Im Rahmen des IDF wurde einer Gruppe von Journalisten in die angeblich größte Silizium Fab der Welt eingeladen. Vor knapp 5 Jahren hat Intel die sogenannte Fab 11 in Betrieb genommen. Wie es in einer solchen Fabrik zugeht, liegt oft noch im Dunkeln und da die Zahl der Physiker und Chemiker unter den DV interessierten doch eher gering ist, werden wir uns hier nicht über die Verfahren in der Fertigung auslassen. Aber auch ohne diese wissenschaftlichen Bemerkungen bietet eine solche Fabrik eine ganze Reihe von Informationen, die sehr beeindruckend sind.
Zunächst zur Klarstellung: In der Fab werden weder die Kristalle gezüchtet, aus denen die Wafer gemacht sind, noch verlassen einbaufertige Prozessoren das Werk. Das einzige, was in der Wüste von New Mexico gemacht wird ist: die Schaltkreise auf die Wafer brennen. Es kommen also blanke Wafer rein und belichtete wieder heraus, die dann in spezielle Fabriken gebracht werden, um die einzelnen Chips aus diesen Platten zu sägen und in das Gehäuse zu packen. Die Herstellungsorte, die wir auf den Prozessoren finden, sind also eher die Verpackungsorte, wenn man das Belichten als Herstellung bezeichnet.
In der Fabrik in Albuquerque werden etwa 10.000 Wafer pro Woche verarbeitet. Jeder zweite Wafer ist aber letztlich nur dazu da, um die Qualität der Fertigung zu überwachen. Auf einem Wafer finden sich im Schnitt 470 Prozessoren oder 970 Flash RAMs.
Gearbeitet wird in einer solchen Fabrik rund um die Uhr, 7 Tage die Woche. Da es in den Reinsträumen relativ warm ist, ist es eine echte Tortur 12 Stunden in dem sogenannten Bunny-Suit zu arbeiten.
Um Klar zu machen, was unter Reinstraum Bedingungen zu verstehen ist, vielleicht folgende Anweisung, die wir alle zu befolgen hatten, da wir diesen Raum ja von innen besichtigen wollten. Kein After Shave, kein Make Up (Was mir besonders schwer fiel zu akzeptieren ;-)) Vor dem Betreten zusätzlich noch den Mund ausspülen und Wasser trinken um beim Ausatmen keine Partikel zu verteilen. Das was wir als Geruch wahrnehmen ist in Wirklichkeit eine Sammlung von Partikeln. In diesen Reinsträumen befindet sich aber in jedem Kubikfuß maximal ein Partikel (Wie gesagt Geruchsstoffe sind Partikelsammlungen) Umgerechnet entspricht das etwa 27 Partikel pro Kubikmeter Luft. In einem OP finden sich im Vergleich dazu etwa 10.000 mal mehr Partikel!!
Allein mit diesen Zahlen vor Augen war es ein spannendes Erlebnis sich direkt in diesem Raum zu befinden. Viel zu sehen gibt es dabei allerdings nicht. Wo immer möglich laufen Prozesse vollautomatisch ab. Aber auch die Menschen die wirklich in dem Raum sind, es ist vielleicht doch eher eine Halle, greifen nur in den wenigsten Fällen manuell ein.
Wie dieser Koloß mit frischer Luft versorgt wird ist eigentlich eine eigen Fabrik. Frische Luft, oder besser saubere Luft ist ein echter Produktionsfaktor, der vor Ort mit viel Aufwand hergestellt wird.
