sind in Europa aber erst 2007 zu haben.

Und so nimmt es nicht Wunder, dass in die jüngste Generation der Kommunikation per Internet-Protokoll via Stromkabel nun Quality of Service einfach ein Muss war. Denn nur so ließ sich sicherstellen, dass eine zur Unzeit abgesetzte E-Mail das vom Media-Server per Netzwerk laufende Fernsehprogramm nicht unterbrechen würde.

Wer macht das Rennen?

Während aber HomePlugAV fertigungstechnisch noch immer in den Kinderschuhen steckt und Panasonic mit HD-PLC erst im kommenden Jahr auf den europäischen Markt kommen will, kann Netgear ab Mai 2006 bereits fertige Geräte liefern. Denn Netgear hatte zur CeBIT bereit 2005, als offenbar wurde, dass HomePlug AV keineswegs abwärtskompatibel zu HomePlug 1.0 oder HomePlug Turbo wird, auf die Chips der spanischen Chipschmiede DS2 gesetzt und war so in der Lage, zur CeBIT 2006 erste Produkte aus der Serienfertigung zu zeigen.

Darüber hinaus hat die Firma DS2, die bereits die Last-Mile-Modems für Ascom & Co. mit Chips beliefert hatte, aus der vehementen Ablehnung der PLC-Technologie durch die Amateurfunker gelernt und ihren Chips beigebracht, dass sie laufenden Amateurfunk-Übertragungen im 27-MHz-Band automatisch ausweichen, um Störungen zu vermeiden.

DS2 will laut Business Developer David Arinez den Vorsprung vor den Chip-respektive Produktentwicklern Intellon (HomePlug AV) und Panasonic (HD-PLC) nutzen, um durch höhere Integration von Komponenten binnen Jahresfrist den Preis zu halbieren. Derzeit kostet ein High-Speed-PLC-Pärchen rund 150 €, zu Weihnachten 2005 gab es in Spanien DS2-Adapter in einer Sonderaktion der dortigen Telefónica in einer Sonderaktion schon für 100 € zu kaufen. Und da neben Heimnetzwerk-Ausstatter Netgear auch der koreanische Unterhaltungselektronikriese Samsung inzwischen die DS2-Technologie lizenziert hat, um sie beispielsweise direkt in die eigenen IP-TV-Geräte einzubauen, dürfte die europäische PLC-Technologie die Nase vorne haben.

Wenn drei sich streiten freuen sich drei weitere

Die drei genannten PLC-Technologien sind selbstverständlich zueinander inkompatibel, schlimmer noch - sie stören sich derart, dass im Mischbetrieb keine vernünftigen Durchsatzraten mehr zu erwarten sind, wusste im HD-PLC-Seminar auf der CeBIT2006 Akitoshi Aritaka, Director des Panasonic Broadband Communications Development Center zu berichten.

Und so gibt es bereits drei Organisationen, die für Vereinheitlichung sorgen wollen:

die Universal Powerline Assocoiation - kurz UPA, die Consumer Electronics Powerline Communication Alliance - CEPCA und die bereits bestehende HomePlug Powerline Alliance.

Drei Organisationen, drei Ziele.

Der UPA gehören die Firmen DS2, Schneider, Ambient, Itochu, Llevo, Ascom, Corinex, Sumomito und Spidcom an. Sie assoziiert zur European PLT User Group (Power Line Transmission).

Der HomePlug Alliance gehören die Firmen Intellon, Motorola, RadioShack, Earthlink, Linksys, Intel, Sharp, Current, Conexant, ST&T, Sanyo und Asoka USA sowie UPA-Mitglieder Corinex, Sumomito und Spidcom an. Ihr Ziel ist ein einzelner PLC-Standard.

In der CEPCA haben sich Panasonic, Pioneer, Yamaha, Hitachi, Toshiba, Analog Devices, Mitsubishi, Delta Electronics, Mitsubishi Material und SiConnect und kürzlich Philips organisiert, sowie die HomePlug-Mitglieder ST&T, Sanyo und Asoka USA an. Sie verfolgt das Ziel, eine Koexistenz-Schema zu entwerfen und hat das bereits an das US-amerikanische Standardisierungs-Germium IEEE und dessen europäisches Gegenstück RTSI-PLT übermittelt.

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