Merced IA64, Stand der Dinge

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18:00 - 10/03/2000 von Thomas Pabst

Der erste Vertreter einer neuen Generation von Prozessoren aus dem Hause Intel trägt im Moment noch den Namen Merced. Um den aktuellen Stand der Entwicklung klar zu stellen sei hier angemerkt, daß es noch keinen Prozessor gibt. Bis zum heutigen Tage existiert der Merced nur in der Theorie und in der Simulation. Alle Werte, die diskutiert werden sind rein theoretisch. Das gleiche gilt auch für Verfügbarkeiten und Ausstattung. Um aus den Filmen letztlich die ersten Modelle zu erstellen, braucht es zwischen 3 und 8 Wochen. Da der Merced aber recht komplex werden wird und der Ablauf der Produktion noch nicht definiert ist, werden wir also auf jeden Fall bis ins Jahr 2000 auf die ersten funktionsfähigen Bausteine warten müssen.

Fotos, die angeblich einen Merced zeigen, sind lediglich thermische Versuchsblöcke, die Aufschluß darüber geben sollen, wie dieser Prozessor am effizientesten gekühlt werden kann. An diesen Modellen ist auffällig, daß sie so etwas wir ein Zwitter zwischen einer Sockel und einer Slot-Lösung darstellen. Im Gegensatz zu den Slot 1 Modellen von Intel werden Merced Modelle nicht hochkant, sondern flach eingebaut. Allerdings sind sie in einer Cartridge eingeschlossen, die an der Unterseite mit zwei Pin Blöcken bestückt sind.

Bei der Entwicklung des Merced ist es den Entwicklern besonders wichtig gewesen, die Kompatibilität zu bestehenden 32 Bit Anwendungen zu erhalten. Über spezielle Anforderungen und Erweiterungen zum BIOS soll sichergestellt werden, daß diese Programme immer noch verwendet werden können.

Die aktuelle Planung für den Merced sieht unter anderem einen eigenen IA32 Kern vor, der die angesprochene Kompatibilität gewährleisten soll. Als "Innovation" ist ein dreistufiger Cache angepriesen worden, der sich in der gleichen Art allerdings bereits im K6-III von AMD findet. Lediglich die Bezeichnung unterscheidet sich. So spricht man bei Intel von einem Cache 0, entspricht in der Funktion dem Cache Level 1 bei AMD, einem Cache Level 1, entsprechend dem Level 2 bei AMD und der externe Cache wird als Level 2 bezeichnet. Die ersten beiden Levels sind direkt in den Core integriert. Der Zwischenspeicher mit der Intel Nummer 2 ist jedoch extern. Interessant ist in der Ankündigung auch die Aussage, daß der Merced Hauptspeicher Größen im Tera Byte Bereich (1.000 Gigabyte) verwalten soll.

Auch an andern Stellen werden Aussagen getroffen, die eine entsprechende Leistung erwarten lassen. Um dem Merced zu einem schnellen Durchbruch zu verhelfen, hat sich Intel aber nicht auf die Entwicklung der Hardware beschränkt. Chipsets, die als Einstieg in die neue Welt dienen sollen werden vier Prozessoren verwalten und für den direkten Betrieb werden bis zu 512 Merceds in einer Maschine zumindest theoretisch möglich sein. Zusätzlich ist man sich offensichtlich der Bedeutung der Software sehr wohl bewußt. So gibt es bereits diverse SDKs für die unterschiedlichsten Betriebssysteme. An erster Stelle natürlich von Microsoft Aber auch diverse Transition Kits stehen zur Verfügung. Von HP beispielsweise unter der URL http://www.software.hp.com/STK

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