Fazit: Entmachtung in der Power-Liga
Seite zurückAMD sorgt mit der Vorstellung des Athlon XP 2600+ für große Überraschung: Sehr kurzfristig und ohne Vorankündigung landete die neue CPU mit Thoroughbred "B" Core im Münchner THG-Labor. Gegenüber dem Vorgänger mit Thoroughbred "A" Kern zeigt sich vor allem eins: Deutlich mehr Taktrate - das Topmodell arbeitet jetzt mit 2133 MHz - bedeutet automatisch mehr Speed. Bei den Benchmarkergebnissen übertrifft der Athlon XP 2600+ erstmals wieder den Intel Pentium 4/2533, allerdings nicht in allen Disziplinen.
Damit ist AMD wieder im Rennen. Diese guten Ergebnisse wurden durch eine Modifizierung an der CPU-Core erreicht, indem der Hersteller eine zusätzliche Verdrahtungsebene eingeführt hat. Prinzipielle Änderungen am CPU-Design auf Transistorebene gab es nicht. Der neue Thoroughbred-Kern ist am Zusatz "B" von der alten Core zu unterscheiden.
Weiterhin gibt es gute Nachrichten für Freunde des Overclockings: Zu einem günstigeren Preis gibt es zusätzlich den Athlon XP 2400+, der sich ebenfalls sehr gut zum Übertakten eignet. AMD konnte leider noch keine 2400er Testmuster zur Verfügung stellen. Im THG-Labor erreichten wir im Zusammenspiel mit einer Wasserkühlung und dem 2133-MHz-Modell eine Taktrate von 2400 MHz, was einem Athlon XP 3000+ entspricht. Extreme Steigerungen sind nur noch mit Eiskühlung bei Minus 41 Grad (CPU-Die) möglich, wobei dabei sogar 2800 MHz (entspricht Athlon XP 3600+) erzielt wurden.
Die permanente Führung des Intel P4 in punkto Performance ist gebrochen. AMD ist es gelungen, durch Modifikationen in der Verdrahtungsebene einen potenten Gegenspieler zum Spitzenmodell des P4 aufzustellen. Gleichzeitig wurde die Leistungsaufnahme gesenkt, so dass noch etwas Luft für höhere Taktraten bleibt. Intel muss sich vor allem in naher Zukunft warm anziehen. Denn: Der Nachfolger des Thoroughbred "B" - der Barton-Kern - arbeitet mit doppeltem L2-Cache und 166 MHz FSB-Takt. Hinzu kommt die identische Verdrahtungstechnik wie beim aktuellen T-Bred. Da bleibt nur die Flucht in höhere Megahertz-Regionen, die jenseits der 3-GHz-Schwelle auch bald ausgeschöpft sind. Doch spätestens dann zünden die Geheimwaffen beider Hersteller.

Eine weitere Sichtweise folgt zum Schluss: Die Systemperformance jeder Plattform hängt sehr stark vom Zusammenspiel von Chipsatz und Prozessor ab. Trotz des Einsatzes von schnellstem DDR333-Speicher (CL2.0) liegt die Speicherperformance weit hinter den Leistungswerten des Intel 845G-Chipsatzes für die P4-Plattform. Aus diesem Grund hat AMD höchstwahrscheinlich das Model Numbering nach unten korrigiert. Doch dazu gibt es keinen Kommentar.
UPDATE vom 23. August 2002 zur Klarstellung: PC-Plattformen mit PC1066-Rambus-Speicher bieten eine höhere Speicherbandbreite als Systeme mit DDR333. In speicherintensiven Benchmarks lässt sich dieser Zusammenhang nachweisen. Für die Bewertung der Gesamtperformance einer Plattform hat der Athlon im Vergleich zum Pentium 4 eine geringere Bandbreite beim Front Side Bus. Athlon-CPUs verwenden für den FSB das Double-Data-Rate-Verfahren während Pentium 4s mit Quad-Data-Rate arbeiten.
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