QPI, Integrierter Speicher, PCI Express und LGA 1156

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20:31 - 08/10/2009 von Marcel Binder, Chris Angelini

Was die Veränderungen des QuickPath Interconnect angeht, des Point-to-Point-Interfaces mit dem der Core i7 erstmals mit dem X58 verbunden wurde, hüllt sich das Unternehmen in Schweigen. Allerdings gibt es einen QPI-Link im Lynnfield, der als Bindeglied zwischen dem On-Die PCI Express und dem Uncore dient. Intel hat mit dieser Technologie mittlerweile bedeutend mehr Freiheit, da man den Die nicht verlassen muss.

Deshalb sind Performance und Timings bedeutend besser als auf dem Bloomfield.

Natürlich ist das Interconnect auch heute schon wichtig. Es wird allerdings zum Schlüssel für mehr Performance werden wenn Clarkdale im kommenden Jahr auf den Markt kommt. Mit Grafik- und Speichercontroller auf dem gleichen Teil Silizium, ist die Speicher-Bandbreite – eine der empfindlichsten Achillesfersen integrierter Grafikdesigns – bedeutend effizienter. Infolge dessen dürfen Sie damit rechnen, dass Intel die Geschwindigkeit seines internen QPI-Link nach oben oder unten anpasst, um so seine Clarkdale SKUs  zu differenzieren.

Das ganze spielt bei Lynnfield natürlich keine große Rolle der eine integrierte PCI Express 2.0 Schnittstelle mit 16 Lanes zur Anbindung diskreter GPUs zur Verfügung stellt. Wir haben bereits einige Zeit damit verbracht, die Performance von Single- und Dual-Card-Konfigurationen auf Motherboards mit P55-Chipsatz im Vergleich zu X58, P45 und 790GX mit 2,8 GHz-Prozessoren zu vergleichen. Unserem Erachten nach ist der Gewinn oder der Verlust durch die Intel Lynnfield Implementierung sehr gering. Mit anderen Worten: Die Implementierung von PCI Express ist für Endanwender so transparent wie möglich realisiert worden. So sollte die Integration funktionieren (obwohl die meisten von uns zunächst damit gerechnet haben, dass das unweigerlich Einbußen bei der Performance mit sich bringt).

Einen größeren Einfluss hat die Lizenzierung von SLI und CrossFire, womit die meisten Motherboards mit P55-Chipsatz, ebenso wie Motherboards auf X58-Basis, beide Technologien unterstützen können. Natürlich mit dem Unterschied, dass die P55-Plattformen bedeutend preiswerter sein werden. Zu diesem Chipsatz bald mehr.

Schließlich wäre da noch der im Prozessor integrierte DDR3-Speicher-Controller, der von drei 64-bit Kanälen beim Bloomfield auf zwei 64-bit Kanälen beim Lynnfield beschnitten wird. Offiziell sind für den Bloomfield bis zu DDR3-1066 möglich, wobei eine theoretische maximale Bandbreite von 25,6 GB/s angestrebt wird. Wie wir jedoch schon gesehen haben, skalieren die Core i7 Prozessoren aufLGA1366-Basis bis zu DDR3-2133, so dass die offiziellen Spezifikationen für Enthusiasten nur von geringerer Bedeutung sind. Im Gegensatz dazu ist der Lynnfield für DDR3-1333-Speichermodule geeignet und bietet bis zu 21,3 GB/s. Der Verlust des dritten Kanals wird größtenteils durch eine Steigerung der Datensignalrate kompensiert. Wir haben diese Theorie etwas weiter unten auf Herz und Nieren getestet.

LGA 1156: Weitere Unterteilung der Sockel

Die folgende Tabelle dürfte Ihnen bekannt vorkommen. Wir haben  diese im vergangenen Februar benutzt, um die Sockel-Vorstellungen von Intel und AMD in den vergangenen neun Jahren aufzuführen. Mit dem Debüt des LGA 1156 wirkt die Intel-Spalte etwas überfüllt.

Sockel Vorstellungen
Jahr
AMD
Intel
2001

Sockel 478
2002


2003
Sockel 754

2004
Sockel 939
LGA 775
2005


2006
Sockel AM2

(Intel stellt den Core 2 Duo vor, die meisten Motherboards müssen ersetzt werden)

2007


2008

LGA 1366
2009
(Sockel AM3neue Prozessoren funktionieren in alten Motherboards, aber nicht anders herum)LGA 1156

Wir sind uns sicher, dass es zahlreiche Enthusiasten gibt, die jede Menge Geld für LGA 1366, X58 und Core i7 ausgegeben haben. Sie werden die Performance des Lynnfield sehen, die Kosten vergleichen, einen Blick auf die Upgrade-Möglichkeiten hin zum Clarkdale werfen und uns fragen, weshalb wir nicht deutlicher angekündigt haben, was da auf uns zukommt. Diesen Anwendern wollen wir folgende Information zukommen lassen: Das kommende Gulftown-Design (32nm, Hexa-Core, aktiviertes Hyper Threading) ist das erwartete Upgrade für Ihre bestehende Plattform. In der Zwischenzeit dürfen sich diejenigen, die auf den Clarkdale warten, auf ein Dual-Core-Design freuen – das jedoch mit Sicherheit nicht ganz so sexy ist, es sei denn man verlangt nach integrierter Grafik. 

Was genau war also der Antrieb, den LGA 1156 weniger als ein Jahr nach dem LGA 1366 zu präsentieren? Und weshalb konnte Intel PCI Express nicht auch auf der LGA 1366-Plattform integrieren?

Der 1366 war vom Start an als DP-Interface für die Tylersburg-Plattform von Intel gedacht. Die Tatsache, dass es zuerst auf einem Desktop-System in Erscheinung trat, ähnelt dem kurzen Auftritt des LGA 771 in der Skull Trail-Gaming-Konfiguration von Intel. Der Unterschied liegt darin, dass die Motherboards auf X58-Basis mittlerweile für unter 200 Euro zu haben sind und die billigsten Prozessoren für diese Plattform weniger als 250  Euro kosten. Das ist zwar immer noch ein Batzen Geld, aber erschwinglich genug, um diejenigen in Versuchung zu führen, die wissen, wie schnell eine übertaktete i7-Maschine sein kann.

Der LGA 1366 hat kein PCI Express, da das Pin-Out zu komplex geworden wäre. Hinzu kommt, dass die Server und Workstations, die derzeit die 5520- und 5500-Chipsätze verwenden, für die Anbindung von Speicher-Controller, professionellen Grafikkarten und Hochgeschwindigkeitsnetzwerke Zugriff auf mehr als nur 16 Lanes benötigen.

Somit wird der LGA 1156 zum wahren Nachfolger des LGA 775, trotz der damit erreichten komplizierten Segmentierung. Er ist einfacher als der LGA 1366, sein Schließ-Mechanismus verteilt den Druck gleichmäßiger auf den Heatspreader des Prozessors und hilft beim Schutz gegen EMI – besonders wichtig, wenn mit Clarkdale die On-Chip-Grafik eingeführt wird.

Wir dürfen erwarten, dass uns dieses Prozessor-Interface bis Ende 2011 erhalten bleibt, bis sich LGA 1155 (geplante Vorstellung in der ersten Hälfte 2011) die ersten größeren Marktanteile schnappt.

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Kommentare zum Beitrag
Anonymer Nutzer 08/10/2009 21:17
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-0+

Könnt ihr mal bitte die Diagramme richtig beschriften? Oder ist das ein lustiges Rätselraten um die richtigen Einheiten?
z.B. Seite 13 (Diagramm ohne Name, oben auf der Seite) Power Consumption Core-i7-870 => 520 Was?! 520 Holzscheite oder 520 Birnen?

FormatC 08/10/2009 21:45
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-0+

Tja, watt nu?

Da man als normaler Mitteleuropäer weiß, dass die Leistungsaufnahme im Allgemeinen in Watt angegeben wird, sollte man es eigentlich galant ohne Hörsturz überleben können.

Weltenspinner 08/10/2009 22:20
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-0+

Danke für die Einblicke. :)
Das macht es dem 955BE sehr schwer und deklassiert
ihn doch irgendwie fast zur Budget-CPU.
Wird Zeit, dass Bulldozer alles niederreißt,
wenn er es schafft... Wann auch immer...

Anonymer Nutzer 08/10/2009 22:35
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-0+

Siehst du in dem Test auch nur EIN Spiel?!? NEIN! Lies dir mal bessere Tests durch, da siehst du, dass AMD z.T. VOR einem I5/7 liegt. Vor allem in relatitätsnahen Spielesettings! Und das zu einem günstigeren Preis.

Weltenspinner 08/10/2009 23:59
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-0+

Ich werde mich weiter informieren.
Irgendwie ist Lynnfield an mir vorbei geflogen. ^^
Zur Zeit empfehle ich keine Komplette-Systeme
dieser Klasse mehr. Aber danke für den Einwand. :)
Ich werde es wach nochmal genau durchgehen
und vor allem mehrere Quellen heranziehen.
Habe es erstmals nur überflogen.

pescA 09/10/2009 00:07
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--1+

Als Quelle kann ich THG empfehlen :D

http://www.tomshardware.com/review [...] ,2403.html

AMD hat immernoch klasse Produkte am Markt. Intel überzeugt mit Rechenleistung, was in Spielen aber schlichtweg nicht viel hilft. Ich denke der Sweetspot ist weiterhin bei AMD - was ja auch deren Strategie entspricht :)

Weltenspinner 09/10/2009 00:33
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-0+

Jup jup. Wühle mich gerade durch Computerbase.

titan1981 09/10/2009 00:44
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-0+

Ich finde meine Entscheidung für den i7 860 genau die richtige für mich. schade finde ich allerdings, dass es keine kosten/leistung, strom/leistungs gibt

borizb 09/10/2009 00:51
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-0+

Jo, 14 Seiten toller Berichterstattung und dennoch 10 oder 20 die man bedenkenlos hinzufügen könnte.

Anonymer Nutzer 09/10/2009 08:13
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-0+

Zitat: "Der LGA 1366 hat kein PCI Express, da das Pin-Out zu komplex geworden wäre."

Geht es hier um eine PCIe Anbindung der CPU (?!?!), oder?
LGA 1366 Mainboards verfügen doch über PCIe!

Ich steh am Schlauch.

Grüsse!

f1delity 09/10/2009 09:54
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-0+

Es geht um den CPU, dieser hat keinen integrierten PCIE-Controller, die Chipsätze der Mainboards haben aber einen.

Pascha 09/10/2009 13:10
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-0+

Aufschlussreicher und Informativer Bericht, meinen Dank an die Redaktion. Mich freut vor allem zu sehn, daß der I5 die alten Quads doch deutlich hinter sich lässt.
Jedoch wie oben schon bemerkt fehlt in diesem Test mindestens ein Spielebench um den Gamern ein Anhaltspunkt zu geben.

tkoerbs 09/10/2009 17:09
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-0+

Ich hätte nicht gedacht, das HyperThreading 15% Performance-Gewinn bei MainConcept bringt!
Die 8 Threads machen ja faktisch alle dasselbe, so dass solche Performance-Gewinne gar nicht zu erwarten wären - zumal noch der Overhead für 8 aktive Threads statt 4 hinzukommt.
Alle Achtung!

PS: Ich will 'nen i5-6xx mit HyperThreading und Turbo-Boost

matzilein 09/10/2009 18:11
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-0+

was hat das damit zu tun ob man als normaler mitteleuropäer weiß das watt gemeint sind? es geht doch wohl eher ums prinzip...da könnte ich mir auch gleich die "kompjuta bild" zurate ziehen. thg läßt ist wirklich nicht mehr das was es mal war :(
mal von abgesehen: wenn ich mir die zahlen angucke frage ich mich echt ob da wirklich watt gemeint sind. ich dachte wir sind gerade auf nen stromspar trip. oder sollte ich doch schon mal langsam auf ein akw sparen?!?

FormatC 11/10/2009 17:32
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-2+

Wenn ausnahmesweise in einem Diagramm zur Leistungsaufnahme mal die Einheit Watt vergessen wurde, dann bricht doch nicht gleich die Welt zusammen. Ich beschwere mich doch auch nicht, dass Du nur in Minuskeln schreibst, obwohl dies der Lesbarkeit extrem abträglich ist. Hier geht es nicht um einen inhaltlichen Fehler, sondern um eine kleine Formsache. Wenn das Eure einzigen Probleme sind, scheint die Welt ja doch noch in Ordnung zu sein ;)

cosamed 12/10/2009 22:30
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-0+

ja was ist denn jetzt mit dem core i5? ist der sockel 775 wieder ausgereizt? erklärt intel den jetzt zum toten sockel? na klar, die neuen cpu's müssen wieder an den mann gebracht werden. mir reicht die power meiner s75 cpu noch lange.

Anonymer Nutzer 15/10/2009 10:22
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-0+

Merkwürdig finde ich, dass die Chipsätze immer weniger "haben"-"bieten" müssen, aber dennoch munter weiter das selbe kosten wie vorher, mit wesentlich mehr "Bauteilen"
Ich finde den Weg auch nicht richtig.
Eine CPU ist eine CPU und nicht noch Chipsatz, Grafikkarte, Ramcontroller.
BAut doch direkt noch das ganze Board darein und klebt den Monitor oben drauf. Verschickt wird er dann mit Handschuhen um die virtuelle Tastatur nutzen zu können und 3D-Brille.

Weltenspinner 15/10/2009 10:27
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-0+

Darauf wird es hinauslaufen. ;)

Was ist so schlimm daran? Es senkt die Herstellungskosten
und den Energieverbrauch, noch dazu erleichtert es die Kühlung.
In vielen Fällen verbessert sich auch die Leistung.
Das es erstmal nicht weniger kostet ist klar. Mal will mit neuen
Sachen erstmal massiv Gewinn einfahren, bis der Markt einiger Maßen
gesättigt ist, dann beginnt der Preiskampf um auch den Rest zu überzeugen.
Außerdem geht man heute dazu über hochwertige Bauteile,
wie extra dicke Kupferleitbahnen und Solid Caps, zu verwenden.
Die kosten natürlich auch Geld und zwar nicht wenig.

Bald landen auch Grafikkern und Southbridge in die CPU.
RAM-Controller und Northbridge/Teile davon sind ja jetzt
langsam immer drin.
Das finde ich, ehrlich gesagt, gut so.

masterman 15/10/2009 10:58
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-0+

Schlimm daran ist, dass die restlichen Komponenten, wie die Boards, im Preis nicht fallen, obwohl sie kaum noch teure Hardware wie NB-SB etc.
Wie will man denn, z.B. mit einem Core I5 860 ein SLI System aufbauen, wenn dann nur 2 x 8 Lanes zur verfügung stehen? Da bin ich mit einem entsprechend ausgerüsteten Board (wie mein 780i) besser drann, da sogar 3x 16 Lanes nur fürs SLI. Die hochwertige Bauweise gibts bei GB schon länger, dennoch hatten sie noch eine NB und eine SB, die beim I5 I7 ja nicht mehr beötigt werden und wegfallen, oder eben Funktionen der SB NB. Wieso werden die Boards dann nicht günstiger?
Wenn die NB - SB keine Leistungsintensiven Features mehr bietet, braucht sie auch keine Dicken Leiterbahnen, sondern einzig die CPU.

Weltenspinner 15/10/2009 11:10
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-0+

Für SLI gibt es den Sockel 1366. LGA 1156 ist Mainstream
und wird höchstens eine HD5870 verbaut. Wer das Geld
für zwei High-End-Karten hat, hat auf Geld für ein Sockel
1366-System.

Wozu Preise senken, wenn es noch gekauft wird?
Bei Intel kostet eh alles mehr. Vergleiche mal
Premium-Boards von AMD mit Intel-Bretten.
AM3-Bretter liegen bei 90-140 EUR, während bei
gleicher Qualität und Ausstattung LGA1156 Bretter bei
130-180 liegen. Warum? Es wird gekauft!
Von Sockel1366 reden wir gar nicht. Da kann man
gleich einen Hunderter drauf legen.


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