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Apple sprengt die iPhone-Fesseln

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10:30 - 7. März 2008 von Thomas Kretschmann

Wie schon zum Jahreswechsel angekündigt, hat Apple nun das SDK 2.0 vorgestellt. Damit sollen Drittanbieter Anwendungen für das Handy entwickeln können. Zudem wird das iPhone fit fürs Business gemacht.

Die iPhone-Kritiker haben nun bekommen, was seit über einem Jahr gefordert wurde: Ein Software-Developement-Kit, mit dem jeder Programmierer Applikationen für das iPhone — und auch für den iPod Touch — schreiben kann. Bislang waren auf dem Handy lediglich Web-Applikationen erlaubt. Laut Apple basiert das iPhone-SDK 2.0 auf der aus der MacOS-Entwicklung bekannten Ungsumgebung Xcode. Damit geschriebene iPhone-Funktionen und -Applikationen sind mit dem »iPhone Simulator« auf einem Mac-System zu testen. Dass das Schreiben von Programmen oder Games damit äußerst flink von der Hand geht, soll Electronic Arts bestätigt haben: Nur zwei Wochen hat die Portierung des Spieles »Spore« auf das iPhone hinbekommen, und zwar inklusive dem Ausnutzen der Neige- und Beschleunigungs-Sensoren des iPhones. Spore für das iPhone soll im September fertig werden.

Selbst vertreiben werden die Drittanbieter ihre Produkte fürs iPhone jedoch nicht, alle Applikationen sind ausschließlich über den iTunes-Store zu beziehen. Und zwar drahtlos per WiFi, denn eine Synchronisation mit dem Desktop-Rechner wie etwa bei Firmware-Updates ist nicht geplant. Die Preise für die Programme — sofern es sich nicht um Freeware handelt — dürfen die Entwickler selbst festlegen, 30 Prozent der Einnahmen gehen an Apple. Das SDK selbst ist kostenlos. Eine sicher sinnvolle Mitgliedschaft in Apples Entwickler-Gemeinde inklusive Support und stets aktueller Software soll 100 US-Dollar im Jahr kosten. Die Enterprise-Variante für Firmen kommt auf 300 US-Dollar.

Die Dritthersteller-Programme würden mit der jetzigen Firmware nicht funtkionieren, hierfür ist eine neue Version erforderlich, die Apple ebenfalls angekündigt hat und Ende Juni fertig sein soll. Die Firmware wird das iPhone zudem interessanter für Business-Anwender machen. Darauf weist die Tatsache hin, dass Apple sogar Microsofts ActiveSync-Protokoll lizenziert hat. Damit ist das Handy direkt mit einem Microsoft-Exchange-Server zu verbinden für den Empfang von E-Mails, Kalenderdaten, Kontakte oder auch ganzer Adressbücher von Unternehmen. Auch wird die »Business-Firmware« über eine Funktion verfügen, um Daten verlorener oder gestohlener Apple-Handys aus der Ferne zu löschen, damit nichts in fremde Hände gelangt. Mit solchen Funktionen wird Apple zum direkten Konkurrenten von Research in Motion, die ihre Blackberrys seit jeher auf Geschäfts- und Unternehmenskunden getrimmt haben.
Bild: Gizmodo.com

Quelle: Tom's Hardware DE

Kommentare zum Beitrag
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roterteufel81 07/03/2008 13:30
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Die entfesselten Fesseln werden also schön mit Fesseln gesichert XD

Anonymer Nutzer 07/03/2008 14:53
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Die 30% sind jawohl eine Unverschämtheit. Es gibt keinen Grund, dass Apple soviel für Software bekommt die sie nicht entwickelt haben. Das wäre ja so als wenn man für Programme die auf Windows oder Mac OSX bzw. Linux laufen auch an den jeweiligen Hersteller/Distributor Prozente abführen müsste...

Wenn die schon fordern, dass man Programme nur über ITunes anbieten kann sollen sie es auch kostenlos machen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Meisten ihre Software auch gerne woanders veröffentlichen und sich somit die Kosten sparen würden.

Ronchan 07/03/2008 16:31
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30% unverschämt? Wieviel % bekommt denn die Plattenfirma für Musik, die sie nicht erstellt hat? Wieviel % bekommt ein großer Publisher wie EA etc.? Der Einahmesplit wird z.B. bei Xbox Live Arcarde Games auch nicht anders sein.....

Nene, das ist schon fair. Apple übernimmt das Billing und hat die Vertriebsplattform, beides kauffördernde Faktoren. Ich kauf lieber in Itunes als irgendwoe direkt beim unbekannten Hersteller KK Daten rauszugeben und ich weiß, dass die Software sicher läuft.

Anonymer Nutzer 10/03/2008 01:08
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Das Problem ist, daß sie einen *zwingen* über iTunes zu verkaufen da es sonst legal keine andere Möglichkeit gibt Software anzubieten.

Kaufabwicklung mit allem drum und dran bieten auch ShareIt oder PayPal und da sind die Raten nur einige Prozent.
Apple nutzt schlicht seinen Marktvorteil aus. Bei MS gäbe es großes Geschrei wenn Windows-Software *nur* von einem "offiziellen" MS-Shop zu beziehen wäre. Das mit der XBox ist sicher nicht ideal, aber man muß die Spiele nicht direkt bei MS beziehen, man kann auch auf vielen anderen Seiten oder im Kaufhaus die Spiele bekommen.

Kurz gesagt: Wie der Verkäufer verkauft und die Vertriebswege die er wählt sollten nicht von einer anderen Firma bestimmt werden.

Falls er iTunes verwenden will weil er sich davon mehr Verkäufe erhofft ist es eine Sache, aber ihm vorzugeben nur über diese eine Plattform für das iPhone Software anzubieten ist Machtmissbrauch. Denn sie legen fest wie hoch die Rate ist, und wegen fehlender Konkurrenz (die Apple natürlich verhindert) muß man diese akzeptieren.

Vendor-Lockin ist leider eine sehr unschöne Marotte von Apple und folgt nicht gerade dem freien Markt.

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