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Windows 7: Microsoft hört endlich auf Intel

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20:31 - 08/10/2009 von Marcel Binder, Chris Angelini

Seit seinem Erscheinen ist Windows Vista viel gescholten worden - und das oftmals zu Recht.

Die Leistungsverwaltung ist ein Bereich, bei dem sowohl Intel als auch AMD betroffen sind. Bei AMD verursachte das Aktivieren der Cool’n’Quiet-Technologie auf einem ursprünglichen Phenom-Prozessor eine merkliche Performanceeinbuße, da der Vista Scheduler in einem Migrationsprozess Threads von aktiven Kernen hin auf Kerne im Idle verlegt, die mit halber Geschwindigkeit laufen.

Warum wird das so gehandhabt? Um die Symmetrie eines Systems unter voller Auslastung beizubehalten, wollte man nicht, dass der I/O von lediglich einem Kern abhängig ist. Wenn man dafür sorgt, dass Threads zwischen Kernen rotieren die mit maximaler Performance laufen (das komplette Konzept kann man vergessen, wenn man anfängt Kerne herunterzufahren), erhält man  ein besseres Ansprechverhalten.

Die Entscheidung dies so zu implementieren traf Microsoft während des Designs des Windows NT Kernels und basierend auf unseren Erfahrungen mit der Hardware beider Prozessor-Hersteller wird dies weder von dem einen noch von dem anderen Unternehmen als „Feature“ bertrachtet. Natürlich war die Auswirkung bei Intel eine ganz andere als bei AMD. Das Problem, das Intel mit Vista hatte, lag in der Leistungsaufnahme. Für jede Migration müssen die Schreibvorgänge der L3 Cache der Nehalem-Architektur kombiniert werden, was wiederum Leistung in Anspruch nimmt.

Mit Windows 7 und einer Funktion namens „Ideal Core“ ändert sich dieser Vorgang. Wenn die Anforderungen eines Tasks von einem Kern bedient werden, belässt es das Betriebssystem dabei. Für Intel bedeutet das zwei Dinge: Zum einen wird keine Leistung für die Migration benötigt und zum anderen verbleiben die Kerne, die sich im Leerlauf befinden, in einem C6-Zustand. Behauptungen zufolge führt alleine die Verbesserung der Migration zu einer um 10 bis 15 Minuten längeren Akku-Laufzeit bei Notebooks auf Nehalem-Basis. Dies dürfte dieses Jahr allerdings erst später zum Thema werden, wenn der mobile Dual-Core-Arrandale auf den Markt kommt. Interessanter dürfte jedoch der Umstand sein, dass Prozessoren ohne C6 von diesem Zuwachs nicht profitieren (CPUs von AMD eingeschlossen.

Eine weitere Optimierung nennt sich „Core-Parking“. Diese Optimierung basiert auf Beobachtungen früherer Betriebssysteme, dass unter Umständen im Hintergrund vier Kerne mit einer Auslastung von 10% betrieben werden. Die Idee ist nun, dass all diese Aufgaben auf einen Kern konzentriert werden und die anderen Kerne im Leerlauf verbleiben, vorausgesetzt, der allgemeine Load-Level erlaubt dies. Hierdurch wird klar, dass durch die Zusammenarbeit dieser beiden Funktionen einen deutlichen Einfluss auf die Leistung haben könnten, da „Ideal Core“ aggressive Thread-Migration verhindert und „Core Parking“ die Lastverteilung optimiert. Zusammengenommen maximiert das Paar auf intelligente Weise die Anzahl der Kerne im Leerlauf und verhindert im weiteren Verlauf, dass diese unnötig hochgefahren werden, wodurch sich letztlich theoretische Leistungsgewinne ergeben.

Wenn Sie mehr über die Veränderungen wissen wollen, die Windows 7 mit sich bringt, empfehlen wir Ihnen folgendes Interview mit Mark Russinovich, einem technischen Experten für Microsoft Software.

Wir stellen um

Basierend auf dem Feedback unserer Leser zu Windows Vista, dem Zugang zur finalen Windows 7 Version sowie einer breiten Kompatibilität unserer aktuellen Benchmark-Suite haben wir so viele Software-Versionen wie möglich auf den neuesten Stand gebracht und für unseren heutigen Test die Umstellung auf Windows 7 vollzogen (zusammen mit der Spiele-Analyse von CrossFire- und SLI-Grafik-Konfigurationen, jeweils separat veröffentlicht).

Zuvor wollten wir jedoch die von Intel behaupteten Energieeinsparungen selbst gegenprüfen. Also haben wir Durchläufe mit PCMark Vantage unter den frisch installierten Betriebssystemen Windows Vista mit Service Pack 2 und Windows 7 (RTM-Version) gestartet, wobei jeweils x64-Versionen zum Einsatz kamen.

Die Ergebnisse waren allerdings genau das Gegenteil von dem, was wir erwartet hatten. Das System mit Windows 7 nahm für einen Testdurchlauf durchschnittlich 6 Watt mehr auf, dafür wurde der Test im Vergleich zum Windows Vista System jedoch drei Minuten früher beendet. Weiterhin ist erwähnenswert, dass wenn das System mit Windows 7 die Möglichkeit hat in den Leerlauf zu wechseln (hier hatten wir dann erwartet, die Wirkung von „Ideal Core“ und „Core Parking“ in Aktion zu sehen), die Leistungsaufnahme unterhalb derer des Windows Vista Testsystems liegt.

Wir haben diese Ergebnisse zusammen mit Intel überprüft und sind zur folgenden Interpretation gelangt: Die Richtlinien zur Verwendung der P-States in Windows 7 sind weitaus aggressiver als die von Windows Vista. In anderen Worten: Ein System mit Windows 7 greift schneller auf Turbo Boost zu, was wiederum eine bessere Performance und eine höhere Leistungsaufnahme zur Folge hat. Die zuvor besprochenen Funktionen ermöglichen einem System mit Windows 7 im Leerlauf weniger Leistung auf zu nehmen als einem vergleichbaren System mit Windows Vista.

In der Gesamtbetrachtung ist bei diesem Experiment die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei Windows 7 allerdings höher und dies trotz der Tatsache, dass es sich noch drei Minuten nur im Leerlauf befindet, während das Vista-System den Testlauf erst noch fertigstellen muss. Wir sind uns auch angesichts der Ursachen dafür recht sicher, halten uns aber mit einem Kommentar noch zurück, bis wir entsprechende Leistungsdaten zur Hand haben, mit denen wir unsere Vermutung belegen können. Allerdings ändert dies nichts an der Tatsache, dass Windows 7 in diesem Fall Ihre Stromrechnung kaum verringern dürfte. Um Ihnen zu zeigen, dass Windows 7 die Leistungsaufnahme tatsächlich verringert, müssten wir bedeutend mehr Zeit im Leerlauf verbringen (was zugegebenermaßen eher den normalen Gebrauch eines PCs wider gibt), eine bestimmte Komponente austauschen oder diverse Einstellungen im Betriebssystem deaktivieren.

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Kommentare zum Beitrag
Anonymer Nutzer 08/10/2009 21:17
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-0+

Könnt ihr mal bitte die Diagramme richtig beschriften? Oder ist das ein lustiges Rätselraten um die richtigen Einheiten?
z.B. Seite 13 (Diagramm ohne Name, oben auf der Seite) Power Consumption Core-i7-870 => 520 Was?! 520 Holzscheite oder 520 Birnen?

FormatC 08/10/2009 21:45
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-0+

Tja, watt nu?

Da man als normaler Mitteleuropäer weiß, dass die Leistungsaufnahme im Allgemeinen in Watt angegeben wird, sollte man es eigentlich galant ohne Hörsturz überleben können.

Weltenspinner 08/10/2009 22:20
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-0+

Danke für die Einblicke. :)
Das macht es dem 955BE sehr schwer und deklassiert
ihn doch irgendwie fast zur Budget-CPU.
Wird Zeit, dass Bulldozer alles niederreißt,
wenn er es schafft... Wann auch immer...

Anonymer Nutzer 08/10/2009 22:35
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-0+

Siehst du in dem Test auch nur EIN Spiel?!? NEIN! Lies dir mal bessere Tests durch, da siehst du, dass AMD z.T. VOR einem I5/7 liegt. Vor allem in relatitätsnahen Spielesettings! Und das zu einem günstigeren Preis.

Weltenspinner 08/10/2009 23:59
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-0+

Ich werde mich weiter informieren.
Irgendwie ist Lynnfield an mir vorbei geflogen. ^^
Zur Zeit empfehle ich keine Komplette-Systeme
dieser Klasse mehr. Aber danke für den Einwand. :)
Ich werde es wach nochmal genau durchgehen
und vor allem mehrere Quellen heranziehen.
Habe es erstmals nur überflogen.

pescA 09/10/2009 00:07
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--1+

Als Quelle kann ich THG empfehlen :D

http://www.tomshardware.com/review [...] ,2403.html

AMD hat immernoch klasse Produkte am Markt. Intel überzeugt mit Rechenleistung, was in Spielen aber schlichtweg nicht viel hilft. Ich denke der Sweetspot ist weiterhin bei AMD - was ja auch deren Strategie entspricht :)

Weltenspinner 09/10/2009 00:33
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-0+

Jup jup. Wühle mich gerade durch Computerbase.

titan1981 09/10/2009 00:44
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-0+

Ich finde meine Entscheidung für den i7 860 genau die richtige für mich. schade finde ich allerdings, dass es keine kosten/leistung, strom/leistungs gibt

borizb 09/10/2009 00:51
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-0+

Jo, 14 Seiten toller Berichterstattung und dennoch 10 oder 20 die man bedenkenlos hinzufügen könnte.

Anonymer Nutzer 09/10/2009 08:13
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-0+

Zitat: "Der LGA 1366 hat kein PCI Express, da das Pin-Out zu komplex geworden wäre."

Geht es hier um eine PCIe Anbindung der CPU (?!?!), oder?
LGA 1366 Mainboards verfügen doch über PCIe!

Ich steh am Schlauch.

Grüsse!

f1delity 09/10/2009 09:54
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-0+

Es geht um den CPU, dieser hat keinen integrierten PCIE-Controller, die Chipsätze der Mainboards haben aber einen.

Pascha 09/10/2009 13:10
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Aufschlussreicher und Informativer Bericht, meinen Dank an die Redaktion. Mich freut vor allem zu sehn, daß der I5 die alten Quads doch deutlich hinter sich lässt.
Jedoch wie oben schon bemerkt fehlt in diesem Test mindestens ein Spielebench um den Gamern ein Anhaltspunkt zu geben.

tkoerbs 09/10/2009 17:09
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-0+

Ich hätte nicht gedacht, das HyperThreading 15% Performance-Gewinn bei MainConcept bringt!
Die 8 Threads machen ja faktisch alle dasselbe, so dass solche Performance-Gewinne gar nicht zu erwarten wären - zumal noch der Overhead für 8 aktive Threads statt 4 hinzukommt.
Alle Achtung!

PS: Ich will 'nen i5-6xx mit HyperThreading und Turbo-Boost

matzilein 09/10/2009 18:11
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-0+

was hat das damit zu tun ob man als normaler mitteleuropäer weiß das watt gemeint sind? es geht doch wohl eher ums prinzip...da könnte ich mir auch gleich die "kompjuta bild" zurate ziehen. thg läßt ist wirklich nicht mehr das was es mal war :(
mal von abgesehen: wenn ich mir die zahlen angucke frage ich mich echt ob da wirklich watt gemeint sind. ich dachte wir sind gerade auf nen stromspar trip. oder sollte ich doch schon mal langsam auf ein akw sparen?!?

FormatC 11/10/2009 17:32
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-2+

Wenn ausnahmesweise in einem Diagramm zur Leistungsaufnahme mal die Einheit Watt vergessen wurde, dann bricht doch nicht gleich die Welt zusammen. Ich beschwere mich doch auch nicht, dass Du nur in Minuskeln schreibst, obwohl dies der Lesbarkeit extrem abträglich ist. Hier geht es nicht um einen inhaltlichen Fehler, sondern um eine kleine Formsache. Wenn das Eure einzigen Probleme sind, scheint die Welt ja doch noch in Ordnung zu sein ;)

cosamed 12/10/2009 22:30
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-0+

ja was ist denn jetzt mit dem core i5? ist der sockel 775 wieder ausgereizt? erklärt intel den jetzt zum toten sockel? na klar, die neuen cpu's müssen wieder an den mann gebracht werden. mir reicht die power meiner s75 cpu noch lange.

Anonymer Nutzer 15/10/2009 10:22
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-0+

Merkwürdig finde ich, dass die Chipsätze immer weniger "haben"-"bieten" müssen, aber dennoch munter weiter das selbe kosten wie vorher, mit wesentlich mehr "Bauteilen"
Ich finde den Weg auch nicht richtig.
Eine CPU ist eine CPU und nicht noch Chipsatz, Grafikkarte, Ramcontroller.
BAut doch direkt noch das ganze Board darein und klebt den Monitor oben drauf. Verschickt wird er dann mit Handschuhen um die virtuelle Tastatur nutzen zu können und 3D-Brille.

Weltenspinner 15/10/2009 10:27
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-0+

Darauf wird es hinauslaufen. ;)

Was ist so schlimm daran? Es senkt die Herstellungskosten
und den Energieverbrauch, noch dazu erleichtert es die Kühlung.
In vielen Fällen verbessert sich auch die Leistung.
Das es erstmal nicht weniger kostet ist klar. Mal will mit neuen
Sachen erstmal massiv Gewinn einfahren, bis der Markt einiger Maßen
gesättigt ist, dann beginnt der Preiskampf um auch den Rest zu überzeugen.
Außerdem geht man heute dazu über hochwertige Bauteile,
wie extra dicke Kupferleitbahnen und Solid Caps, zu verwenden.
Die kosten natürlich auch Geld und zwar nicht wenig.

Bald landen auch Grafikkern und Southbridge in die CPU.
RAM-Controller und Northbridge/Teile davon sind ja jetzt
langsam immer drin.
Das finde ich, ehrlich gesagt, gut so.

masterman 15/10/2009 10:58
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-0+

Schlimm daran ist, dass die restlichen Komponenten, wie die Boards, im Preis nicht fallen, obwohl sie kaum noch teure Hardware wie NB-SB etc.
Wie will man denn, z.B. mit einem Core I5 860 ein SLI System aufbauen, wenn dann nur 2 x 8 Lanes zur verfügung stehen? Da bin ich mit einem entsprechend ausgerüsteten Board (wie mein 780i) besser drann, da sogar 3x 16 Lanes nur fürs SLI. Die hochwertige Bauweise gibts bei GB schon länger, dennoch hatten sie noch eine NB und eine SB, die beim I5 I7 ja nicht mehr beötigt werden und wegfallen, oder eben Funktionen der SB NB. Wieso werden die Boards dann nicht günstiger?
Wenn die NB - SB keine Leistungsintensiven Features mehr bietet, braucht sie auch keine Dicken Leiterbahnen, sondern einzig die CPU.

Weltenspinner 15/10/2009 11:10
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-0+

Für SLI gibt es den Sockel 1366. LGA 1156 ist Mainstream
und wird höchstens eine HD5870 verbaut. Wer das Geld
für zwei High-End-Karten hat, hat auf Geld für ein Sockel
1366-System.

Wozu Preise senken, wenn es noch gekauft wird?
Bei Intel kostet eh alles mehr. Vergleiche mal
Premium-Boards von AMD mit Intel-Bretten.
AM3-Bretter liegen bei 90-140 EUR, während bei
gleicher Qualität und Ausstattung LGA1156 Bretter bei
130-180 liegen. Warum? Es wird gekauft!
Von Sockel1366 reden wir gar nicht. Da kann man
gleich einen Hunderter drauf legen.


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